Frau und Beruf

Nordrhein-Westfalen ist eine der führenden Wirtschaftsregionen Europas. Die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen erwirtschaften mehr als ein Fünftel (22,1 %) des deutschen Bruttoinlandprodukts und liegen damit deutlich an der Spitze der deutschen Bundesländer. Nordrhein-Westfalen ist auch ein Land des Mittelstandes. Rund 761.000 (99,6 %) kleine und mittlere Unternehmen prägen die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens. Ihre Bedeutung zeigt sich nicht nur in den Schlüsselbranchen Energie, Chemie, Metall und der Automobilindustrie, sondern vor allem auch in unternehmensnahen Dienstleistungen. Zudem sind mehr und mehr nordrhein-westfälische Mittelständler sogenannte heimliche Gewinner (hidden champions) – sie produzieren nicht mehr nur lokal, sondern sind globale Marktführer in ihrem Bereich. Sie zeichnen sich durch höchst innovative Produkte aus, oftmals gekoppelt mit Technologieführerschaft und ausgeprägten Nischenstrategien.

Um diese Strategien erfolgreich zu verfolgen, benötigen die Unternehmen hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach Möglichkeit langfristig im Unternehmen ver-bleiben. Beim Fachkräfteangebot zeigen sich jedoch Engpässe: So zeigt sich laut dem IHK Fachkräftemonitor NRW eine Lücke von mehr als 350.000 Arbeitskräften oder knapp 6 % zwischen Fachkräfteangebot und -nachfrage. Besonders ausgeprägt ist der Mangel bei den beruflich Qualifizierten mit technischer Ausrichtung; doch auch im kaufmännischen Bereich liegt bereits heute das Angebot um gut 2% unter der Nachfrage. Einzig bei den Helferinnen- und Helferberufen übersteigt das Angebot gegenwärtig noch deutlich die Nachfrage. Allerdings prognostiziert der Fachkräftemonitor für diesen Bereich einen deutlichen Angebotsrückgang, so dass um das Jahr 2025 auch bei den Helferinnen- und Helferberufen eine Angebotslücke zu erwarten ist.

Icks, A.; Bijedić, T.; Kriwoluzky, S. (2014): Frau und Beruf, Düsseldorf/Bonn.

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