Unternehmensbestand
Zur Gewinnung von größenbezogenen Daten über den Unternehmensbestand existieren in Deutschland zwei wesentliche Quellen:
- Umsatzsteuerstatistik
- Unternehmensregister
Die beiden Statistiken unterscheiden sich deutlich nach der ihnen zu Grunde liegenden Methodik.
Die Umsatzsteuerstatistik weist, ihrem Zweck entsprechend, die Unternehmen nur nach Umsatzgrößenklassen, nicht aber nach dem Merkmal Beschäftigtenzahl differenziert aus. Auch sind nicht alle, sondern nur die umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen enthalten und es können keine Beschäftigtengrößenklassen dargestellt werden. Dafür handelt es sich um eine langjährig bestehende Statistik, die auch Zeitreihenbetrachtungen ermöglicht (Erläuterungen zur Methodik der Umsatzsteuerstatistik). Laut Umsatzsteuerstatistik können die Unternehmen nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen und Rechtsformen ausgewiesen werden.
Das Unternehmensregister lässt eine gleichzeitig nach Umsatz und Beschäftigten differenzierte Aufbereitung des Unternehmensbestandes in Deutschland zu. Entsprechend können Aussagen über den Anteil des Mittelstandes an Unternehmen, Umsatz und Beschäftigten, die sogenannten Schlüsselzahlen des Mittelstands, getätigt werden. Allerdings liegen erst seit dem Jahr 2004 Zahlen zum Gesamtbestand der Unternehmen vor. Laut Unternehmensregister können die Unternehmen nach Wirtschaftszweigen und Bundesländern ausgewiesen werden. Dabei kommt es bei wirtschaftszweigbezogenen Betrachtungen durch die gleichzeitige Differenzierung nach Umsatz- und Beschäftigtengrößenklassen häufiger zu Geheimhaltungsfällen als bei Betrachtungen, die nur eine der beiden Merkmale heranziehen (Erläuterungen zur Methodik des Unternehmensregisters).
Akkordeon
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Umsatzsteuerstatistik
Umsatzsteuerstatistik
Insgesamt weist die aktuell vorliegende Umsatzsteuerstatistik für das Jahr 2010 in Deutschland rund 3,17 Millionen Unternehmen aus, die 2010 rund 5,2 Billionen € Umsatz erzielten. Zieht man den Schwellenwert von weniger als 50 Mio. € Jahresumsatz heran, sind davon rund 99,7% den kleinen und mittleren Unternehmen zuzurechnen. Diese setzten knapp 2,0 Billionen € um, was einem Anteil von 37,8% entspricht.
Die Verteilung der Unternehmen nach Umsatzgrößenklassen zeigt, dass der weit überwiegende Teil auf Kleinunternehmen mit weniger als 1 Mio. € entfällt. Knapp 90% aller Unternehmen weisen einen Jahresumsatz von weniger als 1 Mio. € aus, fast die Hälfte aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen erzielt Jahresumsätze, die 100.000 € nicht übersteigen.
Der Anzahl nach ist die deutsche Wirtschaft von kleinen Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 1 Mio. € geprägt, auf die allerdings nur 9,1% aller Umsätze entfallen. Die mittleren Unternehmen mit Jahresumsätzen zwischen 1 Mio. € und 50 Mio. €, die 10,2% aller Unternehmen ausmachen, erwirtschaften 28,7% aller Umsätze. Die wenigen Großunternehmen (0,3 %) hingegen vereinen 62,2% aller Umsätze auf sich.
Eine nach Wirtschaftszweigen differenzierte Betrachtung zeigt, dass kleine und mittlere Unternehmen im Baugewerbe und im Gastgewerbe sehr stark vertreten sind. Auch in den Wirtschaftsbereichen Sonstige Dienstleistungen (u.a. Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern, Erbringung von überwiegend persönlichen Dienstleistungen wie Wäscherei und chemische Reinigung, Frisör- und Kosmetiksalons, Bestattungsinstitute), Kunst , Unterhaltung und Erholung sowie Freiberufliche, wissenschaftliche und technische und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen entfallen auf kleine und mittlere Unternehmen überproportional hohe Anteilswerte. Eine etwas geringere Rolle spielen kleine und mittlere Unternehmen in der Energieversorgung, im Verarbeitenden Gewerbe und in der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, aber auch bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.
Zwischen den alten und den neuen Bundesländern bestehen strukturelle Unterschiede im Unternehmensbestand hinsichtlich der Unternehmensgrößen- und der Umsatzverteilung. Nach der regionalen Verteilung weisen die neuen Bundesländer (einschließlich Berlin) einen überdurchschnittlich hohen Anteil von kleinen und mittleren Unternehmen auf. In allen neuen Bundesländern ist der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen an der Anzahl der Unternehmen insgesamt und am Gesamtumsatz aller Unternehmen größer als in den alten Bundesländern.
Umsatzsteuerstatistik - Kontext
Umsatzsteuerstatistik - Tabellen
Tabellen aus der Umsatzsteuerstatistik
Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.
Merkmal Differenzierung Unternehmen KMU GrKl BL RF WZ Umsatz der Unternehmen KMU GrKl BL RF WZ KMU = Kleine und mittlere Unternehmen; GrKl = Größenklassen; BL = Bundesländer; RF = Rechtsform; WZ = Wirtschaftszweige
Umsatzsteuerstatistik - weitere Informationen
Aktualisierung
Daten für das Jahr 2011 voraussichtlich im April/Mai 2013
Weitere Informationen
Umsatzsteuerstatistik - Ansprechpartner
Ansprechpartner
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Brigitte Günterberg
Tel.: +49 228 7299761
E-Mail: guenterberg(at)ifm-bonn.org
Profil von Brigitte Günterberg -
Dr. André Pahnke
Tel.: +49 228 7299721
E-Mail: pahnke(at)ifm-bonn.org
Profil von Dr. André Pahnke
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Brigitte Günterberg
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Unternehmensregister
Unternehmensregister
Nach einem Rückgang der Unternehmenszahl im Jahr 2009 ist die Zahl der Unternehmen im Jahr 2010 wieder gestiegen. So verzeichnet das Unternehmensregister für das Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr 0,6% mehr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und 7,6% mehr Großunternehmen. Dieser Anstieg im Unternehmensbestand bei den Großunternehmen im Besonderen lässt vermuten, dass aufgrund von gestiegenen Umsatz- bzw. Beschäftigtenzahlen infolge der Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Finanzmarktkrise vermehrt KMU die Schwellenwerte überschritten haben und folglich nunmehr als Großunternehmen im Unternehmensregister geführt werden.
Die Ergebnisse des Jahres 2010 im Detail: Im Jahr 2010 gab es laut Unternehmensregister in Deutschland rund 3,621 Mio. Unternehmen, 99,6% von diesen waren kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach Definition des IfM Bonn (2009: 99,7%). Gegenüber dem Jahr 2009 ist die Zahl der Unternehmen mit steuerbarem Umsatz und/oder mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt um rd. 23.300 (0,6%) gestiegen. Im Jahr 2010 gab es mit 13.431 Großunternehmen rund 900 Großunternehmen mehr als im Jahr 2009 (7,6%). Die Zahl der KMU des Jahres 2010 war um 0,6% höher als die des Jahres 2009.
Der Anstieg der Unternehmenszahlen spiegelt sich auch im Anstieg des Umsatzes und der Zahl der sozialversicherungspflichtig (SV-)Beschäftigten wider. Im Jahr 2010 tätigten die Unternehmen Umsätze in Höhe von rd. 5.443,6 Mrd. €, der Anteil der KMU lag bei 37,1% (2009: 39,1%). Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gesamtumsatz damit wieder deutlich gestiegen 464,6 Mrd. € bzw. 9,3%). Die Großunternehmen des Jahres 2010 machten 13,0% mehr Umsatz als die Großunternehmen des Jahres 2009. Die Umsätze der KMU des Jahres 2010 lagen um 3,6% über denen der KMU des Jahres 2009.
Im Jahr 2010 waren rd. 25,7 Mio. Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon 60,2% in KMU (2009: 60,8%). Die Zahl der SV-Beschäftigten war im Jahr 2010 insgesamt um rd. 569.100 bzw. 2,3% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Großunternehmen des Jahres 2010 hatten rund 380.600 SV-Beschäftigte (3,9%) mehr als die Großunternehmen im Jahr 2009 und die KMU des Jahres 2010 hatten rd. 188.500 SV-Beschäftigte (1,2%) mehr als die KMU des Jahres 2009.
Wendet man den niedrigeren Schwellenwert für die Beschäftigtenanzahl nach EU-Definition für KMU an (bis 249 Beschäftigte und bis 50 Mio. € Jahresumsatz), so beläuft sich der KMU-Anteil an der Anzahl der Unternehmen auf 99,5%. Diese KMU erwirtschafteten 2010 35,9% der Umsätze aller Unternehmen und in ihnen waren 54,7% aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten tätig.
Das Unternehmensregister erfasst auch nicht umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit deren Umsätzen und Beschäftigten, so dass die Anzahl der dort ausgewiesenen Unternehmen mit knapp 3,621 Millionen im Jahre 2010 deutlich höher als die der Umsatzsteuerstatistik 2010 ist.
Ein branchenbezogener Vergleich der KMU-Anteile nach Beschäftigten- und Umsatzgrößenklassen mittels des Unternehmensregisters gemäß WZ 2008 zeigt die Bedeutung der KMU in den einzelnen Wirtschaftszweigen im Jahr 2010. Insbesondere im Baugewerbe und im Gastgewerbe sind die KMU-Anteile gemäß der Definition des IfM Bonn bezogen auf Anzahl der Unternehmen und Beschäftigten und auf die Umsätze überproportional hoch.Unternehmensregister - Kontext
Unternehmensregister - weitere Informationen
Tabellen aus dem Unternehmensregister
Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.
Merkmal Differenzierung Unternehmensbestand KMU GrKl BR-STR RF BL REG-STR Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte KMU GrKl BR-STR RF Umsätze KMU GrKl BR-STR RF KMU = Kleine und mittlere Unternehmen; GrKl = Größenklassen; BR-STR = Branchenstruktur; RF = Rechtsform; BL = Bundesländer; REG-STR = Regionalstruktur
Auswertungen aus dem Unternehmensregister für die einzelnen Bundesländer nach Wirtschaftszweigen im Statistik-Portal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder
Zum Statistik-PortalFür bestimmte Wirtschaftsbereiche werden jährlich von den Statistischen Ämtern Strukturerhebungen durchgeführt, die weitere KMU-Daten liefern. Auswertungen aus der Zusammenführung unterschiedlicher Bereichsstatistiken finden Sie in dem Beitrag des Statistischen Bundesamtes "Ausgewählte Ergebnisse für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland 2009"
Zum Beitrag des Statistischen BundesamtesAktualisierung
Daten für das Jahr 2011 voraussichtlich im September 2013
Weitere Informationen
Unternehmensregister - Veröffentlichungen
Günterberg, B. (2012): Unternehmensgrößenstatistik – Unternehmen, Umsatz und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2004 bis 2009 in Deutschland, Ergebnisse des Unternehmensregisters (URS 95), in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 2, Bonn.
Unternehmensregister - Ansprechpartner
Ansprechpartner
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Brigitte Günterberg
Tel.: +49 228 7299761
E-Mail: guenterberg(at)ifm-bonn.org
Profil von Brigitte Günterberg
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Brigitte Günterberg