Den regionalen Gründungsunterschieden auf der Spur

10.03.2020

IfM Bonn plant umfassende Datenbank zur Erfassung regionaler Gründungsökosysteme

Neun Kreise in Bayern und fünf Kreise in Hessen finden sich laut NUI-Regionenranking des IfM Bonn unter den 20 bestplatzierten Regionen. Zugleich gibt es in beiden Bundesländern aber auch Kreise, in denen in 2018 relativ wenige Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter neu angemeldet wurden. Um einen Überblick über die regionale Gründungsneigung zu bekommen, berechnet das IfM Bonn seit 1998 jährlich den NUI (Neue Unternehmerische Initiative)-Indikator für die Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland.

Um die Unterschiede im regionalen Gründungsgeschehen besser verstehen und erklären zu können, haben IfM-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zudem ein mehrjähriges Forschungsprojekt gestartet. "Unser mittelfristiges Ziel ist es, weitere Instrumente für ein Monitoring des Gründungsgeschehens zu entwickeln, mit denen der aktuelle Stand des regionalen Gründungsgeschehens, seine Entwicklung im Zeitverlauf sowie die wesentlichen Einflussfaktoren erfasst und analysiert werden können", erläutert Projektleiterin Dr. Rosemarie Kay. "Mit Hilfe dieser Instrumente möchten wir sowohl die regionalen Unterschiede erklären als auch der Wirtschaftspolitik ein Hilfsmittel an die Hand geben, um geeignete Maßnahmen zur Förderung der Gründungsaktivität auf regionaler Ebene ergreifen zu können."

In einem ersten Schritt haben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in einer Machbarkeitsstudie geklärt, welche Daten zur Verfügung stehen und welche Informationen basierend auf dem Konzept unternehmerischer Ökosysteme berücksichtigt werden sollten. Hierzu gehören unter anderem die materiellen und sozialen Ressourcen eines Gründungsökosystems. So zeigt die empirische Gründungsforschung beispielsweise, dass hohes Qualifikationsniveau sowie hohe fachliche und kulturelle Diversität der Bevölkerung mit einer höheren Gründungsneigung und somit einem höheren Potenzial an Gründerinnen und Gründer einhergehen.

Im nächsten Projektschritt werden die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eine Regionaldatenbank aufbauen und diese sukzessive mit Daten füllen.

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