Persistenz von Selbstständigen in der Grundsicherung

Laufendes Forschungsvorhaben

Ausgangslage/Problemstellung

Nach aktuellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit verweilt mit einem Anteil von 44 % ein Großteil der erwerbsfähigen Leistungsbezieher (eLB) bereits länger als vier Jahre im Bezug von Leistungen auf Grundlage des SGB II bzw. in der Grundsicherung. Zu dieser Gruppe zählt auch rund jeder zweite der insgesamt rund 1,2 Mio. erwerbstätigen eLB. Gleichzeitig beträgt der Anteil der Selbstständigen, die neben ihren Erwerbseinkommen zusätzlich auf ALG II angewiesen sind, seit Jahren rund 9 % an allen erwerbstätigen eLB. In Zusammenhang mit weiteren Studienergebnissen, nach denen der Anteil der Geringverdiener unter den Soloselbstständigen bei gut einem Drittel liegt, stellt sich daher die Frage nach möglichen Verharrungseffekten von Selbstständigen in der Grundsicherung.

Forschungsziele/Vorgehensweise

Mit dem vorgeschlagenen Forschungsprojekt soll überprüft werden, in welchem Umfang und aus welchen Gründen Selbstständige im Leistungsbezug des SGB II verbleiben. Im Zentrum stehen sozioökonomische Faktoren wie bspw. Bildungshintergrund, Gesundheit oder Familienstand, die sich einerseits auf die Bezugsdauer von ALG II und andererseits auf die Beendigung des Leistungsbezugs auswirken. Zusätzliches Interesse gilt den Strategien und möglichen Anpassungen der Arbeitsmodelle im Kontext der Bedarfsgemeinschaft, um den Leistungsbezug zu beenden. Datengrundlage bilden Panelbefragungen und amtliche Statistiken der Bundesagentur für Arbeit. Die Untersuchung der Verharrungseffekte soll anhand von Methoden der Verweildauer- und Ereignisdatenanalyse erfolgen. Die Beendigung des Leistungsbezugs wird deskriptiv und mit Hilfe von multivariaten Analysen erfasst. Zwischenergebnisse werden im Rahmen eines Workshops im BMWi präsentiert.

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