Nach der akuten Corona-Phase richtet sich der Blick wieder nach vorne

06.07.2020

"Neue Normalität" ist in den meisten mittelständischen Unternehmen inzwischen Alltag

Die mittelständischen Unternehmen haben sich weitestgehend auf die "neue Normalität" als Folge der Corona-Krise eingestellt. Entsprechend stehen laut einer Sonderauswertung zum "Zukunftspanel Mittelstand" nun die Herausforderungen "Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit", "Digitalisierung" und "Den Fachkräftebedarf decken" wieder vorrangig im Fokus der Geschäftsführungen. Für die Sonderauswertung waren im Zeitraum von März bis Juni Vertreter und Vertreterinnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Wirtschaftspolitik online befragt worden.

"Gleichwohl gibt es natürlich Branchenunterschiede", erläutert Projektleiterin Dr. Annette Icks die Umfrageergebnisse. "Im industriellen Sektor und im Dienstleistungsbereich ist die Arbeit unter entsprechenden Hygienekonzepten und Abstandsregelungen weitestgehend zur Routine geworden. Das Hotel- und Gastgewerbe sowie die Kreativ- und Unterhaltungsbranche sind hingegen noch weit von der sogenannten neuen Normalität entfernt."

Oberste Sofortmaßnahme in der Krise: Liquiditätssicherung

Während der akuten Coronapandemie-Krise hatte die Liquiditätssicherung aus Sicht aller befragten Expertengruppen die größte Bedeutung für den Mittelstand. Dabei sahen sich die Vertreter und Vertreterinnen der Wirtschaftspolitik durchaus in der Verantwortung, die mittelständischen Unternehmen bei der Krisenbewältigung zu unterstützen: Themen wie "Entwicklung einer Exit-Strategie", "Stabilisierung der Wertschöpfungsketten" und "Erhaltung des Beschäftigungsniveaus" finden sich bei ihnen – im Gegensatz zu den anderen Expertengruppen – unter den TOP-Ten der Herausforderungen. Die Experten und Expertinnen der Wirtschaft sahen zu diesem Zeitpunkt insbesondere die Wirtschaftspolitik in der Pflicht, Planungssicherheit für mittelständische Unternehmen zu schaffen sowie weitere Lockdowns zu vermeiden.

Nach Ansicht der  Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen müssen die Unternehmen insgesamt lernen, mit exogenen Schocks wie der Corona-Pandemie umzugehen. "Interessanterweise scheinen sie den Einsatz von digitalen Strategien nicht explizit zum Krisenmanagement zu zählen. Dies deutet darauf hin, dass sie die Unternehmen bereits gut im Hinblick auf die neuen Technologien aufgestellt sehen und die Beschäftigten scheinbar problemlos digital arbeiten können", resümiert Dr. Annette Icks.

Zum Chartbook "Herausforderungen des deutschen Mittelstands in der Corona-Pandemie"