Der deutsche Mittelstand profitiert von der gestiegenen Zuwanderung

14.05.2013

Durch den gestiegenen Zuzug von Facharbeitern aus dem EU-Raum wird es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) leichter gelingen, dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. "Langfristig betrachtet ist die Konkurrenzfähigkeit der mittelständischen Unternehmen aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland gefährdet. Die Arbeitsmarkt getriebene Zuwanderung aus den EU-Staaten erleichtert es nun den kleinen und mittleren Unternehmen, neue Fachkräfte zu finden", erklärt die IfM-Präsidentin Professor Friederike Welter angesichts des Zuwanderungsanstiegs aus dem EU-Raum im vergangenen Jahr (+ 18 % laut Statistischem Bundesamt).

Im Gegensatz zu den Großunternehmen suchen KMU in der Regel vorrangig Fachkräfte, die eine praktische Berufsausbildung absolviert haben. Finden sie diese nicht auf dem heimischen Arbeitsmarkt, sind sie hinsichtlich der Personalrekrutierung im Ausland gegenüber den Großunternehmen benachteiligt. Die Gründe: Zum einen sind die finanziellen und personellen Kapazitäten für die Personalsuche meist begrenzt. Zum anderen ist es für die mittelständischen Unternehmen, die sich vorrangig auf den inländischen Absatzmarkt konzentrieren, schwerer als für international agierende Unternehmen, in unmittelbaren Kontakt zu Stellenbewerbern im Ausland zu treten und diese auf ihre Eignung hin zu prüfen. Zu diesen Ergebnissen sind die IfM-Wissenschaftler in der Studie "Analyse des deutschen Zuwanderungssystems im Hinblick auf den Fachkräftebedarf im Mittelstand" gekommen.

"Bedingt durch die wirtschaftlichen Krisen in ihren Heimatländern nutzen nun immer mehr qualifizierte Arbeitnehmer aus Griechenland, Spanien und Portugal die Freizügigkeit, die ihnen aufgrund des EU-Recht zusteht. Dadurch können auch die in Deutschland ansässigen Unternehmen leichter Kontakte mit Zuwanderern knüpfen und diese beispielsweise durch Kurzpraktika auf ihre Eignung für die vakanten Stellen testen", so die IfM-Präsidentin. 

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