Arbeit 4.0: Weniger körperliche Anstrengungen – mehr psychische Belastungen

25.04.2017

Berater sehen zunehmenden (eigenen) Handlungsbedarf

Das Thema "Arbeitswelt 4.0" spielt in der Beratungspraxis aktuell noch eine eher untergeordnete Rolle. Allerdings erwarten die Berater, dass das Thema "Wirtschaften 4.0" an Bedeutung gewinnen wird. Dies zeigt eine Befragung, die im Rahmen des Forschungsprojekts "Prävention 4.0" stattfand.

Bemerkenswert dabei: Je kleiner das Unternehmen ist, das die Befragten beraten, desto geringer schätzen sie das Thema 4.0 für ihre Auftraggeber ein. Im Rahmen des wissenschaftlichen Verbundprojektes "Prävention 4.0", an dem auch Wissenschaftler des IfM Bonn unter Leitung von Dr. Annette Icks mitarbeiten, waren 845 Berater der Handwerkskammern, der Fachverbände des Zentralverbands des Deutschen Handwerks e. V., des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. und Mitglieder des Verbands für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e. V. befragt worden.

Gut die Hälfte der Berater erwartet, dass psychische Probleme (43,4 %) und kognitive Belastungen wie das Ausführen von zeitgleichen Tätigkeiten (52,1 %) zunehmen. Dafür werden die körperlichen Belastungen sinken. Zugleich rechnet jeder zweite Befragte damit, dass Arbeit 4.0 neue Potenziale und Ressourcen zur Förderung der Leistungsfähigkeit mit sich bringen wird. Daher gehen die Befragten auch davon aus, dass sich die Führungsaufgaben im Zuge von Arbeit 4.0 und Prävention 4.0 verändern und sie ihr Beratungsangebot anpassen werden.

Das Forschungsprojekt "Prävention 4.0" hat zum Ziel, Handlungsfelder für eine präventive Arbeitsgestaltung in der digitalen Arbeitswelt 4.0 zu identifizieren und auf dieser Basis einen praxisorientierten Leitfaden für mittelständische Unternehmen und Berater zu erarbeiten. Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

zum Forschungsprojekt "Prävention 4.0"