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Der Forschungsnewsletter zum Mittelstand

– ein kostenloser Service des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Ausgabe 4/2016 / 13. Dezember 2016

Inhalt

  ➜ Editorial
  ➜ Mehrheit des industriellen Mittelstands zahlt EEG-Umlage in voller Höhe
  ➜ KMU in Deutschland sind größer als im EU-Ausland
  ➜ Auf Länderebene die Standortqualität verbessern
  ➜ Seit 10 Jahren an der NUI-Spitze: Offenbach
  ➜ Es gibt mehr Unternehmerinnen als in den Medien sichtbar
  ➜ Aktualisierte IfM-Statistiken
  ➜ Aktuelles aus dem IfM Bonn

Editorial

Das bewegt den Mittelstand in 2017

Foto Prof. Dr. Welter Liebe Newsletter-Abonnenten,

im Juni dieses Jahres haben sich die Briten für den EU-Austritt entschie­den. In den USA gewann im No­vember Donald Trump die Prä­sident­schafts­wahl un­ter ande­rem mit seinem Plädoyer gegen Freihan­delsab­kommen. Wann und in welcher Form diese beiden Ereig­nisse konkrete Konse­quenzen für die mittel­ständi­schen Unter­nehmen haben werden, ist aktuell noch nicht – vollständig – absehbar.

Sehr konkret sind hinge­gen bei­spiels­weise die Fol­gen der Ener­gie­wende für die mittel­ständi­schen Indust­rieun­ter­nehmen. Wei­tere Daten und Fakten zum indust­riellen Mittel­stand finden Sie im folgen­den Beitrag.

In 2017 wird zweifellos das Thema "Digitali­sierung" die mit­telständi­schen Unter­nehmen weiter intensiv begleiten. Im Laufe der kom­menden Monate wird das IfM Bonn eine Stu­die zum Verbrei­tungs­grad von Digitali­sierungs­prozes­sen im Mittel­stand und zu den wei­teren Entwick­lungsten­denzen veröffent­lichen. Weitere interes­sante Ergeb­nisse er­warten wir aber auch vom Zu­kunftspa­nel Mit­telstand sowie von den Projekten "Interna­tionalisie­rung im mittel­ständi­schen Dienst­leis­tungs­sektor", "Unter­nehmeri­sches Verhalten im Zuge der Un­terneh­mens­nachfolge" und "Fami­lienun­terneh­men von Migran­ten".

Nun wünsche ich Ihnen aber erst einmal schöne und er­holsame Weih­nachts­tage sowie einen guten Start ins neue Jahr!

Prof. Dr. Friederike Welter
Präsidentin des IfM Bonn

Mehrheit des industriellen Mittelstands zahlt EEG-Umlage in voller Höhe

In 70 % aller mit­telständi­schen Indust­rieunter­nehmen hat die Energie­wende zu erhöhten Ausga­ben ge­führt: Rund 7 % der Gesamt­kosten entfielen im Durch­schnitt auf den Energie­ver­brauch. Dies ergab die jüngste Befra­gung von mehr als 500 Un­terneh­men für das aktu­elle BDI/AT Kearney Mittel­standspanel. Mehr als 90 % der mit­telständi­schen Indust­rieunter­nehmen – vor al­lem je­doch kleinere und mitt­lere Un­terneh­men mit weniger als 250 Beschäf­tigten – zahlen dabei die EEG-Umlage in voller Höhe. Lediglich jedes fünf­zehnte Unter­nehmen dieser Größen­klasse ist von der Umlage befreit, während dies auf gut jedes dritte der Unter­nehmen mit min­destens 250 Be­schäftig­ten zu­trifft.

Insge­samt be­wertet die Hälfte der mittel­ständi­schen Indust­rieunter­nehmen ihre Wirt­schafts­lage als "gut bis sehr gut". Optimis­tisch zeigte sich fast jeder zweite Befragte auch im Hinblick auf die Zukunft: 47,3 % gehen weiterhin von einer positiven Ge­schäfts­entwick­lung im kom­menden Jahr aus, für 2019 erwarten dies so­gar 49,8 %.

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KMU in Deutschland sind größer als im EU-Ausland

In Deutschland ist die KMU-Dichte deutlich geringer als in an­deren EU-Län­dern: Während in der Bundes­republik 2.826 kleine und mitt­lere Un­terneh­men (KMU) je 100.000 Einwoh­ner zu finden sind, liegt der EU-Durch­schnitt bei 4.426 KMU. Beson­ders hoch ist die KMU-Dichte in der Tsche­chischen Republik (9.538 KMU), in Portugal (7.919 KMU) und in Schwe­den (7.195 KMU).

Auch gibt es in Deutschland we­niger Klein­stunter­nehmen (max. 9 Mitar­beiter) als in an­deren EU-Mit­glieds­staaten. Dies hat zur Folge, dass die KMU in Deutschland im Durch­schnitt mehr Be­schäftigte (7,6 Mit­arbeiter) aufwei­sen als die in den anderen EU-Län­dern oder als die KMU im EU-Durch­schnitt (4,1 Ar­beitneh­mer).

Durchschnittliche Beschäftigtenanzahl je KMU

Durchschnittliche Beschäftigtenanzahl je KMU

Die EU-weiten Kenn­zahlen sind seit Kurzem auf der Internet­seite des IfM Bonn abrufbar. Sie wer­den jähr­lich aktu­alisiert.

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Auf Länderebene die Standortqualität verbessern

Während der Bund den all­gemei­nen Ord­nungs­rahmen vorgibt, haben die Bun­deslän­der er­hebliche Spiel­räume bei der Gestal­tung der mittel­stands­relevan­ten Rah­menbe­dingun­gen. Schließ­lich sind die poli­tisch Verant­wortli­chen üb­licher­weise mit den kul­turellen und regi­onalen Beson­derheiten vertraut. Dies ist ein Er­gebnis der Stu­die "Mit­tel­stands­politik in der Pra­xis – Rahmenset­zung oder För­derung?". Gerade auf regi­onaler Ebene bieten sich da­her für die Lan­despolitik Möglich­keiten, um zu­kunfts­weisende mittel­stands­politische Maß­nahmen zu initiie­ren. So wird bei­spiels­weise die Standort­qualität zukünftig noch an Bedeu­tung ge­winnen, wenn man kre­ative Köpfe anlocken, die Grün­dung neuer Unter­nehmen fördern sowie die Stand­orttreue und den unter­nehmeri­schen Erfolg stärken möchte.

Mittelstandspolitik als Querschnittsaufgabe verstehen

Sinnvoll ist in Zu­kunft eine stärkere Zusam­menar­beit zwi­schen den ein­zelnen Ministe­rien, da Mittel­stands­politik verschie­dene Be­reiche (z. B. Bil­dungspo­litik, Inf­rastruktur) berührt. Zudem würde sich ein mittel­stands­politi­sches Leitbild förderlich auswir­ken, mit dem die politisch Verant­wortli­chen in den Bun­deslän­dern ihre Wert­schät­zung ge­genüber den Un­terneh­men zum Ausdruck bringen.

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Seit 10 Jahren an der NUI-Spitze: Offenbach

In Offen­bach ist zwar weiterhin die Grün­dungs­neigung im ge­werbli­chen Be­reich am höchsten (301,9), der Ab­stand zum Landkreis München (279,3) hat sich jedoch erneut verringert. Zu die­sem Er­gebnis kommt das NUI-Regio­nenran­king 2015 des IfM Bonn, das die Zahl der regiona­len Ge­werbe­anmel­dungen pro 10.000 Einwoh­ner im er­werbsfä­higen Alter (Neue Unter­nehmeri­sche Ini­tiative) aufzeigt.

Hohe Gründungsneigung vor allem im Speckgürtel von Großstädten

Unter den 20 attrak­tivsten Grün­dungsre­gionen in Deutschland fin­den sich 9 Kreise und Städte in Bayern, 5 in Hes­sen so­wie 2 Städte in Rhein­land-Pfalz (Mainz und Zweibrü­cken), die Bundes­haupt­stadt Berlin, Baden-Baden (Baden-Württem­berg), die NRW-Landes­haupt­stadt Düssel­dorf so­wie der Landkreis Harburg (Nieder­sachsen).

Im Bun­deslän­derver­gleich weisen weiterhin die Stadt­staaten Berlin und Hamburg die höchsten NUI-Werte auf – ge­folgt von Hessen, Schles­wig-Hol­stein und Bremen. Bayern erreicht hingegen nur den sechsten Rang, obwohl der Speck­gürtel um München zu den grün­dungs­stärksten Regionen zählt. Im Freistaat macht sich je­doch auch das bundes­weit sichtbare Gefälle zwischen den Bal­lungs­räumen und länd­lichen Gebieten bemerk­bar.

Räumliche Verteilung des NUI-Regionenrankings

Räumliche Verteilung des NUI-Regionenrankings

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Es gibt mehr Unternehmerinnen als in den Medien sichtbar

Jeder dritte Selbst­ständige ist eine Frau. Dennoch erschei­nen in der deut­schen Tages­presse immer noch deutlich mehr Ar­tikel über Unter­nehmer als über Unter­nehme­rinnen. Dadurch entsteht fälschli­cher­weise der Eindruck, dass es weitaus weniger weibliche Selbst­ständige in Deutschland gibt als es tatsäch­lich der Fall ist.

Gleich­wohl hat sich ins­gesamt die Be­richter­stattung über Gründe­rinnen und Un­terneh­merinnen nach Untersu­chungen von Prof. Dr. Frie­derike Welter, Dr. Kers­tin Ettl (Univer­sität Sie­gen) und Prof. Dr. Leona Achten­hagen (Jön­köping Internati­onal Bu­siness School) deutlich erhöht: Während in den unter­suchten sechs überregi­onalen deut­schen Tages­zeitungen 1995 nur 320 Arti­kel er­schienen, lag die Artikel­anzahl im Jahre 2013 mit über 1.200 Artikeln fast vier­mal so hoch. Auch sind die Berichte in diesem Zeitraum deutlich sachli­cher ge­worden.

Ländervergleich zeigt Entwicklungstendenzen auf

Der Blick nach Schwe­den, wo bereits seit Jahr­zehnten die Gleich­stellung von Männern und Frauen praktiziert wird, vermittelt jedoch, dass das Thema "Gründe­rinnen/Unterneh­merinnen" schnell an medi­aler Be­deutung verliert, wenn der politische Fokus nicht mehr da­rauf liegt. Alle Er­gebnisse der Stu­die "´Das 21. Jahr­hundert ist weib­lich´ – Unternehme­rinnen in der Presse" finden Sie hier.

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Aktualisierte IfM-Statistiken

In den vergan­genen Wochen wurden die Sta­tistiken zu den Selbstständigen/Freien Be­rufen auf der Inter­netseite des IfM Bonn aktuali­siert.

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Vorschau:

Im For­schungs-Newsletter 1/2017 können Sie u. a. lesen,

in wel­cher Form Indust­rie 4.0 bereits in den unter­schiedlichen Regio­nen und Bran­chen prakti­ziert wird,
mit wel­chen Maß­nah­men Famili­enun­ter­neh­mer ver­hin­dern, dass sich ihre Über­gabe negativ auf die weitere Ge­schäftsent­wick­lung aus­wirkt, und
wel­che volks­wirt­schaft­liche Be­deu­tung Fami­lien­unter­neh­men haben.

Der Newsletter wird am 16. März 2017 versandt.

Aktuelles aus dem IfM Bonn

Round Table Mittelstand
Die mit­telständi­schen Unter­nehmen in Deutschland ste­hen vor der Auf­gabe, die Heraus­forderung der Digi­talisie­rung an­zuneh­men und stetig neue In­novatio­nen her­vorzu­bringen, wenn sie auch in Zukunft im glo­balen Wettbe­werb be­stehen wollen. Beim Round Table Mittel­stand in Berlin disku­tierten Vertreter des Bun­desmi­nisteri­ums für Wirt­schaft und Energie (BMWi) mit Wis­sen­schaftlern verschie­dener For­schungsinstitute, der KfW-Banken­gruppe und Ver­tretern von Mit­tel­stands­verbän­den über die Inno­vations- und Di­gitalisie­rungsak­tivitäten von mit­telständi­schen Unter­nehmen. Eine Übersicht über die Diskussi­onsbei­träge fin­den Sie hier.

Workshop zu "Prävention 4.0" im IfM Bonn
Welche technolo­gischen Trends und Ent­wicklun­gen sind aktuell im Hinblick auf In­dustrie 4.0 er­kennbar? Wie wir­ken sie sich auf die Ar­beitswelt aus? Welche Präventi­onsmaß­nahmen sind zu­künftig für mittel­ständi­sche Unter­nehmen relevant? Über diese Fragen disku­tierten Dr. An­nette Icks, Dr. Teita Bijedić und Jutta Große Anfang Dezem­ber im IfM Bonn mit Wis­sen­schaftlern verschie­denster For­schungs­einrich­tungen.

Der Work­shop fand im Rahmen des BMBF-Verbund­projektes "Präven­tion 4.0" statt, das vom Bundes­ministe­rium für Bildung und For­schung gefördert wird. Ziel ist es, Hand­lungsfel­der für eine prä­ventive Arbeits­gestal­tung in der digi­talen Ar­beitswelt 4.0 zu identifi­zieren und auf dieser Basis einen praxisori­entierten Leitfaden für die mittel­ständi­schen Unter­nehmen zu erar­beiten.

Fundierte Forschungsergebnisse zu aktuellen Themen
Wie be­werten Mittel­stands-, Entre­preneu­rship- und Grün­dungs­forscher aktuelle Ereig­nisse? Welche Hand­lungs­empfeh­lungen lassen sich aus wissen­schaftli­chen For­schungs­ergebnis­sen ab­leiten? Mit den Policy Briefs "Mittel­stand aktuell" bieten der För­derkreis Grün­dungs-For­schung e. V. (FGF) und das IfM Bonn erstmals kompri­miert auf zwei Seiten wissen­schaftlich fundierte Hinter­grundin­formatio­nen an. In der ersten Ausgabe zeigt Prof. Dr. Frie­derike Welter auf, wa­rum Start-ups die Mit­tel­stands­politik vor neue Aufgaben stellen.

"Mittelstand aktuell" – Call for Papers
Alle Wis­sen­schaftler, die auf dem Ge­biet der Entre­preneu­rship-, Grün­dungs- und In­novati­onsfor­schung tätig sind bzw. zu Familien­unter­nehmen, KMU und Mittel­stands­politik forschen, sind herzlich eingela­den, im Policy Brief zu publizie­ren – so­fern ein Bezug zu einem aktuell relevan­ten Thema gegeben ist. Auf diese Weise können Sie nicht nur ihre hohe Ex­pertise heraus­stellen, sondern Sie leis­ten auch einen wertvol­len Bei­trag zur Mittel­stands­politik. Detail­lierte In­formatio­nen fin­den Sie hier.

Neue Beiträge in der Working Paper-Reihe
Die Digi­talisie­rung stellt insbe­sondere kleine und mitt­lere Un­terneh­men vor enorme Heraus­forderun­gen. Am Beispiel der tech­nischen Umstel­lung auf Digital­funk stellen Dieter Häder und Chris­topher Zerres dar, wie eine Neuposi­tionie­rung er­folgreich realisiert werden kann.

Im Bei­trag "Finest Artists Entre­preneu­rial Busi­ness En­viron­ment" zeigt Marco Thom informelle Markteintrittshür­den für Künstler auf. Zu­gleich plädiert er dafür, diesen zusätz­lich zur künstleri­schen Ausbil­dung Markt­kennt­nisse zu vermitteln.

Seit 2014 hat das IfM Bonn die Publi­kations­reihe Working Papers für ex­terne na­tionale und in­ternatio­nale Wis­sen­schaftler geöffnet, die zu den Themen Grün­dungen und Ent­repreneu­rship, Familien­unter­nehmen und KMU forschen.

IfM-Wissenschaftler auf dem G-Forum
In ihrer Keynote auf der 20. Inter­diszipli­nären Jah­reskonfe­renz zu Entre­preneu­rship, Innova­tion und Mittel­stand (G-Forum) in Leipzig betonte Prof. Dr. Frie­derike Welter, dass das Thema "Innova­tionen im Mittel­stand" noch viel For­schungs­bedarf bietet – nicht nur bei­spiels­weise im Hinblick darauf, wie Mit­telständ­ler inno­vieren, sondern auch hin­sichtlich der Her­ausforde­rung "Di­gitalisie­rung": Neben der IfM-Präsi­dentin stellten auf dem G-Forum die IfM-Wissen­schaftler Dr. Si­mone Chlosta, Dr. Siegrun Brink, Dr. Christian Dienes, Dr. Se­bastian Nielen, Dr. André Pahnke, Dr. Ste­fan Schneck und Olga Suprino­vič aktu­elle For­schungs­ergeb­nisse des IfM Bonn vor.

IfM-Wissenschaftlerin arbeitet im Projektbeirat "Zeitreich" mit
Ange­sichts des zu­nehmen­den Fach­kräfte-Engpas­ses ste­hen ins­beson­dere die kleinen und mitt­leren Unter­nehmen vor Per­sonal­proble­men. Zu­gleich haben immer mehr Er­werbstä­tige den Wunsch, ihre Ar­beitszeit der je­weiligen Lebens­situation anzupas­sen. Im Rahmen des Wis­sen­schaftsprojekts "Zeitreich" werden Arbeitge­bern und Arbeit­nehmer­vertretern Wege aufge­zeigt, wie Arbeits­zeitkon­flikte so­zialpart­ner­schaftlich gelöst werden können. Dr. An­nette Icks ist kürzlich in den dazu ge­hörigen Wissen­schafts­beirat berufen worden. Die Pro­jektleite­rin im IfM Bonn ist zugleich stellver­tretende Vorsit­zende der Of­fensive Mittel­stand.

Externe Veröffentlichungen von IfM-Wissenschaftlern
Junge und inno­vative Unter­nehmen finanzie­ren sich in zu­nehmen­dem Maße mit Hilfe von Crowdin­vesting-Plattfor­men. Je­doch be­kommen nur we­nige über­haupt die Chance, den Schwarm von ih­rem Vor­haben zu überzeu­gen. In seinem Beitrag "The in­teraction of equity crowd­funding platforms and ventures: an analy­sis of the preselec­tion pro­cess" für das Journal Venture Capital analy­sierte Jonas Löher, wie deut­sche Portale kapital­suchende Unter­nehmen für ihre Investo­ren vor­selektie­ren.

In den vergan­genen Jahr­zehnten hat Prof. Dr. Frie­derike Welter mit ihren wissen­schaftli­chen For­schungs­ergebnis­sen zu den Ein­flüssen der ver­schiede­nen Kontexte auf das wirt­schaftli­che Ver­halten von Un­terneh­mern so­wie auf die Un­terneh­mens­entwick­lung ei­nen wichtigen Beitrag zur Ent­repreneu­rshipfor­schung geleistet. In ihrem Beitrag "Wan­dering between contexts" für die Publikation "The Routledge Companion to the Makers of Modern Entrepreneurship" zeigt sie auf, wel­che wis­sen­schaftli­chen Einflüsse sie hier­bei ge­prägt ha­ben. Zu­gleich ermutigt sie junge Wissen­schaftler, eigene Frage­stellun­gen in­nerhalb der Ent­repreneu­rshipfor­schung zu entwi­ckeln – und konse­quent zu verfolgen.

Gründe­rinnen und Un­terneh­merinnen finden sich überall auf der Welt. Al­lerdings sind die Art und Weise, wie sie ihr Ge­schäft betreiben, abhän­gig von den je­weiligen sozialen, rechtli­chen und institutio­nellen Rahmen­bedin­gungen. Im Buch "Women´s Entre­preneu­rship in Global and Local Contexts", das von Prof. Dr. Cristina Diaz-Garcia (Univer­sity of Castilla-La Mancha/Spanien), Prof. Dr. Candida G. Brush (Babson College/USA), Prof. Dr. Elisabeth J. Gate­wood (Wake Forest Univer­sity Winston-Salem/USA) und Prof. Dr. Frie­derike Welter heraus­gegeben wurde, werden exempla­risch diese Unter­schiede aufge­zeigt.

Die Ent­repreneu­rship-For­schung hat seit geraumer Zeit er­kannt, dass bei­spiels­weise das in­stitutio­nelle und soziale Umfeld sowie die regionale wirt­schaftli­che Ent­wicklung maßgeb­lichen Einfluss auf das wirt­schaftli­che Ver­halten von Un­terneh­mern so­wie auf die Un­terneh­mens­entwick­lung nehmen. In "A Rese­arch Agenda for Ent­repreneu­rship and Context" geben Prof. Dr. Frie­derike Welter und Prof. Dr. Wil­liam Gartner (Copen­hagen Business School/Dänemark und Ca­lifornia Lutheran Univer­sity/USA) einen Überblick über den aktuellen For­schungs­stand und die zukünftig relevan­ten me­thodi­schen Ansätze.

Für eine breitere Perspek­tive in­nerhalb der Ent­repreneu­rship For­schung plädiert Prof. Dr. Frie­derike Welter gemein­sam mit Ted Ba­ker (USA), David B. Aud­retsch (GB) und William B. Gartner (USA, Däne­mark) in ihrem Aufsatz "Every­day Ent­repreneu­rship – A Call for Entre­preneu­rship Re­search to Embrace Entre­preneu­rial Diversity". Ihrer Ansicht nach schränkt der Fo­kus auf die tech­nologi­schen und schnell wach­senden Unter­nehmen die um­fassende Erfor­schung der Un­terneh­merviel­falt stark ein.

Die Forschungsergebnisse des IfM Bonn – (inter-)national präsent
Auf Ein­ladung von Bun­des­kanzlerin Angela Merkel nahm Prof. Dr. Frie­derike Welter Mitte Oktober in Berlin an der Konfe­renz "Frauen in Füh­rungspo­sitionen" teil. Ge­meinsam mit dem Journa­listen Dr. Franz Alt, Wolfgang Grupp (Trigema), Andrea Kurz (Weleda Group) und Emese Weis­senba­cher (Mann + Hummel Group) disku­tierte die IfM-Prä­sidentin Anfang Oktober auf dem 12. Frei­burger Mittel­standskongress über die "Res­sourcen der Zu­kunft". Auf dem Bund-Länder-Aus­schuss Mittel­stand in Wiesba­den stellte sie Ende Septem­ber die Ergeb­nisse der Studien "Mittel­stands­politik im Wandel" und "Mittel­stands­politik in der Pra­xis – Rahmenset­zung oder För­derung?" vor.

Brigitte Günter­berg re­ferierte auf dem Bund-Länder-Aus­schuss Mittel­stand Ende Septem­ber in Wiesba­den über die "Aktuelle Entwick­lung des Grün­dungsge­schehens".

Michael Holz stellte auf der VDMA-Jahres­tagung der Zu­lieferin­dustrie Land­technik-, Bau- und Bau­stoffma­schinen Anfang Dezem­ber in Eisenach und Mitte Oktober bei einem Work­shop im Bundes­ministe­rium für Wirt­schaft und Energie in Berlin Zwi­schener­gebnisse des For­schungs­projektes "Globale Vernet­zung, Koopera­tion und Wert­schöp­fung im Mittel­stand" vor. Ebenfalls auf dem BMWi-Work­shop be­richteten Olga Suprino­vič über die Stu­die "Einmal Unter­nehmer, immer Unter­nehmer? Selbst­ständig­keit im Erwerbs­verlauf" und Dr. André Pahnke über "Finan­zierungs­struktu­ren und -strate­gien klei­ner und mittlerer Unter­nehmen".

Dr. An­nette Icks und Dr. Teita Bijedić referier­ten An­fang De­zember auf dem Haupt­stadtkon­gress der Offensive Mittel­stand in Berlin über "Führung und Prä­vention". Auf dem 5. Lan­deskon­gress der Offensive Mittel­stand und der Offensive Gutes Bauen Baden-Württem­berg brachte Dr. An­nette Icks For­schungs­ergeb­nisse des IfM Bonn beim Thema "Präven­tion 4.0 – Ist eine men­schenge­rechte und wirt­schaftli­che Ar­beits­weltge­staltung möglich?" ein. Auf dem Ple­num der Offensive Mittel­stand Mitte No­vember in Berlin resü­mierte sie als stell­vertre­tende Vorsit­zende die zurück­liegenden erfolgrei­chen Monate.

Auf dem Nexxt-change-Regio­nalpart­nertreffen in Frankfurt a. M. re­ferierte Dr. Ro­semarie Kay An­fang De­zember über das Thema "Unter­neh­mens­nachfolge". Auf der Veran­staltung "Unter­neh­mens­nachfolge und Ko­operatio­nen zwi­schen Startups und er­fahrenen Unter­nehmern" stellte sie Ende Oktober im Bun­desmi­nisterium für Wirt­schaft und Energie in Berlin erste Er­gebnisse des For­schungs­projekts "Unter­nehmeri­sches Verhalten im Zuge der Un­terneh­mens­nachfolge" vor.

Dr. André Pahnke gab Mitte Oktober auf dem Herbst­treffen der OECD-Arbeits­gruppe "KMU und Un­terneh­mertum" in Paris einen Überblick über die "Finan­zier­ungsstrukturen und -strate­gien kleiner und mit­tlerer Un­terneh­men".

Gemein­sam mit Vertre­tern aus Unter­nehmen, Gewerk­schaften und Ver­bänden sowie Wirt­schafts­politikern und Wis­sen­schaftlern disku­tierte Dr. Christian Schröder Ende Septem­ber auf dem Fachfo­rum "Ef­fektivität des Inno­vations­systems und In­novati­onskraft des Mit­telstands" in Berlin und brachte die For­schungs­ergeb­nisse des IfM Bonn zum Thema "Digitali­sierung" ein.

Weihnachtskarte

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