Gründungen und Unternehmensschließungen
Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.
Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.
Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen
Ergebnisse für das Jahr 2025
Mit insgesamt 277.000 Existenzgründungen liegt die Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen im Jahr 2025 erstmals wieder über dem Niveau des Vorpandemiejahres 2019. Zu beachten ist allerdings, dass die Gewerbeanzeigenstatistik im 1. Halbjahr 2025 in einigen kleineren Bundesländern Betriebs- und Kleingewerbegründungen über- und im Gegenzug Nebenerwerbsgründungen untererfasst. Die Anzahl der Existenzgründungen in Deutschland dürfte deswegen weniger stark gestiegen sein als ausgewiesen. Die Belebung des Gründungsgeschehens im Haupterwerb erstreckt sich auf alle drei Gründungsformen. Auch die Nebenerwerbsgründungen steigen.
Die Anzahl der Existenzgründungen übersteigt auch 2025 in den meisten Wirtschaftsabschnitten die Anzahl der Schließungen. Ein solch positiver Saldo, der eine Zunahme im Unternehmensbestand anzeigt, ist vor allem in den Dienstleistungsbranchen zu beobachten. Heraus ragen die Bereiche wissenschaftliche, technische und freiberufliche Dienstleistungen sowie Information und Kommunikation. Im Bereich des Produzierenden Gewerbe übersteigt die Anzahl der Gründungen die der Schließungen nur im Bereich Energie- und Wasserversorgung, im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe ist das Gegenteil der Fall. Der größte Rückgang im Unternehmensbestand betrifft den Handel. Sowohl im Handel als auch im Baugewerbe verlassen vor allem Kleingewerbe den Markt.
Existenzgründungen von Einzelunternehmen werden zu rund 41% von Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit angemeldet - ähnlich wie in den Vorjahren. Dagegen stieg der Anteil dieser Personengruppe an den Nebenerwerbsgründungen in jüngerer Zeit deutlich: von 13,5% in 2020 auf 16,3% im Jahr 2025.
Tabellen zu gewerblichen Existenzgründungen und Liquidationen
Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.
D = Deutschland; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; NRW = Nordrhein-Westfalen, RF = Rechtsform; STR = Struktur; BL-STR = Bundesländer Struktur; M/F = Geschlecht ; NAT = Staatsangehörigkeit.
Aktualisierung
Daten für das 1. Halbjahr 2026 voraussichtlich Ende August 2026.