Innovationstätigkeit im Mittelstand - Messung und Bewertung

Abgeschlossenes Forschungsprojekt

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlicht regelmäßig Kennzahlen zu den Entwicklungen im deutschen Mittelstand, darunter auch zu der Beteiligung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an den Innovationsaktivitäten der Wirtschaft, die kontinuierlich von unterschiedlichen Institutionen erhoben werden.

Die neue Studie des IfM Bonn verknüpft die Einzelstatistiken und empirischen Befunde zum Innovationsgeschehen unter besonderer Berücksichtigung des Unternehmensgrößenaspekts. In dieser Gesamtschau werden die wichtigsten Berichtssysteme in ihrer Erfassungssystematik vorgestellt und es wird eine kritische Bestandsaufnahme der Innovationstätigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Vergleich zu den Großunternehmen in Deutschland vorgenommen.

Innovationsbeteiligung bei KMU geringer als bei Großunternehmen

Die Analyse der Daten und empirischen Befunde zur Innovationsaktivität und den Erfolgen bei der Verwirklichung technologischer Innovationen ergibt ein klares Bild: KMU beteiligen sich seltener an Forschung und Entwicklung (FuE), vereinen einen geringeren Anteil der Patentanmeldungen und Registrierungen anderer gewerblicher Schutzrechte auf sich und bringen seltener technologische Innovationen hervor als Großunternehmen. Ein besonderes Augenmerk richtet die Studie auf originäre Innovationen, da diese einzigartige Wettbewerbsvorteile bieten. Aus unternehmensgrößenbezogener Sicht zeigt sich, dass nur der kleinere Teil der innovativen KMU (6%) originäre Innovationen hervorbringt. Das Gros der innovativen KMU ist hingegen als Modernisierer einzustufen, das Innovationen Anderer übernimmt. In der zurückliegenden Dekade blieben die Innovationsaktivitäten der KMU hinter denjenigen der Großunternehmen zurück.

Stärken der KMU liegen bei den nicht-technologischen Innovationen

Die Fokussierung des Innovationsbegriffs auf die technologischen Innovationen greift für eine umfassende Bestimmung der Innovationsbeteiligung zu kurz. Die Erweiterung des Innovationsbegriffs um die nicht-technologischen Innovationen durch OECD/Eurostat hat seit Kurzem einen Niederschlag im Berichtswesen gefunden und erlaubt damit neue Erkenntnisse über die Realisierung dieser organisationsbezogenen Innovationen. Die Analysen der aktuellen Daten machen deutlich, dass mit dem Fokus auf die technologischen Innovationen zwar ein wichtiger Teil des Innovationsgeschehens statistisch erfasst wird. Aber erst mit Hilfe des erweiterten Innovationsbegriffs gelingt es, die Innovationen der KMU angemessen darzustellen. Durch die Betrachtung auch der organisationsbezogenen Innovationen erhöhen sich insbesondere die ermittelten Beteiligungsquoten der KMU am Innovationsgeschehen deutlich, aber auch die der Großunternehmen. Nach Angaben von Eurostat – basierend auf Erhebungen des ZEW – liegt der Anteil der Unternehmen, die Innovationen realisieren, bei 80%, wobei Kleinstunternehmen unter fünf Mitarbeitern und bestimmte Wirtschaftsbereiche nicht Gegenstand der Betrachtungen waren. 78% der Unternehmen mit 10 bis 49 und 84% der Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten beteiligen sich am Innovationsprozess. Der entsprechende Anteilswert für die Großunternehmen liegt bei 95%. KMU sind demnach innovativer als bisher ausgewiesen.

  • Aktuelle Veröffentlichung
Innovationstätigkeit im Mittelstand – Messung und Bewertung

Maaß, F.; Führmann, B. (2012): Innovationstätigkeit im Mittelstand – Messung und Bewertung, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 212, Bonn.

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