Weniger Ressourcen – weniger Innovationen

20.03.2019

Kleinere und mittlere Unternehmen optimieren zunehmend ihre technologischen Prozesse

Der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die ihre technologischen Prozesse durch Innovationen verbessert haben, ist in den vergangenen Jahren gestiegen: Optimierten in 2014 rund 22 % der KMU ihre unternehmensinternen technologischen Abläufe, so waren es 2016 bereits knapp 26 %. Zugleich sank der Anteil der KMU (2014: 33 %, 2016: 30 %), die Innovationen ihrer Produkte und Dienstleistungen auf den Markt brachten.

Der Grund für diese Entwicklung dürfte in den Digitalisierungsmöglichkeiten liegen, mit deren Hilfe die KMU im Produzierenden Gewerbe ihre Produktionsabläufe auf "Industrie 4.0" trimmen. Dies scheint aber einen Großteil der personellen und finanziellen Ressourcen zu binden, die KMU für Innovationsaktivitäten einsetzen können.
Insgesamt zeigt sich, dass die kleinen Unternehmen (bis zu 49 Beschäftigten) ihre Innovationsaktivitäten eher zurückfahren und die mittelgroßen Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte) diese ausweiten. Auch konzentrieren die kleinen Unternehmen ihre Aktivitäten tendenziell eher auf eine der beiden Innovationskategorien – auf technologische Innovationen (von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen) oder auf nicht-technologische Innovationen (in den Bereichen Organisation und Marketing). Demgegenüber ist es mittelgroßen und großen Unternehmen aufgrund ihrer besseren Ressourcenausstattung eher möglich, sowohl technologische als auch nicht-technologische Innovationen hervorzubringen.

Je größer die Unternehmen sind, desto eher initiieren sie zudem völlig neuartige Produkte oder Dienstleistungen, mit denen sie als Pioniere den Markt betreten. Kleine und mittlere Unternehmen konzentrieren sich hingegen zunächst mehr auf die Weiterentwicklung bzw. das Imitat von bestehenden Produkten.
Unternehmen mit Innovationen in Deutschland (2016)

Die Wissenschaftler des IfM Bonn berechnen auf Basis des Community Innovation Survey (CIS) der Europäischen Union den Anteil der innovationsaktiven KMU. Die CIS-Daten werden alle zwei Jahre erhoben. Daten zur Innovationstätigkeit von Kleinstunternehmen werden nicht erhoben, obwohl viele Gründungen häufig innovativ sind.
Detaillierte statistische Daten zur Innovationstätigkeit im Mittelstand sind auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar.

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