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Der Forschungsnewsletter zum Mittelstand

– ein kostenloser Service des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Ausgabe 3/2017 / 22. September 2017

Inhalt

  ➜ Editorial
  ➜ Mittelstand bleibt volkswirtschaftlich bedeutsam
  ➜ Unternehmerische Herausforderungen sind abhängig von Branche und Alter
  ➜ Große Familienunternehmen forcieren Digitalisierung
  ➜ KMU: Cloud-Nutzung weiterhin unbeliebt
  ➜ Mittelstand und Start-ups profitieren von einer Zusammenarbeit
  ➜ Im Team gründet es sich leichter
  ➜ Migrantenunternehmen tragen zur Integration bei
  ➜ Mittelstandsthemen – in maximal 3 Minuten erklärt
  ➜ Aktualisierte IfM-Statistiken
  ➜ Aktuelles aus dem IfM Bonn

Editorial

Es gilt die Diskrepanz zwischen Gründungsneigung und Gründung zu überwinden

Foto Prof. Dr. Welter Lie­be Newslet­ter-Abonnenten,

die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen sind überaus innovativ. So mancher von ihnen spielt auch mit dem Gedanken, seine Idee zu kommerzialisieren und hierfür ein Unternehmen zu gründen. Tatsächlich setzen aber immer noch die wenigsten Wissenschaftler ihr Vorhaben in die Tat um. Und wenn, dann starten sie vorrangig im Nebenerwerb. Anhand von zwei Befragungen im Abstand von drei Jahren haben die Wissenschaftler des IfM Bonn gemeinsam mit Ökonomen der Universität Siegen den Gründungsprozess und den Gründungserfolg untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie hier.

Ist eine Gründung erst einmal etabliert, stehen die Unternehmenslenker – abhängig von der jeweiligen Branche und vom individuellen Unternehmensalter – vor unterschiedlichen Aufgaben. Mehr hierzu finden Sie im Beitrag "Unternehmerische Herausforderungen sind abhängig von Branche und Alter".

Profitieren können etablierte mittelständische Unternehmen, wenn sie mit innovativen Gründungen kooperieren. Allerdings müssen sie – ebenso wie die Start-ups – bereit sein, sich offen auf diese Partnerschaft einzulassen. Einige der Voraussetzungen lernen Sie in dieser Ausgabe hier kennen.

Viele interessante Einblicke in unsere jüngste Forschungstätigkeit wünscht Ihnen

Prof. Dr. Friederike Welter
Präsidentin des IfM Bonn

Mittelstand bleibt volkswirtschaftlich bedeutsam

Der Anteil der eigentümer- und familiengeführten Unternehmen an allen Unternehmen in Deutschland ist zwischen 1998 (94,8 %) und 2014 (93,6 %) zwar leicht gesunken. Gleichwohl bleibt der Mittelstand für die deutsche Volkswirtschaft bedeutsam, auch wenn sich das Wettbewerbsumfeld in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert hat und die Globalisierung stetig vorangeschritten ist.

Um den Anteil der eigentümer- und familiengeführten Unternehmen an allen Unternehmen hochrechnen zu können, hatten die Wissenschaftler des IfM Bonn rund 16.500 Unternehmen differenziert nach der Rechtsform auf ihre Eigentums- und Leitungsstrukturen hin untersucht. In der "Hintergrundinformation zur Bedeutung der eigentümer- und familiengeführten Unternehmen in Deutschland" finden Sie kurz und knapp die wesentlichen Ergebnisse der IfM-Materialie 253.

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Unternehmerische Herausforderungen sind abhängig von Branche und Alter

Die mittelständischen Unternehmen sehen sich abhängig von ihrer Branche vor unterschiedliche Herausforderungen gestellt: Das Baugewerbe fühlt sich primär mit der Aufgabe konfrontiert, Fachkräfte zu gewinnen. Für Unternehmen im Bereich Erziehung, Gesundheit und personenbezogene Dienstleistungen sind Anpassungen an veränderte rechtliche Rahmenbedingungen die wesentlichen Aufgaben jetzt und in der Zukunft. Im Wirtschaftszweig Verkehr und Logistik sind sich die Unternehmen durchaus bewusst, dass sie sich mit den weitreichenden Entwicklungen im Zuge des Klimawandels (wie z. B. Elektromobilität) auseinandersetzen müssen.

Vom Unternehmenswachstum zur Nachfolge

In der Gründungsphase stellen vor allem Innovationen, Wachstum und Fachkräftegewinnung Herausforderungen für die Unternehmen dar. Für die Unternehmen im mittleren Alter wird die Anpassung an den erhöhten Wettbewerbsdruck und neuartige Rahmenbedingungen als aktuelle Aufgabe empfunden, die es zu meistern gilt. Je länger das Unternehmen besteht, desto wichtiger wird schließlich die Frage der Nachfolge.

Die detaillierten Ergebnisse der Studie "Innovation und Wachstum als Herausforderung für den Mittelstand – Update der Unternehmersicht 2017" sind auf der Internetseite des IfM Bonn zu finden.

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Große Familienunternehmen forcieren Digitalisierung

Das größte Hemmnis bei der Digitalisierung stellt nach Ansicht der großen Familienunternehmen das fehlende Know-how der Mitarbeiter dar. Weitere kritische Punkte sind Schnittstellenprobleme, beispielsweise für die Übertragung von Daten an Zulieferer, Bedenken hinsichtlich der IT-Sicherheit sowie der notwendige Wandel in der Unternehmenskultur. Zu diesem Ergebnis kommt die Familienunternehmer-Umfrage 2017 der Deutschen Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), für die das IfM Bonn Entscheider von großen Familienunternehmen (mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz) befragt hat.

Was die Digitalisierung hemmt

Was die Digitalisierung hemmt

Mit Investitionen und smarten Produkten in die Zukunft

Bis 2019 beabsichtigen die großen Familienunternehmen ihre Investitionen in die Digitalisierung durchschnittlich auf rund drei Prozent ihres Umsatzes zu erhöhen. Dies wäre gegenüber den Investitionen im Jahre 2016 ein Anstieg von fast 40 Prozent.

Wachstumschancen erhoffen sich die Unternehmer zudem von internetfähigen ("smarten") Produkten. Aktuell stellen rund 30 Prozent mindestens ein solches Produkt her. Für das Jahr 2019 erwarten 6 von 10 dieser Unternehmen, dass sie mehr als 5 % ihres Umsatzes mit smarten Produkten generieren.

Die einzelnen Ergebnisse der jährlichen Befragung "Die größten Familienunternehmen in Deutschland" finden Sie auf der Internetseite des IfM Bonn hier.

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KMU: Cloud-Nutzung weiterhin unbeliebt

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland nutzen kostenpflichtige Cloud-Dienste immer noch wenig, da sie sich vor allem um die Daten- und Rechtssicherheit angesichts der zunehmenden Cyberkriminalität sorgen. Dabei sind inzwischen die Unternehmensdaten bei seriösen Cloud-Anbietern häufig sicherer aufgehoben als im eigenen Unternehmen.

Individuelle Digitalisierungsstrategie entwickeln

Um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, wird Cloud-Computing jedoch für die KMU zukünftig immer wichtiger werden. Dies gilt nicht nur im Hinblick auf die vernetzte Produktion im Sinne von Industrie 4.0. Durch die Verlagerung von IT-Leistungen in die Cloud können sie zudem die Größe ihrer eigenen IT-Infrastruktur optimieren und auf die Anschaffung unternehmenseigener Software und umfangreicher IT-Hardware verzichten. Die Wissenschaftler des IfM Bonn empfehlen daher in ihrem Denkpapier "Nutzung von Cloud-Computing im Verarbeitenden Gewerbe", eine eigene Digitalisierungsstrategie zu entwickeln und mehr Weiterbildungsaktivitäten für die eigenen IT-Fachkräfte anzubieten. Bei der Fortbildung von IT-Fachleuten liegen die KMU hierzulande im europäischen Vergleich unter dem Durchschnitt.

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Mittelstand und Start-ups profitieren von einer Zusammenarbeit

Kooperieren etablierte Mittelständler mit Start-ups, können beide Seiten davon profitieren: Im besten Fall erhalten die Gründer branchenspezifisches Know-how sowie Zugang zu Ressourcen und zu einem großen Netzwerk. Die Kooperation kann somit in der frühen Unternehmensphase zahlreiche Lern- und Entwicklungsprozesse beschleunigen. Mittelständische Unternehmen können hingegen mit Hilfe modernster Technologien und dem Wissen von hochqualifizierten Fachkräften beispielsweise die Digitalisierung ihres eigenen Geschäftsmodells weiterentwickeln und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Voraussetzung für eine erfolgreiche Partnerschaft ist jedoch, dass sich sowohl die Vertreter des mittelständischen Unternehmens als auch des innovativen jungen Unternehmens mit dem jeweils anderen Partner intensiv beschäftigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung von Interviews mit Unternehmern, Investoren und Verbandsvertretern, die die Wissenschaftler des IfM Bonn gemeinsam mit Ökonomen der Universität Siegen durchgeführt haben.

Den geeigneten Partner finden

Ein Problem stellt noch immer der Weg dar, wie mittelständische Unternehmen und junge innovative Unternehmen zusammenfinden, auch wenn es bereits Netzwerkveranstaltungen und Matching-Formate gibt. Eine Übersicht über die verschiedenen Kooperationsmöglichkeiten finden Sie in der Studie "Kooperationen zwischen etabliertem Mittelstand und Start-up".

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Im Team gründet es sich leichter

Nicht einmal jeder fünfte Wissenschaftler mit einer Gründungsidee gründet innerhalb von drei Jahren tatsächlich ein Unternehmen. Von den Wissenschaftlern mit Gründungsidee bricht jeder vierte die Umsetzung der Gründung wieder ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Gründungserfolg von Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen", die die Wissenschaftler des IfM Bonn gemeinsam mit Ökonomen der Universität Siegen erstellt haben. Im Abstand von drei Jahren hatten sie mehr als 7.000 Wissenschaftler verschiedener Hierarchieebenen und Fachrichtungen zu ihrer Gründungsneigung befragt.

Erfolgreiche Gründungen sind bestandsfester

Rund die Hälfte der befragten Wissenschaftler gab an, den Start in die Selbstständigkeit zunächst aufgeschoben zu haben, weil der Weg bis zur Kommerzialisierung zu zeitaufwändig erscheine. Als weitere Hemmnisse wurden fehlende Zeit, mangelnde finanzielle Ressourcen und fehlende Marktkenntnisse oder kein konkretes Geschäftskonzept genannt.

Gründe von Abbrechern und Aufschiebern

Gründe von Abbrechern und Aufschiebern

Drei Viertel der wissenschaftlichen Gründungen, die schon 2014 bestanden, waren zum Zeitpunkt der zweiten Befragung im Jahre 2017 weiterhin am Markt tätig. Zudem hatten knapp zwei von fünf Unternehmen nicht nur Stellen geschaffen, sondern jedes dritte dieser Unternehmen plante auch Neueinstellungen.

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Migrantenunternehmen tragen zur Integration bei

Jedes neunte Familienunternehmen in Deutschland wird von Migranten geführt. Im Durchschnitt sind diese jünger als Familienunternehmen von Nicht-Migranten. Zwar beschäftigen migrantengeführte Familienunternehmen weniger Mitarbeiter als nicht-migrantengeführte Unternehmen – dafür aber überdurchschnittlich häufig Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund: Rund 13 % aller Mitarbeiter – einschließlich Auszubildende mit Zuwanderungsgeschichte – waren zum Jahreswechsel 2016/2017 in migrantengeführten Familienunternehmen tätig.

Migranten auch in wissensintensiven Bereichen und in den Freien Berufen

In der öffentlichen Wahrnehmung sind Unternehmen von Migranten hauptsächlich in ökonomisch randständigen Bereichen tätig. Die Untersuchung des IfM Bonn belegt jedoch, dass migrantengeführte Familienunternehmen mindestens genauso häufig in den wissensintensiven Bereichen wie Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Informations- und Kommunikationstechnologie zu finden sind wie nicht-migrantengeführte. Auch spielt die Herkunftsregion der Unternehmerfamilie(n) nur eine nachrangige Rolle – wenn überhaupt dient diese vorrangig als Absatzmarkt und nicht als Herkunftsland der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen. Für die Studie "Familienunternehmen von Migranten" hatten die Wissenschaftler des IfM Bonn fast 1.400 Unternehmen online befragt.

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Mittelstandsthemen – in maximal 3 Minuten erklärt

Mittelstandsthemen – in maximal 3 Minuten erklärt

Warum ist eine frühzeitige Nachfolgersuche wichtig? Was gehört in einen Notfallkoffer? Antworten hierauf gibt Dr. Susanne Schlepphorst in 2 Kurzfilmen, die im Youtube-Kanal des IfM Bonn zu finden sind. hier.

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Aktualisierte IfM-Statistiken

In den vergangenen Wochen wurden folgende Statistiken auf der Internetseite des IfM Bonn aktualisiert:

KMU und Großunternehmen,
Umsätze,
Beschäftigte,
Auszubildende,
Freie Berufe.

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Vorschau:

Im Forschungs-Newsletter 4/2017 können Sie u. a. lesen,

inwiefern eine zentrale Anlaufstelle Gründungen erleichtern kann,
wie in anderen EU-Staaten der Mittelstand gefördert wird und
welche spezifischen Hemmnisse es bei der Internationalisierung ausgewählter Dienstleistungsbranchen gibt.

Der Newsletter wird am 18. Dezember 2017 versandt.

Aktuelles aus dem IfM Bonn

F.A.Z.-Ökonomen-Ranking: Prof. Dr. Friederike Welter auf Platz 16
Im jüngst veröffentlichten F.A.Z.-Ranking der wichtigsten Ökonomen in Deutschland nimmt Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen) den 16. Rang ein – zwei Plätze höher als noch 2016. Das Ranking "Deutschlands einflussreichste Ökonomen" berücksichtigt nur Wirtschaftswissenschaftler, die im jeweils zurückliegenden Jahr sowohl in besonderem Maße wissenschaftlich in Erscheinung getreten sind als auch in den Medien ihre Forschungsergebnisse präsentiert haben. Zugleich müssen ihre Publikationen und ihr Rat bei den Verantwortlichen in der Politik geschätzt werden.

Internationale Auszeichnung für IfM-Präsidentin
Für ihren Beitrag "Contextualizing Entrepreneurship – Conceptual Challenges and Ways Forward" ist Prof. Dr. Friederike Welter auf der 77. Konferenz der Academy of Management (AOM) Anfang August in Atlanta mit dem Greif Research Impact Award ausgezeichnet worden. Mit dem renommierten Preis werden jährlich wissenschaftliche Beiträge gewürdigt, die in hochrangigen Management- und Entrepreneurship-Zeitschriften erschienen sind und innerhalb von sechs Jahren am häufigsten zitiert wurden. Die Auszeichnung wird jährlich von der University of Southern California, Greif Center for Entrepreneurial Studies, vergeben.

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Für ihre Forschung zu kleinen und mittleren Unternehmen ist die Ökonomin bereits im Juni 2014 mit der Aufnahme in den Kreis der Wilford L. White Fellows ausgezeichnet worden. In 2015 hat sie den Legacy Award erhalten – eine Auszeichnung des Diana International Research Projects.

Interdisciplinary European Conference on Entrepreneurship Research (IECER)
Die 15. Interdisciplinary European Conference on Entrepreneurship Research (IECER) fand in diesem Jahr vom 20. bis 22. September an der Universität Siegen statt. IfM-Präsidentin Prof. Dr. Friederike Welter hielt eine der beiden Keynotes und leitete gemeinsam mit der Siegener Junior-Prof.in Dr. Kerstin Ettl das Forschungsplenum "Advancing our research agenda for entrepreneurship and contexts". Dr. Simone Chlosta und Dr. Teita Bijedić führten durch das Forschungsplenum "Knowledge Transfer in the Academic Context". Dr. André Pahnke referierte über das Thema "The Impact of Performance and Expectations of Future Performance on the Business Transfer Mode".

Die IECER-Konferenz wurde gemeinsam von den Siegener Lehrstühlen Prof. Dr. Friederike Welter, Prof. Dr. Petra Moog und Prof. Dr. Arndt Werner organisiert.

Externe Ökonomen zu Gast im IfM Bonn

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Wie kann die interdisziplinäre Forschung gebündelt und international vernetzt werden? In seinem Vortrag "Forschungskolleg Siegen (FoKoS) – Institution, Schwerpunkte und strategische Perspektiven" zeigte Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves Ende Juni im Rahmen des Wissenschaftsforums im IfM Bonn auf, welchen strategischen Ansatz die FoKoS-Wissenschaftler der Universität Siegen verfolgen.

Mit welchen Konflikten beispielsweise zu rechnen sind, wenn Controller in einem inhabergeführten Unternehmen arbeiten, darüber diskutierte Prof. Dr. Martin Hiebl (Universität Siegen) Mitte Juli mit den IfM-Wissenschaftlern.

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Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert nach Untersuchung von Laura Borge (Universität Bonn) den Technologietransfer im Bereich der Bioökonomie. Anfang August stellte die spanische Forscherin u. a. dieses Ergebnis im Wissenschaftsforum des IfM Bonn zur Diskussion.

Im IfM Bonn findet regelmäßig ein Austausch der Wissenschaftler untereinander sowie mit Forschern anderer Institute statt. Externe Wissenschaftler, die ihre (ersten) Forschungsergebnisse im Rahmen des IfM-Forums diskutieren möchten, sind hierzu herzlich eingeladen.

Neuer Beitrag in der Working Paper-Reihe
Auch die Neurowissenschaft kann nach Ansicht von Victor Pérez-Centeno (Universität Kobe/Japan) einen wichtigen Beitrag zur Entrepreneurshipforschung leisten. Dies zeigt er in seinem Beitrag "It takes three to Tango: Brain, Cognition and Entrepreneurial Enhancement" für die Working Papers-Reihe des IfM Bonn auf.

Im März 2014 hat das IfM Bonn seine Publikationsreihe "Working Papers" für externe nationale und internationale Wissenschaftler geöffnet, die zu den Themen Gründungen und Entrepreneurship, Familienunternehmen und KMU forschen. Die formalen Anforderungen finden Sie hier.

Externe Veröffentlichungen von IfM-Wissenschaftlern
Wie beeinflusst das Umfeld Unternehmerinnen? Wie beeinflussen Unternehmerinnen in ihrem jeweiligen Land ihr Umfeld? Gemeinsam mit anderen Entrepreneurshipforschern stellt Prof. Dr. Friederike Welter (Universität Siegen/IfM Bonn) im Sammelband "Entrepreneurial Ecosystems and Growth of Women´s Entrepreneurship. A Comparative Analysis" dar, unter welchen Rahmenbedingungen Frauen in den unterschiedlichsten Ländern wie den USA, Deutschland, Norwegen, Indien, Tansania, Äthiopien und Chile unternehmerisch tätig sind.

Im Sammelband "Women Entrepreneurship in Family Business" geben Prof. Dr. Leona Achtenhagen (Jönköping International Business School/Schweden), Kajsa Haag (Jönköping University/Schweden) und Prof. Dr. Friederike Welter einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu weiblichem Entrepreneurship. In einem weiteren Beitrag berichten Dr. André Pahnke, Juniorprofessorin Kerstin Ettl und Prof. Dr. Friederike Welter darüber, was frauengeführte Unternehmen in Deutschland auszeichnet.

In ihrem Beitrag "Innovativeness and business relationships in women-owned firms: The role of gender stereotypes" für das Canadian Journal of Administrative Sciences legen Prof. Dr. Friederike Welter und ihre spanischen Kolleginnen Dr. María del Mar Fuentes-Fuentes, Prof. Dr. Ana Maria Bojica und Prof. Dr. Mathilde Ruiz-Arroyo von der Universität Granada dar, warum es sich umso mehr auf die Innovationskraft eines Unternehmens auswirkt, je stärker die stereotype Wahrnehmung der Unternehmerin nicht dem männlichen Bild entspricht.

Auf Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat das "EU SME Envoys Network" das europäische Aktionsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erarbeitet und im Juli 2017 an die Europäische Kommission übergeben. Michael Holz koordinierte in Kooperation mit dem BMWi und dem "EU SME Envoys Network" dieses Projekt.

Der jüngste Bericht "SME and Entrepreneurship Policy in Canada" der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersucht die Ausgestaltung der kanadischen KMU- und Entrepreneurship-Politik und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für die kanadischen Politik- und Wirtschaftsakteure – ein Teil hiervon basiert auf deutschen Good Practice-Beispielen. Die Studie wurde von einem internationalen Expertengremium erstellt, dem auch Michael Holz angehörte.

Die Forschungsergebnisse des IfM Bonn – (inter-)national präsent
Für das 77. Annual Meeting of the Academy of Management (AOM), das Anfang August in Atlanta (USA) stattfand, hatte Prof. Dr. Friederike Welter gemeinsam mit Prof. Dr. Maija Renko (University of Illinois at Chicago) und Dr. Norris Krueger (School of Advanced Studies, University of Phoenix) den Workshop "How can we make Entrepreneurship Research Relevant?" organisiert. In ihrem Vortrag hierfür ging sie der Frage nach, ob Wissenschaftler und Wirtschaftspolitiker die gleiche Sprache sprechen.

Vor dem Inner Wheel Club Mönchengladbach ging Dr. Teita Bijedić im Juli der Frage nach, ob "Unternehmerinnen und Innovationen – (k)ein Gegensatz?" sind.

Im Rahmen des zweitägigen "OECD-Global Forum on Productivity" in Budapest stellte Michael Holz Ende Juni die jüngsten Forschungsergebnisse des IfM Bonn zur Mitwirkung von kleinen und mittleren Unternehmen in globalen Wertschöpfungsketten vor.

Beim Treffen des Netzwerks Unternehmensnachfolge in Düsseldorf referierte Dr. Rosemarie Kay im September über "Unternehmerisches Verhalten im Zuge der Unternehmensnachfolge".

Dr. Sebastian Nielen berichtete Anfang September im Rahmen der Konferenz des Vereins für Socialpolitik in Wien über die Auswirkungen von Personalfluktuation im F&E-Bereich auf die Innovationsaktivität von Unternehmen.

Auf der Mittelstandstagung des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel e. V. stellte Dr. Christian Schröder im September die aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung vor.

Auf der Konferenz "Finanz-, Personal- und Steuerstatistiken", die Mitte September im Statistischen Bundesamt in Wiesbaden stattfand, hielt Dr. Stefan Schneck einen Vortrag zum Thema "Entwicklung neu gegründeter und junger Unternehmen".

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