Gründungen und Unternehmensschließungen
Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.
Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.
Existenzgründungen in den Freien Berufen
Ergebnisse für das Jahr 2025
Im Jahr 2025 wurden rund 110.000 freiberufliche Existenzgründungen angemeldet. Gegenüber den Vorjahren stieg die Anzahl der Existenzgründungen in Freien Berufen deutlich. Allerdings ist zu beachten, dass im selben Jahr in 13 von 16 Finanzverwaltungen das der Ermittlung zugrundeliegende Auswertungskonzept geändert wurde. Infolgedessen könnte ein Teil des Anstiegs auf diese methodische Änderung zurückzuführen sein. Ein Teil des Anstiegs beruht jedoch auf einem tatsächlichen Zuwachs an Gründungsaktivitäten. Die Existenzgründungsintensität (Gründungen pro 10.000 erwerbsfähige
Einwohner) in den Freien Berufen betrug 21,9.
Die freiberuflichen Gründungsaktivitäten haben in allen Bundesländern und damit unabhängig von methodischen Änderungen gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Die meisten freiberuflichen Existenzgründungen fanden in Nordrhein-Westfalen und Bayern, gefolgt mit einigem Abstand von Berlin und Baden-Württemberg, statt.
Wie in den Vorjahren entfällt mehr als die Hälfte der freiberuflichen Gründungen auf Frauen: Rund 60.000 Frauen nahmen im Jahr 2025 in diesem Bereich eine selbstständige Erwerbsarbeit auf. Besonders stark sind Frauen in den ostdeutschen Bundesländern und Schleswig-Holstein in das freiberufliche Gründungsgeschehen involviert.
Freiberufliche Gründungen konzentrieren sich in den Großstädten mit Hochschulen und/oder Verwaltungseinrichtungen. Letztere generieren eine hohe Nachfrage nach beratenden und wissenschaftlichen Dienstleistungen. Gleichwohl zählte auch der Landkreis München, der sowohl eine hohe Kaufkraft der Bevölkerung als auch hohe Nachfrage der Wirtschaft aufweist, zu den 5 Kreisen mit der höchsten Gründungsintensität im freiberuflichen Bereich in 2024.
Aktualisierung
Neue regionale Daten voraussichtlich im Mai 2026.
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