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Der Forschungsnewsletter zum Mittelstand

– ein kostenloser Service des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Ausgabe 1/2017 / 17. März 2017

Inhalt

  ➜ Editorial
  ➜ In NRW finden sich die meisten großen Familienunternehmen
  ➜ Kleine Unternehmen verkennen Digitalisierungsbedarf
  ➜ Den Herausforderungen globaler Wertschöpfungsketten aktiv entgegen wirken
  ➜ Viele KMU im Dienstleistungssektor sind exportorientiert
  ➜ Kein Patentrezept für eine erfolgreiche Übergabe
  ➜ Aktueller Flyer des IfM Bonn online
  ➜ Aktualisierte IfM-Statistiken
  ➜ Aktuelles aus dem IfM Bonn

Editorial

Die Vorteile von Wertschöpfungsketten nutzen

Foto Prof. Dr. Welter Lie­be Newslet­ter-Abonnenten,

im­mer wie­der ist die Kla­ge zu hö­ren, dass ins­be­sondere bör­senno­tier­te Endher­stel­ler mit­tel­ständi­sche Zu­lie­ferer in (globa­len) Wert­schöp­fungs­ketten zu Kos­ten­sen­kungen und zur Übernahme von In­no­vati­ons­leis­tun­gen drängen. Nach Un­ter­su­chungen des IfM Bonn können mit­tel­ständi­sche Un­ter­nehmen je­doch aktiv ei­ner sol­chen Ab­hängig­keit ent­ge­genwir­ken. Vo­rausset­zung ist, dass sie möglichst spe­zifi­sche Wettbe­werbsvortei­le und Al­lein­stel­lungsmerkmale ent­wi­ckeln, ih­ren Ab­nehmerkreis diversifi­zie­ren und ver­su­chen, in Wertschöpfungsketten un­ter­schiedli­cher Branchen mit­zu­wir­ken. Denn prinzipi­ell ist es für mit­tel­ständi­sche Un­ter­nehmen von Vor­teil, wenn sie in (globa­len) Wertschöpfungsketten aktiv sind. Wa­rum – das er­fah­ren Sie im Bei­trag "Den Heraus­for­de­run­gen glo­ba­ler Wertschöpfungsketten aktiv be­gegnen".

Schon vor ge­raumer Zeit hat das IfM Bonn auf­ge­zeigt, dass der Mit­tel­stand in Deutsch­land eine ho­he Ex­portbe­reit­schaft be­sitzt. Dies gilt nach jüngsten Un­ter­su­chungen des IfM Bonn in zu­nehmendem Ma­ße auch für die klei­nen und mitt­le­ren Un­ter­nehmen im Dienstleistungssektor. Konkre­te Zah­len fin­den Sie in die­ser Ausga­be hier.

Vie­le inte­res­san­te Ein­bli­cke in un­sere ak­tuel­le For­schungstätig­keit wünscht Ihnen

Prof. Dr. Friederike Welter
Präsidentin des IfM Bonn

In NRW finden sich die meisten großen Familienunternehmen

Mehr als je­des vier­te Un­ter­nehmen der rund 4.700 großen Fa­mili­en­un­ter­nehmen in Deutsch­land hat sei­nen Sitz im be­völ­ke­rungsreichsten Bundes­land Nordrhein-Westfa­len. Auf den Plätzen zwei und drei fol­gen Bayern mit 914 Fa­mili­en­un­ter­nehmen und Ba­den-Württemberg mit 830 Fa­mili­en­un­ter­nehmen. Dies zeigt das 7. Kennzahlen-Up­date zu den größten Fa­mili­en­un­ter­nehmen in Deutsch­land, das das IfM Bonn wie­der im Auf­trag des Bundes­ver­bandes der Deutschen In­dustrie (BDI) und der Deutschen Bank er­stellt hat.

Ins­ge­samt sind zwei Drit­tel der Fa­mili­en­un­ter­nehmen mit mindes­tens 50 Mil­lio­nen Euro Jahres­umsatz in ei­nem die­ser drei Bundes­län­der an­säs­sig. Nimmt man hin­ge­gen die An­zahl der Un­ter­nehmen je Einwohner als Ver­gleichsmaß­stab, ist Hamburg der Vor­reiter: Pro ein­hundert­tau­send Einwohner gibt es in der Hanse­stadt rund elf gro­ße Fa­mili­en­un­ter­nehmen.

Pensionsrückstellungen bringen große Familienunternehmen in Zugzwang

Um die zu­künfti­gen be­triebli­chen Pensi­onsan­sprüche ihrer Be­legschaft bi­lan­ziell ab­bil­den zu können, müssen die gro­ßen deutschen Fa­mili­en­un­ter­nehmen im­mer mehr Rückstellun­gen bil­den. Al­ler­dings vari­iert die Hö­he der Pensi­ons­rückstel­lun­gen ab­hängig von der Branche. Demnach müssen In­dustrie­un­ter­nehmen mit durchschnitt­lich 33.516 Euro je Mit­ar­bei­ter am meisten hier­für be­reit­hal­ten. Gemessen an der Bi­lanzsumme ent­spricht dies ei­nem An­teil von 7,7 %. In an­de­ren Branchen, wie etwa dem Handel (4,2 %), lag die Quote teils deutlich niedri­ger. Über alle gro­ßen Fa­mili­en­un­ter­nehmen hin­weg ma­chen die Pensi­ons­rückstel­lun­gen im Durchschnitt 7,1 % der Bi­lanzsumme aus.

Entwicklung der Pensionsrückstellungen je Mitarbeiter (2007-2014)

Entwicklung der Pensionsrückstellungen je Mitarbeiter (2007-2014)

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Kleine Unternehmen verkennen Digitalisierungsbedarf

Je­des drit­te Un­ter­nehmen hält sich im Digi­tali­sie­rungsprozess für (sehr) gut auf­ge­stellt – da­run­ter viele klei­ne Un­ter­nehmen. Folglich se­hen sie auch kaum Digi­tali­sie­rungsbedarf. Tat­sächlich sind klei­ne Un­ter­nehmen aber so­wohl in­tern als auch un­ter­nehmensüber­grei­fend deutlich we­ni­ger digi­tal ver­netzt als gro­ße Un­ter­nehmen. Für die Stu­die "Di­gita­lisie­rungsprozes­se von KMU im Pro­du­zie­ren­den Ge­werbe" hat­ten die Wissen­schaftler des IfM Bonn über 1.400 Ver­tre­ter von Un­ter­nehmen des Ver­ar­bei­ten­den Ge­werbes mit mindes­tens 10 Be­schäftig­ten be­fragt.

Digitale Schnittstellen zu den Kunden gewinnen an Bedeutung

Die digi­ta­len Vor­rei­ter zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine kon­kre­te Strategie ver­fol­gen, in­no­vati­onsaktiv sind, über eine ei­ge­ne IT-Ab­tei­lung ver­fü­gen und oft­mals Ge­schäfts­be­zie­hungen ins Aus­land be­sit­zen. In die­sen Un­ter­nehmen lau­fen nicht nur die Ge­schäfts­pro­zes­se effi­zi­en­ter, sie ha­ben auch öfter smarte Pro­duk­te im Sor­ti­ment.

Anteil der Unternehmen mit internetfähigen Produkten (Verarbeitendes Gewerbe)

Anteil der Unternehmen mit internetfähigen Produkten (Verarbeitendes Gewerbe)

Auch ha­ben sie häu­fig die stra­tegi­sche Be­deu­tung von digi­ta­len Schnitt­stel­len zu den Kunden er­kannt. Da­mit sinkt die Ge­fahr, dass vir­tuel­le Plattfor­manbie­ter aus der IT-Branche gro­ße Wertschöpfungsteile übernehmen.

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Den Herausforderungen globaler Wertschöpfungsketten aktiv entgegen wirken

(Globa­le) Wertschöpfungsketten bie­ten mit­tel­ständi­schen Un­ter­nehmen den Vor­teil, nicht nur an den Ab­satz- und Wachstumschancen für das je­wei­lige Endpro­dukt zu par­tizi­pie­ren, sondern auch Ressourcenbe­schrän­kungen zu überwin­den, Ver­bundforschung zu be­trei­ben und sich zu­gleich auf ihre Kernkompe­ten­zen kon­zentrie­ren zu können.

Mit Diversifikations- und Innovationsstrategien den Nachteilen begegnen

Mit­tel­ständi­sche Un­ter­nehmen empfin­den je­doch die Zu­samme­nar­beit mit gro­ßen Endher­stel­lern mit­un­ter als be­las­tend, da die­se bis­wei­len den Grundwer­ten der ei­ge­nen Un­ter­nehmenskul­tur (Vertrauen, Partner­schaft und Langfristigkeit) ent­ge­gensteht. Auch sind in ver­schie­de­nen zu­lie­fer­re­le­van­ten Wirtschafts­sek­toren Konzentrati­ons­ten­denzen so­wie der Druck zu be­obachten, in neue Techno­lo­gien zu in­ves­tie­ren oder im Aus­land zu pro­du­zie­ren. Die­ser Entwicklung können die mit­tel­ständi­schen Un­ter­nehmen dadurch be­gegnen, dass sie mit spe­zifi­schen Strate­gien ge­zielt Ab­hängig­kei­ten vermeiden.

Die voll­ständige Übersicht über die Chancen und Heraus­for­de­run­gen von (globa­len) Wertschöpfungsketten für die mit­tel­ständi­schen Un­ter­nehmen fin­den Sie hier.

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Viele KMU im Dienstleistungssektor sind exportorientiert

Der in­ter­na­tio­nale Handel wird von im­mer mehr klei­nen und mitt­le­ren Un­ternehmen (KMU) im Dienstleistungssektor als Chance wahrge­no­mmen: Rund 14 % der un­ab­hängi­gen KMU mit mindes­tens ei­nem so­zial­ver­si­che­rungspflichtig Be­schäftig­ten ex­por­tiert. Werden So­loselbst­ständige und ab­hängige KMU hin­zu­ge­zo­gen, liegt die Ex­por­teurquo­te bei 11 %. Auf der Ba­sis ver­schie­de­ner sta­tisti­scher Quellen (Dienst­leis­tungs- und Um­satzsteuer­sta­tis­tik, Zah­lungsbi­lanz und Sta­tistik zu Di­rek­tin­ves­titio­nen so­wie IAB-Be­triebspanel) ha­ben Wissen­schaftler des IfM Bonn die Aus­landsak­tivi­tä­ten die­ser KMU un­ter­sucht.

Mit der Unternehmensgröße steigt die Exportorientierung

Ins­ge­samt sind mindes­tens 252.000 KMU aus dem Dienstleistungssektor (oh­ne Fi­nanzsektor) auch im Aus­land aktiv – drei Vier­tel da­von sind Kleinstunternehmen. Rund 150.000 Ex­porteure stammen aus dem Handelssek­tor und 100.000 aus an­de­ren Dienstleistungszwei­gen. Un­ter letz­te­ren ex­por­tiert die Mehrzahl der Un­ter­nehmen nicht aus­schließ­lich Dienstleistungen, sondern auch Wa­ren.

Auslandsaktivität von unabhängigen Betrieben bzw. KMU im Dienstleistungssektor 2014

Auslandsaktivität von unabhängigen Betrieben bzw. KMU1) im Dienstleistungssektor 2) 2014

Die Auswer­tung der ver­schie­de­nen sta­tisti­schen Quellen so­wie die zentra­len Stu­dienbe­fun­de fin­den Sie un­ter Da­ten und Fak­ten Nr. 17.

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Kein Patentrezept für eine erfolgreiche Übergabe

Rund zwei bis drei Jah­re vor ei­ner ge­planten Überga­be be­gin­nen Alt­ei­gen­tü­mer we­ni­ger in das Un­ter­nehmen zu in­ves­tie­ren. Den Be­schäftig­ten­stand hal­ten sie hin­ge­gen kon­stant. Zu die­sem Er­gebnis kommt die Stu­die "Un­ter­nehme­ri­sches Ver­hal­ten im Zu­ge der Un­ter­nehmensnachfolge".

In an­de­ren Be­rei­chen wird das Ver­hal­ten der Alt- und Neuei­gen­tü­mer hin­ge­gen kaum vom Ge­ne­rati­onswechsel be­ein­flusst. Die un­ter­schiedli­chen Ausgangssi­tua­tio­nen füh­ren da­zu, dass sich kei­ne ein­deu­ti­gen Ver­hal­tensmuster identifi­zie­ren las­sen, die den Überga­beerfolg si­chern würden. Da­her lässt sich auch kein Pa­tentre­zept für die er­folg­rei­che Un­ter­nehmensnachfolge ab­lei­ten.

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Aktueller Flyer des IfM Bonn online

Aktueller Flyer des IfM Bonn online

Wer zählt zum Mittelstand? Welche volkswirtschaftliche Bedeutung besitzen die kleinen und mittleren Unternehmen − welche die großen Familienunternehmen? Wie meistern die mittelständischen Unternehmen ihre jeweiligen Herausforderungen?

Die wichtigsten Daten und Fakten zum Mittelstand in Deutschland finden Sie jetzt im aktualisierten Flyer des IfM Bonn.

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Aktualisierte IfM-Statistiken

In den vergangenen Wochen wurden folgende Statistiken auf der Internetseite des IfM Bonn aktualisiert:

die volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU,
die Kennzahlen der KMU nach Definition des IfM Bonn,
die KMU im EU-Vergleich.

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Vorschau:

Im For­schungs-Newslet­ter 2/2017 können Sie u. a. le­sen,

welche Herausforderungen laut Zukunftspanel Mittelstand die Unternehmen heute und zukünftig beschäfti­gen,
wie hoch der Gründungserfolg von Wissenschaftlern ist und
welche Auswirkung die Soloselbstständigkeit bzw. die Auslagerung von Unternehmensbereichen zu eigenständigen Einheiten auf die volkswirtschaftliche Bedeutung von Famili­enunternehmen hat.

Der Newslet­ter wird am 23. Juni 2017 ver­sandt.

Aktuelles aus dem IfM Bonn

Externe Ökonomen zu Gast im IfM Bonn
Im Rahmen des For­schungs­fo­rums dis­ku­tier­te Dr. Susan Mül­ler (Univer­sität St. Gal­len) Mitte Januar ge­meinsam mit den IfM-Wissen­schaftlern ihre ers­ten For­schungser­gebnis­se zum Thema "The Po­ten­tial of Social Ent­re­pre­neu­rship to Rethink Ca­pita­lism". An­ge­sichts der Ka­pita­lis­muskritik un­ter­sucht sie, in­wie­fern die Prinzi­pien des Social Ent­re­pre­neu­rship da­zu ge­nutzt werden können, um die Grundannahmen des vor­herrschenden ökono­mi­schen Sys­tems zu überdenken.

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An­fang März er­läu­terte Prof. Dr. Hol­ger Pat­zelt (Techni­sche Uni­ver­sität München), wa­rum eh­ren­amt­liche Hel­fer­gruppen er­folg­rei­cher sind, wenn sie sich auf eine kon­kre­te Hilfsmaßnahme kon­zentrie­ren. Gemeinsam mit For­scherkol­le­gen hat­te er den Er­folg von selbstorga­ni­sier­ten Freiwil­li­gengruppen bei der Un­ter­stüt­zung von Flüchtlingen in München un­ter­sucht.

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IfM Bonn präsentierte Forschungsergebnisse an der Universität Siegen
Im Rahmen der Ver­an­stal­tungsreihe "Luncheon" prä­sen­tier­ten am 25. Ja­nuar Wissen­schaftler des IfM Bonn ihre For­schungser­gebnis­se: Dr. André Pahnke zeigte die Be­sonder­hei­ten der Fi­nanzie­rungsstruk­tu­ren und -stra­te­gien klei­ner und mitt­lerer Un­ter­nehmen auf. Dr. Susan­ne Schlepphorst stell­te das un­ter­nehme­ri­sche Ver­hal­ten von Un­ter­nehmensin­ha­bern vor und nach ei­nem Ge­ne­rati­onswechsel vor. Eva Ma­y-Strobl gab ei­nen Überblick über die Auswir­kung der zu­nehmenden Un­ter­nehmensvielfalt auf die Mit­tel­standspoli­tik.

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IfM Bonn auf dem 5. Forum Mittelstandsforschung
Der Mit­tel­stand in Deutsch­land wird zu­nehmend he­teroge­ner. In ihrer Keynote auf dem 5. Fo­rum Mit­tel­standsforschung in Wien leg­te Prof. Dr. Friederike Wel­ter dar, wer heutzu­tage zum Mit­tel­stand zählt und wodurch er cha­rak­teri­siert wird. Dr. Ro­se­ma­rie Kay ging in ih­rem Vor­trag der Fra­ge nach, ob sich Frauen- und Männer­un­ter­nehmen bei der Nachfolge un­ter­schei­den. Über die un­ter­schiedli­chen Fi­nanzie­rungspräfe­ren­zen von mit­tel­ständi­schen und nicht-mit­tel­ständi­schen Un­ter­nehmen sprach Dr. André Pahnke.

Gemeinsames Forschungssymposium von Siegener Wirtschaftsfakultät und IfM Bonn
Welche Wir­kungszusammenhänge be­ste­hen zwi­schen Re­gio­nal­poli­tik, Un­ter­nehmer­tum und re­gio­na­ler Wirtschafts­ent­wicklung? Über die­se Fra­ge dis­ku­tier­ten En­de Ja­nuar in­ter­na­tio­nale und deutsche Wissen­schaftler auf dem For­schungs­sympo­sium "Entre­pre­neu­rship, Lo­cal Po­lici­es and Re­gio­nal Econo­mic De­ve­lopment", das ge­meinsam von der Fa­kul­tät III der Uni­ver­sität Sie­gen, dem Lehrstuhl für makroöko­no­mi­sche Stu­dien von Prof. Dr. Günter W. Beck und dem IfM Bonn ver­an­stal­tet wurde. An­hand der Re­gion Sie­gen-Wittgenstein zeigte Prof. Dr. Friederike Wel­ter auf, wie sich so­wohl die vor­hande­nen ma­teri­ellen und im­ma­teri­ellen Ressourcen als auch die Fä­hig­kei­ten und Kompe­ten­zen der Bür­ger und die Aus­rich­tung der lo­ka­len Poli­tik auf die wirt­schaftli­che Entwicklung ei­ner Re­gion auswir­ken.

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Copyright: Chair for European Macroeconomic Studies

"Mittelstand aktuell" Fundierte Forschungsergebnisse zu aktuellen Themen
Wie be­wer­ten Mit­tel­stands-, Ent­re­pre­neu­rship- und Gründungs­for­scher ak­tuel­le Er­eig­nis­se? Welche Handlungsempfeh­lun­gen las­sen sich aus wis­sen­schaftli­chen For­schungser­gebnis­sen ab­lei­ten? In ih­rem Bei­trag "Ri­si­ken der mit­ar­bei­ter­sei­ti­gen Nut­zung so­zia­ler Netzwer­ke" für "Mit­tel­stand ak­tu­ell" zei­gen Dr. Isa­bella Hof­fend und Prof. Dr. Ha­rald von Korflesch (beide Uni­ver­sität Kob­lenz-Landau) bei­spielsweise auf, wie Un­ter­nehmen ihre Mit­ar­bei­ter zu ei­nem sorgsa­men Auf­tre­ten in den so­zia­len Netzwer­ken sen­sibi­lisie­ren können, da­mit die Un­ter­nehmensre­pu­tati­on hierdurch nicht be­schädigt wird.

Seit Herbst 2016 ge­ben der För­der­kreis Gründungs-For­schung e. V. (FGF) und das IfM Bonn den Po­licy Brief "Mit­tel­stand ak­tu­ell" her­aus. Alle Wissen­schaftler, die auf dem Ge­biet der Ent­re­pre­neu­rship-, Gründungs- und In­no­vati­ons­for­schung tätig sind bzw. zu Fa­mili­en­un­ter­nehmen, KMU und Mit­tel­standspolitik for­schen, können ihre Stu­die­ner­gebnis­se im Po­licy Brief pub­lizie­ren so­fern ein Be­zug zu ei­nem ak­tuell re­le­van­ten Thema ge­ge­ben ist. De­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier.

Neue Beiträge in der Working Paper-Reihe
Durch die Re­form der Handwerks­ord­nung von 2004 sind die Zu­gangsvorausset­zungen bei über der Hälf­te der handwerkli­chen Ge­werbe­zweige er­leichtert worden. In ih­rem Bei­trag "Öko­no­mi­sche Wir­kungen der Handwerksnovelle 2004: Er­gebnis­se aus ei­nem quasinatürli­chen Ex­pe­ri­ment" ana­ly­sie­ren Dr. An­dreas Koch und Dr. Se­bas­tian Nie­len, wel­chen Ein­fluss dies auf die An­zahl der Be­trie­be und die Ausbil­dungsleistung in den be­troffe­nen Ge­wer­ken hat­te: Während die Zahl der Be­trie­be stieg, sank die An­zahl der Meister­prü­fun­gen in den nunmehr zu­las­sungsfreien Handwerken.

Ins­be­sondere mo­ne­täre An­rei­ze im For­schungs­kon­text, Rol­len­vor­bil­der im kol­legi­alen Um­feld, Netzwer­ke au­ßerhalb der ei­ge­nen In­sti­tuti­on und spe­zifi­sche Inf­rastruk­tur­an­ge­bote mo­tivie­ren Wissen­schaftler an Hochschulen zu ei­ner wirt­schaftli­chen Um­set­zung ihrer For­schungsinnovati­o­nen. Zu die­sem Er­gebnis kommen Dr. Teita Bi­jedić, Dr. Frank Maaß, Dr. Christi­an Schröder und Prof. Dr. Arndt Werner (Univer­sität Sie­gen) auf der Ba­sis ei­ner um­fas­senden Be­fra­gung. Ihr Bei­trag "In­divi­dual and Structu­ral In­fluences on the Ent­re­pre­neu­rial Ac­tivi­ties of Acade­mics" ist gleichfalls in der WP-Rei­he des IfM Bonn er­schie­nen.

Seit 2014 hat das IfM Bonn die Pub­lika­ti­ons­rei­he Working Pa­pers für ex­ter­ne na­tio­nale und in­ter­na­tio­nale Wissen­schaftler ge­öff­net, die zu den Themen Gründungen und Ent­re­pre­neu­rship, Fa­mili­en­un­ter­nehmen und KMU for­schen.

Call for Papers
Auf Ein­la­dung der Ent­re­pre­neu­rship-Lehrstühle von Prof. Dr. Friederike Wel­ter, von Pro­fessorin Pet­ra Moog und von Pro­fes­sor Arndt Werner fin­det die In­ter­discipli­nary Eu­ropean Conference on Ent­re­pre­neu­rship Re­se­arch (IE­CER) in die­sem Jahr vom 20. bis 22. Sep­tember an der Uni­ver­sität Sie­gen statt.

Bis zum 28. Mai 2017 können Vortragsvorschläge zu den Themen "Ac­ademic En­trepreneur­ship”, "Crowdfunding", "Cultural En­trepreneur­ship", "Eco-In­no­va­tion and green En­trepreneur­ship", "En­trepreneur­ship and Context”, "En­trepreneur­ship, Lo­cal Pol­icies and Re­gional De­velopment”, "Failure", "Family Business and Val­ues", "Health of Small Business Owners and En­trepreneurs", "In­stitutions for an En­trepreneurial So­cie­ty" und "Open In­no­va­tion" eingereicht werden.

Externe Veröffentlichungen von IfM-Wissenschaftlern
Ar­beitnehmer, die sich un­fair ent­lohnt füh­len oder das Ein­kommen von Vor­standsma­na­gern in gro­ßen Un­ter­nehmen als un­ge­recht empfin­den, sind we­ni­ger zu­frie­den mit dem ge­genwär­ti­gen Zu­stand der deutschen De­mokra­tie. In ih­rem Bei­trag "Do un­fair per­cei­ved own pay and top ma­na­gers´ pay ero­de sa­tis­fac­tion with de­mocracy?" empfeh­len Prof. Dr. Christian Pfei­fer (Leuphana Uni­ver­sität Lü­ne­burg) und Dr. Ste­fan Schneck den Un­ter­nehmensei­gen­tü­mern da­her, über Selbstregu­lie­rungsmaßnahmen nachzudenken, um eine leis­tungsge­rechte Ent­loh­nung si­cherzu­stel­len und un­ver­hältnis­mä­ßig ho­he Vor­standsge­häl­ter zu vermeiden.

Die Ent­re­pre­neu­rshipforschung wird nach An­sicht von Prof. Dr. Ted Ba­ker (Rutgers Bu­si­ness School-Ne­wark/USA) und Prof. Dr. Friederike Wel­ter (Univer­sität Sie­gen/IfM Bonn) so­wohl in der Wissen­schaft als auch im Un­ter­nehmensall­tag wei­ter an Be­deu­tung ge­win­nen, wenn schein­bar randständige Teilge­bie­te stärker Be­ach­tung fin­den. In ih­rem Bei­trag "Come on out of the ghetto, please! - Building the fu­ture of ent­re­pre­neu­rship re­se­arch" zei­gen sie am Bei­spiel des Un­ter­nehme­rin­nen­tums auf, wa­rum ein­zel­ne For­schungser­gebnis­se auch für die Ent­re­pre­neu­rshipforschung ge­nerell re­le­vant sind. Der Arti­kel ist onli­ne im "In­ter­na­tio­nal Journal of Ent­re­pre­neu­rial Be­ha­vior & Re­se­arch" (Band 23, Ausga­be 2) er­schie­nen.

Die Forschungsergebnisse des IfM Bonn – (inter-)national präsent
Über die Fra­ge "Warum der Mit­tel­stand in Deutsch­land als das spe­zifi­sche Pro­fil der So­zia­len Marktwirtschaft gilt" refe­rier­te Prof. Dr. Friederike Wel­ter An­fang März auf der Kon­fe­renz "Li­ga­tu­ren Eu­ro­päi­scher Wirtschafts­kul­tur". Die Ver­an­stal­tung wurde vom Eichstät­ter Lehrstuhl für Dogma­tik und Dogmenge­schichte or­ga­ni­siert und fand im Rahmen der Villa Vi­go­ni-Ge­spräche in Me­naggio (Ita­lien) statt.

Über die Heraus­for­de­run­gen, die die Ein­füh­rung von In­dustrie 4.0 mit sich bringt, so­wie über die zu­künftig re­le­van­ten Prä­ven­ti­onsmaßnahmen dis­ku­tier­ten Dr. An­nette Icks, Dr. Teita Bi­je­dic und Jut­ta Große En­de Ja­nuar in Bonn mit Wissen­schaftlern an­de­rer For­schungsein­rich­tun­gen so­wie mit Mul­tipli­ka­toren aus der Pra­xis. Im Rahmen des Netphe­ner Dia­logs hielt Dr. An­nette Icks vor zahlrei­chen inte­res­sier­ten Un­ter­nehmern den Im­pulsvor­trag "Zu­kunft des Mit­tel­stands".

Pe­ter Kranzusch stell­te am 16. März bei German Trade and Invest (GTAI) in Bonn die Er­gebnis­se der Stu­die "In­ter­na­tio­nali­sie­rung von KMU im Dienstleistungssektor" vor.

Im Rahmen der Vor­tragsreihe "Weitbli­cke" leg­te Brit­ta Le­vering Mit­te Ja­nuar im nordrhein-westfäli­schen Mi­nis­teri­um für Wirtschaft, Energie, In­dustrie, Mit­tel­stand und Handwerk dar, wa­rum die Mit­tel­standspolitik an den Stärken der Un­ter­nehmen an­set­zen und die Po­ten­ziale des Mit­tel­stands zur Er­rei­chung ge­samtwirtschaftli­cher Zie­le nut­zen soll­te – an­statt Nachteilsausgleich zu be­trei­ben.

Auf der Kon­fe­renz der deutsch­sprachi­gen For­schungs­zen­tren und In­sti­tute für Fa­mili­en­un­ter­nehmen (FI­FU DAChLi) An­fang März in Ber­lin tauschte sich Dr. Susan­ne Schlepphorst mit an­de­ren Wissen­schaftlern über ak­tuel­le Fra­ge­stel­lun­gen der Fa­mili­en­un­ter­nehmensforschung aus. Auf der Sit­zung des Fachverbands "Gründung, Entwicklung und Nachfolge" des Bundes­ver­bands Deutscher Un­ter­nehmensbe­rater dis­ku­tier­te die IfM-Wissen­schaftle­rin Mit­te Feb­ruar in Bonn mit den Teilnehmern über die Gründe für das zu­rückge­hende In­ves­titi­ons­ver­hal­ten von Alt­ei­gen­tü­mern.

Dr. Christi­an Schröder hielt auf dem Wirtschafts­kongress "Co­log­ne IT summit" En­de Ja­nuar den Im­pulsvor­trag zum Thema "Mit­tel­stand und Digi­tali­sie­rung". An­schließend dis­ku­tier­te er ge­meinsam mit Ale­xander Wiegel (Air­port Staff), Hol­ger Lange (Cosmo Un­ter­nehmensbe­ra­tung) und Christian van Me­gen (Di­giti­sati­on Un­ter­nehmensbe­ra­tung) über die Fra­ge, ob der Mit­tel­stand ge­ge­nüber Amazon & Co er­folg­reich sein kann.

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