Gründungsgeschehen im Kontext betrachten

29.09.2015

Die Wirtschaftspolitik profitiert nur dann von der Gründungsforschung, wenn sie bei der Formulierung von Unterstützungsmaßnahmen auch die Bandbreite der möglichen Einflussfaktoren sowie die kausalen Zusammenhänge berücksichtigt. Dies zeigt eine Analyse der aktuellen Gründungsforschungsliteratur. So können z. B. gründungsfördernde Maßnahmen in ländlichen Regionen eine andere Wirkung als in städtischen haben. Daher muss das Gründungsgeschehen von der Wirtschaftspolitik immer kontextbezogen betrachtet werden.

Seit 2014 untersucht das IfM Bonn, wie die Mittelstandspolitik angesichts des sich wandelnden Mittelstands eine zeitgemäße Unterstützung für die Unternehmen anbieten kann. Mit den beiden grundlegenden Studien "Mittelstand im Wandel" und "Mittelstand zwischen Fakten und Gefühl" hat das Institut in den vergangenen Monaten das Bewusstsein für die Veränderungen innerhalb der mittelständischen Wirtschaft geschärft. Im Rahmen der Studie "Wirtschaftspolitische Implikationen der Gründungsforschung" wurde nun der wissenschaftliche Forschungsstand systematisch auf Trends und praxisrelevante Leitfragen hin untersucht.

"Berücksichtigt man das breite Themenspektrum der Gründungsforschung, das nicht nur wirtschaftliche, sondern beispielsweise auch technologische, psychologische, soziologische und geografische Themen einbezieht, stellt sich die Frage, ob nicht auch die Zuständigkeiten der unterschiedlichen Ressorts (Wirtschaftspolitik, Bildungspolitik, Forschungspolitik etc.) stärker kooperativ gestaltet werden können", resümiert Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen) die Studienergebnisse.

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