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Strategische Unternehmensführung | 2016
Internationalisierung im mittelständischen Dienstleistungssektor

Abgeschlossenes Forschungsprojekt

Ausgangslage/Problemstellung

Dienstleistungsexporte machen nach den Angaben der Deutschen Bundesbank gegenwärtig nur 16 % des deutschen Gesamtexports aus. Wenngleich der deutsche Dienstleistungsexport in den letzten fünfzehn Jahren stärker gestiegen ist (+132 %) als der Warenexport (+90 %), kommt ersterem im internationalen Vergleich – gemessen als Anteil am Bruttoinlandsinlandprodukt – immer noch eine relativ geringe volkswirtschaftliche Bedeutung zu.

Dabei eröffnen sich für Dienstleistungsanbieter zunehmend Marktchancen im internationalen Handel, u. a. aufgrund der Reduzierung von (nicht-tarifären) Markteintrittsbarrieren, des technologischen Fortschritts (z. B. im IKT-Bereich) sowie der zunehmenden Mobilität von Arbeit, Kapital und Wissen. Den Marktchancen stehen aber auch spezifische Hindernisse entgegen: Zumeist wird eine geringere Ressourcenausstattung (Personal, Kapital) aufgrund der kleineren Unternehmensgröße angeführt. Dieses Argument allein scheint jedoch nicht zu tragen, weil sich unter den Exporteuren des Dienstleistungssektors überwiegend Kleinstunternehmen befinden. Als weitere Hürde für den ausländischen Markteintritt gilt die Regulierung in den jeweiligen Wirtschaftszweigen des Ziellandes. Das reicht von Qualifikationserfordernissen bis hin zu protektionistischen Maßnahmen. Deshalb stellt sich die Frage, inwiefern branchenspezifische Hürden die Positionierung deutscher mittelständischer Dienstleister im internationalen Wettbewerb beeinträchtigen. Die Beantwortung dieser Frage bildet die Grundlage für die Einschätzung, ob das bestehende Angebot öffentlicher Unterstützungsleistungen ausreicht oder ob Änderungen und Ergänzungen vorgenommen werden sollten.

Forschungsziel/Vorgehensweise

Hier setzt das vorgeschlagene Projekt an. Auf Basis der Angaben aus den amtlichen Statistiken wurde zunächst ein Überblick über die Auslandsaktivitäten von ausgewählten Dienstleistungssektoren (ohne Finanzdienstleistungen) erarbeitet und veröffentlicht. Darauf aufbauend werden halbstandardisierte telefonische Interviews mit Experten aus Wirtschaftsverbänden und sonstigen dienstleistungsbezogenen Organisationen geführt. Diese geben Auskunft über Internationalisierungshindernisse und Förderansätze – auch im internationalen Vergleich. Stellvertretend für den Dienstleistungssektor beschränkt sich die Analyse auf die Wirtschaftszweige Architekturleistungen, privatrechtliche FuE-Anbieter und Softwareentwicklung.