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Der Forschungsnewsletter zum Mittelstand

– ein kostenloser Service des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Ausgabe 4/2018 / 12. Dezember 2018

Inhalt

  ➜ Editorial
  ➜ Digitale Geschäftsmodelle als Wettbewerbsfaktor
  ➜ Kostenfreie Potenzialanalyse zu Arbeit 4.0
  ➜ Mit Reallaboren komplexen Herausforderungen begegnen
  ➜ Wo MINT-Fachfrauen profitieren
  ➜ Auf dem Weg zur Kultur der Selbstständigkeit
  ➜ NUI-Regionenranking: Offenbach bleibt Spitze
  ➜ Aktualisierte IfM-Statistiken
  ➜ Aktuelles aus dem IfM Bonn

Editorial

Foto Prof. Dr. Welter Liebe Newsletter-Abonnenten,

auch in 2018 hat uns das Thema "Digitalisierung im Mittelstand" wieder beschäftigt. Dabei hat sich gezeigt, dass die mittelständischen Unternehmen prinzipiell dieser Entwicklung offen gegenüberstehen – insbesondere, wenn sie durch die Digitalisierung Potenzial für Kosteneinsparungen und betriebliche Verbesserungen sehen. Allerdings werden die Möglichkeiten der Digitalisierung noch zu wenig genutzt, um das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Ein Grund hierfür liegt in den Hindernissen, mit denen die mittelständischen Unternehmen in diesem Zusammenhang zu kämpfen haben. Mehr hierzu finden Sie im Beitrag "Digitale Geschäftsmodelle als Wettbewerbsfaktor".

Weitere spannende Forschungsergebnisse finden Sie nicht nur in diesem Newsletter. Ich kann Ihnen diese auch schon heute für das kommende Jahr versprechen: So läuft beispielsweise aktuell eine großangelegte Befragung zum Thema "Bürokratiewahrnehmung", an der auch Sie als Selbstständiger und Unternehmer noch bis 31.12.2018 teilnehmen können. Sie finden die Befragung auf unserer Internetseite hier.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit, ein friedliches Weihnachtsfest sowie einen guten Start ins Jahr 2019.

Prof. Dr. Friederike Welter
Präsidentin des IfM Bonn

Digitale Geschäftsmodelle als Wettbewerbsfaktor

Um im Wettbewerb dauerhaft bestehen zu können, müssen die mittelständischen Unternehmen heute regelmäßig überprüfen, inwieweit ihr eigenes Geschäftsmodell digital angreifbar sein könnte. Diese regelmäßigen Kontrollen bieten zugleich die Chance, selbst aktiv zu werden und Leistungen und Produkte digital anzubieten, wenn es ökonomisch sinnvoll erscheint.

Das IfM-Denkpapier "Digitale Geschäftsmodelle – Chancen und Herausforderungen für den Mittelstand" stellt zum einen kompakt die verschiedenen Verfahren und Technologien vor, mit deren Hilfe die mittelständischen Unternehmen ihr Geschäftsmodell digitalisieren können. Zugleich zeigt es aber auch auf, welche spezifischen Hürden es dabei zu überwinden gilt. So ist die Fähigkeit, in digitalen Zusammenhängen und Netzwerkstrukturen zu denken, eine notwendige Voraussetzung für die wirtschaftliche und technische Bewertung der digitalen Möglichkeiten. Diese Fähigkeiten müssen jedoch auf Führungs- und Mitarbeiterebene teilweise noch entwickelt werden. Auch gilt es weiterhin, unklare Rechtsfragen bezüglich der Datensicherheit und der gemeinsamen Datennutzung zu klären, sowie als technische Voraussetzung digitale Breitbandstrukturen zu schaffen.

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Kostenfreie Potenzialanalyse zu Arbeit 4.0

Die Führungskräfte und Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stehen mit der Einführung von 4.0-Technologien vor einem umfassenden Wandel: Schließlich wirken sich die neuen smarten Arbeitsmittel und autonomen Systeme auf die betrieblichen Prozesse und die Personalführung aus. Auch erfordern sie andere Kompetenzen als bisher. Richtig eingesetzt, können mit den 4.0-Technologien jedoch Wettbewerbsvorteile für die KMU erschlossen werden. Unterstützung bei der Einführung von 4.0-Technologien bietet jetzt die kostenfreie Potenzialanalyse 4.0.

Der Selbst-Check beruht auf den Forschungsergebnissen des Verbundprojekts "Prävention 4.0". Gemeinsam mit weiteren Institutionen und Verbänden hat das IfM Bonn in den vergangenen zwei Jahren die Veränderungen wissenschaftlich untersucht, die Arbeiten 4.0 mit sich bringt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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Mit Reallaboren komplexen Herausforderungen begegnen

In den Bereichen Mobilität, Umwelt sowie Stadt- bzw. Regionalentwicklung werden Reallabore heute schon eingesetzt, um verschiedene Lösungswege für komplexe Herausforderungen zu testen. Ebenso könnten Reallabore der Wirtschaftspolitik nützen, wie das IfM-Denkpapier "Potenziale der Reallaborforschung für die Wirtschaftspolitik" darlegt: Denn mit solchen Tests könnten im Vorfeld von geplanten gesetzgeberischen Maßnahmen die Vor- und Nachteile evaluiert, Handlungsempfehlungen abgeleitet und frühzeitig Partikularinteressen einzelner Gruppen einbezogen werden.

Gefahr des Scheiterns berücksichtigen

Allerdings bringt jedes Reallabor für die Entscheidungsträger ein gewisses Maß an Unsicherheit sowie das Risiko zu scheitern mit sich. Auch dürfen die Verantwortlichen in der Wirtschaftspolitik den Experimentierraum nicht überregulieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die dynamischen Prozesse im Keim erstickt werden.

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Wo MINT-Fachfrauen profitieren

Die Bereitschaft, in den MINT-Berufen zu arbeiten, hat unter den jungen Frauen zwar zugenommen. Gleichwohl bleiben sie in diesem Bereich mit einem Anteil von 15 % stark unterrepräsentiert. Zum Vergleich: Unter allen jungen Beschäftigten in der Privatwirtschaft sind sie mit 46 % vertreten.

Wie stark junge Frauen in den MINT-Berufen unterrepräsentiert sind, hängt unter anderem davon ab, in welcher Branche sie tätig sind und welches Qualifikationsniveau gefordert ist. Etwas häufiger sind sie in den Kleinst- und Großbetrieben zu finden als in den Klein- und Mittelbetrieben. Generell gilt: Je mehr Frauen in der Belegschaft und in der Geschäftsführung aktiv sind und je mehr Gleichstellungsmaßnahmen es gibt, desto mehr weibliche Fachkräfte zieht es auch in diese Betriebe.

Je kleiner der Betrieb, desto geringer der Gender-Pay-Gap

Sowohl weibliche als auch männliche junge sozialversicherungspflichtige MINT-Beschäftigte verdienen mehr als altersgleiche Beschäftigte in der Privatwirtschaft insgesamt. Auch ist der Gender-Pay-Gap zwischen jungen MINT-Beschäftigten geringer als zwischen jungen Frauen und Männern in der Privatwirtschaft insgesamt. Besonders bemerkenswert dabei: Der Gender-Pay-Gap ist in den Kleinst- und Kleinbetrieben am geringsten.

Monatliche Bruttoarbeitsentgelte von jungen Beschäftigten in den MINT-Berufen (Beschäftigtengrößenklassen)

Monatliche Bruttoarbeitsentgelte von jungen Beschäftigten in den MINT-Berufen (Beschäftigungsgrößenklassen)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Sonderauswertung der Beschäftigtenstatistik; eigene Berechnungen.

Die Studie "Die Beschäftigungs- und Einkommenssituation von Young Women MINT Professionals im Mittelstand" entstand im Rahmen des am Lehrstuhl für Management kleiner und mittlerer Unternehmen und Entrepreneurship der Universität Siegen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP1620 geförderten Vorhabens "MINT dabei – Stärkung der Selbst- und Fremdwahrnehmung von Young Women MINT Professionals (YWMP) beim Berufseinstieg und -aufstieg in berufliche Selbstständigkeit und Mittelstand". Das IfM Bonn war mit der Auswertung vorhandener Statistiken und sonstiger Datenquellen im Hinblick auf die aktuellen Beschäftigungs- und Einkommensstrukturen in den MINT-Berufen im Mittelstand sowie die betrieblichen Einflussfaktoren für die Beschäftigung junger Frauen in MINT-Berufen von der Universität Siegen beauftragt.

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Auf dem Weg zur Kultur der Selbstständigkeit

Eine Kultur unternehmerischer Selbstständigkeit entwickelt sich nur über einen längeren Zeitraum. Kurzfristig können wirtschaftspolitische Maßnahmen und insbesondere finanzielle Initiativen zur Gründungsförderung nur wenig bewirken. Sehr viel sinnvoller ist daher eine Wirtschaftspolitik, die verlässliche gründungs- und unternehmerfreundliche Rahmenbedingungen schafft.

Unternehmerisches Denken vermitteln

Eine wesentliche Rolle bei der Etablierung einer Kultur der Selbstständigkeit spielen Vorbilder im unmittelbaren sozialen Umfeld. Kooperieren sie zudem mit Bildungseinrichtungen, trägt dies dazu bei, dass junge Menschen für eine Selbstständigkeit sensibilisiert werden. Ebenso sinnvoll ist es aber auch, unternehmerisches Denken und Handeln in unterschiedlichen schulischen Kontexten zu fördern.

Das Denkpapier "Kultur unternehmerischer Selbstständigkeit" finden Sie hier.

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NUI-Regionenranking: Offenbach bleibt Spitze

Zum 12. Mal in Folge hat sich in 2017 die kreisfreie Stadt Offenbach am Main an der Spitze des NUI-Regionenrankings behauptet. Gleichwohl nimmt die Neigung leich ab, in der hessischen Stadt ein Gewerbe anzusiedeln oder zu übernehmen. Platz 2 erreicht – wie im Vorjahr – der Landkreis München.

In die TOP-20-Gruppe sind in 2017 die Kreise Görlitz und Nordfriesland aufgerückt. Auch gelang es dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in die Spitzengruppe zurückzukehren. Dagegen gehören die Landkreise Harburg, Schwabach sowie Landsberg am Lech nicht mehr den TOP-20 an.

Bayern und Hessen mit TOP-Werten – und Mittelmaß

Insgesamt zählen 9 Kreise und kreisfreie Städte in Bayern, 5 Kreise und die Landeshauptstadt Wiesbaden in Hessen, Berlin, je eine Stadt in Rheinland-Pfalz (Zweibrücken), Baden-Württemberg (Baden-Baden), Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) und in Sachsen (Görlitz) sowie in Schleswig-Holstein der Kreis Nordfriesland zu den zwanzig Höchstplatzierten.

Gleichwohl bleibt in Bayern und Hessen der regionale Gründungsunterschied in 2017 besonders ausgeprägt: Während die NUI-Indikatorenwerte in den Ballungsgebieten Rhein-Main und rund um die Landeshauptstadt München hoch liegen, finden sich andere Landesteile lediglich auf mittleren Rangplätzen wieder.

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlicht seit 1998 jährlich die Zahl der regionalen Gewerbeanmeldungen pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter (Neue Unternehmerische Initiative – NUI). Durch die Bildung einer Rangordnung der NUI-Indikatorenwerte ergibt sich das NUI-Regionenranking.

Platzierung der Kreise und Städte im NUI-Regionenranking (2017)

NUI-Regionenranking (2017): Räumliche Verteilung

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Aktualisierte IfM-Statistiken

In den vergangenen Wochen wurden folgende Statistiken auf der Internetseite des IfM Bonn aktualisiert:

Gewerbliche Existenzgründungen und Unternehmensschließungen (1. Halbjahr 2018)
Insolvenzen
Auslandsaktivitäten

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Vorschau:

Im Forschungs-Newsletter (1/2019) können Sie u. a. lesen,

wie Führungskräfte mit den Herausforderungen der Digitalisierung umgehen,
wie sich die großen Familienunternehmen ökonomisch entwickeln und
welche Entwicklungen aktuell bei den Selbstständigen zu beobachten sind.

Der Newsletter wird am 15. März 2019 versandt.

Aktuelles aus dem IfM Bonn

Prof. Dr. Friederike Welter als IfM-Präsidentin bestätigt
Die Siegener Universitätsprofessorin Prof. Dr. Friederike Welter ist auf der Kuratoriumssitzung Anfang Dezember von der Stiftung Institut für Mittelstandsforschung (IfM) für weitere sechs Jahre als Präsidentin des IfM Bonn bestätigt worden.

Der Vorsitzende der Stiftung Hartmut Schauerte, Parlamentarischer Staatssekretär a. D., betonte auf der Kuratoriumssitzung "auch im Namen der Stifter", dass das IfM Bonn seit der Berufung von Prof. Dr. Friederike Welter eine außerordentliche Entwicklung genommen habe: "Seit 2013 ist das IfM Bonn wieder zu einem wichtigen Ratgeber und Datenlieferant für die zuständigen Ministerien geworden. Das Institut gibt Antworten auf die Herausforderungen, denen sich aktuell die mittelständische Wirtschaft angesichts der Globalisierung und des Wandels innerhalb des Mittelstands stellen muss." Prof. Dr. Friederike Welter ist seit Februar 2013 Präsidentin des IfM Bonn. Seit 2013 kooperiert das IfM Bonn zudem mit der Universität Siegen, an der Prof. Dr. Friederike Welter die Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Management kleiner und mittlerer Unternehmen und Entrepreneurship, inne hat.

Erfolgreiche wissenschaftliche Evaluierung
Das IfM Bonn verfolgt nicht nur eine klare und überzeugende Forschungsstrategie, das Institut verfügt auch über eine hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit. Zu diesem Ergebnis kommen die drei Mitglieder des wissenschaftlichen Evaluationsgremiums, Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner (TU München), Prof. Dr. Alexander Kritikos (DIW Berlin) und Prof. Dr. Peter Witt (Bergische Universität Wuppertal), in ihrem Evaluierungsbericht.

Die drei Professoren hatten sich Ende Juli 2018 vor Ort über die wissenschaftliche Leistung, die Organisation, Struktur, Drittmittel und Ausstattung des IfM Bonn sowie über wissenschaftliche Kooperationen und den Forschungstransfer informiert und anschließend die einzelnen Bereiche bewertet.

Datennutzung zu Forschungszwecken
Daten, die das IfM Bonn selbst erhebt, können von Wissenschaftlern kostenfrei zu eigenen Forschungszwecken in den Institutsräumen eingesehen und verwendet werden. Eine Nutzung für gewerbliche oder sonstige Zwecke ist dagegen nicht möglich. Mehr Informationen zum Anmeldeverfahren finden Sie hier.

Erfolgreiche Teilnahme am G-Forum
Die Wissenschaftler des IfM Bonn waren im Oktober mit mehreren Vorträgen auf der Interdisziplinären Jahreskonferenz zu Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand (G-Forum) in Stuttgart präsent: Sebastian Ptok stellte Analysen zu den Folgen des demografischen Wandels auf die Personalpolitik von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vor. Dr. Christian Schröder zeigte die unterschiedlichen Vorgehensweisen der KMU auf, mit denen sie der Gefahr disruptiver Innovationen begegnen. Dr. Sebastian Nielen erläuterte in seinem Vortrag, welche Merkmale innovative mittelständische Unternehmen ohne FuE kennzeichnen und auf welchem Wege diese ihre Innovationen generieren. Prof. Dr. Simone Chlosta (FOM Hochschule Frankfurt), die gemeinsam mit Dr. Teita Bijedić geschlechterspezifische Einflüsse auf die Innovationstätigkeit von Akademikern untersucht hatte, stellte auf dem G-Forum die Ergebnisse hierzu vor.

Zu Gast im IfM Bonn
Ende November besuchten Jun.-Prof. Dr. Diemo Urbig (Universität Wuppertal) und Jun.-Prof. Dr. Vivien Pocher das IfM Bonn, um mit den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen über "Hybrid Entrepreneurship" zu diskutieren. In ihrem Vortrag gingen sie der Frage nach, inwieweit Selbstständige weiterhin ihrer unabhängigen Tätigkeit nachgehen, wenn sie zusätzlich eine Festanstellung aufgenommen haben.

Zu Gast im IfM Bonn

Welchen Einfluss hat die Selbst- und Fremdwahrnehmung von jungen Frauen in MINT-Berufen auf deren Karriereweg? Wie beeinflusst der unternehmerische Rahmen die Wissensverarbeitung in Unternehmen? Wie wirken sich die traditionellen und neuen Medien auf die unternehmerische Identitätsbildung von Unternehmerinnen aus? Julia Schnittker, Anna Müller und Max Paschke (alle Universität Siegen) stellten Anfang November im IfM-Forum aktuelle Ergebnisse ihrer Dissertationen vor.

Neuer Beitrag in der Working Paper-Reihe
Nur eine Minderheit an kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) versucht bislang, disruptiven Innovationen und Geschäftsmodellen proaktiv zu begegnen. In ihrem Working Paper "SME´ Responses to Potentially Disruptive Innovations: Does Strategic Entrepreneurship Provide an Explanation" analysieren Dr. Rosemarie Kay, Dr. Sebastian Nielen und Dr. Christian Schröder, was proaktive Unternehmen im Vergleich zu den nicht proaktiven charakterisiert. Demnach beobachten die KMU zwar ihre Umwelt, sie sind aber noch nicht für Möglichkeiten sensibilisiert, die die digitalen Technologien bieten. Ihr Beitrag ist in der Working Paper-Reihe des IfM Bonn erschienen.

Externe Veröffentlichungen von IfM-Wissenschaftlern
Ein guter Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten wird inzwischen als der Schlüssel zu mehr Gründungen und nachhaltigerem Unternehmertum angesehen. Prof. Dr. Susan Coleman (University of Hartford/USA), Prof. Dr. Colette Henry (The Arctic University/Norwegen), Prof. Dr. Barbara Orser (University of Ottawa/Kanada), Prof. Dr. Lena Foss (The Arctic University/Norwegen) und Prof. Dr. Friederike Welter haben für fünf Staaten untersucht, inwieweit beispielsweise politische Maßnahmen zu höheren Gründerinnenzahlen führten. Ihr Beitrag "Policy Support for Women Entrepreneursʼ Access to Financial Capital: Evidence from Canada, Germany, Ireland, Norway and the United States" ist im Oktober 2018 online im Journal of Small Business Management erschienen.

Zur Unterstützung von Wirtschaftspolitikern auf kommunaler und (über-)regionaler Ebene sowie für beratende Institutionen haben OECD und Europäische Union die Online-Hilfe "Better Entrepreneurship Policy Tool" entwickeln lassen. Mit dieser können Förderprogramme auf den Prüfstand gestellt werden. Zugleich zeigen konkrete Fallbeispiele auf, wie die politisch Verantwortlichen ihre jeweiligen Programme und Initiativen verbessern können. Die Entwicklung der Online-Hilfe wurde wissenschaftlich von einem Fachbeirat begleitet, dem auch Prof. Dr. Friederike Welter angehörte.

Weibliches Unternehmertum findet in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung umfassend Beachtung. In ihrem Buch "Womenʼs Entrepreneurship in Europe" haben die Herausgeberinnen Jun.-Prof. Stephanie Birkner (Universität Oldenburg), Jun.-Prof. Dr. Kerstin Ettl (Universität Siegen), Prof. Dr. Friederike Welter und Prof. Dr. Ilona Ebbers (Europa-Universität Flensburg) aktuelle Forschungsbeiträge und Praxisstudien vereint. So untersuchten unter anderem die drei IfM-Wissenschaftler Dr. Rosemarie Kay, Dr. André Pahnke und Dr. Susanne Schlepphorst die geplante Übergabe von frauengeführten Unternehmen im Vergleich mit männergeleiteten Unternehmen. Das Ergebnis: Das unternehmerische Verhalten in der Vorübergabephase unterscheidet sich ebenso wie die Performance der Unternehmen nur geringfügig.

Selbstständige gehören verhältnismäßig häufig zu den Top-Verdienern oder zu den Einkommensschwächsten. Dr. Stefan Schneck zeigt in seinem Beitrag "The Effect of Self-Employment on Income Inequality", dass eine Erhöhung des Anteils der Selbstständigen mit einer Einkommenspolarisierung einhergeht. Dementsprechend steigt auch die Einkommensungleichheit. Die Studie ist in der Discussion Paper Series der Global Labor Organization erschienen.

Die Forschungsergebnisse des IfM Bonn – (inter-)national präsent
Im Rahmen eines Abendessens bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Ende November, zu dem Spitzenvertreter der deutschen mittelständischen Wirtschaft eingeladen waren, hielt Prof. Dr. Friederike Welter den Impulsvortrag. Auf der Mittelstandskonferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellte sie einige Tage zuvor in ihrer Keynote sowohl die positiven Entwicklungen als auch die Herausforderungen der Digitalisierung für die mittelständischen Unternehmen dar. Beim "European workshop on universities as regional lead institutions" in Graz/Österreich zeigte die IfM-Präsidentin Mitte November auf, was die EU-Initiative "Smart specialisation" für den Mittelstand bedeutet. Warum es sinnvoll und hilfreich ist, sich in der Wissenschaft zu vernetzen, erläuterte sie Mitte Oktober auf der Startveranstaltung "Frauenspezifisches Mentoring Siegen" (FraMeS) an der Universität Siegen.

Im Rahmen der Fachveranstaltung "Entrepreneurship Education" Ende November in Ludwigsburg leitete Dr. Teita Bijedić den Workshop "Unternehmerisch Handeln macht Schule". Auf der FDP-Fachkonferenz "Perspektiven öffnen: Unternehmen und Einwanderung" erläuterte Dr. Teita Bijedić Ende September im Deutschen Bundestag in Berlin, welchen Beitrag migrantengeführte Familienunternehmen zur deutschen Volkswirtschaft leisten.

Dr. Annette Icks legte Anfang November in ihrem Vortrag vor der Gesellschaft für Wissensmanagement in Berlin dar, warum die Führungskräfte von kleinen und mittleren Unternehmen sich bereits heute mit der Thematik "Software 4.0" beschäftigen sollten. Auf der Messe "Arbeitsschutz Aktuell" in Stuttgart stellte sie Ende Oktober die kostenfreie Potenzialanalyse Prävention 4.0 vor.

Wie Startups und mittelständische Unternehmen voneinander profitieren können – darüber diskutierten Jonas Löher, Dr. Julian Bosch (Intrapore GmbH), Jacob P. Bussmann (Seed Forward GmbH) und Christoph Baier (Ambi-Vation) auf dem 6. EXIST-Investmentforum im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Berlin.

Dr. André Pahnke zeigte Anfang Dezember auf dem Finanzierungstag der IHK Coesfeld den anwesenden Unternehmensvertretern Strategien und Strukturen im Bereich Finanzierung auf.

Im Rahmen der Informationsveranstaltung "Fit für die digitale Arbeitswelt?", die die IHK zu Kiel Ende November veranstaltete, berichtete Dr. Susanne Schlepphorst über das Forschungsverbundprojekt "Prävention 4.0" und stellte erste praktische Umsetzungshilfen vor.

Weihnachtskarte

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