Institut für
Mittelstandsforschung
Bonn

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Die größten Familienunternehmen in Deutschland

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Auftraggeber

Deutsche Bank AG, Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)

Zusammenfassung

Große Familienunternehmen leisten einen überproportionalen Beitrag zur Beschäftigung und zum Umsatz, so lautet ein wesentliches Ergebnis der Gemeinschaftsstudie zu Familienunternehmen. Die Studie basiert auf der Identifikation und Erfassung aller großen Familienunternehmen mit mehr als 50 Mio. € Jahresumsatz, deren Bilanz- und Erfolgskennzahlen in einem zweiten Schritt analysiert wurden. Danach machen große Familienunternehmen zwar nur 0,1% aller Unternehmen aus, erwirtschaften aber mehr als 18% des Gesamtumsatzes und sind Arbeitgeber für mindestens 14% aller Beschäftigten. In dem Zeitraum 2006 bis 2007 stiegen die Umsätze der großen Familienunternehmen um 6,7% und ihre Beschäftigtenzahl um 6,1%. Diese Leistung unterstreicht eindrucksvoll die herausragende Rolle der großen Familienunternehmen für das volkswirtschaftliche Wachstum und den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

IfM Bonn untersucht erstmals Performance der großen Familienunternehmen anhand von Bilanz- und Erfolgskennzahlen

Erstmals wurden im Auftrag der Deutschen Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie für Deutschland alle Familienunternehmen mit mehr als 50 Mio. € Jahresumsatz identifiziert, konsolidiert (zu wirtschaftlichen Einheiten zusammengefasst) und eine Bilanz- und Erfolgskennzahlenanalyse mit Hilfe der Dafne-Datenbank durchgeführt. Die Analyse der Bilanzdaten im Zeitvergleich der Jahre 2006 und 2007 sowie im Branchenvergleich gibt Einblick in die gegenwärtige und künftige Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der großen Familienunternehmen. Am 17. Februar 2010 wurden die Ergebnisse der Studie auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main vorgestellt.


Jürgen Fitschen, Arndt G. Kirchhoff, Johann Eekhoff  
Quelle: Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.

Strukturkennzahlen und Bilanzkennzahlen – große Familienunternehmen können sich in der Unternehmenslandschaft behaupten

Die Strukturanalyse der Passiva mit Hilfe der Kennzahlen Eigenkapitalquote sowie Quote der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belegt, dass große Familienunternehmen ein gutes Eigenkapitalpolster haben, das ihnen die Beschaffung von Bankkrediten erleichtert hat. Begünstigt wurde der Eigenkapitalaufbau durch die gute Ertragslage, wie sie an den Eigen-, Gesamt- und Umsatzrentabilitätskennziffern abgelesen werden kann. So erreichten große Familienunternehmen eine höhere Gesamtkapitalrentabilität als Großunternehmen, die nicht als Familienunternehmen organisiert sind. Auch bei der Eigenkapitalrentabilität lässt sich die häufig vermutete deutlich schlechtere Verzinsung des Eigenkapitals großer Familienunternehmen nicht nachweisen. Ebenso zeigt sich bei der Umsatzrentabilität, dass große Familienunternehmen über eine nachhaltige betriebliche Ertragskraft verfügen, die einen Vergleich mit anderen Unternehmensverfassungen nicht zu scheuen braucht.

Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit – große Familienunternehmen sind gewappnet

Dass sich die großen Familienunternehmen erfolgreich im internationalen Wettbewerb behauptet haben, belegen nicht nur die Umsatzentwicklung sondern auch deren Exporterfolge. Unter den großen Familienunternehmen befindet sich eine beachtliche Anzahl mit hohen Exportquoten. Dies stellt die großen Familienunternehmen aber auch vor besondere Herausforderungen, wenn die Auslandsnachfrage lahmt. Innovationen sind von Nöten, um neues Wachstum zu generieren. Die Kennzahlenanalyse liefert starke Anhaltspunkte dafür, dass große Familienunternehmen auch in ihre Zukunftsfähigkeit investieren. Unter den großen Familienunternehmen sind forschende Unternehmen mit einer sehr hohen Aufwandsquote für die Generierung neuen Wissens vertreten.

Veröffentlichung

Haunschild, L.; Wallau, F.; Boerger, S.; Macke, M.; Hauser, H.-E.: Die größten Familienunternehmen in Deutschland, Gutachten im Auftrag der Deutschen Bank AG und dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg): IfM-Materialien Nr. 192, Bonn 2010.

Ein gedrucktes Exemplar der Studie kann gegen Kostenerstattung in Höhe von 15,00 € per E-Mail beim IfM Bonn angefordert werden.

IfM-Materialien Nr. 192 (558 KB, 104 Seiten)

Executive Summary (1,9 MB, 12 Seiten)

Ansprechpartner

Dr. Ljuba Haunschild
Tel.: 0228 - 72 99 7 - 29
E-Mail: haunschild@ifm-bonn.org