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Mittelstand, Gesellschaft und Staat | 2022
Entwicklungstendenzen globaler Wertschöpfungsketten aus Sicht mittelständischer Unternehmen

Laufendes Forschungsvorhaben

Ausgangslage/Problemstellung

Im Jahr 2016 untersuchte das IfM Bonn die Herausforderungen und Chancen, die sich für mittelständische Unternehmen aus dem Mitwirken in (globalen) Wertschöpfungsketten ergeben. Damals zeigte sich eine Tendenz zur fortschreitenden Globalisierung. Die aktuelle Pandemie, aber auch andere einschneidende Ereignisse wie beispielsweise die Präsidentschaft von Donald Trump und der Brexit könnten Industrieunternehmen jedoch veranlasst haben, ihre Produktionsketten bzw. -orte zu überdenken. Auch die sich intensivierende Klimawandeldiskussion und fortschreitende Digitalisierung könnte einen Trend zu regionaleren Wertschöpfungsketten auslösen.

Forschungsziele/Vorgehensweise

Ziel des Projekts ist es zu untersuchen, inwieweit es in den letzten Jahren bereits zu Änderungen in der Zusammensetzung von Wertschöpfungsverbünden gekommen ist und inwiefern sich das auf die eingebundenen mittelständischen Unternehmen ausgewirkt hat. So stellt sich die Frage, ob sich die Wertschöpfungstiefe und die Position für bestimmte mittelständische Unternehmen in Wertschöpfungsverbünden verändert hat und auf welche Faktoren dies zurückzuführen ist. Nicht zuletzt gilt es zu klären, ob es zu Verhaltensänderungen (z. B. in der Lagerhaltung oder einer erhöhten Diversifizierung) gekommen ist und ob bestimmte Wertschöpfungsprozesse verstärkt wieder in Europa bzw. regional durchgeführt werden, während womöglich für andere die Globalisierung noch zusätzlich an Bedeutung gewinnt.

Die Auswertung von Makrodaten wie z. B. der Trade in Value Added (TiVA)-Statistik der OECD soll Trends veranschaulichen. Allerdings liefern diese und ähnliche Makrodaten keine Informationen zu einzelnen Wertschöpfungsketten und den Unternehmen, die ihnen angehören. Deswegen sollen qualitative Interviews sowohl mit Experten als auch mit den in Wertschöpfungsketten eingebundenen Unternehmen geführt werden. Inwiefern es sich bei den daraus gewonnenen Erkenntnissen um gesamtwirtschaftlich bedeutende Entwicklungen handelt, soll durch eine anschließende großzahlige Befragung von mittelständischen Unternehmen in ausgewählten Wirtschaftszweigen überprüft werden.