Die Bereitschaft zu Neuem ist in der Gründergeneration am höchsten

25.11.2013

IfM Bonn und Creditreform weisen sinkende Innovationsneigung bei den nachfolgenden Generationen nach

Familienunternehmer in dritter Generation weisen in Deutschland eine deutlich geringere Bereitschaft auf, in risikobehaftete Innovationsprojekte zu investieren, als ihre Vorfahren. Die Gründe: Die Strategie der späteren Inhabergenerationen ist vorrangig auf den Erhalt des Unternehmenswertes ausgerichtet – und weniger auf Wachstum. Zudem gilt es den verschiedenen Interessen der Eigentümer des Familienunternehmens gerecht zu werden. Allerdings suchen die Inhaber, deren Unternehmen bereits lange Zeit in einer Region ansässig sind, gerne die Kooperation mit (regionalen) Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Zu diesen Ergebnissen kommt die gemeinsame Studie "Innovationstätigkeit von Familienunternehmen" vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn und vom Verband der Vereine Creditreform e. V.

An der Befragung hatten rund 2.000 kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland teilgenommen. Dabei hat sich prinzipiell gezeigt, dass Familienunternehmen genauso innovativ sind wie manager-geführte Unternehmen. Kleine inhaber-geleitete Unternehmen weisen sogar eine höhere Innovationstätigkeit auf als vergleichbare Nichtfamilienunternehmen. Als ursächlich hierfür sehen die IfM-Wissenschaftler Dr. Arndt Werner und Dr. Christian Schröder an, dass die Entscheidungsgewalt in Familienunternehmen in einer Hand liegt: Dies ermöglicht schnelle, unbürokratische und effiziente Entscheidungen, die sich durch die oftmals langjährige Erfahrung des Inhabers und seiner guten Übersicht über die verhandenen Ressoucen ergeben.

Mit zunehmender Größe wendet sich jedoch das Blatt: Hier zeigten die manager-geführten Unternehmen eine deutlich höhere Innovationsbereitschaft. Der Vorteil der kurzen Entscheidungswege ist in den größeren Familienunternehmen auf Grund der umfassenderen Organisationsstruktur dann nicht mehr gegeben. 

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