Gründungsneigung in Berlin weiterhin am höchsten

23.04.2019

Berlin bleibt weiterhin das Bundesland mit der höchsten Gründungsneigung: Bezogen auf 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter (18 bis 65 Jahre) wagten in der Bundeshauptstadt die meisten Personen in 2018 den Weg in eine freiberufliche oder gewerbliche Selbstständigkeit – gefolgt von den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie von Hessen.

Insgesamt ist in 2018 die Anzahl der Existenzgründungen in Deutschland in allen Tätigkeitsfeldern gesunken (-3,6 %) – erstmals auch in den Freien Berufen (-4,5 %). Allerdings war nicht in allen Bundesländern das Gründungsgeschehen in 2018 rückläufig: in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Saarland konnte eine leichte Belebung beobachtet werden.

Mehr als die Hälfte der freiberuflichen Gründungen erfolgten in 2018 durch Frauen. Nur in der Hansestadt Bremen lag ihr Anteil unter 50 %. "Offenkundig sind die Rahmenbedingungen für eine selbstständige Erwerbsarbeit in den Freien Berufen für Frauen günstiger als beispielsweise im gewerblichen Bereich: In letzterem liegt ihr Anteil an den Existenzgründungen aktuell bei knapp 29 %", erläuterte Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin im IfM Bonn.

Zwar hat bei den gewerblichen Gründungen auch die Anzahl der Betriebsgründungen einer Hauptniederlassung abgenommen. Gleichwohl erfolgte im vergangenen Jahr weiterhin knapp jede dritte gewerbliche Existenzgründung in dieser Form. In der Regel sind Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen mit neuen Arbeitsplätzen verbunden. Sie sind daher volkswirtschaftlich von großer Bedeutung.

Weiterhin rückläufig sind auch die Unternehmensschließungen in Deutschland: Im Vergleich zu 2017 sank ihr Anteil im vergangenen Jahr um rund 3 % – was den fünften Rückgang in Folge darstellt.

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