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Der Forschungsnewsletter zum Mittelstand

– ein kostenloser Service des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Ausgabe 4/2020 / 11. Dezember 2020

Inhalt

  ➜ Editorial
  ➜ Corona-Auswirkungen auf das Gründungsgeschehen
  ➜ Unbeeindruckt von der Krise: Gründungswillige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen
  ➜ IfM Bonn entwickelt Belastungsindikator Mittelstand
  ➜ Wechselnde Einkommenslagen von Selbstständigen
  ➜ Gesucht: Auszubildende für Kleinstbetriebe
  ➜ Digitalisierung: Mehr KMU bilden ihre Belegschaft weiter
  ➜ Neue Podcasts des IfM Bonn
  ➜ Aktualisierte IfM-Statistiken
  ➜ Aktuelles aus dem IfM Bonn

Editorial

Foto Prof. Dr. Welter Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

in den ersten 6 Monaten dieses Jahres ist die Anzahl der Existenzgründungen – verglichen mit dem 1. Halbjahr 2019 – um 15,5 % gesunken. Angesichts der erheblichen Unsicherheit, die die Coronavirus-Pandemie zunächst ausgelöst hat, ist dies nicht verwunderlich. Doch wie wird sich die Pandemie in näherer Zukunft auf das Gründungsgeschehen auswirken? Lesen Sie mehr hierzu unter "Corona-Auswirkungen auf das Gründungsgeschehen" sowie "Unbeeindruckt von der Krise: Gründungswillige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen".

Die ökonomischen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Mittelstand werden uns auch im kommenden Jahr beschäftigen. Ebenso stehen aber auch beispielsweise die Chancen und Herausforderungen des Klimawandels für den Mittelstand oder die verschiedenen Facetten der Digitalisierung auf unserer Forschungsagenda.

Doch nun wünsche ich Ihnen erst einmal ein schönes und friedliches Weihnachtsfest sowie einen guten Start ins neue Jahr!

Ihre

Prof. Dr. Friederike Welter
Präsidentin des IfM Bonn

Corona-Auswirkungen auf das Gründungsgeschehen

Drei Aspekte haben sich laut dem IfM-Hintergrundpapier "Gewerbliche Existenzgründungen und Unternehmensaufgaben im 1. Halbjahr 2020 – Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie" vorrangig auf das Gründungsgeschehen im gewerblichen Bereich ausgewirkt: Die nationalen Grenzschließungen zu Beginn der Coronavirus-Pandemie, die unterschiedlichen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für die einzelnen Branchen und die Unterstützungsmaßnahmen der Bundes- und Landesregierungen.

Licht und Schatten beim Gründungsgeschehen

Die Anzahl der Gründungen von Einzelunternehmen ausländischer Staatsangehöriger reduzierte sich im ersten Halbjahr 2020 um mehr als 25 %. Damit sank sie deutlich stärker als bei den deutschen Staatsangehörigen (-14 %).

Eine Ursache könnte in den Einreisebeschränkungen zu Beginn der Coronavirus-Pandemie liegen: So sank insbesondere im Baugewerbe, in dem üblicherweise sehr viele ausländische Staatsangehörige unmittelbar nach ihrer Einreise gründen, die Anzahl der Existenzgründungen überdurchschnittlich stark – obwohl die Nachfrage am Baumarkt zunächst kaum von der Pandemie betroffen war.

Ein starker, eindeutig pandemiebedingter Rückgang der Gründungsaktivitäten ist jedoch im Gastgewerbe, bei den sonstigen personenbezogenen Dienstleistungen und im Bereich "Kunst, Unterhaltung und Erholung" zu beobachten. Dagegen stellten die IfM-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Land- und Forstwirtschaft bzw. Fischerei sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen eine Zunahme an gewerblichen Existenzgründungen fest.

Entwicklung der gewerblichen Existenzgründungen nach Wirtschaftszweigen (1. Halbjahr 2020 gegenüber 1. Halbjahr 2019)

Entwicklung der gewerblichen Existenzgründungen nach Wirtschaftszweigen

Quelle: IfM Bonn (Basis: Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden).

Unterstützungsmaßnahmen verhinderten Insolvenzwelle

Den Rückgang bei den Unternehmensschließungen (-20 % verglichen mit 1. Halbjahr 2019) führen die IfM-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vor allem auf die vielfältigen finanziellen Unterstützungsleistungen seitens des Bundes, der Länder und der Kommunen sowie auf die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zurück. Gleichwohl erwarten sie einen Anstieg der Schließungen bei denjenigen Unternehmen, die über einen längeren Zeitraum stark von den pandemiebedingten Einschränkungen betroffen sind.

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Unbeeindruckt von der Krise: Gründungswillige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

Die erste Welle der Coronavirus-Pandemie hat sich deutlich weniger als erwartet auf die Gründungsbereitschaft von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen an deutschen Hochschulen ausgewirkt. Einer/eine von drei Gründungsinteressierten entdeckte aufgrund der Pandemie sogar neue Geschäftsmöglichkeiten für sich. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Sonderauswertung einer Befragung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen für das Chartbook "Der Gründungserfolg von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Corona-Pandemie".

Klassische Hindernisse dominieren

Vorrangig halten die mangelnde Vereinbarkeit des Gründungsvorhabens mit der aktuellen beruflichen Situation, die zeitliche Belastung sowie fehlende Kenntnisse bzw. Ressourcen und das Risiko zu scheitern gründungsinteressierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen von der Umsetzung ihres Gründungsvorhabens ab. Nur einer/eine von sechs gab bei der Befragung an, das Gründungsvorhaben aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu verschieben.

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IfM Bonn entwickelt Belastungsindikator Mittelstand

Die ertragssteuerliche Belastung der Unternehmen in Deutschland hat sich zwischen 2008 und 2017 verringert. Dies gilt jedoch nicht für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Deren ertragssteuerliche Belastung liegt in 2017 nur noch geringfügig unterhalb der von Großunternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Belastungsindikator Mittelstand", die das IfM Bonn im Auftrag des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft durchgeführt hat.

Anteil der Ertragssteuern am Jahresergebnis 2008 bis 2017 (nach Größenklassen)

Gewerbliche Existenzgründungen und Schließungen (2016-2020)

Quelle: Deutsche Bundesbank, eigene Berechnungen.

Höhere Sozialabgaben für die KMU

Trotz der guten wirtschaftlichen Lage in den vergangenen Jahren sind die vom Statistischen Bundesamt erfassten (gesetzlichen und sonstigen) Sozialkosten in Relation zu den gesamten Personalkosten kaum zurückgegangen. Dies trifft insbesondere die KMU, weil sie stärker als die Großunternehmen mit Abgaben zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung belastet sind. Diese sind gesetzlich festgelegt und damit unvermeidbar. Großunternehmen haben hingegen höhere sonstige Sozialkosten, die sie – weil im Wesentlichen freiwillig – bei Bedarf zurückfahren können.

Der Belastungsindikator Mittelstand des IfM Bonn wird in den kommenden Jahren regelmäßig aktualisiert.

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Wechselnde Einkommenslagen von Selbstständigen

Rund sechs von zehn der etwa 6,8 Millionen selbstständig tätigen Personen erwirtschafteten 2014 laut der Studie "Die Einkommenslage von Selbstständigen vor dem Hintergrund ihrer Altersvorsorgefähigkeit" Gewinneinkünfte von weniger als 10.000 Euro. Ihre Gewinne blieben damit unter dem steuerlichen Grundfreibetrag und reichten nicht aus, eine auskömmliche Altersvorsorge aufzubauen. Zu bedenken ist allerdings, dass fast 40 % aller Selbstständigen weitere Einkommen zusätzlich zu ihren Gewinneinkünften erzielten, ein weiterer Teil wurde gemeinsam mit einem Partner bzw. einer Partnerin steuerlich veranlagt und verfügt auf diese Weise über zusätzliches Einkommen.

Keine Altersvorsorgepflicht notwendig

Auch wenn viele Selbstständige bei einer zeitpunktbezogenen Betrachtung nur über geringe Gewinneinkünfte verfügen, kann daraus nicht zwangsläufig gefolgert werden, dass sie auf Dauer gesehen keine ausreichende Altersvorsorge für sich aufzubauen können: Neben den bereits genannten weiteren Einkommen ist zu berücksichtigen, dass Zeiträume mit geringen Einkünften oftmals durch Zeiträume mit höheren Einkommen ausgeglichen werden.

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Gesucht: Auszubildende für Kleinstbetriebe

Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass die Zahl der Auszubildenden in den Kleinstbetrieben seit Jahren sinkt: Waren in 2005 noch rund 383.000 Auszubildende in Betrieben mit maximal 9 Beschäftigten zu finden, so absolvierten 2019 nur noch rund 246.000 Personen in den Kleinstbetrieben eine duale Berufsausbildung. In den Großbetrieben steigt hingegen seit 2014 die Zahl der Auszubildenden.

Auszubildende in den einzelnen Betriebsgrößenklassen (2005 bis 2019)

Auszubildende in den einzelnen Betriebsgrößenklassen (2005 bis 2019))

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Statistik-Service West): Sonderauswertung der Beschäftigungsstatistik im Auftrag des IfM Bonn, Düsseldorf, verschiedene Jahrgänge; Berechnungen des IfM Bonn.

Ausbildungsbereitschaft ist gestiegen

Auch wenn die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit anderes nahelegt – Betriebsbefragungen zeigen, dass in den vergangenen 15 Jahren der Anteil der Kleinstbetriebe gestiegen ist, die Ausbildungsstellen anbieten. Gleichwohl konnte ein beachtlicher Anteil dieser Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Dies kann zur Folge haben, dass ein Betrieb in der amtlichen Statistik nicht als Ausbildungsbetrieb erfasst wird, wenn es zudem kein weiteres aktuelles Ausbildungsverhältnis dort gibt.

Die Studie "Herausforderungen der Berufsausbildung in Kleinstbetrieben" finden Sie auf der Internetseite des IfM Bonn hier.

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Digitalisierung: Mehr KMU bilden ihre Belegschaft weiter

Vier von zehn (43 %) mittelgroßen Unternehmen beschäftigen Fachkräfte der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) – unter den kleinen Unternehmen finden sich diese nur in jedem achten Unternehmen. Insgesamt liegt der KMU-Anteil bei 17 %. Zum Vergleich: Unter den Großunternehmen beschäftigen 77 % der Unternehmen IKT-Fachkräfte.

Unternehmen mit IKT-Fachkräften im EU-Vergleich (2019)

Unternehmen mit IKT-Fachkräften im EU-Vergleich (2019)

Immer mehr Unternehmen bilden ihre eigene Belegschaft in IKT weiter. Im Vergleich zu 2018 ist bis 2019 allein der Anteil unter den KMU um 2 Prozentpunkte gestiegen. Allerdings ist auch hier der Anstieg vor allem auf die mittleren Unternehmen zurückzuführen: Im Vergleich zu 2018 lag in dieser Größenklasse der Anteil an Unternehmen, die IKT-Weiterbildungen anboten, um 6 Prozentpunkte höher als in 2018. Insgesamt liegt der KMU-Anteil in Deutschland nun deutlich über dem EU-Durchschnittswert.

IKT-Weiterbildung in den Unternehmen (inkl. EU-Vergleich, 2019)

Unternehmen mit IKT-Fachkräften im EU-Vergleich (2019)

Weitere Daten zur "Digitalisierung der KMU im EU-Vergleich" finden Sie im Statistikbereich auf der Homepage des IfM Bonn.

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Neue Podcasts des IfM Bonn

Neue Podcasts des IfM Bonn

Gründungen folgen nicht immer dem klassischen Weg von der Idee über den Businessplan bis hin zum Unternehmensstart und der ersten Gewinnrealisierung. Im Podcast "Gründungsprozesse vor und in Zeiten von Corona" erläutert Dr. Nadine Schlömer-Laufen die Gründe hierfür. Der Podcast ist u.a. auf der Internetseite des IfM Bonn und auf dem YouTube-Kanal des Instituts zu finden.

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Aktualisierte IfM-Statistiken

In den vergangenen Wochen wurden folgende Statistiken auf der Internetseite des IfM Bonn aktualisiert:

Selbstständige

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Vorschau:

Im Forschungsnewsletter 1/2021 können Sie u. a. lesen,

inwiefern sich das unternehmerische Verhalten von Alteigentümern und Alteigentümerinnen auf Unternehmensübergaben auswirkt,
in welchen (kreisfreien) Städten und Landkreisen besonders viele Gewerbe angemeldet wurden und
welche Chancen FinTechs für mittelständische Unternehmen bieten.

Der Newsletter wird am 19. März 2021 versandt.

Aktuelles aus dem IfM Bonn

Platz 16 im F.A.Z-Ökonomenranking
Prof. Dr. Friederike Welter gehört nicht nur wieder dem F.A.Z.-Ranking der einflussreichsten Ökonomen in Deutschland an – sie hat sich auch im Vergleich zum Vorjahr um 5 Plätze verbessert: Sie steht nun auf Rang 16. Die ersten drei Plätze nehmen Prof. Dr. Ernst Fehr (Universität Zürich), Prof. Dr. Clemens Fuest (Ifo-Institut) und Prof. Dr. Marcel Fratzscher (DIW Berlin) ein.

Ausschlaggebend für die gute Platzierung war vor allem die Forschungstätigkeit der IfM-Präsidentin. In den vergangenen Monaten hat sie neben zahlreichen Aufsätzen auch gemeinsam mit namhaften Ko-Autoren die Bücher "Contextualizing Entrepreneurship Theory" und "A Research Agenda for Entrepreneurship Policy" veröffentlicht.

Weitere Ehrung für IfM-Präsidentin

Neue Homepage des IFM Bonn

Prof. Dr. Friederike Welter ist im Oktober als Ausdruck ihrer Verdienste für die Entrepreneurshipforschung in den erlesenen Kreis der 21st Century Entrepreneurship Research Fellows aufgenommen worden. Die Forschungsvereinigung zeichnet sich durch einen intensiven wissenschaftlichen Austausch sowie durch die Förderung von qualitativ hochwertiger Entrepreneurshipforschung aus.

Erster International Round Table on SMEs

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Wie wird sich die Covid 19-Krise kurz- bzw. langfristig auf die kleinen und mittleren Unternehmen auswirken? Welche Unterstützungsmaßnahmen benötigen die KMU jetzt – und nach der Krise? Wird die Pandemie zu einem veränderten unternehmerischen Verhalten führen? Über diese und weitere Fragen diskutierten Mitte Oktober 40 renommierte Entrepreneurshipforscher und -forscherinnen aus Europa, den USA und Südafrika im Rahmen des International Roundtable on SMEs mit Vertretern und Vertreterinnen aus Wirtschaft und Mittelstandspolitik.

IfM-Statistikerin geht in den Ruhestand

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Nach 31 Jahren beim IfM Bonn geht Brigitte Günterberg Ende 2020 in den Ruhestand. Die studierte Mathematikerin hat in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Statistiken zu kleinen und mittleren Unternehmen aufgebaut und stetig aktualisiert. Daneben wirkte sie an verschiedenen IfM-Studien mit. Zukünftig sind verschiedene IfM-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für die Mittelstandsstatistik zuständig. Die jeweiligen Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen finden Sie auf den entsprechenden Statistikseiten.

Zu Gast im IfM Bonn

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Lange Zeit wurden Unternehmer und Unternehmerinnen in der Forschung zumeist nur als Einzelpersonen betrachtet. Inzwischen beschäftigen sich die Entrepreneurshipforscher und -forscherinnen auch mit Unternehmergruppen. So untersuchen Dr. Michael Weinhardt und Dr. Isabell Stamm (beide Institut für Soziologie/Technische Universität Berlin) anhand von verschiedenen Daten die Entwicklungsdynamiken in unternehmerischen Gruppen. Im Rahmen des virtuellen IfM-Forums stellte Dr. Michael Weinhardt Ende Oktober die Datengenerierung sowie erste Ergebnisse vor.

Im Rahmen eines virtuellen Besuches informierte sich Prof. Dr. Stephen Roper (Warwick Business School/Großbritannien) mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Mitte Oktober über die Geschichte und Struktur des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn.

Policy Brief: Neue Veröffentlichungen
Krisen können Gründungsprozesse beschleunigen. Dies belegt die Analyse von Gründungen während der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09. Lässt sich dieses Ergebnis auch auf die Coronakrise übertragen? Antworten hierauf geben Dr. Nadine Schlömer-Laufen, Prof. Dr. Andrea Herrmann, Dr. Teita Bijedić und Dr. Jonas Löher im aktuellen Policy Brief "Gründungsprozesse und der Einfluss von Krisen".

Externe Veröffentlichungen von IfM-Wissenschaftlern
Unternehmer und Unternehmerinnen suchen ihr Unternehmen vorzugsweise familienintern zu übergeben. Dr. Nadine Schlömer-Laufen und Prof. Dr. Andreas Rauch (The University of Sydney/Australien und Johannes Keppler Universität in Linz/Österreich) haben in ihrem Beitrag "Internal and external successions in family firms: a meta-analysis" untersucht, wie hoch der Anteil familieninterner Nachfolgelösungen in den Studien der vergangenen 30 Jahre war und welche Faktoren den Anteil familieninterner Nachfolgen in den Studien beeinflussten.

Das Unternehmertum im Silicon Valley wird in der Öffentlichkeit immer wieder als "vorbildhaft" angepriesen. Doch wie vorbildhaft sind diese Unternehmen wirklich? In ihrem Beitrag "Unternehmertum und Soziale Marktwirtschaft – (k)ein Gegensatz" für "Soziale Marktwirtschaft – Ordnung der Zukunft" zeigt Prof. Dr. Friederike Welter unter anderem anhand der geschichtlichen Entwicklung des Unternehmertums auf, dass auch die Unternehmensgründer im Silicon Valley durchaus in der Tradition des Mittelstands stehen.

Die Forschungsergebnisse des IfM Bonn – (inter-)national präsent
Dr. Teita Bijedić, Dr. Siegrun Brink, Dr. Christian Dienes und Peter Kranzusch stellten Anfang Oktober auf der Online-Sitzung des Arbeitskreises "Gender & Entrepreneurship" des Förderkreises Gründungs-Forschung e.V. (FGF) verschiedene IfM-eigene Datensätze vor, die sich gut für genderspezifische Analysen eignen und auch externen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zugänglich sind.

Im Rahmen der Online-Konferenz "Beyondwork 2020" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zeigte Dr. Annette Icks in der Session "Globale KI-Innovation & regionale Vernetzung" Ende Oktober auf, was eine gute regionale Infrastruktur für den Wissenstransfer zu den KMU auszeichnet.

Über "Die Situation von Unternehmerinnen und ihren Unternehmen in der Corona-Pandemie" sprach Dr. Rosemarie Kay Mitte November im Rahmen des Werkstattgesprächs "Geschlechterpolitik in der Krise. Gleichstellung in Zeiten von Corona" des Harriet Taylor Mill-Instituts. Ende Oktober stellte sie den "Mittelstandsindex – Belastungsindikator aus Steuern und Beiträgen des deutschen Mittelstands" sowohl auf der Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) als auch im Rahmen eines vom BVMW organisierten Parlamentarischen Abends in Berlin vor. Ende September hielt sie auf der Fachtagung "Risiken & Chancen einer hybridisierten Arbeitswelt für mehr Unternehmensgründungen von Frauen" den Vortrag "Schlaglichter auf die hybride Selbstständigkeit in Deutschland".

Dr. André Pahnke referierte Ende November beim ENSR virtual seminar "SME development in Europe, the main trends and new methods for research" über "The experience of the IfM Bonn in SME and medium sized enterprises research". Auf der Research in Entrepreneurship and Small Business (RENT)-Konferenz stellte er am 20. November die Forschungsergebnisse des Papers "In the eye of the beholder: the German Mittelstand" vor.

Auf der Online-Digivation Zentralveranstaltung Mitte Dezember hielt Dr. Christian Schröder die Keynote "Führung und datenbasierte Geschäftsmodelle".

Im Rahmen der Europäischen SME Assembly 2020 "Building a sustainable and resilient future together" diskutierten Prof. Dr. Friederike Welter, Prof. Dr. Ute Stephan (King’s College, Großbritannien), Prof. Dr. David B. Audretsch (Indiana University/USA), Prof. Dr. Alfredo De Massis (Freie Universität Bozen/Italien) und Prof. Dr. Arnis Sauka (Stockholm School of Economics, Riga/Lettland) Mitte November über die Chancen und Herausforderungen für die kleinen und mittleren Unternehmen während und nach der Covid 19-Pandemie. Anfang November hielt die IfM-Präsidentin die Keynote auf der "International Conference of Entrepreneurship Research" der Universität Tecnológico de Monterrey (Mexiko). Auf Einladung der Europäischen Kommission nahm Prof. Dr. Friederike Welter Anfang Oktober am SME Envoy Meeting teil. In ihrem Impulsvortrag legte sie dar, warum die Covid 19-Pandemie eine Chance darstellt, die bisherige kleinräumige und kurzfristige Wirtschaftspolitik zu ändern.

Frohe Weihnachten

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