Wachstumsschwellen erkennen – und überwinden

07.09.2015

IfM Bonn empfiehlt regelmäßige Bewertung der Gesamtunternehmenssituation

Bonn, 7. September 2015. Vielen Unternehmen, die einen Umsatz zwischen 40.000 und 1,5 Millionen Euro erwirtschaften, gelingt es nicht, ihren Umsatz weiter zu steigern – häufig fehlen ihnen die erforderlichen unternehmensinternen Ressourcen hierfür. "Besonders ausgeprägt sind diese Wachstumsschwellen in den kapitalintensiven Branchen, dem Produzierenden Gewerbe und in der Distribution. So werden beispielsweise durch die Anschaffung neuer Produktionsanlagen umfangreiche Umstrukturierungsmaßnahmen notwendig, die das Umsatzwachstum erst einmal bremsen können. Durch organisatorische und strategische Weichenstellungen können aber die Voraussetzungen für weiteres Unternehmenswachstum geschaffen werden," berichtet Dr. Stefan Schneck, Wissenschaftler am Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn.

Unabhängig von der Unternehmensgröße empfiehlt er daher, sich regelmäßig mit der Gesamtunternehmenssituation auseinanderzusetzen, um so frühzeitig notwendige Umstrukturierungen und Investitionen planen und initiieren zu können. "In kleinen Unternehmen unterbleibt dies häufig, weil hierfür den Führungskräften scheinbar im Tagesgeschäft die Zeit fehlt. Mit fortschreitendem Wachstum ist es aber notwendig, das Unternehmen regelmäßig organisatorisch und strukturell weiterzuentwickeln. Unterbleibt dies, kommt es zu Stagnation – oder sogar zu Umsatzrückgängen", so der IfM-Wissenschaftler.

Für die Studie "Umsatzwachstum und Wachstumsschwellen deutscher Unternehmen" hatten die Wissenschaftler des IfM Bonn das Umsatzsteuerpanel zwischen 2001 und 2010 ausgewertet. Dabei zeigte sich auch, dass Unternehmen, deren Führungskräfte frühzeitig die Weichen für entsprechende Maßnahmen stellen, nicht nur leichter Wachstumsschwellen überwinden, sondern oft auch mit hohen Wachstumsraten belohnt werden. "Ein Viertel der am schnellsten wachsenden Unternehmen konnte seinen Umsatz im Jahresdurchschnitt um mindestens 15,6 % steigern", so Dr. Stefan Schneck.

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