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Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

NUI-Indikator

NUI-Regionenranking des IfM Bonn

Gründungen und Neuansiedlungen verändern die Unternehmenslandschaft in einer Region und sind Ausdruck eines attraktiven Wirtschaftsumfelds, das Unternehmertum und Selbstständigkeit begünstigt. Zur Bestimmung der regionalen Gründungsneigung berechnet das IfM Bonn seit 1998 jährlich das sogenannte NUI (Neue Unternehmerische Initiative) Regionenranking. Als neue unternehmerische Initiative in einer Region werden nicht nur Existenzgründungen, sondern auch Betriebsgründungen, Übernahmen und Zuzüge von Gewerbebetrieben sowie Aufnahmen einer gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit herangezogen. Der NUI-Indikator gibt an, wie viele Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter in einer Region im entsprechenden Jahr neu angemeldet wurden. Durch die Bildung einer Rangordnung vom höchsten NUI-Indikatorwert zum niedrigsten ergibt sich das NUI-Regionenranking.

Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2020

Das Jahr 2020 war durch erhebliche Einschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie sowie andere maßgebliche Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (z.B. Brexit, Krise in der Automobilindustrie, Wiedereinführung der Meisterpflicht in einigen Gewerken im Handwerk) gekennzeichnet. Die zu erwartenden, negativen Auswirkungen auf die Gründungsneigung sind jedoch insgesamt betrachtet ausgeblieben: Der NUI-Indikator 2020 lag im Durchschnitt der 401 Landkreise, Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands bei 123,2 und somit nur um 1,4 Punkte unter dem Wert des Vorjahres (124,6). Die einzelnen Kreise haben sich gleichwohl unterschiedlich entwickelt.

In 213 Kreisen (dies sind 53,1 % aller Kreise) gingen die NUI-Werte zurück, womit i. d. R. auch eine Verschlechterung im Regionenranking verbunden war. Der Rückgang der NUI-Werte ging dabei meist mit sinkenden Zahlen bei den Gewerbeanmeldungen einher. In 188 Kreisen (46,9 % aller Kreise) konnte hingegen ein Anstieg des NUI-Indikators festgestellt werden. Dieser war regelmäßig auf eine Zunahme bei den Gewerbeanmeldungen zurückzuführen, wobei sich häufig zusätzlich ein Rückgang bei der erwerbsfähigen Bevölkerung positiv auf die NUI-Werte auswirkte.

Die Spitzengruppe 2020

Der Landkreis München konnte seine Spitzenposition im NUI-Regionenranking erneut behaupten (259,2). Der im Vorjahr zweitplatzierte Landkreis Miesbach (209,1) wurde durch die im Vorjahr viertplatzierte kreisfreie Stadt Leverkusen (211,7) abgelöst. Auch unter den weiteren Top-Platzierungen gab es einige Veränderungen: So konnten die kreisfreie Stadt Kempten (Allgäu) sowie die Landkreise Dachau und Garmisch-Partenkirchen in die Top-20 aufrücken. Außerdem ist die kreisfreie Stadt Schwabach in die Spitzengruppe zurückgekehrt. Die kreisfreien Städte Wiesbaden und Baden-Baden sowie die Landkreise Ebersberg und Marburg-Biedenkopf befinden sich hingegen nicht mehr in der Spitzengruppe.

Im NUI-Regionenranking 2020 zählen 11 Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern (v. a. Großraum um die Landeshauptstadt München), vier in Hessen (Großraum um die Stadt Frankfurt a. M.), die Bundeshauptstadt Berlin, eine kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen (Leverkusen) sowie jeweils ein Landkreis in Schleswig-Holstein (Nordfriesland), in Sachsen (Görlitz) und in Brandenburg (Teltow-Fläming) zu den zwanzig Höchstplatzierten.
Die Spannweite der gemessenen NUI-Werte hat im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen. Der Spitzenwert (Landkreis München: 259,2) übertrifft den Schlusslicht-Wert (Kyffhäuserkreis: 55,2) im Jahr 2020 um fast ein Fünffaches.

Tabellen zum NUI-Regionenranking

NUI-Regionenranking 2020

NUI-Regionenranking 2020 nach amtlichem Gemeindeschlüssel

NUI-Regionenranking 2020 nach Bundesländern

Aktualisierung

Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2021 voraussichtlich im Herbst 2022.

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin Olga Suprinovič

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