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Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

Existenzgründungen insgesamt

Die Gesamtstatistik des IfM Bonn zu den Existenzgründungen umfasst alle steuerrechtlich selbstständigen Tätigkeiten von Personen. Neben gewerblichen Tätigkeiten gehören dazu die nichtgewerblichen Bereiche Land-/Forstwirte und Freie Berufe inklusive weiterer sog. sonstiger selbstständiger Tätigkeiten (z.B. Berufsbetreuer). Ausgewiesen wird die Anzahl der Personen, die im jeweiligen Kalenderjahr eine selbstständige Tätigkeit im Vollerwerb neu aufgenommen haben.

Ergebnisse für das Jahr 2020

Im Jahr 2020 waren in Deutschland insgesamt rund 331.000 Existenzgründungen zu verzeichnen. Dies waren rund 36.000 weniger als im Vorjahr (-9,7 %). Damit sinkt die Anzahl der Gründungen das dritte Jahr in Folge. Der Rückgang fällt geringer aus, als zu Beginn der Corona-Pandemie erwartet wurde.

In zwei von drei Tätigkeitsbereichen hat sich das Gründungsgeschehen abgeschwächt: den Freien Berufen (-5,6 %) und im gewerblichen Bereich (-11,7 %). Die Anzahl der Gründungen in der Land- und Forstwirtschaft ist hingegen gestiegen (+8,4 %). Die unterschiedlichen Entwicklungen deuten darauf hin, dass im Gewerbe nicht nur die Corona-Pandemie ursächlich für den Rückgang ist, sondern dass auch die wieder eingeführte Meisterpflicht in einigen Gewerken des Handwerks eine wesentliche Rolle spielt.

Im Fünfjahreszeitraum 2016 bis 2020 hat sich die Struktur der Tätigkeitsbereiche zugunsten der nichtgewerblichen Tätigkeiten verschoben. Freiberufliche Existenzgründungen hatten im Jahr 2020 einen Anteil an allen Existenzgründungen von 26,7 %, die von Land- und Forstwirten einen von 2,3 %. Von allen Existenzgründungen entfielen rund 234.600 auf den gewerblichen Sektor, rund 88.400 auf die Freien Berufe und rund 7.700 auf Land- oder Forstwirte.

Die beschriebenen Veränderungen spiegeln sich auch in der Existenzgründungsintensität wider, der Anzahl der Existenzgründungen je 10.000 Personen im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahre). Sie ist von 71,1 in 2019 auf 64,3 in 2020 gefallen. Der Rückgang traf die Bundesländer in unterschiedlichem Maß: Im Vergleich zum Vorjahr sank die Existenzgründungintensität im Jahr 2020 am stärksten in Hamburg, Bremen, Hessen und Nordrhein-Westfalen.  

Schätzung für das Jahr 2021

Wie sich das Gründungsgeschehen im Jahr 2021 entwickeln wird, hängt u.a. von der Dauer der Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens ab, die aufgrund der Pandemie erlassen werden. Das IfM Bonn erwartet einen leichten Anstieg der Gründungszahlen im Vergleich zum Vorjahr, vor allem im 2. Halbjahr.

Tabellen zu Existenzgründungen insgesamt

Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

MerkmalDifferenzierung
Existenzgründungen nach TätigkeitsbereichenDBL
Existenzgründungsintensität nach TätigkeitsbereichenDBL

D = Deutschland; BL = Bundesländer

Aktualisierung

Voraussichtlich im April 2022.

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