2015: Weniger Unternehmensaufgaben, aber auch weniger gewerbliche Existenzgründungen

04.04.2016

IfM Bonn erwartet für 2016 noch keine Trendwende

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Unternehmensaufgaben im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 % deutlich und liegt nun nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn bei 328.000. Besonders ausgeprägt war das Abmeldeverhalten von Bulgaren (-42,3 %) und Rumänen (-24,1 %): Die Staatsbürger dieser beiden Länder besitzen seit Anfang 2014 die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit und können sich seither auch um eine abhängige Beschäftigung bemühen.

Trotz der rückläufigen Entwicklung bei den gewerblichen Unterneh-mensschließungen bleibt der sogenannte "Gründungssaldo" - die Differenz aus Gründungen und Schließungen - mit rund 29.400 Unternehmen negativ, da der rückläufige Trend bei den gewerblichen Existenzgründungen anhält: Zum fünften Mal in Folge sank die Gesamtzahl der Existenzgründungen (-3,7 %) und liegt nun bei 298.500.

"Ein Lichtblick am Horizont ist, dass die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen in 2015 entgegen dem allgemeinen Trend geringfügig stieg", erklärte Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn. "Diese Gründungen besitzen eine größere wirtschaftliche Bedeutung als beispielsweise Gründungen im Kleingewerbe, weil mit ihnen zumeist die Schaffung von Arbeitsplätzen einhergeht." Die Anzahl der Kleingewerbegründungen war im vergangenen Jahr um 5,8 % gesunken, die der Nebenerwerbsgründungen um 1 %.

"Tendenziell wirkte sich in 2015 die weiterhin gute Lage auf dem Arbeitsmarkt negativ auf das Gründungsgeschehen aus. Die Erwerbstätigen finden offenbar noch immer ausreichend attraktive alternative Beschäftigungsmöglichkeiten", begründete Dr. Rosemarie Kay die sinkende Bereitschaft zur Existenzgründung. Für das laufende Jahr erwartet sie, dass sich die rückläufige Tendenz abschwächt.

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