Größte Familienunternehmen: Deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland

05.11.2014

Deutschlands Familienunternehmen sind eine wichtige Stütze für den Standort Deutschland – aber auch 25 Jahre nach dem Mauerfall bestehen noch große Unterschiede zwischen Ost und West. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Bank AG. Das fünfte Kennzahlen-Update untersuchte die volkswirtschaftliche Bedeutung der 4.445 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz anhand von Unternehmenskennzahlen der Jahre 2010 bis 2013.

Demnach erwirtschaften sie insgesamt rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes aller Unternehmen. In Ostdeutschland, wo rund 300 dieser Unternehmen ihren Sitz haben, liegt der Anteil am Gesamtumsatz jedoch nicht einmal halb so hoch (sieben Prozent). In Westdeutschland sind es 22 Prozent.

Die größten Familienunternehmer sind zugleich ein wichtiger Arbeitgeber: Ein Sechstel aller Beschäftigten in Deutschland ist in einem großen Familienunternehmen angestellt. Während in den ostdeutschen Familienunternehmen nur vier Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten, liegt der Anteil im Westen jedoch fünf Mal so hoch – bei 20 Prozent.

Auch bei der Unternehmensgröße offenbaren sich in der Studie von Deutsche Bank und BDI Strukturunterschiede: In ostdeutschen Familienunternehmen arbeiten im Schnitt rund 900 Mitarbeiter – sie sind damit deutlich kleiner als ihre Pendants in Westdeutschland, die durchschnittlich rund 1.600 Mitarbeiter beschäftigen.

"In allen ostdeutschen Bundesländern gibt es industrielle Kerne, die sich dynamisch entwickeln. Die Familienunternehmen in ganz Deutschland sind 25 Jahre nach dem Fall der Mauer für den internationalen Wettbewerb sehr gut gerüstet", sagte Wilhelm von Haller, Leiter Privat- und Firmenkunden Deutschland bei der Deutschen Bank AG.

In einer Kategorie haben die ostdeutschen Familienunternehmen die Nase vorn: Der Anteil der Industriebetriebe ist mit 42 Prozent deutlich höher als in Westdeutschland (31 Prozent). "Die Stärke der familiengeführten Industrie in Ostdeutschland ist ein gutes Zeichen für das weitere Zusammenwachsen von Ost und West. Ein hoher Anteil industrieller Familienunternehmen wird in Ostdeutschland Innovation und Wachstum fördern", sagte Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses.

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