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Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

Unternehmensinsolvenzen

Ergebnisse für das Jahr 2019

Laut Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2019 in Deutschland 18.749 Unternehmen Insolvenz angemeldet - rund 550 (2,9%) weniger als in 2018. Wird die Zahl der Insolvenzen ins Verhältnis zum Unternehmensbestand gesetzt, ergibt sich für 2019 eine Quote der insolventen Unternehmen von nur noch 5,7 je 1.000 Unternehmen.

Detaillierte Aussagen über den Anteil der Unternehmensinsolvenzen im Mittelstand oder unter den kleinen und mittleren Unternehmen sind nicht möglich. Die amtliche Statistik weist zwar Unternehmensinsolvenzen nach Beschäftigtengrößenklassen aus, allerdings entsprechen die gewählten Größenklassen nicht den Schwellenwerten der KMU-Definitionen. Im Jahr 2019 wurde für 212Unternehmen mit über 100 Beschäftigten ein Insolvenzantrag gestellt Damit gerieten zwar deutlich mehr Unternehmen dieser Unternehmensgrößenklasse als im Vorjahr in eine existenzbedrohende Krise, ihr Anteil an allen Unternehmensinsolvenzen lag jedoch weiterhin bei lediglich einem Prozent. Damit entfällt das Gros der Unternehmensinsolvenzen auf kleine und mittlere Unternehmen. Nach Angaben vom Verband der Vereine Creditreform e.V. stammen nur 100 Insolvenzanmeldungen von Unternehmen mit über 50 Mio. € Jahresumsatz. Für 2020 ist ein Anstieg der Insolvenzanträge für (größere) Unternehmen in der 2. Jahreshälfte zu erwarten. Für die von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen, die in Form einer Kapitalgesellschaft geführt werden, wurde die Insolvenzantragspflicht bis 30.9.2020 ausgesetzt. 

Sanierungen: Seltene Nutzung von Insolvenzplan, Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren

Unternehmen mit eröffnetem Insolvenzverfahren können seit 1999 zur Sanierung ihrer Unternehmen die beiden Fortführungsinstrumente "Insolvenzplan" oder "Eigenverwaltung" und seit dem Jahr 2012 auch im Vorverfahren die Eigenverwaltung bzw. das sogenannte "Schutzschirmverfahren" nutzen. In 2019 wurde für 302 Unternehmen eine Eigenverwaltung durch den Schuldner genehmigt (2018: 235). Die Eigenverwaltung fand damit lediglich in 2 % aller eröffneten Insolvenzverfahren Anwendung. Im Vergleich zum Zeitraum vor 2012 ist jedoch die Zahl der Eigenverwaltungen deutlich gestiegen, speziell bei Personen- und Kapitalgesellschaften. Angesichts der gegenwärtigen Krise wird – wie in den Jahren der Dotcom-Krise 2001/2002 und der Finanzkrise 2008/2009 – ein Anstieg der Anträge für Eigenverwaltungen erwartet.

Tabellen zu Unternehmensinsolvenzen

Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

MerkmalDifferenzierung
InsolvenzenDBLWZRFALTGrKlWZ/GrKlBesch/WZ
Quote der insolventen UnternehmenDBLWZ     
EigenverwaltungD  RF    


D = Deutschland; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; RF = Rechtsform; ALT = Alter der Unternehmen; GrKl = Größenklassen, Besch = Beschäftigte

Daten zum Insolvenzgeschehen werden nur unregelmäßig aktualisiert.

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