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Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

NUI-Indikator

NUI-Regionenranking des IfM Bonn

Gründungen und Neuansiedlungen verändern die Unternehmenslandschaft in einer Region und sind Ausdruck eines attraktiven Wirtschaftsumfelds, das Unternehmertum und Selbstständigkeit begünstigt. Zur Bestimmung der regionalen Gründungsneigung berechnet das IfM Bonn seit 1998 jährlich das sogenannte NUI (Neue Unternehmerische Initiative) Regionenranking. Als neue unternehmerische Initiative in einer Region werden nicht nur Existenzgründungen, sondern auch Betriebsgründungen, Übernahmen und Zuzüge von Gewerbebetrieben sowie Aufnahmen einer gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit herangezogen. Der NUI-Indikator gibt an, wie viele Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter in einer Region im entsprechenden Jahr neu angemeldet wurden. Durch die Bildung einer Rangordnung vom höchsten NUI-Indikatorwert zum niedrigsten ergibt sich das NUI-Regionenranking.

Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2019

Die Gründungsneigung in Deutschland hat sich im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig erhöht. Der NUI-Indikator 2019 lag im Durchschnitt der 401 Landkreise, Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands um 1,6 Punkte höher als 2018, und zwar bei 124,6.

In insgesamt 261 Kreisen stiegen die NUI-Werte, womit i. d. R. auch eine Verbesserung im Regionenranking verbunden war. Der Anstieg der NUI-Werte ging in den meisten Kreisen mit steigenden Zahlen bei den Gewerbeanmeldungen einher. In gut der Hälfte dieser Fälle wirkte sich zusätzlich der Rückgang bei der erwerbsfähigen Bevölkerung positiv auf die NUI-Werte aus. In insgesamt 140 Kreisen konnte hingegen ein Rückgang des NUI-Indikators festgestellt werden, der regelmäßig auf eine Abnahme der Gewerbeanmeldungen zurückgeführt werden kann.

Die Spitzengruppe 2019  

Der Landkreis München konnte seine Spitzenposition im NUI-Regionenranking erneut behaupten (253,4). Die im Vorjahr zweitplatzierte kreisfreie Stadt Offenbach am Main (173,7) wurde durch den Landkreis Miesbach (211,7) abgelöst. Auch unter den weiteren Top-Platzierungen gab es einige Veränderungen: So konnten  der Landkreis Teltow-Fläming und der Landkreis Marburg-Biedenkopf in die Top-20 aufrücken. Außerdem sind der Landkreis Ebersberg und der Landkreis Nordfriesland in die Spitzengruppe zurückgekehrt. Die kreisfreien Städte Düsseldorf, Zweibrücken und Schwabach sowie der Landkreis Landsberg am Lech befinden sich hingegen nicht mehr in der Spitzengruppe.

Im NUI-Regionenranking 2019 zählen acht Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern (v. a. Großraum um die Landeshauptstadt München), sechs in Hessen (Großraum um die Stadt Frankfurt a. M. und die Landeshauptstadt Wiesbaden), die Bundeshauptstadt Berlin, je eine kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen (Leverkusen) und Baden-Württemberg (Baden-Baden) sowie je ein Landkreis in Schleswig-Holstein (Nordfriesland), in Sachsen (Görlitz) und in Brandenburg (Teltow-Fläming) zu den zwanzig Höchstplatzierten. Nur um Haaresbreite verfehlt Hamburg den Einzug in die Spitzengruppe.

Die Spannweite der gemessenen NUI-Werte hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert. Der Spitzenwert (Landkreis München: 253,4) übertrifft den Schlusslicht-Wert (Kyffhäuserkreis: 65,5) im Jahr 2019 um fast ein Vierfaches.

Tabellen zum NUI-Regionenranking

NUI-Regionenranking 2019

NUI-Regionenranking 2019 nach amtlichem Gemeindeschlüssel

NUI-Regionenranking 2019 nach Bundesländern

Aktualisierung

Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2020 voraussichtlich im Herbst 2021.

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin Olga Suprinovič

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