Kleinstbetriebe auf der Suche nach Auszubildenden

12.08.2019

IfM Bonn zeigt gegenläufige Entwicklung bei der betrieblichen Ausbildung auf

Ob Fleischer, Klempner oder Bäcker – Kleinstbetriebe mit höchstens 9 Beschäftigten finden immer seltener interessierten Nachwuchs: Während vor 15 Jahren noch 23,6% aller Auszubildenden in Kleinstbetrieben beschäftigt waren, ist dieser Anteil inzwischen auf 16,4% gesunken. Gleichzeitig ist auch die Anzahl der Auszubildenden in diesen Betrieben um gut ein Drittel zurückgegangen, während die Anzahl der Auszubildenden in den kleinen Betrieben um mehr als 2% und in den mittleren Betrieben sogar um fast 8% stieg.

"Wir erleben aktuell eine besondere Situation für die Betriebe am Auszubildendenmarkt: In den vergangenen beiden Jahren ist die Zahl der Auszubildenden insgesamt zwar wieder um 25.600 gestiegen. Dennoch gab es zu Beginn des vergangenen Ausbildungsjahres 2017/2018 erstmals seit 1994 mehr Ausbildungsstellen, die der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden, als Bewerber", berichtet Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen). "Diese Entwicklung scheint vor allem die Kleinstbetriebe vor große Herausforderungen zu stellen. So sind sie insbesondere für gut qualifizierte Bewerber weniger attraktiv, weil sie unter anderem im Durchschnitt geringere Ausbildungsvergütungen zahlen und auch für die Fachkräfte häufig schlechtere Verdienstmöglichkeiten als die größeren Betriebe bieten können.“

Inwieweit das rückläufige Bewerberinteresse das Ausbildungsengagement der Kleinstbetriebe beeinflusst, lässt sich auf Basis der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit nicht ablesen. Schließlich fallen Betriebe, die nur einen Auszubildenden aufnehmen wollen und keinen geeigneten Bewerber finden, automatisch aus dieser Statistik heraus.

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