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Ausgabe 3/2026 / 03. September 2026

Inhalt

  ➜ Editorial
  ➜ KMU-Barometer: Mehr Umsatz und Gewinn im Frühjahr 2026
  ➜ NUI-Regionenranking: Landkreis München wieder an der Spitze
  ➜ Wo Freiberuflerinnen und Freiberufler gründen
  ➜ Wie Innovationskooperationen zwischen KMU und Hochschulen gelingen
  ➜ Interview: Auf dem Weg zu einem Mutterschutz für Selbstständige
  ➜ Europäische Union ist und bleibt für die KMU wichtigster Auslandsmarkt
  ➜ Gestiegene Auslandsaktivitäten mit China – und Taiwan
  ➜ Policy Brief: Neue Veröffentlichungen
  ➜ Drei Fragen an ...
  ➜ Aktualisierte IfM-Statistiken
  ➜ Aktuelles aus dem IfM Bonn

Editorial

Mittelstandsforschung trifft Praxis

Foto Prof. Dr. Welter Liebe Abonnentinnen, liebe Abonnenten,

"Die Fähigkeit, zu nahezu allen wirtschaftlichen Fragen des Mittelstands empirisch fundiert Auskunft geben zu können, verleiht dem IfM Bonn seine einzigartige Stellung", hob der Parlamentarische Staatssekretär Hartmut Schauerte beim Festakt zum 50. Bestehen des Instituts für Mittelstandsforschung Ende 2007 hervor. Inwiefern profitiert jedoch die Praxis von unseren Studienergebnissen? Dieser Frage gehen wir seit Kurzem auch in unserer Podcastreihe "Mittelstandsforschung trifft Praxis" nach. Zu Gast in der ersten Folge war der frühere NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Mehr hierzu sowie den Link zum Podcast finden Sie in diesem Newsletter hier. In der zweiten Folge komme ich in Kürze mit BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner ins Gespräch.

Zu welchen Themen unsere Forschungstätigkeit aktuell Auskunft gibt, können Sie wieder in diesem Newsletter lesen.

Ich wünsche Ihnen viele interessante Einblicke

Ihre

PS: In gut eineinhalb Jahren wird das IfM Bonn übrigens siebzig Jahre alt.

Prof. Dr. Dr. h.c. Friederike Welter
Präsidentin des IfM Bonn


KMU-Barometer: Mehr Umsatz und Gewinn im Frühjahr 2026

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Nachdem sich die Kennzahlen für Umsatz und Gewinn bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu Beginn des Jahres 2026 verschlechtert hatten, zeigte sich im zweiten Quartal dieses Jahres sowohl in Deutschland als auch im Euroraum wieder eine deutliche Verbesserung bei Umsatz und Gewinn. Keine positive Entwicklung ist hingegen bei den Investitionen erkennbar.

Differenz aus dem Anteil der KMU, deren Umsatz, Gewinn und Investitionen in den vergangenen 3 Monaten gestiegen oder gesunken ist (in Prozentpunkten)

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► KMU-Barometer"

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NUI-Regionenranking: Landkreis München wieder an der Spitze

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Die meisten neuen Gewerbe wurden in 2025 im Landkreis München angemeldet. Dahinter folgen der bisherige Spitzenreiter – die Stadt Leverkusen –, der Landkreis Teltow-Fläming sowie die kreisfreien Städte Baden-Baden und Offenbach am Main. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle NUI (Neue Unternehmerische Initiative)-Regionenranking. Insgesamt zählen 7 Landkreise und Städte in Bayern, 5 in Hessen, 2 Städte (Essen, Leverkusen) und ein Landkreis (Mettmann) in Nordrhein-Westfalen, ein Landkreis in Schleswig-Holstein (Ostholstein), jeweils eine Stadt in Rheinland-Pfalz (Koblenz) und in Baden-Württemberg (Baden-Baden), zwei Landkreise in Brandenburg (Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming) zu den zwanzig Höchstplatzierten.

NUI-Regionenranking 2025: Räumliche Verteilung

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► NUI-Regionenranking

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Wo Freiberuflerinnen und Freiberufler gründen

Die Anzahl der freiberuflichen Existenzgründungen in Deutschland ist von rund 95.000 in 2024 auf gut 111.000 in 2025 gestiegen. Doch wie verteilt sich das Gründungsgeschehen auf die Städte und Landkreise in Deutschland? Antworten auf diese Frage gibt die neue Deutschlandkarte zu den Existenzgründungsintensitäten in den Kreisen und kreisfreien Städten auf der Internetseite des IfM Bonn. Demnach liegen Berlin, Leipzig und der Landkreis München an der Spitze der Kreise mit der höchsten Existenzgründungsintensität in den Freien Berufen.

Existenzgründungsintensität in den Freien Berufen

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► Freiberufliche Gründungen

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Wie Innovationskooperationen zwischen KMU und Hochschulen gelingen

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Sowohl Hochschulen als auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren von Innovationskooperationen: KMU können dabei insbesondere die wissenschaftliche Expertise, die technische Ausstattung und die Erfahrung der Hochschulen bei der Beantragung von Fördermitteln nutzen. Im Gegenzug erhalten Hochschulen wertvolle Marktkenntnisse, praxisnahes Anwendungswissen und betriebswirtschaftliche Expertise aus den Unternehmen. Damit solche Kooperationen erfolgreich gelingen, sind jedoch Transparenz über geeignete Ansprechpartner, gute Vernetzungsmöglichkeiten sowie der langfristige Aufbau von Vertrauen entscheidend.

► Studie "Einflussfaktoren für das Gelingen von Innovationskooperationen zwischen KMU und Hochschulen"

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Interview: Auf dem Weg zu einem Mutterschutz für Selbstständige

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Angestellte Frauen besitzen in Deutschland einen gesetzlichen Mutterschutz – selbstständige hingegen nicht. Dabei werden nach Berechnungen des IfM Bonn jedes Jahr rund 27.000 Frauen in Selbstständigkeit Mutter. Schwangerschaft, Geburt, das Fortlaufen des Betriebes und die eigene finanzielle Absicherung unter einen Hut zu bringen, stellt für diese dann eine immense Herausforderung dar. Die IfM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben daher zusammen mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) ein Unterstützungsmodell erarbeitet, mit dem die schwanger- und mutterschaftsbedingten Einkommensverluste gerecht und bürokratiearm ausgeglichen und der Fortbestand des Betriebes gesichert werden kann.

NL-Redaktion: "Was zeichnet das von Ihnen erarbeitete Unterstützungsmodell aus?"

Dr. Vinzenz Peters: "Zunächst einmal beruht es auf einer Befragung von selbstständigen Handwerkerinnen in Nordrhein-Westfalen. Dadurch wurden die wesentlichen Herausforderungen für schwangere Frauen und Mütter, die einen Betrieb führen, deutlich sichtbar. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen aller selbstständigen Frauen gerecht zu werden, haben wir uns dann im zweiten Schritt bemüht, einen praxisnahen Vorschlag für die gesetzliche Verankerung des Mutterschutzes für alle zu entwickeln."

NL-Redaktion: "Das IfM Bonn hat dieses Unterstützungsmodell gemeinsam mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag erarbeitet. Unter dem Stichwort "FAIRsorgt" unterstützt nun auch das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium den als "NRW-Modell" bezeichneten Vorschlag. Wie ist es aufgebaut?"

Dr. Vinzenz Peters: "Unser Modell beruht auf drei Bausteinen: Dem Basis-Mutterschaftsausgleich, der alle selbständig erwerbstätigen Frauen absichern soll. Dieser wird ohne große Bürokratie einmalig zu Beginn des Mutterschutzes ausgezahlt und könnte aus einem inflationsangepassten Mindestbetrag von 5.000 Euro bestehen. Mit Hilfe des zweiten Bausteins kann der Basis-Mutterschaftsausgleich auf 100 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens aufgestockt werden. Als dritter Baustein könnten die werdenden selbstständigen Mütter anteilige finanzielle Unterstützung für eine selbstorganisierte Ersatzkraft oder für die Deckung der laufenden betrieblichen Fixkosten beantragen."

NL-Redaktion: "Das klingt nach einem sehr aufwändigen Antragsverfahren."

Dr. Vinzenz Peters: "Das Modell ist bewusst modular aufgebaut. Der Basis-Mutterschaftsausgleich ist sehr unbürokratisch geregelt. Auch die Nachweise für die zusätzlichen Module sind möglichst geringgehalten, gleichzeitig soll die Ausgestaltung zu jeder Zeit fair sein. Ganz ohne Nachweise geht es aber auch nicht – das haben unsere Workshops mit den Selbstständigen gezeigt. Am Ende steht aber ein Vorschlag, der auch aus der Praxis sehr viel Unterstützung erfährt."

► Studie "Wege der Unterstützung für Selbstständige im Handwerk während der Schwanger- und Mutterschaft"

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Europäische Union ist und bleibt für die KMU wichtigster Auslandsmarkt

Die wichtigste Herkunftsregion für importierte Waren bzw. der bedeutendste Absatzmarkt für die Güter der kleinen und mittleren Unternehmen ist weiterhin die Europäische Union (EU): 26 % von ihnen importierten Waren aus der EU, dagegen nur 5,3 % aus EU-Drittstaaten. Beim Export sind die KMU hingegen etwas globaler aufgestellt: 6,9 % aller kleinen und mittleren Unternehmen lieferten in 2024 Waren in die EU, 3,3 % von ihnen in Staaten außerhalb der EU.

► Statistik "Auslandsaktivitäten"

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Gestiegene Auslandsaktivitäten mit China – und Taiwan

Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen zehn Jahren ihre Außenhandelsbeziehungen mit China und Taiwan intensiviert: Allerdings exportierten weniger Unternehmen Waren als sie importierten. Auch treiben vor allem die Großunternehmen die Internationalisierung ihrer Handelsbeziehungen in den beiden Regionen voran.

► Studie "Die Außenhandelsbeziehungen deutscher KMU mit China, Hongkong und Taiwan"

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Aktuelle Podcasts des IfM Bonn

Aktuelle Podcasts des IfM Bonn

Mittelstandsforschung trifft Praxis

In der ersten Folge der neuen Podcastserie "Mittelstandsforschung trifft Praxis" berichtet Prof. Dr. Andreas Pinkwart (TU Dresden/Bertelsmann Stiftung) unter anderem, wie er in seinen politischen Ämtern Studienergebnisse für die gesetzliche Gestaltung genutzt hat, wie unternehmerische Innovationen in Deutschland wieder zur wirtschaftlichen Führung beitragen kann und welche Rolle der Wissens‑ und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Mittelstand spielt.

Mittelstand und China

Die chinesische Regierung setzt den Zugang zu Rohstoffen und Vorprodukten immer wieder als politisches Druckmittel ein und limitiert deren Export. Dennoch setzen viele mittelständische Unternehmen weiterhin auf Zulieferungen aus China. Die Gründe hierfür zeigt Dr. Markus-Rieger-Fels im Podcast "Der Mittelstand und China" auf.

Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland

Ist "Made in Germany" noch eine Marke? Wie kann der Wirtschaftsstandort Deutschland wieder gestärkt werden? Antworten auf diese Fragen geben im Podcast "Wie lässt sich der Wirtschaftsstandort Deutschland wieder stärken" Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft im Rahmen des Round Table Mittelstand.


Aktualisierte IfM-Statistiken

In den vergangenen Wochen wurden folgende Statistiken auf der Internetseite des IfM Bonn aktualisiert:

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU
Existenzgründungen 1. Halbjahr 2026
Unternehmensinsolvenzen 2025
Auszubildende

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Vorschau:

Im Forschungsnewsletter 4/2026 können Sie u. a. lesen,

wie ein vertrauensbasierter Bürokratieansatz umgesetzt werden könnte,
welche Vor- und Nachteile die staatliche Absicherung von unternehmerischen Risiken hat und
welche Potenziale eine spezifisch trainierte Künstliche Intelligenz Unternehmen bietet – und wie ihr Einsatz evaluiert werden kann.

Der Newsletter wird am 16. Dezember 2026 versandt.


Aktuelles aus dem IfM Bonn


Internationale Auszeichnung für IfM-Präsidentin

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Die Entrepreneurship Division der Academy of Management hat Anfang August auf der Jahreskonferenz der Academy of Management in Philadelphia Prof. Dr. Dr. h.c. Friederike Welter den Dedication to Entrepreneurship Award 2026 verliehen. Die Auszeichnung wird an Einzelpersonen oder Organisationen vergeben, die ihre wissenschaftliche Arbeit und Lehrtätigkeit im Forschungsfeld "Unternehmertum" im Laufe ihres Lebens/Bestehens auf vielfältige Weise vorangetrieben und in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht haben.

► Verleihung des Dedication to Entrepreneurship Award 2026

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Policy Brief: Neue Veröffentlichungen

Auf dem Weg zum Familienunternehmen mit externer Geschäftsführung

Erklärt sich kein Familienmitglied bereit, das Unternehmen zu übernehmen, bietet sich die Möglichkeit einer externen Geschäftsführung bei fortbestehendem Familieneigentum. In seinem Policy Brief "Umgang mit externer Nachfolge in familiengeführten mittelständischen Industrieunternehmen in Deutschland" zeigt Dr. Christian Neusser (Universität Siegen) auf, welche Herausforderungen dabei auf die neue Geschäftsführung zukommen können. Zugleich legt er dar, wie ein solcher Nachfolgeprozess vereinfacht werden kann.

Was akademische Ausgründungen auszeichnet

Wie unterscheiden sich wissenschaftliche Ausgründungen von generellen Gründungen? Dieser Frage gehen Dr. Natalia Gorynia-Pfeffer und Julia Schauer (beide RKW Kompetenzzentrum) in einem Policy Brief auf Basis des Global Entrepreneurship Monitors (GEM) nach. Ihr Ergebnis: Es gibt deutliche Unterschiede, die auch relevant für die Gründungsförderung sind.

Mittelstand und Kreislaufwirtschaft

Um vom Export von Rohstoffen und Vorprodukten unabhängiger zu werden, zielt die Politik darauf, die Kreislaufwirtschaft sowohl in Deutschland als auch in Europa voranzutreiben. In ihrem Beitrag "Regulierungen in der Kreislaufwirtschaft: Wie kann der Umweltschutz gefördert und gleichzeitig der Mittelstand gestärkt werden?" legen Dr. Michael Rothgang und Dr. Jochen Dehio (RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung) sowohl die Chancen als auch die aktuellen Probleme für die mittelständischen Unternehmen dar.

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Externe Veröffentlichungen

Warum Unternehmen zurückhaltend bei Innovationsförderungen sind

Immer noch halten sich viele (kleinere) Unternehmen bei der Inanspruchnahme öffentlicher Innovationsförderung zurück. Einer Literaturanalyse von Dr. Siegrun Brink zufolge, liegt dies weniger am Förderangebot, sondern vielmehr an den unterschiedlichen strukturellen und prozessualen Bedingungen auf der Ebene der Unternehmen und der Förderprogramme. So treffe ein komplexes, unflexibles Fördersystem mit hohen administrativen Anforderungen auf unternehmerische Ressourcen- und Informationsdefizite und dynamische Innovationsprozesse.

Selbstständige im Laufe der Zeit

Wie hat sich die selbstständige Erwerbsarbeit seit 1945 in Deutschland entwickelt? Und wie hat sich die soziodemografische Zusammensetzung der Gruppe der Selbstständigen verändert? Antworten auf diese Fragen geben Dr. Rosemarie Kay und Peter Kranzusch in ihrem Beitrag "Der Wandel der selbstständigen Erwerbsarbeit in Deutschland nach 1945 im Spiegel der amtlichen Statistik".

Selbstständigkeit kann Partnerschaften belasten

Während manche die Selbstständigkeit als Lösung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrachten, sehen andere darin eine erhebliche Belastung für die Familie. Dr. Stefan Schneck zeigt in seinem Gastbeitrag "Self-Employment and Intimate Partner Relationships" auf, warum ein selbstständiger Partner das individuelle Wohlbefinden mindern und Spannungen in Beziehungen verstärken kann.

Nachfolge im Zeichen des demografischen Wandels

Auf welche Weise wirkt sich der demografische Wandel auf das Nachfolgegeschehen aus? Können externe Nachfolgeinteressierte oder ein Management-Buy-Out eine fehlende Nachfolgebereitschaft in der Unternehmerfamilie kompensieren? Und welche personalpolitischen Herausforderungen gehen damit einher? Antworten auf diese Fragen geben Dr. Nadine Schlömer-Laufen und Dr. Rosemarie Kay in ihrem Beitrag "Nachfolgegeschehen und demografischer Wandel".


Prof. Dr. Michael Fritsch

Drei Fragen an ...

Prof. Dr. Michael Fritsch

Professor (Emeritus) für Volkswirtschaftslehre (Unternehmensentwicklung, Innovation und wirtschaftlichen Wandel) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie stellvertretender Vorsitzender des Forschungsrats und Mitglied im IfM Research Fellow Network.

Was ist für Sie das Besondere am Mittelstand in Deutschland?

Eine Besonderheit des deutschen Mittelstands besteht darin, dass er vergleichsweise viele alt-etablierte Unternehmen umfasst, die sich seit mehreren Generationen im Besitz derselben Familie befinden. Insbesondere gibt es im deutschen Mittelstand eine beträchtliche Anzahl an Hidden Champions. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die international sehr erfolgreich sind, indem sie sich auf enge Marktnischen spezialisieren, die meist nicht dem Hightech-Bereich zugerechnet werden. Viele dieser Firmen sind stark in ländlich geprägten Regionen verwurzelt. Die Weltmarktführer des deutschen Mittelstands stellen somit ein Gegenmodell zu bekannten US-amerikanischen Technologieunternehmen vom Silicon-Valley-Typ dar.

Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Maßnahme, die die Wirtschaftspolitik in der aktuellen Situation zur Unterstützung des Mittelstands ergreifen sollte? Welche Maßnahmen würden Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen in anderen Ländern zusätzlich empfehlen?

Am wichtigsten ist derzeit die Beseitigung bürokratischer Hemmnisse wie etwa lange Genehmigungsverfahren und übertriebene Berichtspflichten. Sinnvoll wären insbesondere auch Maßnahmen zur Unterstützung der Weiterbildung von Beschäftigten und der Innovationsförderung.

Als wie resilient sehen Sie derzeit die Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland an?

Aktuelle Analysen deuten darauf hin, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland durchaus widerstandsfähig sind. Diese Widerstandskraft ist allerdings nicht unbegrenzt. Längerfristig sollte das Umfeld unternehmerfreundlicher gestaltet werden. Hierbei sind stabile und verlässliche Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. Ein besonderes Augenmerk sollte die Politik auf Innovationstätigkeit und Unternehmensgründungen richten.

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