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Mittelstand im Einzelnen

Die prägenden qualitativen Merkmale des Mittelstands (Geschäftsführung, Eigentumsverhältnisse, wirtschaftliche Unabhängigkeit) lassen sich aus den amtlichen Statistiken nicht ablesen. Aus diesem Grund kann das IfM Bonn nur jährlich aktualisierte quantitative Daten zu den kleinen und mittleren Unternehmen sowie zu den Großunternehmen ausweisen. Es bezieht sich dabei zumeist auf die KMU-Definition der EU-Kommission.

Forschung und Entwicklung (FuE)

Die FuE-Aktivitäten in der deutschen Wirtschaft werden in der Wissenschaftsstatistik des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft e.V. erfasst. Kernindikatoren sind die internen Ausgaben des FuE-affinen Wirtschaftssektors sowie der Bestand an FuE-Personal. Neben den internen FuE-Ausgaben werden auch Aufwendungen für externe Forschungsaufträge ausgewiesen.

Die FuE-Aktivitäten im Jahr 2019

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Ausgaben für interne FuE-Aktivitäten im Jahr 2019 um 5,2 % auf rund 75,8 Mrd. € erhöht. Die Aufwendungen für FuE sind somit im sechsten Jahr in Folge gestiegen. Der Ausgabenzuwachs im Jahr 2019 gegenüber 2018 geht vor allem auf die kleinen und mittleren Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten zurück (+ 17,2 %). In den Großunternehmen nahmen die Ausgaben lediglich um 4,1 % zu. Insgesamt ist der Anteil der KMU an den internen FuE-Aufwendungen auf 8,8 % gestiegen.

Im Vergleich der Wirtschaftszweige konzentrieren sich die internen FuE-Aufwendungen vor allem auf das Verarbeitende Gewerbe. Hier lassen sich 85,3 % der Aufwendungen verorten, die weit überwiegend von Großunternehmen aufgebracht werden. Einen sehr hohen Anteil (40,7 %) daran trägt die Automobilindustrie. Der Anteil der internen FuE-Aufwendungen, der von KMU erbracht wurde, variiert erheblich zwischen den Branchen: Während auf die KMU im Verarbeitenden Gewerbe ein Anteil von 5,7 % entfällt, sind es im Dienstleistungssektor rund ein Viertel. Zu letzterem zählen u. a. freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie die Informations- und Kommunikationsbranche – also Wirtschaftszweige mit hohem KMU-Anteil und hoher Relevanz für die Digitalisierung.

Im Einklang mit den FuE-Aufwendungen erhöhte der Wirtschaftssektor in 2019 auch den Bestand an FuE-Personal um 5,5 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 475.700 Beschäftigte (Vollzeitäquivalente). Die KMU steigerten ihr FuE-Personal um 14,0 %, die Großunternehmen um 3,9 %. Der KMU-Anteil am gesamten FuE-Personalbestand erhöhte sich somit wieder nach Jahren des Rückgangs und lag bei 17,0 %.

Weitere Ergebnisse

  • Über alle Größenklassen hinweg tätigten die Unternehmen in der Spitzentechnologie ein Fünftel aller internen FuE-Ausgaben. Hiermit sind Unternehmen aus forschungsintensiven Industrien gemeint. Sie investierten mehr als 9 % ihrer Umsätze in FuE.
  • Neben den internen FuE-Aufwendungen investierte der Wirtschaftssektor in 2019 weitere 22,7 Mrd. € in externe Forschungsaufträge, die beispielsweise an Forschungsinstitute, Hochschulen oder Beratungsunternehmen vergeben wurden. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung um fast ein Zehntel. Der KMU-Anteil an den externen FuE-Aufwendungen beträgt 4,5 %.

Tabellen zu FuE-Aktivitäten der Unternehmen in Deutschland

Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

MerkmalDifferenzierung
Zeitreihen   
Interne FuE-AufwendungenKMU  
Externe FuE-AufwendungenKMU  
FuE-PersonalKMU  
Aktuelles Jahr   
Interne FuE-AufwendungenKMU/WZKMU/ArtKMU/Intens

KMU = kleine und mittlere Unternehmen; WZ = Wirtschaftszweige; Art = Art des Merkmals; Intens = Forschungsintensität

Aktualisierung

Voraussichtlich Ende 2022.

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Veröffentlichungen

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Wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Sebastian Nielen

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