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Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

NUI-Indikator

NUI-Regionenranking des IfM Bonn

Gründungen und Neuansiedlungen verändern die Unternehmenslandschaft in einer Region und sind Ausdruck eines attraktiven Wirtschaftsumfelds, das Unternehmertum und Selbstständigkeit begünstigt. Zur Bestimmung der regionalen Gründungsneigung berechnet das IfM Bonn seit 1998 jährlich das sogenannte NUI (Neue Unternehmerische Initiative) Regionenranking. Als neue unternehmerische Initiative in einer Region werden nicht nur Existenzgründungen (einschließlich Übernahmen), sondern auch Betriebsgründungen von Zweigniederlassungen, Zuzüge von Gewerbebetrieben sowie Aufnahmen einer gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit herangezogen. Der NUI-Indikator gibt an, wie viele Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter in einer Region im entsprechenden Jahr neu angemeldet wurden. Durch die Bildung einer Rangordnung vom höchsten NUI-Indikatorwert zum niedrigsten ergibt sich das NUI-Regionenranking.

Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2018

Die Gründungsneigung in Deutschland hat sich im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verringert. Der NUI-Indikator 2018 lag im Durchschnitt der 401 Landkreise, Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands um 0,9 Punkte niedriger als 2017, und zwar bei 123,0.

In insgesamt 234 Kreisen sanken die NUI-Werte, womit i. d. R. auch eine Verschlechterung im Regionenranking verbunden war. Der Rückgang der NUI-Werte ging in den meisten Kreisen mit rückläufigen Zahlen bei den Gewerbeanmeldungen einher. In gut der Hälfte dieser Fälle wirkte sich zusätzlich der Anstieg bei der erwerbsfähigen Bevölkerung negativ auf die NUI-Werte aus. In insgesamt 167 Kreisen konnte hingegen ein Anstieg des NUI-Indikators festgestellt werden, der regelmäßig auf eine Zunahme der Gewerbeanmeldungen zurückgeführt werden kann.

Die Spitzengruppe 2018  

Die kreisfreie Stadt Offenbach (244,7), die zwölf Jahre lang das Ranking anführte, ist nun durch den Landkreis München (267,8), der langjährig zweitplatziert war, abgelöst worden. Auch unter den weiteren Top-Platzierungen gab es einige Veränderungen: So konnte die kreisfreie Stadt Leverkusen in die Top-20 aufrücken. Außerdem sind die kreisfreie Stadt Schwabach sowie der Landkreis Landsberg am Lech in die Spitzengruppe zurückgekehrt. Die Landkreise Ebersberg, Nordfriesland sowie Garmisch-Partenkirchen befinden sich hingegen nicht mehr in der Spitzengruppe.

Im NUI-Regionenranking 2018 zählen nach wie vor neun Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern (v. a. der Großraum um die Landeshauptstadt München), fünf in Hessen (Großraum um die Stadt Frankfurt a. M. und die Landeshauptstadt Wiesbaden), zwei kreisfreie Städte in Nordrhein-Westfalen (Leverkusen und die Landeshauptstadt Düsseldorf), die Bundeshauptstadt Berlin und je eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz (Zweibrücken) und Baden-Württemberg (Baden-Baden) sowie ein Landkreis in Sachsen (Görlitz) zu den zwanzig Höchstplatzierten. Um Haaresbreite verfehlt hingegen Hamburg den Einzug in die Spitzengruppe.

Die Spannweite der gemessenen NUI-Werte hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. Der Spitzenwert (Landkreis München: 267,8) übertrifft den Schlusslicht-Wert (Kyffhäuserkreis: 62,4) im Jahr 2018 um gut ein Vierfaches.

Tabellen zum NUI-Regionenranking

NUI-Regionenranking 2018

NUI-Regionenranking 2018 nach amtlichem Gemeindeschlüssel

NUI-Regionenranking 2018 nach Bundesländern

Aktualisierung

Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2019 voraussichtlich im Herbst 2020.

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin Olga Suprinovič

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