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Der Forschungs­news­letter zum Mittel­stand

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ein kostenloser Service des Instituts für Mittel­stands­forschung (IfM) Bonn

Ausgabe 4/2015 / 18. Januar 2016

Inhalt

  ➜ Editorial
  ➜ Exportorientierte Industrieunternehmen prosperieren besonders
  ➜ Große Familienunternehmen: Steigende Beschäftigung bei leicht rückläufigem Wachstum
  ➜ Digitalisierung ist in allen Branchen angekommen
  ➜ Crowdinvesting gewinnt an Zuspruch
  ➜ Unterschiedliches Gründungsverhalten bei den ausländischen Mitbürgern
  ➜ NUI-Indikator 2014: Offenbach liegt (noch) vorne
  ➜ Selbstständigen-Monitor gibt detaillierten Einblick
  ➜ Aktualisierte IfM-Statistiken auf einen Blick
  ➜ Aktuelles aus dem IfM Bonn

Editorial

Ein Jahr Mindestlohn

Foto Prof. Dr. WelterLiebe Newsletter-Abonnenten,

das neue Jahr ist nun be­reits einige Tage alt. Ich hof­fe, es hat für Sie gut be­gonnen. Viele The­men, die die mit­tel­stän­disch­en Un­ter­nehmen und uns im ver­gang­enen Jahr be­schäft­igt haben, werden auch in 2016 im Fo­kus des IfM Bonn stehen. Dazu ge­hören sicher­lich die Di­gi­ta­li­sie­rung, das Grün­dungs­ge­schehen und die zu­künft­igen Her­aus­for­de­rungen für den Mit­tel­stand.

Für uns alle ist es aber auch inter­essant zu sehen, welchen Ein­fluss be­stimmte Themen auf die wirt­schaft­liche Unter­nehmens­ent­wick­lung nehmen. So hat die Herbst­be­fragung mit­tel­ständ­ischer In­dus­trie­unter­nehmen ge­zeigt, dass die Ein­führung des Mindest­lohns bei den be­trof­fenen Unter­nehmen zu mehr büro­krat­ischem Auf­wand und zu höheren Perso­nal­kosten geführt hat. Dennoch be­absicht­igen diese Unter­nehmen nicht, die Inlands­beschäft­igung in Zu­kunft zu reduzieren. Wie die in­dus­triellen Mit­tel­ständler insgesamt ihre wirt­schaft­liche Ent­wicklung und die Rahmen­bedingungen im ver­gang­enen Jahr bewerten, finden Sie gleich im ersten Beitrag.

Ein beruflich wie privat erfolgreiches Jahr 2016 wünscht Ihnen.

Prof. Dr. Friederike Welter
Präsidentin des IfM Bonn


Exportorientierte Industrieunternehmen prosperieren besonders

Trotz außen­wirtschaft­licher Ver­un­sicher­ung und eher mo­der­ater Ent­wick­lung der Welt­wirt­schaft war im ver­gang­enen Jahr gut die Häl­fte der indus­tri­ellen Un­ter­nehm­en mit der eigenen Ge­schäfts­lage (sehr) zufrieden. Dies zeigt das aktuelle BDI/PwC-Mittel­standspanel, für das das IfM Bonn die Ant­worten von knapp 800 mittel­ständisch­en In­dus­trie­unter­nehmen ausgewertet hat. Aller­dings beurteilen export­orientierte Mittel­ständler ihre wirt­schaft­liche Ent­wicklung weiter­hin besser als binnen­markt­orient­ierte.

Fachkräfte dringend erwünscht

Die Mehr­heit der Unter­nehmen (80 %), die neue Arbeits­plätze schaffen wollen, plant, vor­rangig quali­fizierte Fach- und Führungs­kräfte ein­zu­stel­len. Rund ein Drittel der mit­tel­ständi­schen In­dus­trie­unter­nehmen beabsichtigt zu­dem, zukünftig selbst mehr aus­zu­bilden.

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Große Familienunternehmen: Steigende Beschäftigung bei leicht rückläufigem Wachstum

Auch wenn der Umsatz im Ver­gleich zu den Vor­jahren weniger stark gewachsen ist, nahm die Be­schäft­igung der größten Fa­milien­unter­nehmen in den Jahren 2012 und 2013 sehr solide zu. Insgesamt er­wirt­schaft­eten sie weiter­hin rund ein Fünftel der Gesamt­umsätze aller deutsch­en Unter­nehmen und be­schäft­igten rund ein Sechs­tel der Be­schäft­igten. Der Aus­blick auf die Ent­wicklung im Jahr 2014 deutet darauf hin, dass nicht nur bei der Be­schäft­igung, son­dern auch beim Um­satz ein er­höhtes Wachs­tum zu erwarten ist.

Eigenkapitalquote wird stetig erhöht

Im Hinblick auf die Eigen­kapital­quote setzte sich der Trend der Vor­jahre fort: Im Durch­schnitt erhöhten die größten Familien­unter­nehmen diese auf 37 %. In den indus­triellen Familien­unter­nehmen machte der Eigen­kapital­anteil in dem Jahr sogar erst­malig mehr als 40 % aus.

Einmal jährlich erstellt das IfM Bonn im Auf­trag des Bundes­verbandes der Deutsch­en Industrie (BDI) und der Deutsch­en Bank ein Kenn­zahlen-Update zu den "Größten Fa­milien­unter­nehmen in Deutsch­land". Hier­für wurden die Bilanz- und/oder GuV-Daten von mehr als 4.000 Unter­nehmen mit einem Jahres­umsatz von min­destens 50 Mil­lionen Euro aus­ge­wertet.

Das 6. Kenn­zahlen-Update zu den größ­ten Fa­mi­lien­unter­nehmern finden Sie hier.

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Digitalisierung ist in allen Branchen angekommen

Für zwei von drei mittel­ständisch­en Unter­nehmen im Groß­raum Düssel­dorf hat die Di­gi­ta­li­sie­rung eine hohe bis sehr hohe Be­deu­tung. Das gilt für nahe­zu al­le Bran­chen. Aller­dings findet die Di­gi­ta­li­sier­ung im Rechnungs­wesen, im Ver­trieb und im Ein­kauf einen höheren Zu­spruch als in den Be­reichen Perso­nal, Stra­tegie­ent­wick­lung und Pro­duktion.

Bedeutung der Digitalisierung für verschiedene betriebliche Funktionsbereiche

Bedeutung der Digitalisierung für verschiedene betriebliche Funktionsbereiche

Um her­aus­zufinden, welche Be­deutung die Di­gi­ta­li­sier­ung im Mittel­stand hat und wel­che Fak­toren möglich­er­weise eine Um­stel­lung behin­dern, hatte das IfM Bonn in 2014 im Groß­raum Düssel­dorf rund 3.800 Unter­nehmen be­fragt, von denen 227 Unter­nehmen den Fragebogen voll­ständig ausfüllten.

Große Furcht vor Industriespionage

Die überwiegende Mehr­heit rechnet mit steigen­dem In­ves­titions­be­darf, um sich vor Cyber­kri­mi­nal­ität zu schütz­en. Unter­nehmen der Be­reiche Ver­kehr und Lager­ei, Ver­arbeit­endes Gewerbe und Dienst­leist­ungen schätz­en die Ge­fahr über das Inter­net jedoch deut­lich bedeut­samer ein als das Bau­gewerbe oder der Handel.

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Crowdinvesting gewinnt an Zuspruch

Je höher der eigene finanz­ielle Beitrag der Grün­der ist, desto mehr Kapital ver­trauen die An­leger ihnen im Rahmen von Crowd­invest­ing an. Zu diesem Er­gebnis kommt ein gemein­schaft­liches For­schungs­pro­jekt der Uni­versität Siegen und des IfM Bonn. Die Wissen­schaftler haben 163 Finanz­ierungs­runden von 145 Unter­nehmen unter­sucht, die zwi­schen 2011 und 2014 ge­startet wurden. Zudem be­fragt­en sie die Ge­schäfts­führer crowd­finanz­ierter Unter­nehmen. Zwei weit­ere Er­gebnisse: Eigen­tümer von jungen Unter­nehmen ent­scheiden sich be­wusst für das Crowd­in­vesting – und nicht mangels Alter­nativen. Außerdem wählen sie Crowd­invest­ing nicht nur, um ihr Vor­haben zu finanz­ieren, son­dern auch, um auf diese Weise für ihre Pro­dukte und Dienst­leist­ungen beim End­kunden zu werben.

Allgemeine Anerkennung in der Finanzwelt wächst

Die Studie "Unter­nehmens­gründung und Crowd­investing" belegt zudem, dass sich diese Finanz­ierungs­form besonders für inno­vative Wachst­ums­unter­nehmen eignet, die Kapital für eine zeit­nahe Markt­einführung suchen. Gleich­wohl harmo­niert Crowd­invest­ing mit eta­blierten Formen der Früh­pha­senfinanz­ierung: Nahezu die Hälfte der be­tracht­eten Unter­nehmen erhielt eine Folge­finanz­ierung durch einen Business Angel oder eine Ven­ture Capital-Gesellschaft.

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Unterschiedliches Gründungsverhalten bei den ausländischen Mitbürgern

Zwischen 2004 und 2013 hat sich das gewerbliche Gründungs­ge­schehen unter deut­schen und aus­ländisch­en Staats­an­ge­hörigen gegen­läufig ent­wickelt: Währ­end die An­zahl der aus­länd­ischen Grün­der von Einzel­unter­nehmen um 64 % stieg, ging die­jenige der deutsch­en Grün­der deut­lich zurück (- 66 %). Dies hatte einen stetigen An­stieg des Aus­län­der­an­teils an allen Ex­is­tenz­grün­dung­en von ge­werb­lich­en Ein­zel­unt­er­nehmen von 15,3 % auf 46,5 % zur Folge.

IfM Bonn erwartet Angleichung des Gründungsverhaltens

Der An­stieg der Anzahl aus­ländisch­er Grün­der ging allein auf die Bür­ger der EU-8 (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slo­wakei, Slo­wenien, Tschech­ien, Un­garn) und EU-2-Staaten (Ru­mänien, Bul­gar­ien) zurück. Die Zahl der Grün­der aus an­deren Na­tion­en sank hin­gegen zwi­schen 2004 und 2013 ebenso wie die der deutsch­en Bürger – wenn­gleich nicht so stark. Aktuell zeigt sich, dass auch die An­zahl der Grün­der aus den EU-Bei­tritts­staaten rück­läufig ist, ins­be­son­dere die der Bul­garen und Ru­mänen.

Auf mittlere Sicht erwartet das IfM Bonn, dass sich die Ent­wick­lung der Ex­is­tenz­grün­dungen von Deutschen und Aus­ländern an­gleicht. Wie sich zu­künft­ig der Flücht­lings­strom auf das Grün­dungs­ge­schehen im ge­werb­lichen Be­reich aus­wirken wird, lässt sich aktuell noch nicht ab­sehen

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NUI-Indikator 2014: Offenbach liegt (noch) vorne

In Offen­bach wird zwar immer noch am häufigst­en ein Gewerbe eröffnet – der Ab­stand zu den Land­kreisen Mün­chen, Mies­bach und Starn­berg hat sich jedoch deut­lich ver­ring­ert. Ins­gesamt sind 11 Kreise und Städte aus Bayern, 5 aus Hessen, die Bundes­haupt­stadt Berlin, die nordrhein-westfälische Land­es­haupt­stadt Düssel­dorf, Baden-Baden (Baden-Württem­berg) und der Land­kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) unter den 20 at­trak­tivsten Grün­dungs­reg­ionen in Deutsch­land zu finden.

Räumliche Verteilung der neuen unternehmerischen Initiative (NUI)

Räumliche Verteilung der NUI

Das Institut für Mittel­stands­forschung (IfM) Bonn ver­öffent­licht seit 1998 jähr­lich, wie viele Ge­werbe im Vor­jahr regional pro 10.000 Ein­wohner im er­werbs­fähigen Alter an­gemeldet wurden (Neue Unter­nehmer­ische Ini­tia­tive – NUI). Durch die Bil­dung einer Rang­ordnung der NUI-Indi­kator­werte er­gibt sich das NUI-Regionen­ranking. Es ist auf der Home­page des Ins­tituts für Mittel­stands­forschung zu finden.

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Selbstständigen-Monitor gibt detaillierten Einblick

Das IfM Bonn hat in die­sem Jahr zum ersten Mal in Ko­oper­ation mit dem Sta­tis­tisch­en Bundes­amt den Selbst­stän­digen-Monitor er­stellt. Zuvor hatte Prof. Dr. Mich­ael-Burkhard Pior­kowsky (Rhein­ische Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn) diesen Be­richt herausgegeben.

Laut aktueller Aus­gabe des Selbst­stän­dig­en-Monitors, der die Ent­wick­lung der Selbst­stän­digen und Grün­dung­en in Deutsch­land im Zeit­raum 2011 bis 2014 auf Basis des Mikro­zensus ana­lysiert, ging die An­zahl der Selbst­ständigen im Haupt-, Zu- und Neben­erwerb von 5.011.000 auf 4.947.000 zurück. Die Ent­wick­lung ver­lief in diesen drei Gruppen jedoch unter­schied­lich: Während die An­zahl der Selbst­stän­digen im Haupt- und Zu­er­werb ins­gesamt rück­läufig war, stieg sie im Neben­er­werb. Auf­fallend dabei: Die An­zahl der selbst­stän­digen Frauen im Neben­er­werb er­höhte sich stär­ker als die der selbst­stän­digen Män­ner. Außer­dem geht der be­obacht­ete Rück­gang bei den Selbst­stän­digen im Haupt­er­werb allein auf männ­liche Selbst­ständ­ige zu­rück: Die An­zahl der selbst­ständ­igen Frauen im Haupt­er­werb ist hingegen ge­stiegen. Die An­zahl der Grün­dungen in erster Er­werbs­tätig­keit war im be­tracht­eten Zeit­raum ins­gesamt rück­läufig.

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Aktualisierte IfM-Statistiken auf einen Blick

In den vergangenen Wochen wurden folgende Statistiken auf der Homepage des IfM Bonn aktualisiert:

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU
Kennzahlen nach KMU-Definition des IfM Bonn
Auslandsaktivitäten des Mittelstands
Gewerbliche Existenzgründungszahlen
Gewerbliche Unternehmensaufgaben

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Vorschau:

Im Forschungs-Newsletter 1/2016 können Sie u. a. lesen,

was junge Unter­nehmen für Fach­kräfte attraktiv macht,
auf welche Weise Inno­vationen von Hoch­schul­wissen­schaftlern Ver­wertung finden und
welche Finanz­ierungs­strukturen und -strategien kleine und mittlere Unter­nehmen vor­rangig aufweisen.

Der Newsletter wird am 18. März 2016 versandt.

Aktuelles aus dem IfM Bonn

Renommierte Wissenschaftler zu Gast
Die beiden US-amerikanischen Wissen­schaftler Prof. Dr. Ted Baker (Rutgers Business School/USA) und Prof. Dr. William B. Gartner (Cali­fornia Lutheran University/USA und Copen­hagen Business School/Dänemark) disku­tierten An­fang No­vember mit For­schern des IfM Bonn über deren wissen­schaft­lichen For­schungs­er­gebnisse und die an­gedachte Pub­li­ka­tions­weise.

IfM Bonn auf dem G-Forum
Mit zwei Vor­trägen be­reicherten die Wissenschaftler des IfM Bonn die 19. Inter­dis­zi­plinäre Jahres­konferenz zu Entre­preneur­ship, Inno­vation und Mittel­stand (G-Forum), die in die­sem Jahr in Kassel statt­fand: Dr. Rosemarie Kay stellte die Studien­er­geb­nisse zu "Frauen in der Unter­nehmens­führung großer Un­ter­nehm­en" vor. Dr. André Pahnke ging der Frage nach, ob frauen­geführte Unter­nehmen sozialer, öko­logisch­er und stärker an gesell­schaft­lichen Zielen orient­iert sind.

Gelebte Kooperation IfM Bonn-Universität Siegen
Einen Einblick in ihre Kooperation gaben die Uni­versi­tät Siegen und das IfM Bonn im Rahmen der "Science Schau Fenster", die vom 19. bis 30. Ok­tober 2015 im Sie­gener Stadt­zen­trum statt­fand: In einer Dauer­präsen­tation stell­ten das IfM Bonn und der Sieg­ener Lehr­stuhl für Management kleiner und mitt­lerer Unter­nehmen & Entre­preneur­ship ver­schied­ene For­schungs­themen und Stu­dien­er­geb­nisse vor. Aus­gelegte Studien ver­mittelten die Band­breite der Kooperation. Ein Plakat in­for­mierte über die volks­wirt­schaft­liche Be­deu­tung des deutschen Mittelstands.

Science Schaufenster

Neu im IfM Bonn
Seit 1. Oktober unterstützt Dr. Simone Chlosta als Forschungs­koordinatorin die Geschäfts­führung. Zuvor war sie Post-Doc an der Uni­versität Siegen.

Seit 1. Dezember forscht Dr. Christian Dienes unter anderem zu den Gebieten "Grün­dungs­neigung, Inno­vationen und Wissens­man­age­ment". Zuvor war er wissen­schaft­lich­er Mit­arbeiter an der Berg­ischen Uni­versität Wuppertal am Lehr­stuhl für Finanz­wissen­schaft und Steuer­lehre sowie am Lehr­stuhl für Indus­trie­ökonomik und Inno­vation, Schum­peter School of Business and Economics.

Externe Veröffentlichungen von IfM-Wissenschaftlern
Der aktuelle Bericht "Russian Federation. Key Issues and Policies" der Organ­isation für Wirt­schaft­liche Zusammen­arbeit und Ent­wicklung (OECD) unter­sucht, welche po­litischen, öko­nomischen und gesell­schaft­lichen Heraus­forder­ungen in den kommenden fünf Jahren zu meistern sind. Die um­fassende Studie wurde von einem inter­nationalen Expert­en­gre­mium er­stellt, dem auch Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen) an­gehörte.

Auch wenn in­zwisch­en in den Medien deut­lich mehr als noch vor einigen Jahren über Unter­nehmer­innen und Grün­der­innen be­richtet wird, liegt die Ge­samt­zahl der Be­richte noch immer deut­lich unter der Zahl der Artikel über Unter­nehmer und Grün­der. In in­halt­licher Hin­sicht hat sich die Be­richt­er­stattung ins­gesamt ver­sach­licht – auch wenn es noch immer Bei­träge gibt, die tra­dierte Rollen­bilder ver­mitteln. Zu die­sem Er­gebnis kommen Prof. Dr. Friederike Welter und Dr. Kerstin Ettl in einer Unter­suchung des Unter­nehmer­innen- und Grün­der­innen­bildes in der west- und ost­deutschen Presse zwischen 1995 und 2013.

Eine Viel­zahl an Lö­sungs­ansätzen, wie Unter­nehmens­gründungen und die Selbst­ständigkeit von älteren Er­werbs­tätigen, Arbeits­losen, Mi­granten, Frauen und Jugend­lichen ge­fördert werden kann, zeigt "The Mis­sing Entrepreneurs 2015. Policies for Self-Employment and En­tre­pre­neur­ship" auf. An der OECD-Pub­likation haben Prof. Dr Friederike Welter und Michael Holz mit­gearbeitet. Die IfM Prä­sidentin ist zudem Mit­glied im Steering Committee der OECD, das die Pub­li­ka­tions­er­stel­lung wissen­schaft­lich be­gleitete.

Welche volks­wirt­schaft­liche Be­deu­tung Unter­nehmens­nachfolgen in Deutschland besitzen und wie sich die aktuelle Ent­wicklung aktuell dar­stellt, stellen Dr. Rosemarie Kay und Olga Suprinovič in Wegmann, J.; Wiesehahn, A. (Hrsg.): Un­ter­neh­mens­nach­folge. Praxis­hand­buch für Fa­mi­lien­unter­neh­men aus­führlich dar.

Die Forschungsergebnisse des IfM Bonn – (inter-)national präsent
Über "Women at work. Wie aus Ver­änderung Fort­schritt wird" diskutierte Prof. Dr. Friederike Welter Ende No­vember in Düssel­dorf mit CEO Joachim Secker, Simone Hessel (beide GE Capital) und Dorothea Körfers (Kompetenz­zentrum Frau und Beruf Düssel­dorf/Kreis Mettmann). Auf der 29. Re­search in En­tre­pre­neur­ship and Small Business (RENT) Conference in Zagreb (18.-20.11.15) stell­ten Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Uni­versität Siegen) und Prof. Dr. David Small­bone (Kingston Business School/London) dar, wodurch das Unter­nehmer­tum in den ehe­maligen sozial­istisch­en Staaten be­einflusst wird. Über die Frage, ob der deutsche Mittel­stand welt­weit beim Thema Wirt­schaften 4.0 ins Hinter­treffen gerät, dis­kutierte die IfM-Präsidentin Mitte No­vember auf dem Jahres­empfang des Rektorats der Uni­versität Siegen mit Lara Lengers­dorf (AStA-Vorsitzende der Uni­versität Siegen), Werner Schmidt (Via Consult GmbH) und Thomas Sattelberger (ehemals Perso­nal­vorstand der Telekom AG).

Auf dem A+A Unternehmertag 2015 Ende Oktober in Düssel­dorf stellte IfM-Wissen­schaftlerin Dr. Annette Icks, die zu­gleich stell­ver­tretende Vor­sitz­ende der Offen­sive Mittel­stand ist, die aktuellen Praxis­hilfen für kleine und mitt­lere Unter­nehmen vor.

Auf dem "Weiter­denker-Talk" der AVU Aktien­gesell­schaft für Ver­sorgungs­unter­nehmen Ende No­vember in Gevels­berg berichtete Dr. Rosemarie Kay über die Er­gebnisse des Zukunfts­panels Mittel­stand. In einem öffent­lichen Fach­gespräch der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Düssel­dorfer Land­tag legte sie Ende Oktober dar, wie sich die Existenz­grün­dungen von Mi­granten seit geraumer Zeit ent­wickeln. Ge­mein­sam mit Dr. Stefan Schneck stell­te die stell­ver­tret­ende Geschäfts­führerin auf dem Bund-Länder-Aus­schuss in Han­nover die jüngst­en Er­geb­nisse in der Grün­dungs­for­schung vor. Auf dem Herbst­em­pfang von Bionorica in Berlin zeigte sie in einer Po­diums­dis­kussion auf, wie der Mittel­stand auf die Her­aus­forder­ungen der Glo­bal­isierung rea­giert.

Vor Vertretern der Handwerkwerks­kammern erläut­erte Susanne Schlepphorst in Hannover Ende Oktober die ak­tu­elle Ent­wick­lung im Mittel­stand. Zu­gleich legte sie dar, mit wel­chen Her­aus­for­der­ungen dies für die Handwerks­betriebe verbunden ist.

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