Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Unternehmensinsolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Beginnend mit Berichtsjahr 2012 wurden die einzelnen Gründungsstatistiken (Gewerbe, Freie Berufe, Land- und Forstwirtschaft) zu einer übergreifenden Gesamtstatistik Existenzgründungen insgesamt zusammengeführt. Damit wird die Anzahl aller Gründungen in Deutschland im Vollerwerb näherungsweise ausgewiesen.

Außerdem veröffentlicht das IfM Bonn jeweils im Herbst das NUI-Regionenranking. Dieses zeigt auf, wie viele Gewerbe im vorigen Jahr regional pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter angemeldet wurden (Neue Unternehmerische Initiative - NUI).

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

  • Existenzgründungen insgesamt

    Die Gesamtstatistik des IfM Bonn zu den Existenzgründungen umfasst alle steuerrechtlich selbstständigen Tätigkeiten von Personen. Neben gewerblichen Tätigkeiten gehören dazu die nichtgewerblichen Bereiche Land-/Forstwirte und Freie Berufe inklusive weiterer sogenannter sonstiger selbstständiger Tätigkeiten. Ausgewiesen wird die Anzahl der Personen, die im jeweiligen Kalenderjahr eine selbstständige Tätigkeit im Vollerwerb neu aufgenommen hat.

    Ergebnisse für das Jahr 2019

    Im Jahr 2019 waren in Deutschland insgesamt rund 366.000 Existenzgründungen zu verzeichnen. Dies waren rund 700 weniger als im Vorjahr (-0,2 %). Zu berücksichtigen ist dabei, dass es aufgrund von IT-Umstellungen in den Finanzverwaltungen zu Über- oder Untererfassungen bei den Freien Berufen gekommen sein kann und damit ein Vergleich mit dem Vorjahr nur begrenzt möglich ist. Die Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen ist seit 2011 rückläufig. Dagegen hat die Anzahl der freiberuflichen Gründungen und die der Gründungen in der Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2019 wieder zugenommen. Die Anzahl der Existenzgründungen hat sich in den Bundesländern uneinheitlich entwickelt.

    Im Jahr 2019 entfielen rund 265.700 Existenzgründungen auf den gewerblichen Sektor, rund 93.600 auf die Freien Berufe und rund 7.100 auf Land- oder Forstwirte. Freiberufliche Gründungen haben einen Anteil von 25,5% und Land- und Forstwirte von 1,9% an allen Existenzgründungen. In den vergangenen Jahren sank der Anteil gewerblicher Gründungen an allen Gründungen nahezu stetig, während der Anteil der freiberuflichen Gründungen stieg. Eine Ausnahme bildete das Jahr 2018.

    Von 10.000 Personen im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahre) vollzogen 71 im Jahr 2019 in Deutschland eine Existenzgründung. Die Existenzgründungsintensität des Jahres 2019 ist damit im Vergleich zum Vorjahr (71,2) konstant. Regional hat sich die Existenzgründungsintensität unterschiedlich entwickelt: In 11 Bundesländern stieg sie (geringfügig) und in fünf Ländern sank sie, darunter in den Einwohner stärksten Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen. Berlin liegt mit einer Existenzgründungsintensität von 161,0 zwar weiterhin weit vorne, aufgrund der negativen Entwicklung bei den gewerblichen Existenzgründungen ist sie jedoch im vergangenen Jahr deutlich gegenüber 2018 gesunken.

     

    Existenzgründungen insgesamt - weitere Informationen

    Tabellen zu Existenzgründungen insgesamt

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Existenzgründungen nach Tätigkeitsbereichen D BL
    Existenzgründungsintensität nach Tätigkeitsbereichen D BL

    D = Deutschland; BL = Bundesländer

    Aktualisierung

    Voraussichtlich im April 2021.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Existenzgründungen insgesamt - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    Regionale Analyse des Gründungsgeschehens in Nordrhein-Westfalen – 2015 bis 2017

    Günterberg, B.; Kay, R.; Kranzusch, P. (2018): Regionale Analyse des Gründungsgeschehens in Nordrhein-Westfalen – 2015 bis 2017, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 21, Bonn.

    Existenzgründungen insgesamt - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen

    Ergebnisse für das Jahr 2019

    Die Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen betrug im Jahr 2019 rund 265.700. Sie lag damit um rund 4.300 bzw. 1,6% unter der des Vorjahres. Dies stellt den neunten Rückgang seit 2011 dar.

    Bei den gewerblichen Liquidationen ist im Jahr 2019 ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr auf rund 275.600 zu verzeichnen (-5,3%). Der gewerbliche Existenzgründungssaldo (Differenz aus Existenzgründungen und Liquidationen) lag damit im Jahr 2019 bei rund -9.900 und ist gegenüber 2018 (rund -21.100) deutlich gestiegen.

     

    Differenziert nach Meldeanlässen zeigt sich, dass der Negativsaldo alleine auf "Echte" Kleingewerbegründungen und Kleingewerbeaufgaben zurückgeht. Im Vergleich zum Vorjahr (-43.500) ist der Negativsaldo dort im Jahr 2019 (-35.400) um rund 11.200 gestiegen.

    Positiv ist dagegen der Saldo aus Betriebsgründungen und -aufgaben von Hauptniederlassungen. Mit rund 88.000 Anmeldungen haben Betriebsgründungen mit einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung (Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen) im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen (1,1 %). Die Betriebsaufgaben von Hauptniederlassungen sind im Jahr 2019 stärker - um 3,5 % - auf rund 68.100 gesunken. Der Saldo lag bei rund +19.900 und damit um rund 3.400 über dem Wert des Vorjahres.

     

    Auch der Saldo der Übernahmen und Übergaben durch Erbfolge, Kauf, Pacht ist mit rund +5.500 positiv. Die Zahl der Übernahmen lag im Jahr 2019 bei rund 30.100 (-1,9%) und die der Übergaben bei rund 24.600 (-0,9%).

    Die Zahl der Nebenerwerbsgründungen lag im Jahr 2019 bei rund 264.000 und ist damit gegenüber dem Vorjahr um rund 13.300 gestiegen (+5,3 %). Zugleich ist die Zahl der Nebenerwerbsaufgaben (190.300) um 1,3% zurückgegangen. Der Saldo aus Nebenerwerbsgründungen und -aufgaben (73.700) ist damit um 15.800 gegenüber 2018 gestiegen.

    Die Existenzgründungsintensität (Anzahl der Existenzgründungen je 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahren)) lag in Deutschland im Jahr 2019 bei 51,6. In den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Die höchste Existenzgründungsintensität weisen die Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit 100,5 bzw. 84,9 auf. Bei den Flächenländern liegt Hessen mit 65,0 vorne.

    Weitere Ergebnisse für Deutschland

       

    • 39,5% der rund 672.600 Gewerbeanmeldungen galten im Jahr 2019 als Existenzgründung entsprechend der Definition des IfM Bonn. Im Jahr 2009 lag der Anteil der Existenzgründungen bei 47,7%.

    •  

    • Jede dritte gewerbliche Existenzgründung (33,1%) stellte im Jahr 2019 eine Betriebsgründung einer Hauptniederlassung dar. Deren Anteil lag im Jahr 2009 noch bei 25,5%. Seit 2004 beobachten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des IfM Bonn hier einen nahezu kontinuierlichen Anstieg.

    •  

    • Der Anteil der Kleingewerbegründungen an den gewerblichen Existenzgründungen lag im Jahr 2019 bei 55,5% (2009: 63,9%).

    •  

    • 72,8% der Existenzgründungen im gewerblichen Bereich erfolgten in der Rechtsform eines Einzelunternehmens.

    •  

    • Der Anteil der Frauen an den gewerblichen Existenzgründungen von Einzelunternehmen lag im Jahr 2019 bei 29,3%. Er ist damit gegenüber dem Anteil von 2018 (28,8%) leicht gestiegen. Dagegen ist der Frauenanteil an den gewerblichen Nebenerwerbsgründungen von Einzelunternehmen (2019: 40,9%) gegenüber 2018 (41,2%) geringfügig gesunken.

    •  

    • 42,6% der gewerblichen Existenzgründungen von Einzelunternehmen wurden im Jahr 2019 von Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit angemeldet, bei den gewerblichen Nebenerwerbsgründungen von Einzelunternehmen lag der Ausländeranteil bei 13,5%. Damit ist der Anteil ausländischer Existenzgründer geringfügig um 0,7 Prozentpunkte gegenüber 2018 gesunken und damit unter dem bisherigen Höchstwert von 46,5% im Jahr 2013.

    •  

    • Bei den gewerblichen Liquidationen von Einzelunternehmen lag der Ausländeranteil im Jahr 2019 bei 33,6% und damit nur geringfügig unter dem Niveau von 2018 (33,9%).

    •  

    Schätzung für das Jahr 2020

    Wie sich das gewerbliche Gründungs- und Liquidationsgeschehen im Jahr 2020 entwickeln wird, ist aufgrund der gegenwärtigen Coronapandemiekrise ungewiss und hängt von der Dauer der damit verbundenen Einschränkungen ab. Das IfM Bonn hat zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronaviruspandemie vorläufige Abschätzungen abgegeben (siehe IfM-Hintergrundpapier "Coronaviruspandemie und Mittelstand"). 

    Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen - weitere Informationen

    Tabellen zu gewerblichen Existenzgründungen und Liquidationen bis zum Jahr 2018

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Aktuelle Kennzahlen zu gewerblichen Gründungen und Liquidationen D NRW                
    Zeitreihen                    
    Existenzgründungen, Liquidationen (Aufgaben) D BL WZ RF STR BL-STR M/F NAT BES-GRKL  
    Nebenerwerbsgründungen und Nebenerwerbsaufgaben D BL WZ       M/F      
    Existenzgründungsintensität D BL                
    Liquidationsquote D BL                


    D = Deutschland; NRW = Nordrhein-Westfalen; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; RF = Rechtsform; STR = Struktur; BL-STR = Bundesländer Struktur; M/F = Geschlecht ; NAT = Staatsangehörigkeit; BES-GRKL = Beschäftigtengrößenklassen

    Aktualisierung

    Endgültige Daten für das 1. Halbjahr 2020 voraussichtlich im September 2020.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Gründungen und Unternehmensschließungen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern: Aktualisierung 2018

    Günterberg, B.; Kay, R. (2018): Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern: Aktualisierung 2018, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 20, Bonn.

    Kay, R.; Günterberg, B. (2015): Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 15, Bonn.

    Günterberg, B. (2011): Gründungen, Liquidationen, Insolvenzen 2010 in

    Deutschland, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 1, Bonn.

    Gründungen und Unternehmensschließungen - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Existenzgründungen in den Freien Berufen

    Ergebnisse für das Jahr 2019

    Nachdem in 2018 erstmals im betrachteten Zeitraum ein Rückgang bei den freiberuflichen Existenzgründungen zu verzeichnen war, stieg im Jahr 2019 ihre Anzahl wieder auf rund 93.590 (+3,6% gegenüber 2018). Allerdings gehen der im Jahr 2018 beobachtete Rückgang wie auch der in 2019 beobachtete Anstieg u.a. auf Umstellungen bei der Datenstruktur durch die Finanzverwaltung einzelner Bundesländer zurück.

    Die meisten Gründungen in den Freien Berufen wurden 2019 im Bundesland Nordrhein-Westfalen registriert. Aufgrund von IT-Umstellungen in den Finanzverwaltungen, die in einzelnen Bundesländern – darunter Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland  im Jahr 2018 erfolgten und teilweise auch das Jahr 2019 betrafen, traten Über- und Untererfassungen auf regionaler Ebene auf. Der Abschluss der Umstellung der Datenstruktur wird für 2020 erwartet. Bis dahin ist ein Vergleich mit den Vorjahresangaben für die Bundesländer nur eingeschränkt möglich.

    Rund 49.200 Frauen nahmen im Jahr 2019 eine selbstständige Erwerbsarbeit in den Freien Berufen auf. Mehr als die Hälfte der freiberuflichen Gründungen entfielen somit auf Frauen. Den höchsten Anteil weist Brandenburg aus. In Hessen und im Saarland lag der Frauenanteil dagegen unter 50%. Insgesamt betrachtet, übersteigt der Frauenanteil an den Gründungen in den Freien Berufen deutlich den im Bereich Gewerbe (29,3%).

    Weitere Ergebnisse

    Für das Jahr 2014 wurden erstmals Angaben zu Existenzgründungen für die 20 größten Städte Deutschlands und die 96 Raumordnungsregionen, die Wirtschaftsräume abgrenzen, berechnet. Die höchste Gründungsintensität ist in Berlin zu finden gefolgt von Hamburg, Bonn, Köln, München, Düsseldorf, Leipzig, Dresden und Frankfurt a.M.

    Tabellen zu Existenzgründungen in den Freien Berufen

    Existenzgründungen in den Freien Berufen 2015 bis 2019 nach Bundesländern

    Existenzgründungen von Frauen in den Freien Berufen 2018 und 2019 nach Bundesländern

    Existenzgründungsintensitäten für Freie Berufe 2015 bis 2019 nach Bundesländern

    Existenzgründungen in den Freien Berufen und Gründungsintensitäten 2014 nach Raumordnungsregionen, geordnet nach Bundesländern

    Aktualisierung

    Voraussichtlich im April 2021.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2015): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 14, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2013): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland im Jahr 2012, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 10, Bonn.

    Kranzusch, P. (2012): Freiberufliche Gründungen in Deutschland - Auswertung von Daten der Finanzverwaltung für die Jahre 2008 bis 2011, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 3, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O.; Haunschild, L. (2012): Freiberufliche Gründungen in Deutschland - Ergebnisse einer erstmaligen Auswertung von Daten der Finanzverwaltung, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 213, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2012): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland, in: PKM-Journal der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heft 2, S. 22-23.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2011): Die Ergänzung der Gründungsstatistik des IfM Bonn durch freiberufliche Gründungen - Ergebnisse einer Pilotstudie am Beispiel Nordrhein-Westfalen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 211, Bonn.

    Suprinovič, O.; Kranzusch, P.; Haunschild, L. (2011): Einbeziehung freiberuflicher Gründungen in die Gründungsstatistik des IfM Bonn - Analyse möglicher Datenquellen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 210, Bonn.

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • NUI-Indikator

    • Regionenranking
    • Interaktive Deutschlandkarte
    • Bundesländer und NRW

    NUI-Regionenranking des IfM Bonn

    Gründungen und Neuansiedlungen verändern die Unternehmenslandschaft in einer Region und sind Ausdruck eines attraktiven Wirtschaftsumfelds, das Unternehmertum und Selbstständigkeit begünstigt. Zur Bestimmung der regionalen Gründungsneigung berechnet das IfM Bonn seit 1998 jährlich das sogenannte NUI (Neue Unternehmerische Initiative) Regionenranking. Als neue unternehmerische Initiative in einer Region werden nicht nur Existenzgründungen (einschließlich Übernahmen), sondern auch Betriebsgründungen von Zweigniederlassungen, Zuzüge von Gewerbebetrieben sowie Aufnahmen einer gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit herangezogen. Der NUI-Indikator gibt an, wie viele Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter in einer Region im entsprechenden Jahr neu angemeldet wurden. Durch die Bildung einer Rangordnung vom höchsten NUI-Indikatorwert zum niedrigsten ergibt sich das NUI-Regionenranking.

    Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2018

    Die Gründungsneigung in Deutschland hat sich im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verringert. Der NUI-Indikator 2018 lag im Durchschnitt der 401 Landkreise, Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands um 0,9 Punkte niedriger als 2017, und zwar bei 123,0.

    In insgesamt 234 Kreisen sanken die NUI-Werte, womit i. d. R. auch eine Verschlechterung im Regionenranking verbunden war. Der Rückgang der NUI-Werte ging in den meisten Kreisen mit rückläufigen Zahlen bei den Gewerbeanmeldungen einher. In gut der Hälfte dieser Fälle wirkte sich zusätzlich der Anstieg bei der erwerbsfähigen Bevölkerung negativ auf die NUI-Werte aus. In insgesamt 167 Kreisen konnte hingegen ein Anstieg des NUI-Indikators festgestellt werden, der regelmäßig auf eine Zunahme der Gewerbeanmeldungen zurückgeführt werden kann.

    Die Spitzengruppe 2018  

    Die kreisfreie Stadt Offenbach (244,7), die zwölf Jahre lang das Ranking anführte, ist nun durch den Landkreis München (267,8), der langjährig zweitplatziert war, abgelöst worden. Auch unter den weiteren Top-Platzierungen gab es einige Veränderungen: So konnte die kreisfreie Stadt Leverkusen in die Top-20 aufrücken. Außerdem sind die kreisfreie Stadt Schwabach sowie der Landkreis Landsberg am Lech in die Spitzengruppe zurückgekehrt. Die Landkreise Ebersberg, Nordfriesland sowie Garmisch-Partenkirchen befinden sich hingegen nicht mehr in der Spitzengruppe.

    Im NUI-Regionenranking 2018 zählen nach wie vor neun Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern (v. a. der Großraum um die Landeshauptstadt München), fünf in Hessen (Großraum um die Stadt Frankfurt a. M. und die Landeshauptstadt Wiesbaden), zwei kreisfreie Städte in Nordrhein-Westfalen (Leverkusen und die Landeshauptstadt Düsseldorf), die Bundeshauptstadt Berlin und je eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz (Zweibrücken) und Baden-Württemberg (Baden-Baden) sowie ein Landkreis in Sachsen (Görlitz) zu den zwanzig Höchstplatzierten. Um Haaresbreite verfehlt hingegen Hamburg den Einzug in die Spitzengruppe.

    Die Spannweite der gemessenen NUI-Werte hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. Der Spitzenwert (Landkreis München: 267,8) übertrifft den Schlusslicht-Wert (Kyffhäuserkreis: 62,4) im Jahr 2018 um gut ein Vierfaches.

    NUI 2018

    Gründungsneigung in den Bundesländern

    In 2018 hat die Gründungsneigung in den meisten Bundesländern leicht abgenommen oder sie stagnierte. Einen leichten Anstieg verzeichneten nur Saarland und Brandenburg sowie Thüringen und Rheinland-Pfalz. Dies wirkt sich auch auf das Bundesländerranking aus, indem bspw. Brandenburg einen Rang aufsteigt und somit Platz 11 vor Sachsen einnimmt. Die Vergleichbarkeit der Ranking-Ergebnisse mit dem Vorjahr ist jedoch bedingt durch Untererfassungen im Bundesland Bremen in 2016/2017 stark eingeschränkt.

     

    Die höchsten NUI-Werte weisen die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen auf, gefolgt von Hessen, Schleswig-Holstein und Bayern. Dahinter folgen Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, dessen NUI-Wert nahe am bundesdeutschen Durchschnitt liegt.
    Innerhalb der Bundesländer sind teilweise sehr stark ausgeprägte Unterschiede im regionalen NUI-Indikator zu erkennen: So finden sich bspw. in Bayern neun und in Hessen fünf Kreise in der NUI-Spitzengruppe (vor allem in den Ballungsgebieten der Landeshauptstadt München und dem Rhein-Main-Gebiet). Andere Kreise dieser Bundesländer liegen aber nur im Mittelfeld oder im unteren Drittel des bundesweiten Rankings (Bayern: 49, Hessen: 8), wodurch der landesweite Durchschnitt verringert wird.

    Entwicklung der Gründungsneigung in Nordrhein-Westfalen

    In Nordrhein-Westfalen (NRW) liegt der NUI-Indikator 2018 mit einem Landesdurchschnitt von 125,2 etwas über dem Bundesdurchschnitt von 123,0. Von den 53 nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten erreichten 15 einen höheren NUI-Wert als im Vorjahr. Dabei weist die kreisfreie Stadt Leverkusen (28,3 Punkte) die größte Verbesserung auf, gefolgt von der kreisfreien Stadt Duisburg (8,6 Punkte) und dem Landkreis Heinsberg (6,8 Punkte). Der Anstieg der NUI-Werte in den 15 Kreisen geht auf eine angestiegene Anzahl der Gewerbeanmeldungen zurück, wobei der NUI-Wert meist (Ausnahmen: Städte Leverkusen und Mönchengladbach sowie der Landkreis Herford) zusätzlich durch einen Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung begünstigt wird.

    Im bundesweiten Ranking liegen in 2018 in Nordrhein-Westfalen 18 Kreise im oberen Drittel, 20 Kreise im Mittelfeld und lediglich 15 Kreise unterhalb des Mittelfeldes.

    Gründungsstärkste Region in NRW war 2018 anders als in 2017 die kreisfreie Stadt Leverkusen: Mit einem NUI-Indikatorwert von 187,0 nimmt sie den zehnten Platz im bundesweiten Ranking ein und verweist die Landeshauptstadt Düsseldorf (175,1), die in 2017 noch das NRW Ranking anführte, auf den zweiten Platz. Zu den ersten fünfplatzierten Regionen in NRW zählen zudem die kreisfreie Stadt Mönchengladbach (159,4), der Landkreis Mettmann (155,0) und der Rhein-Erft-Kreis (154,3).

    Die Ruhrgebietskreise kommen im Durchschnitt auf einen NUI-Indikatorwert von 118,9. Zu den drei bestplatzierten Ruhrgebietskreisen zählen die kreisfreien Städte Duisburg (146,3), Essen (142,3) und Herne (127,6). Als einzige Ruhrregionen liegen zudem ihre NUI-Werte über dem Landesdurchschnitt.

    NUI-Indikator - weitere Informationen

    Tabellen zum NUI-Regionenranking

    NUI-Regionenranking 2018

    NUI-Regionenranking 2018 nach amtlichem Gemeindeschlüssel

    NUI-Regionenranking 2018 nach Bundesländern

    Aktualisierung

    Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2019 voraussichtlich im Herbst 2020.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    NUI - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    NUI Regionenranking 2009  - Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands

    May-Strobl, E. (2011): NUI Regionenranking 2009 - Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 204, Bonn.

    May-Strobl, E. (2009): Regionales Gründungsgeschehen - das Regionenranking auf Basis des NUI-Indikators, in: George, W.; Bonow, M. (Hrsg.): Regionales Zukunftsmanagement Band 3: Regionales Bildungs- und Wissensmanagement, Lengerich, S. 124-136

    May-Strobl, E. (2005): Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands - Positionsbestimmung und Ursachenanalyse auf Basis des regionalstatistischen Datenkatalogs, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Jahrbuch zur Mittelstandsforschung 2/2004, Schriften zur Mittelstandsforschung Nr. 107 NF, Wiesbaden, S. 61-105.

    NUI-Indikator - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Unternehmensinsolvenzen

    Ergebnisse für das Jahr 2019

    Laut Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2019 in Deutschland 18.749 Unternehmen Insolvenz angemeldet - rund 550 (2,9%) weniger als in 2018. Wird die Zahl der Insolvenzen ins Verhältnis zum Unternehmensbestand gesetzt, ergibt sich für 2019 eine Quote der insolventen Unternehmen von nur noch 5,7 je 1.000 Unternehmen.

    Detaillierte Aussagen über den Anteil der Unternehmensinsolvenzen im Mittelstand oder unter den kleinen und mittleren Unternehmen sind nicht möglich. Die amtliche Statistik weist zwar Unternehmensinsolvenzen nach Beschäftigtengrößenklassen aus, allerdings entsprechen die gewählten Größenklassen nicht den Schwellenwerten der KMU-Definitionen. Im Jahr 2019 wurde für 212 Unternehmen mit über 100 Beschäftigten ein Insolvenzantrag gestellt. Damit gerieten zwar deutlich mehr Unternehmen dieser Unternehmensgrößenklasse als im Vorjahr in eine existenzbedrohende Krise, ihr Anteil an allen Unternehmensinsolvenzen lag jedoch weiterhin bei lediglich einem Prozent. Damit entfällt das Gros der Unternehmensinsolvenzen auf kleine und mittlere Unternehmen. Nach Angaben vom Verband der Vereine Creditreform e.V. stammen nur 100 Insolvenzanmeldungen von Unternehmen mit über 50 Mio. € Jahresumsatz.

    Für 2020 ist ein Anstieg der Insolvenzanträge für (größere) Unternehmen in der 2. Jahreshälfte zu erwarten. Für die von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen, die in Form einer Kapitalgesellschaft geführt werden, wurde die Insolvenzantragspflicht bis 30.09.2020 ausgesetzt.

    Sanierungen: Seltene Nutzung von Insolvenzplan, Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren

    Unternehmen mit eröffnetem Insolvenzverfahren können seit 1999 zur Sanierung ihrer Unternehmen die beiden Fortführungsinstrumente "Insolvenzplan" oder "Eigenverwaltung" und seit dem Jahr 2012 auch im Vorverfahren die Eigenverwaltung bzw. das sogenannte "Schutzschirmverfahren" nutzen. In 2019 wurde für 302 Unternehmen eine Eigenverwaltung durch den Schuldner genehmigt (2018: 235). Die Eigenverwaltung fand damit lediglich in 2 % aller eröffneten Insolvenzverfahren Anwendung. Im Vergleich zum Zeitraum vor 2012 ist jedoch die Zahl der Eigenverwaltungen deutlich gestiegen, speziell bei Personen- und Kapitalgesellschaften. Angesichts der gegenwärtigen Krise wird – wie in den Jahren der Dotcom-Krise 2001/2002 und der Finanzkrise 2008/2009 – ein Anstieg der Anträge für Eigenverwaltungen erwartet.

    Insolvenzen - Weitere Informationen

    Tabellen zu Unternehmensinsolvenzen

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht Ihnen als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Unternehmensinsolvenzen D BL WZ RF ALT GrKl WZ/GrKl Besch/WZ
    Quote der insolventen Unternehmen D BL WZ          
    Eigenverwaltung D   RF          

    D = Deutschland; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; RF = Rechtsform; ALT = Alter der Unternehmen; GrKl = Größenklasse; Besch = Beschäftigte

    Aktualisierung

    Daten zum Insolvenzgeschehen werden nur unregelmäßig aktualisiert.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Zur IfM-Hintergrundinformation zum eigenverwalteten Insolvenzverfahren als Sanierungsweg

    Insolvenzen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    Die Nutzung insolvenzrechtlicher Sanierungswege durch kleine und mittlere Unternehmen - das Beispiel der Eigenverwaltung

    Kranzusch, P.; Icks, A. (2018): Die Nutzung insolvenzrechtlicher Sanierungswege durch kleine und mittlere Unternehmen - das Beispiel der Eigenverwaltung, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 19, Bonn.

    Insolvenzen - Anprechpartner

    Ansprechpartner

  • Überlebensrate von Unternehmen

    Überlebensrate von Unternehmen

    Ein wesentliches Kriterium für die Beurteilung der Qualität von Gründungen ist die Dauer ihres Fortbestehens am Markt. Aussagen zum Fortbestand neu gegründeter Unternehmen über einen fünfjährigen Beobachtungszeitraum liefern die Daten des statistischen Unternehmensregisters. Es werden nur Unternehmen betrachtet, die im Laufe des Jahres mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und/oder einen steuerpflichtigen Umsatz von mehr als 17.500 Euro hatten.

    Gründungen 2008 bis 2016

    Von den Unternehmen, die im Jahr 2012 gegründet wurden, waren nach einem Jahr noch 78,0% am Markt aktiv. Diese so definierte Überlebensrate nahm mit jedem weiteren Jahr kontinuierlich ab. Nach 5 Jahren betrug sie noch 39,8%. Die Überlebensraten unterscheiden sich je nach Unternehmensgröße zum Zeitpunkt der Gründung. Von den Unternehmen, die bei ihrer Gründung keine Beschäftigten hatten, existierten nach 5 Jahren noch 35,5%, während von den Unternehmen, die bei der Gründung schon Beschäftigte hatten, nach 5 Jahren noch gut die Hälfte bestand.

    Die höchste Überlebensrate nach 5 Jahren bei Gründung im Jahr 2012 weist der Wirtschaftszweig Gesundheits- und Sozialwesen (58,2%) auf, gefolgt von der Energieversorgung (50,3%). Die niedrigste Überlebensrate haben die Unternehmen des Wirtschaftszweigs Grundstücks- und Wohnungswesen. Hier überlebt nicht einmal jedes vierte Unternehmen die ersten fünf Jahre. Auch im Gastgewerbe und im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung sind die Überlebensraten mit 36,1% und 37,1% niedriger als der Durchschnitt über alle Wirtschaftszweige (39,8%).

    Überlebensrate - Weitere Informationen

    Tabellen zu den Überlebensraten von Unternehmen

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Aktuelles Jahr      
    Überlebensrate WZ/BeschGrKl    
    Zeitreihen      
    Überlebensrate BeschGrKl    
    Entwicklung der Überlebensrate WZ/Gr-Insg WZ/Gr-ohBesch WZ/Gr-mitBesch

    WZ = Wirtschaftszweige; BeschGrKl = Beschäftigtengrößenklassen; Gr-Insg = Gründungen ohne und mit Beschäftigten; Gr-ohBesch = Gründungen ohne Beschäftigte; Gr-mitBesch = Gründungen mit Beschäftigten.

    Aktualisierung

    Daten für das Jahr 2018 voraussichtlich im Juni 2020.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Überlebensrate - Ansprechpartner

    Ansprechpartner