Mittelstand im Wandel

Im deutschen Sprachraum spricht man vom "Mittelstand" – international wird dagegen der  KMU-Begriff verwandt. Aber beschreiben beide Begriffe dasselbe Phänomen? Dieser Beitrag analysiert die Begrifflichkeiten von Mittelstand und KMU sowie die Begriffe, die grundlegend für das Verständnis des Mittelstandsbegriffs sind: Unternehmen, Unternehmer und Selbstständigkeit. Bedeutsam für die Definition ist, dass der Mittelstand geprägt wird durch die Einheit von Eigentum und Leitung und nicht durch seine Größe. Daraus folgt, dass KMU fast immer zum Mittelstand gehören, der Mittelstand aber nicht auf KMU beschränkt ist: große familiengeführte Unternehmen zählen ebenso zum Mittelstand. Auch zeigt sich, dass sich infolge tiefgreifender Änderungen der Marktbedingungen und der Wirtschaftsstruktur der Mittelstand ausdifferenziert: er wird einerseits heterogener, unbeständiger und kleiner – andererseits aber auch internationaler und größer. Die Mitte dünnt aus. Dennoch ist Mittelstand kein Auslaufmodell. Im Gegenteil: Er ist ein Teil des wirtschaftlichen Strukturwandels und gestaltet ihn aktiv mit.

Welter, F.; May-Strobl, E.; Wolter, H.-J. unter Mitarbeit von Günterberg, B. (2014): Mittelstand im Wandel, in: IfM Bonn, IfM-Materialien Nr. 232, Bonn.

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