Unterschiedliches Bürokratieverständnis

19.09.2019

Jedes vierte Unternehmen baut autonom Bürokratie ab. Das heißt, diese Unternehmen erfüllen bewusst einzelne bürokratische Erfordernisse nicht. Die Ursachen hierfür erläuterten Dr. Annette Icks und Dr. Susanne Schlepphorst Mitte September auf der Sitzung des Normenkontrollrats in Berlin: Die Unternehmen fühlen sich häufig nicht mehr in der Lage, alle bürokratischen Vorgaben zu erfüllen. Stattdessen empfinden sie die hohe Regulierungsdichte als mangelndes Vertrauen der Politik und der Behörden. Der eigentliche Sinn von Bürokratie wie Rechtssicherheit und Gleichbehandlung wird hingegen vielfach verkannt.

"Allerdings fasst die überwiegende Mehrheit der Unternehmensvertreter und -vertreterinnen den Bürokratie-Begriff auch weiter als die Politik. Diese beschränkt den Begriff auf die Dokumentations- und Informationspflichten sowie auf den benötigten Erfüllungsaufwand", erläuterte Dr. Annette Icks. "Dagegen zählt der Großteil der Unternehmen auch halböffentliche Vorgaben von Selbstverwaltungsorganisationen der Wirtschaft, Normungsinstituten oder Berufsgenossenschaften dazu. All dies sind jedoch Bereiche, in denen die Politik nur wenig Einflussmöglichkeiten besitzt."

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