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Veröffentlichungen des IfM
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gründen am liebsten im Nebenerwerb

Gründungen von Forscherinnen und Forschern sind deutlich bestandsfester als „normale“ Neugründungen

Eine gründungsfördernde Infrastruktur an der Hochschule sowie Kontakte in die Wirtschaft wirken sich positiv auf den Gründungserfolg von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des IfM Bonn, für die das Gründungsverhalten von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an deutschen Hochschulen über einen Zeitraum von sieben Jahren beobachtet worden war.

Dabei zeigte sich, dass jeder bzw. jede dritte Gründungsinteressierte, der oder die sich in 2013 mit einer Gründungsidee beschäftigt hatte, diese bis 2020 auch umgesetzt hat. “Die neu gegründeten Unternehmen sind innovativ. Allerdings führen 80 % der Gründerinnen und Gründer ihre Selbstständigkeit im Nebenerwerb aus – und es streben davon auch längst nicht alle an, diese später hauptberuflich zu betreiben“, berichtet IfM-Wissenschaftlerin Dr. Teita Bijedić. Gemeinsam mit ihren Kollegen hat sie in den vergangenen Jahren rund 7.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen zu ihren Gründungsaktivitäten befragt.

Als das größte Hindernis bei der Umsetzung einer Gründungsidee nannten die Befragten fehlendes kaufmännisches Wissen sowie mangelnde Marktkenntnisse. Vor allem Gründungsinteressierte in den sogenannten “MINT“-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) nahmen dies als ein großes Hindernis wahr.

Wer schließlich gründet, bereut diesen Schritt nicht: Gut neun von zehn Befragten zeigten sich offen dafür, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wiederholen. Nicht ohne Grund: 2020 waren zwei Drittel der Gründungen von 2013 weiterhin am Markt aktiv – die generelle Überlebensrate von Neugründungen liegt nach Berechnungen des IfM Bonn nach fünf Jahren bei 37 %.

Zudem ist auch die Lebenszufriedenheit bei den Selbstständigen deutlich höher als bei ausschließlich abhängig beschäftigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Lediglich im Hinblick auf das Einkommen zeigten sich die abhängig Beschäftigten zufriedener.

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