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Der Forschungsnewsletter zum Mittelstand

– ein kostenloser Service des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Ausgabe 1/2018 / 20. März 2018

Inhalt

  ➜ Editorial
  ➜ Mehr Unternehmer suchen zukünftig einen Nachfolger
  ➜ Was die regionale Gründungsbereitschaft erhöht
  ➜ Wieder mehr Gründungen von Ausländern mit wirtschaftlicher Substanz
  ➜ Freie Berufe: Überlebenswahrscheinlichkeit wächst mit der Größe
  ➜ Reformiertes Insolvenzrecht auf dem Prüfstand
  ➜ Auch ohne FuE sind KMU innovativ
  ➜ Große Familienunternehmen bleiben wichtiges Standbein der deutschen Wirtschaft
  ➜ Auf dem Weg zu weniger Bürokratie für Gründer und Unternehmer
  ➜ Aktualisierte IfM-Statistiken
  ➜ Aktuelles aus dem IfM Bonn

Editorial

Foto Prof. Dr. Welter Liebe Newsletter-Abonnenten,

am 30. Januar 2018 hat das IfM Bonn im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin sein 60jähriges Bestehen mit Vertretern des Mittelstands, der Mittelstandsforschung und der Wirtschaftspolitik gefeiert. Die Gründung unseres Instituts wurde in den 1950er Jahren maßgeblich vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard initiiert, der es als notwendig erachtete, die Lage, Entwicklung und Probleme des Mittelstands von einem Institut untersuchen zu lassen. Schließlich sei eine breite und wirtschaftlich gesunde Schicht selbstständiger Unternehmer eine wesentliche Voraussetzung für die Soziale Marktwirtschaft.

Die interdisziplinäre und praxisnahe Forschungsweise des Instituts in den vergangenen sechs Jahrzehnten hat dazu geführt, dass sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Wirtschaftspolitik das Bewusstsein für einzelne mittelstandsrelevante Themen wie beispielsweise Gründungen oder Nachfolgeverhalten gestiegen ist. Unter anderem zu diesen beiden Bereichen finden Sie auch in dieser Ausgabe aktuelle Forschungsergebnisse. Über das Jubiläum unseres Instituts können Sie sich hier informieren.

Viele interessante Einblicke wünscht Ihnen

Prof. Dr. Friederike Welter
Präsidentin des IfM Bonn

Mehr Unternehmer suchen zukünftig einen Nachfolger

In insgesamt rund 150.000 Unternehmen steht nach aktuellen Schätzungen des IfM Bonn in den kommenden fünf Jahren eine Nachfolge an, weil die Eigentümer aufgrund von Alter, Krankheit oder Tod aus der Geschäftsführung ausscheiden. Seit der Schätzung des IfM Bonn im Jahre 2013 ist damit die Anzahl der Unternehmen leicht angestiegen, die zur Übergabe anstehen. Ein Grund hierfür liegt in der zunehmenden Alterung der Unternehmerinnen und Unternehmer.

Anzahl der zur Übergabe anstehenden Unternehmen in Deutschland im Zeitraum 2018 bis 2022

Anzahl der zur Übergabe anstehenden Unternehmen in Deutschland im Zeitraum 2018 bis 2022

Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn unter Verwendung von Daten des Statistischen Bundesamtes (Umsatzsteuerstatistik, Unternehmensregister, Mikrozensus, Todesfälle und Verdienste), der Deutschen Bundesbank (Jahresabschlüsse), des SOEP sowie unter Verwendung eigener Daten.

In den zur Übergabe anstehenden Unternehmen sind bundesweit rund 2,4 Millionen Arbeitnehmer beschäftigt. Von der Nachfolgesituation werden daher bis 2022 pro Jahr durchschnittlich fast 490.000 Arbeitsplätze berührt sein – die meisten in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Anzahl der von Übernahmen berührten Mitarbeiter nach Bundesländern von 2018 bis 2022

Schätzverfahren des IfM Bonn bildet Realität gut ab

Das IfM Bonn ermittelt seit Mitte der 1990er Jahre die Anzahl der Unternehmensnachfolgen mittels eines selbst entwickelten Schätzverfahrens. Im Gegensatz zu den Hochrechnungen anderer Institutionen werden bei den Berechnungen des IfM Bonn nur die Unternehmen berücksichtigt, bei denen aufgrund des Mindestertragswerts eine Übergabe ökonomisch sinnvoll und deshalb auch tatsächlich zu erwarten ist. Eine zusätzlich durchgeführte Approximation des Nachfolgegeschehens auf Basis der Gewerbeanzeigenstatistik zeigt, dass das Schätzverfahren des IfM Bonn die Zahl der realisierten Unternehmensübertragungen gut abbildet.

Die Studie "Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2018 bis 2022" finden Sie auf unserer Internetseite, die Hintergrundinformation mit den Daten zu den einzelnen Bundesländern hier.

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Was die regionale Gründungsbereitschaft erhöht

Gibt es in einer Region eine Hochschule, wirkt sich dies prinzipiell positiv auf die Gründungsaktivitäten in deren Umfeld aus. Verstärkt wird dies, wenn regionale Unternehmen, Stakeholder und Hochschule eng miteinander kooperieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Regionale Gründungsumfelder am Beispiel ausgewählter Hot Spots". Weitere gründungsfördernde Aspekte sind Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und Neugründungen sowie die regionale Branchenstruktur.

Vor- und Nachteile von Metropolregionen

Wirtschaftlich starke Regionen bieten Gründungswilligen in der Regel eine gut ausgebaute Infrastruktur. Das meist höhere Lohnniveau sorgt jedoch dafür, dass junge Unternehmen häufig nur schwer Fachkräfte für offene Stellen finden, da sie mit etablierten Unternehmen um qualifiziertes Personal konkurrieren müssen.

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Wieder mehr Gründungen von Ausländern mit wirtschaftlicher Substanz

Der Höhepunkt der Gründungsaktivitäten von Ausländern ist in den Jahren 2013/2014 überschritten worden. Vor allem die Bürger aus den ost- und mitteleuropäischen EU-Beitrittsstaaten von 2004 und 2007 gehen seither zunehmend seltener den Weg in die Selbstständigkeit. Schließlich besitzen sie unter anderem jetzt die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit und können ungehindert eine abhängige Beschäftigung aufnehmen. Positiver Effekt dieses Rückgangs: Die durchschnittliche wirtschaftliche Substanz der Existenzgründungen von Ausländern hat seither wieder zugenommen.

Kaum Gründungen von Geflüchteten

Die Nationalitätengruppen, zu denen die Mehrzahl der Menschen gehört, die in den vergangenen Jahren als Geflüchtete nach Deutschland gekommen sind, spielen hingegen bisher keine größere Rolle im Gründungsgeschehen. Ob sich hieran in den nächsten Jahren etwas ändert, ist aktuell nicht absehbar.

Die detaillierte Auswertung der Gründungszahlen finden Sie hier.

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Freie Berufe: Überlebenswahrscheinlichkeit wächst mit der Größe

Freiberufliche Gründungen, die bereits im Jahr der Gründung sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vorweisen können, besitzen eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als Gründungen generell. Eine Ausnahme hiervon stellen lediglich die freiberuflichen Gründungen im kreativen, künstlerischen und unterhaltenden Bereich dar.

Die Wissenschaftler des IfM Bonn hatten für den Bundesverband der Freien Berufe (BFB) die Überlebenswahrscheinlichkeit von Gründungen in freiberuflich geprägten Wirtschaftszweigen untersucht: Dabei konstatierten sie auch, dass freiberufliche Kleinstgründungen tendenziell etwas weniger bestandsfest sind als solche im gewerblich Prozenten Bereich.

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Reformiertes Insolvenzrecht auf dem Prüfstand

In 2012 wurde das Insolvenzrecht mit dem Ziel reformiert, die Fortführungschancen von zahlungsunfähigen oder überschuldeten Unternehmen zu erhöhen. Die Studie "Die Nutzung insolvenzrechtlicher Sanierungswege durch kleine und mittlere Unternehmen – das Beispiel der Eigenverwaltung" zeigt auf, inwiefern die Gesetzesreform wirkt. Das Ergebnis: Bislang nutzen nur 1 bis 2 Prozent aller insolventen Unternehmen diese Möglichkeit – und hierunter eher kleine und mittlere Unternehmen als Kleinstunternehmen.

Einzelunternehmen kaum vertreten

Unter den Antragstellern von Eigenverwaltungen sind Unternehmen aller Wirtschaftszweige, aller Rechtsformen und aller Altersgruppen vertreten, jedoch vergleichsweise wenige junge Unternehmen und solche in der Rechtsform des Einzelunternehmens.

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Auch ohne FuE sind KMU innovativ

Auch wenn mittelständische Unternehmen oftmals keine eigene Forschung und Entwicklung (FuE) betreiben, generieren drei Viertel von ihnen Innovationen: Dazu gehören sowohl die kontinuierliche Verbesserung von bestehenden Produkten und Dienstleistungen als auch Prozess- und nicht-technologische Innovationen. Insbesondere unter den kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen finden sich viele, die Innovationsstrategien abseits von FuE wählen.

FuE vor allem im Verarbeitenden Gewerbe

Die Studie "Innovationstätigkeit des nicht-forschenden Mittelstands" zeigt auch auf, dass die Bedeutung von FuE abhängig von der jeweiligen Branche ist: Im Informations- und Kommunikationstechnologie-Bereich generieren 8 von 10 nicht-forschenden mittelständischen Unternehmen Innovationen – im Verarbeitenden Gewerbe gelingt dies ohne FuE weniger als 30 Prozent.

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Große Familienunternehmen bleiben wichtiges Standbein der deutschen Wirtschaft

Die größten Familienunternehmen spielen laut eines Kennzahlen-Updates der Forschungsreihe "Die größten Familienunternehmen in Deutschland", die das IfM Bonn für die Deutsche Bank und den Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) durchführt, weiterhin eine zentrale Rolle für die deutsche Volkswirtschaft: Obwohl sie nur etwa 0,1 Prozent der insgesamt 3,47 Millionen Unternehmen in Deutschland ausmachen, betrug beispielsweise ihr Anteil am Gesamtumsatz aller Unternehmen im Jahr 2015 rund 23 Prozent. Zudem stellten sie mehr als jeden fünften (21 Prozent) der insgesamt 28,82 Millionen sozialversicherten Arbeitsplätze in Deutschland.

In Süddeutschland am investitionsfreudigsten

Im Jahr 2015 war die Nettoinvestitionsquote der großen Familienunternehmen, die in Baden-Württemberg ansässig sind, mit 4,9 Prozent am höchsten. Die Unternehmen in Bayern folgten mit 4,4 Prozent auf dem zweiten Platz. Schlusslichter waren die Unternehmen in Hamburg mit 1,3 Prozent und dem Saarland mit 1,2 Prozent. Die Nettoinvestitionsquote gibt die Veränderung des Anlagevermögens im Verhältnis zum Umsatz an. Ist sie laut Kennzahlen-Update positiv, deutet dies darauf hin, dass das Unternehmen sein Anlagevermögen erneuert hat oder sogar Erweiterungsinvestitionen tätigt.

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Auf dem Weg zu weniger Bürokratie für Gründer und Unternehmer

Seit Ende 2009 sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, Einheitliche Ansprechpartner (EA) einzurichten. Diese sollen zum einen Gründer und Unternehmer aus dem Inland und der EU über die erforderlichen administrativen Verfahren informieren. Zum anderen sollen mit ihrer Hilfe Informationsanfragen, Formalitäten und Verfahren leichter elektronisch abgewickelt werden können. Die geringe bundesländerübergreifende Koordination und der Rückstand im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung haben in Deutschland dazu geführt, dass es eine Vielzahl von nicht voll funktionsfähigen Insellösungen für den Einheitlichen Ansprechpartner gibt.

Die zweite Chance nutzen

Seit kurzem fordert die EU-Kommission nun weitere Fortschritte im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung ("Single Digital Gateways"), die sich auch auf den Einheitlichen Ansprechpartner auswirken werden. Nach Untersuchungen des IfM Bonn böte sich hierdurch die Chance, die Fehler der ersten Umsetzungsphase zu korrigieren. Dabei könnte sich Deutschland auch an der Vorgehensweise von Österreich bzw. Dänemark orientieren, wie die Studie "Reform der Einheitlichen Ansprechpartner (EA) – Anregungen von europäischen Good-Practice-Beispielen" anschaulich darlegt.

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Aktualisierte IfM-Statistiken

In den vergangenen Wochen wurde folgende Statistik auf der Internetseite des IfM Bonn aktualisiert:

Eigenkapitalquote
Unternehmensbestand

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Vorschau:

Im Forschungs-Newsletter 2/2018 können Sie u. a. lesen,

was das Investitionsverhalten von KMU auszeichnet,
mit welchen Maßnahmen die KMU auf den demografischen Wandel reagieren und
wie sich Neugründungen auf die Bestandsunternehmen einer Region auswirken.

Der Newsletter wird am 22. Juni 2018 versandt.

Aktuelles aus dem IfM Bonn



60 Jahre IfM Bonn – 60 Jahre wissenschaftliche Forschung rund um den Mittelstand

Diese Grafik konnte leider nicht geladen werden. Am 30. Januar 2018 feierte das IfM Bonn im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin sein 60jähriges Bestehen mit Vertretern des Mittelstands, der Mittelstandsforschung und der Wirtschaftspolitik. Die geschäftsführende Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung Iris Gleicke bescheinigte dem Institut, "nichts von seiner Frische eingebüßt zu haben". Zugleich forderte sie, dass Politik und Forschung an einem Strang ziehen müssten, wenn der Mittelstand in Deutschland auch unter den Bedingungen globaler Märkte, demografischer Verschiebungen und einer rasant fortschreitenden Digitalisierung wettbewerbsfähig bleiben solle. Hierfür bereite das IfM Bonn mit solider Forschung einer fundierten Politikberatung den Boden.

Auch der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hob hervor, dass das IfM Bonn jung geblieben sei, da nicht zuletzt die Mischung unter den Wissenschaftlern stimme. In seiner Keynote stellte Prof. Dr. David B. Audretsch (Indiana University/USA) die Beiträge der Forschung zur Entwicklung des Mittelstands dar. Anschließend diskutierte er gemeinsam mit der IfM-Präsidentin, Barbara Ettinger-Brinckmann (Vizepräsidentin des Bundesverbands der Freien Berufe) und Prof. Dr. Jörn Block (Universität Trier/Förderkreis Gründungsforschung e.V.) die Frage, ob das Silicon Valley-Modell einen Gegensatz zum deutschen Mittelstand darstellt.

Hartmut Schauerte (Vorsitzender des Kuratoriums des IfM Bonn und Parlamentarischer Staatssekretär a. D.) hob in seiner Rede hervor, dass Mittelstand vor allem eine Haltung sei: Dahinter stünden Personen, die bereit wären, Verantwortung zu tragen und Risiko einzugehen.

Weitere Bilder von der Jubiläumsfeier finden Sie hier.

Jetzt online: Chronik des IfM Bonn
Jetzt online: Chronik des IfM Bonn

Wer zählt eigentlich zum Mittelstand? Diese Frage beschäftigte vor mehr als 60 Jahren die Wirtschaftspolitiker der jungen Bundesrepublik – allen voran jedoch Bundeswirtschaftsminister Dr. Ludwig Erhard. Konsequenz dieser Überlegungen war die Gründung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn.

Die Chronik zur Jubiläumsfeier zeigt zum einen die organisatorische Entwicklung des Instituts auf. Zum anderen gibt sie einen Überblick über die Herausforderungen, mit denen sich der Mittelstand in den vergangenen 60 Jahren konfrontiert sah. Eine Übersicht über die wichtigsten Daten und Fakten finden Sie hier.

"Mittelstand aktuell" – Fundierte Forschungsergebnisse zu aktuellen Themen
Was haben Amazon und Facebook gemein? Sie sind führend in ihrem jeweiligen Marktsegment, weil sie innovative Geschäftsmodelle verfolgen. Auch einige mittelständische Unternehmen verfolgen bereits diese Strategie – jedoch nicht immer so konsequent wie die Unternehmen des Silicon Valleys. Die Gründe hierfür stellt Prof. Dr. Christian Lehmann im jüngsten Policy Brief "Geschäftsmodellinnovationen in Familienunternehmen" dar.

Seit Herbst 2016 geben der Förderkreis Gründungs-Forschung e. V. (FGF) und das IfM Bonn den Policy Brief "Mittelstand aktuell" heraus. Alle Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Entrepreneurship-, Gründungs- und Innovationsforschung tätig sind bzw. zu Familienunternehmen, KMU und Mittelstandspolitik forschen, können ihre Studienergebnisse im Policy Brief publizieren. Detaillierte Informationen finden Sie hier.

Neue Beiträge in der Working Paper-Reihe
Welchen Einfluss haben Selbstverwirklichung, Praxiserfahrung und Work-Life-Balance auf die Umsetzung einer Geschäftsidee bei Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen? Dieser Frage sind Dr. Teita Bijedić, Dr. Simone Chlosta, Dr. Sebastian Nielen und Prof. Dr. Arndt Werner (Universität Siegen) in ihrem Beitrag "Mind the Gap: Institutional and Individual Antecedents of Entrepreneurial Trajectories in the Academic Context" nachgegangen.

Kürzlich erschienen ist in der Working Paper-Reihe zudem der Beitrag "Times are a changing´? The emergence of new firms and rank persistence", in dem Dr. Stefan Schneck die Wettbewerbsdynamik untersucht. Demnach führen die höheren Wachstumsraten junger Unternehmen dazu, dass diese innerhalb der Unternehmensgrößenverteilung aufsteigen und etablierte Unternehmen überholen. Da die überholten Unternehmen teilweise auch deutliche Umsatzverluste erleiden, deuten die Ergebnisse auf einen Schumpeter'schen Prozess der schöpferischen Zerstörung hin. Dabei ist die Wettbewerbsintensität besonders unter kleinsten und kleinen Unternehmen vergleichsweise stark ausgeprägt.

Externe Veröffentlichungen von IfM-Wissenschaftlern
Eine wachsende Zahl junger und innovativer Unternehmen erhält finanzielle Mittel durch Crowdinvesting. Spezialisierte Internetportale spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie entscheiden darüber, wer überhaupt Zugang zu ihren Investoren bekommt. Im Artikel "The interaction of equity crowdfunding platforms and ventures: an analysis of the preselection process" analysiert Jonas Löher die Vorauswahlprozesse von Crowdinvesting Plattformen. Der Artikel ist als Buchbeitrag in "Entrepreneurial Finance - New Frontiers of Research and Practice" erschienen.

Die wissenschaftliche Literatur über die Finanzierung von frauengeführten Unternehmen ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. In ihrem Editorial zum Special Issue "New perspectives on women entrepreneurs and finance" geben Prof. Dr. Claire Leitch (Lancaster University/Großbritannien), Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen) und Prof. Dr. Colette Henry (Dundalk Institute of Technology/Irland) einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand. Zudem zeigen sie auf, welche Aspekte in der Forschung aus ihrer Sicht zukünftig noch stärker berücksichtigt werden sollten. Das Special Issue mit dem Einführungsartikel ist in Venture Capital (Vol. 20, Nr. 2) erschienen.

In ihrem Einführungsartikel "A gendered look at entrepreneurship ecosystems" für das Special Issue "Women Entrepreneurs in Ecosystems" von Small Business Economics geben Prof. Dr. Candida G. Brush (Babson College Wellesley/USA), Prof. Dr. Linda F. Edelman (Bentley University Waltham/USA), Tatiana S. Manolova (Bentley University Waltham/USA) und Prof. Dr. Friederike Welter einen Forschungsüberblick über die Themen, die bereits intensiv betrachtet wurden und über die Fragen, die zukünftig Beachtung finden sollten.

Die Forschungsergebnisse des IfM Bonn – (inter-)national präsent
Im Rahmen der Verleihung des Titels "Doctor honoris causa" an den US-amerikanischen Ökonomen Prof. Dr. David Audretsch diskutierte Prof. Dr. Friederike Welter Anfang Februar in Siegen gemeinsam mit dem US-Wissenschaftler, dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Prof. Dr. Christina Günther (WHU-Otto Beisheim School of Management/Vallendar), Prof. Dr. Dirk Czarnitzki (Katholische Universität Leuven/Belgien) über die "Wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen für KMU". Mitte März nahm sie am internationalen Roundtable "Inclusive Entrepeneurship" in Lissabon (Portugal) teil.

Auf der Konferenz der deutschsprachigen Forschungszentren und Institute für Familienunternehmen (FIFU DAChLi) in Innsbruck/Österreich stellte Dr. Susanne Schlepphorst die jüngsten Ergebnisse zum "Einfluss des Unternehmenserfolgs auf die geplante Form der Übergabe" vor.

Ende Januar berichtete Dr. Stefan Schneck auf der 8. Leuphana Conference on Entrepreneurship in Lüneburg über seine Forschungsergebnisse zu "Times are a Changin'? The Emergence of New Firms and Dynamics of Competition".

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