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Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

Existenzgründungen insgesamt

Die Gesamtstatistik des IfM Bonn zu den Existenzgründungen umfasst alle steuerrechtlich selbstständigen Tätigkeiten von Personen. Neben gewerblichen Tätigkeiten gehören dazu die nichtgewerblichen Bereiche Land-/Forstwirte und Freie Berufe inklusive weiterer sog. sonstiger selbstständiger Tätigkeiten (z.B. Berufsbetreuer). Ausgewiesen wird die Anzahl der Personen, die im jeweiligen Kalenderjahr eine selbstständige Tätigkeit im Vollerwerb neu aufgenommen haben.

Ergebnisse für das Jahr 2021

Im Jahr 2021 waren in Deutschland insgesamt rund 336.000 Existenzgründungen zu verzeichnen. Dies waren rund 4.000 mehr als im Vorjahr (+1,4 %). Damit steigt die Anzahl der Gründungen leicht an. Das Vorpandemie-Niveau wird jedoch u.a. aufgrund der anhaltenden Folgen der Pandemie nicht erreicht.

In allen drei Tätigkeitsbereichen hat sich das Gründungsgeschehen erholt: am schwächsten in den Freien Berufen (+0,3%), am stärksten in der Land- und Forstwirtschaft (+2,5%).

Im Fünfjahreszeitraum 2017 bis 2021 hat sich die Struktur der Tätigkeitsbereiche zugunsten der nichtgewerblichen Tätigkeiten verschoben. Freiberufliche Existenzgründungen hatten im Jahr 2021 einen Anteil an allen Existenzgründungen von 26,4 %, die von Land- und Forstwirten einen von 2,3 %. Von allen Existenzgründungen entfielen rund 239.600 auf den gewerblichen Sektor, rund 88.700 auf die Freien Berufe und rund 7.900 auf Land- oder Forstwirte.

Die beschriebenen Veränderungen spiegeln sich auch in der Existenzgründungsintensität wider, der Anzahl der Existenzgründungen je 10.000 Personen im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahre). Sie ist von 71,1 in 2019 auf 64,3 in 2020 gefallen, in 2021 auf 65,7 gestiegen. 

Schätzung für das Jahr 2022

Wie sich das Gründungsgeschehen im Jahr 2022 entwickeln wird, ist aufgrund der Unsicherheiten, die noch immer von der Pandemie, insbesondere aber den Folgen des Ukrainekriegs ausgehen, schwer abzuschätzen. Die Unsicherheit, die aus den veränderten Marktbedingungen erwächst, wird die Umsetzung von Gründungsvorhaben verzögern. Das IfM Bonn erwartet dennoch einen leichten Anstieg der Gründungszahlen im Vergleich zum Vorjahr.

Tabellen zu Existenzgründungen insgesamt

Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

MerkmalDifferenzierung
Existenzgründungen nach TätigkeitsbereichenDBL
Existenzgründungsintensität nach TätigkeitsbereichenDBL

D = Deutschland; BL = Bundesländer

Aktualisierung

Daten für das Jahr 2022 voraussichtlich im April 2023.

Weitere Informationen

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Veröffentlichungen

Ansprechpartner

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Peter Kranzusch

Telefon
+49 228 7299741
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