Triebwerke des Erfolgs: Innovationsstärke, Export und Diversity Management

24.07.2015

Der Mittelstand in Deutschland bleibt ein Wachstumsmotor – das geht aus der diesjährigen Studie "Triebwerk des Erfolgs – der deutsche Mittelstand im Fokus" hervor, die GE Capital in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlicht hat. Demnach steigt hierzulande vor allem der Anteil der größeren exportorientierten Mittelständler. Acht von zehn dieser mittelständischen Unternehmen in Deutschland erwirtschaften bereits heute einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes im Ausland. Für die kommenden fünf Jahre planen vier von zehn der Befragten, neue internationale Märkte zu erschließen. Um sich dauerhaft gegenüber der internationalen Konkurrenz behaupten zu können, sind marktfähige Innovationen wichtig. Aus diesem Grund investieren die größeren Mittelständler im Durchschnitt 9% des Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung. Folglich halten auch rund 70% der befragten Führungskräfte ihr Unternehmen für "(hoch) innovativ".

Für die Studie "Triebwerk des Erfolgs" waren im Zeitraum Januar bis März 2015 über 4.000 größere mittelständische Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 20 Millionen Euro und 1 Milliarde Euro sowie einer Mitarbeiterzahl zwischen 125 und 2.500 in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien befragt worden.

Weitere Diversifizierung der Exportmärkte

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der größere Mittelstand 17% aller Umsätze in der Eurozone, gefolgt von den übrigen europäischen Ländern (6%), Nordamerika (5%) und dem asiatisch-pazifischen Raum (4%). Derzeit planen 14% der befragten Unternehmen, ihre Geschäfte nach China auszudehnen. Dazu Joachim Secker, CEO von GE Capital in Deutschland: "Für Markteroberungen brauchen Unternehmen neben Innovationen auch Investitionen. Gerade für Länder wie China mit ganz eigenen Rahmenbedingungen benötigen diese Mittelständler Finanzpartner mit internationalem Know-how, etwa im Cross Border Factoring."

Zwischen dem Eintritt in internationale Märkte und der Innovationsfähigkeit von Unternehmen besteht offenbar ein Zusammenhang: Große und zumeist exportorientierte Mittelständler schätzen sich als (sehr) innovativ (78%) ein: Zum Vergleich: Bei den kleinen Mittelständlern sind es 63%, bei den binnenmarktorientierten 65%.

Neuerungen und Verbesserungen aus eigener Kraft

Bei den Innovationstätigkeiten zeigt die Studie, dass die größeren Mittelständler zumeist aus dem eigenen Unternehmen heraus Neuerungs- und Verbesserungsprozesse vorantreiben – frei nach dem Motto: "Wir können und machen es selbst". So konnten laut der Studie "Triebwerk des Erfolgs" drei von vier Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren neue Produkte als Ergebnis ihrer Innovationsanstrengungen auf den Markt bringen. Eine ähnliche Anzahl verbesserte ihre Produkte deutlich.

Nach Ansicht von Prof. Dr. Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn darf jedoch der Fokus nicht allein auf die Innovationen gerichtet werden, die zu konkreten Patenten oder völlig neuen Produkten und Prozessen führen: "In sieben von zehn Unternehmen wurden neue Dienstleistungen generiert, zwei von drei führten neue Prozesse und Verfahren ein bzw. haben diese weiterentwickelt."

Als den wichtigsten Faktor im Innovationsprozess bezeichnen die größeren Mittelständler ihre Mitarbeiter. "Dabei gilt: Je höher die Produktivität eines Unternehmens ist, desto häufiger geht der Innovationsprozess von den Mitarbeitern ohne Führungsverantwortung aus. Aus diesem Grund betrachten die Mittelständler den zunehmenden Fachkräftemangel auch mit Sorge", so die Präsidentin des IfM Bonn, die zugleich einen Lehrstuhl an der Universität Siegen innehat.

Diversity Management ist im Mittelstand angekommen

Diversity Management wirkt sich nicht nur generell positiv auf die Produktivität, das Unternehmensimage und die Mitarbeiterzufriedenheit eines Unternehmens aus, sondern die Förderung der Vielfalt ist auch besonders häufig bei den größeren Mittelständlern zu finden, die jährlich ein Umsatzwachstum von mindestens zehn Prozent erzielen.

Bei 72% der Mittelständler hat die Vielfalt in der Belegschaft die Produktivität positiv beeinflusst. Zudem konnten 68% der Unternehmen durch Diversity die Mitarbeiterzufriedenheit steigern. Hier entwickelt sich oft eine ganz neue Unternehmenskultur, die für mehr Loyalität zum Arbeitgeber und damit auch für die stärkere Bindung der Fachkräfte sorgt. Bei 70% der befragten Unternehmen wirkte sich die Vielfaltsförderung auch noch positiv auf das Image aus.

Auch für die Rekrutierung von Fach- und Nachwuchskräften ist Diversity laut Studie ein erfolgsentscheidender Faktor. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels stellt es neben den üblichen Maßnahmen wie Employer Branding ein zunehmend wichtiger werdendes Instrument dar. Infolgedessen verfügen auch 93% der befragten Unternehmen auf mindestens einer Hierarchieebene über zuständige Mitarbeiter zur Förderung von Vielfalt. Bei 77% ist die Zuständigkeit in der Geschäftsführung angesiedelt, also Chefsache.

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