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Pressemitteilung
Anzahl der exportierenden KMU sinkt

Die statistischen Daten bilden jedoch die KMU-Auslandsaktivitäten nicht umfassend ab

Die Anzahl der exportierenden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist in den vergangenen Jahren leicht gesunken (2012: 350.000 Unternehmen, 2019: 340.000 Unternehmen). Entsprechend hat sich der Anteil der exportierenden KMU an allen kleinen und mittleren Unternehmen (Exporteurquote) verringert. Unter den Großunternehmen hingegen stieg die Anzahl der exportierenden Unternehmen deutlich (2012: 9.000, 2019: 11.000).

"Die statistischen Daten legen nahe, dass sich insbesondere kleinere Unternehmen seltener als vor 10 Jahren am globalen Handel beteiligen. Dieser Eindruck könnte jedoch trügen: Beispielweise fließen in die Statistik keine Angaben zum Ausmaß indirekter Exporte ein. Dabei spielen KMU eine wichtige Rolle als Zulieferer für exportierende Großunternehmen. Sie beliefern zudem Großhandelsunternehmen mit Export“, erläutert IfM-Wissenschaftler Peter Kranzusch. Um die internationalen Aktivitäten der KMU umfassend betrachten zu können, wären zudem unternehmensgrößenspezifische Angaben zum Dienstleistungshandel notwendig.

Daneben sind kleine und mittlere Unternehmen über Importe in die internationale Wirtschaft eingebunden, was nach Untersuchungen des IfM Bonn zum Ausgangspunkt für eigene Exporte werden kann. So ist die Anzahl der KMU mit Importen aus dem EU-Raum von 453.000 in 2009 auf 656.000 in 2019 gestiegen.

Die statistischen Daten zu den Auslandsaktivitäten der kleinen und mittleren Unternehmen sind auf der Homepage des Institut für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar. Die  Berechnungen des IfM Bonn zu den Exporten von KMU basieren auf Sonderauswertungen der Umsatzsteuerstatistik (Voranmeldungen). Diese Statistik ermöglicht – anders als die Außenhandelsstatistik, die Statistik des Produzierenden Gewerbes, die Dienstleistungsstatistik oder die Zahlungsbilanz – sowohl Auswertungen für alle Wirtschaftszweige als auch nach Unternehmensgrößenklassen oberhalb der spezifischen Meldegrenze.