Familienexterne Nachfolge - Informationsasymmetrien im Nachfolgeprozess und ihre Überwindung

Das Finden eines familienexternen Nachfolgers bzw. eines zur Übertragung anstehenden Unternehmens ist problematisch. Mit diesen besonderen Problemen in der Verhandlung zwischen Übergebern und Übernehmern hat sich das IfM Bonn in einer Studie theoretisch auseinandergesetzt. Der Fokus lag dabei auf dem bislang in der Literatur zur Nachfolge eher stiefmütterlich behandelten Aspekt der Informationsasymmetrie. Bei familienexternen Nachfolgen können nämlich weder die Eigentümer die Nachfolger noch die Nachfolger das Unternehmen über Jahre beobachten. Dies führt zum einen dazu, dass der Nachfolger die Eigenheiten des zur Übergabe stehenden Unternehmens nicht genau kennt und daher nur Mutmaßungen über die zukünftigen Ertragserwartungen anstellen kann. Zum anderen kann der Eigentümer, sofern er nicht nur monetäre Ziele hat, die Vertrauenswürdigkeit des Nachfolgers nicht einschätzen und weiß daher nicht, ob der Nachfolger eine langfristige Fortführung seines "Lebenswerkes" anstrebt oder nicht. Es besteht daher die Gefahr, dass die Verhandlungen scheitern, da die bestehenden Informationsasymmetrien nicht überwunden wurden. So hat zum Beispiel der Nachfolger Angst, einen zu hohen Preis zu zahlen, und bietet daher keinen dem tatsächlichen Wert des Unternehmens entsprechenden Preis. Dies wiederum führt dazu, dass der Übergeber auf den Verkauf des Unternehmens verzichtet (adverse Selektion).

Wolter, H.-J. (2008): Familienexterne Nachfolge - Informationsasymmetrien im Nachfolgeprozess und ihre Überwindung, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Working Paper 06/08, Bonn.

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