Öffentliches Auftragswesen - Auswirkungen des zentralen Beschaffungswesens des Bundes auf KMU

Abgeschlossenes Forschungsprojekt

Zusammenfassung

Mit dem Kabinettsbeschluss zur "Optimierung öffentlicher Beschaffungen" hat die Bundesregierung im Dezember 2003 den Grundstein gelegt, die öffentliche Beschaffung verstärkt an betriebswirtschaftlichen Maßstäben auszurichten. Die Beschaffung von Standardgütern erfolgt seitdem gebündelt über Rahmenverträge. Im Kaufhaus des Bundes können die Bedarfsträger der Bundesverwaltung diese Güter abrufen. Im Rahmen dieser Studie wird untersucht, wie sich die Reorganisation der Beschaffung auf kleine und mittlere Unternehmen ausgewirkt hat.

Das Auftragsvolumen des Kaufhauses des Bundes macht mit etwa 50 Mio. € in 2008 nur einen geringen, wenn auch stetig wachsenden Anteil am Volumen aller Beschaffungsaufträge der zentralen Beschaffungsstellen von rund 4 Mrd. € aus. Die quantitative Bedeutung und die Auswirkungen des Kaufhauses des Bundes müssen vor dem Hintergrund eines geschätzten jährlichen Beschaffungsvolumens des Bundes für Bau-, Liefer- und Dienstleistungen von 90 Mrd. weiter relativiert werden.

Im Zuge der betriebswirtschaftlichen Betrachtung zeigt sich, dass mit der Beschaffung über Bündelungsrahmenverträge und der Abwicklung dieser Verträge über das Kaufhaus des Bundes nach einer ersten Schätzung erhebliche Einspareffekte erzielt werden. Neben verbesserten Konditionen beim Einkauf von durchschnittlich 24% konnten bei den untersuchten 246 Bündelungsrahmenverträgen die Kosten der Vergabeverfahren um schätzungsweise rund 16,25 Mio. € reduziert werden. Insgesamt sind mit der Vergabe dieser Bündelungsrahmenverträge Einsparungen von rund 30 Mio. € erzielt worden.

Um zu klären, wie sich die Bedarfsbündelung und der Abschluss von langjährigen Rahmenverträgen auf Unternehmen auswirken, hat das IfM Bonn die Lieferanten des Kaufhauses des Bundes genauer untersucht. Demnach ist der überwiegende Teil (60%) der Auftragnehmer den kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von unter 50 Mio. € zuzurechnen.

Fazit

Bündelungsrahmenverträge stellen ein geeignetes Mittel für eine Optimierung der öffentlichen Beschaffung dar. Bei der Vergabe der Bündelungsrahmenverträge werden überwiegend kleine und mittlere Unternehmen berücksichtigt. Die Bedarfsbündelung scheint nach diesen Ergebnissen und nach Angabe der Mehrheit der befragten Unternehmen kein Hinderungsgrund für die Unternehmen darzustellen, sich an entsprechenden Vergabeverfahren zu beteiligen.

  • Aktuelle Veröffentlichung
Öffentliches Auftragswesen - Auswirkungen der zentralisierten Bedarfsbündelung des Bundes auf KMU

Fieseler, J.; Wallau, F. (2010): Öffentliches Auftragswesen - Auswirkungen der zentralisierten Bedarfsbündelung des Bundes auf KMU, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 201, Bonn.