Im Rheinland die meisten Freiberufler – im ländlichen Raum der höchste Durchschnittsverdienst

26.06.2013

Das IfM Bonn untersuchte erstmals für ein Bundesland die regionale Verteilung der Freien Berufe  

Knapp die Hälfte aller Selbstständigen in den Freien Berufen in Nordrhein-Westfalen (287.000) arbeitete 2011 im Rheinland (137.000). Im Ruhrgebiet waren 67.000 Freiberufler aktiv – und in den übrigen dünn besiedelten NRW-Regionen 83.000. Damit ist zwar im Vergleich zum Jahre 2002 in allen drei Regionen die Zahl der freiberuflichen Erwerbstätigen gestiegen – am deutlichsten jedoch im Rheinland.

Bemerkenswert dabei: Während zwischen 2002 und 2011 im Rheinland und in den dünn besiedelten NRW-Regionen vor allem das Angebot an haushaltsbezogenen Dienstleistungen wuchs (z. B. Heilberufe, Kulturschaffende, unterrichtende und erzieherische Berufe), erhöhte sich im Ruhrgebiet deutlich das Angebot an unternehmensnahen Dienstleistungen. Hierzu zählen die naturwissenschaftlich-technischen, die rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufe sowie die Informations-, Kommunikations- und Medienberufe. Auch stieg im ehemaligen Kohlerevier die Niederlassungsintensität – also die Anzahl der Freiberufler je 10.000 Erwerbstätige – zwischen 2006 und 2011 am ausgeprägtesten.  

Im Großraum zwischen Bonn und Düsseldorf lag das Einkommensniveau im Durchschnitt unter dem der Freiberufler in den dünn besiedelten NRW-Regionen – was sich nach Angaben der beiden IfM-Wissenschaftler Olga Suprinovic und Dr. Siegrun Brink zum einen mit dem regional vorherrschenden Dienstleistungsangebot erklären lässt: Im Rheinland ist der Anteil der verdienstschwächeren Berufsgruppen (z. B. Kulturbereich) deutlich höher als in den dünn besiedelten NRW-Regionen – und der Anteil der tendenziell besser verdienenden Heilberufe (z. B. Ärzte) niedriger. Zum anderen führt die hohe Niederlassungsintensität Freier Berufe im Rheinland zu mehr Wettbewerb.

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