Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Beginnend mit Berichtsjahr 2012 wurden die einzelnen Gründungsstatistiken (Gewerbe, Freie Berufe, Land- und Forstwirtschaft) zu einer übergreifenden Gesamtstatistik Existenzgründungen insgesamt zusammengeführt. Damit wird die Anzahl aller Gründungen in Deutschland im Vollerwerb näherungsweise ausgewiesen.

Außerdem veröffentlicht das IfM Bonn jeweils im Herbst das NUI-Regionenranking. Dieses zeigt auf, wie viele Gewerbe im vorigen Jahr regional pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter angemeldet wurden (Neue Unternehmerische Initiative - NUI).

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

  • Existenzgründungen insgesamt

    Die Gesamtstatistik des IfM Bonn zu den Existenzgründungen umfasst alle steuerrechtlich getrennt behandelten selbstständigen Tätigkeiten von Personen. Neben gewerblichen Tätigkeiten gehören dazu die nichtgewerblichen Bereiche Freie Berufe, Land-/Forstwirte und weitere sog. sonstige selbstständige Tätigkeiten. Ausgewiesen wird die Anzahl der Personen, die im jeweiligen Kalenderjahr eine selbstständige Tätigkeit im Vollerwerb neu aufgenommen hat.

    Im Jahr 2017 waren in Deutschland insgesamt 381.000 Existenzgründungen zu verzeichnen. Dies waren rund 3.000 mehr als im Vorjahr +0,8%).  Für das 2018 erwartet das IfM Bonn eine insgesamt leicht ansteigende Tendenz im Gründungsgeschehen. Eine weiter steigende Anzahl von Gründungen von Freiberuflern sowie Land- und Forstwirten dürfte eine weiterhin sinkende Anzahl von gewerblichen Gründungen kompensieren.

    Im Jahr 2017 entfielen 279.000 Existenzgründungen auf den gewerblichen Sektor, 94.700 auf die Freien Berufe und knapp 7.300 auf Land- oder Forstwirte. Freiberufliche Gründungen haben einen Anteil von 24,9 % und Land- und Forstwirte von 1,9% an allen Existenzgründungen. Der Anteil gewerblicher Gründungen geht stetig zurück. (2012: 81,0%, 2017: 73,2%).

    Bezogen auf 10.000 Personen im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahre) starteten im Jahr 2017 in Deutschland 73,9 Erwerbspersonen eine Existenzgründung. Die Existenzgründungsintensität des Jahres 2017 ist im Vergleich zum Vorjahr (73,3) leicht gestiegen. Die Entwicklung der Existenzgründungsintensität ist jedoch nicht einheitlich, in acht Bundesländern stieg sie und in acht Bundesländern sank sie: Berlin liegt mit einer Existenzgründungsintensität von 161,0 weit vorne, in Thüringen beträgt sie dagegen nur ein Viertel des Wertes von Berlin.

    Existenzgründungen insgesamt - weitere Informationen

    Tabellen zu Existenzgründungen insgesamt

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Existenzgründungen nach Tätigkeitsbereichen D BL
    Existenzgründungsintensität nach Tätigkeitsbereichen D BL

    D = Deutschland; BL = Bundesländer

    Aktualisierung

    Daten für das Jahr 2018 voraussichtlich im April 2019.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Existenzgründungen insgesamt - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    Regionale Analyse des Gründungsgeschehens in Nordrhein-Westfalen – 2015 bis 2017

    Günterberg, B.; Kay, R.; Kranzusch, P. (2018): Regionale Analyse des Gründungsgeschehens in Nordrhein-Westfalen – 2015 bis 2017, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 21, Bonn.

    Existenzgründungen insgesamt - Ansprechpartner

  • Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen

    Ergebnisse für das 1. Halbjahr 2018

    Die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen betrug im 1. Halbjahr 2018 rund 142.300. Sie lag damit um rund 5.100 bzw. 3,5% niedriger als im Vorjahreszeitraums. Dies stellt den achten Rückgang seit 2011 dar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2017 gegenüber 1. Halbjahr 2016: 2.200 bzs. 1,5%) fiel er diesmal etwas stärker aus.

    Bei den gewerblichen Liquidationen ist im 1. Halbjahr 2018 ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 147.100 zu verzeichnen (-2,7%).

    Der gewerbliche Existenzgründungssaldo (Differenz aus Existenzgründungen und Liquidationen) lag im 1. Halbjahr 2018 bei rund -4.700 (1. Halbjahr 2017: -3.700). Damit hat sich der Wert gegenüber dem Vorjahreszeitraum  um rund 1.100 verschlechtert. Der Negativsaldo resultiert aus der negativen Entwicklung der Betriebsgründungen mit einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung (Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen). Bei rund 45.700 Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen im 1. Halbjahr 2018 (-5,2% gegenüber 1. Halbjahr 2017) und rund 36.200 Betriebsaufgaben von Hauptniederlassungen (-3,7%) ergibt sich zwar ein positiver Saldo von rund +9.500. Dieser ist jedoch um rund 1.100 niedriger als im Vorjahreszeitraum. Gleichwohl war fast jede dritte gewerbliche Existenzgründung (32,1%) im 1. Halbjahr 2018 eine Betriebsgründung einer Hauptniederlassung. Zum Vergleich: Im 1. Halbjahr 2014 lag deren Anteil bei 27,7% und zeigt steigende Tendenz.

    Auch der Saldo der Übernahmen und Übergaben durch Erbfolge, Kauf, Pacht ist mit rund +3.100 positiv. Die Zahl der Übernahmen durch Erbfolge, Kauf, Pacht lag im 1. Halbjahr 2018 bei rund 15.700 (-3,2%) und die der Übergaben bei rund 12.600 (-2,0%).

    Die Zahl der Nebenerwerbsgründungen war im 1. Halbjahr 2018 mit rund 130.700 um 0,5% höher als im 1. Halbjahr 2017. Zugleich ist die Zahl der Nebenerwerbsaufgaben mit rund 93.200 stärker um 5,3% gestiegen, so dass der Saldo aus Nebenerwerbsgründungen und Nebenerwerbsaufgaben im 1. Halbjahr 2018 mit rund 37.500 um rund 4.100 niedriger war als im 1. Halbjahr 2017.

    Die gewerbliche Existenzgründungsintensität (Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen je 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahre)) lag in Deutschland im 1. Halbjahr 2018 nach vorläufigen Berechnungen bei 27,6. In den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Die höchste gewerbliche Existenzgründungsintensität weisen die Stadtstaaten Berlin und Hamburg auf mit 56,8 bzw. 43,6. Bei den Flächenländern liegen Hessen und Nordrhein-Westfalen mit 34,0 bzw. 28,8 vorne.

    Weitere Ergebnisse für Deutschland

       

    • Weniger als die Hälfte (40,8%) der rund 349.200 Gewerbeanmeldungen galt im 1. Halbjahr 2018 als Existenzgründung entsprechend der Definition des IfM Bonn (1. Halbjahr 2014: 48,7%).
    •  

    • Der Anteil der Kleingewerbegründungen an den gewerblichen Existenzgründungen lag im 1. Halbjahr 2018 bei 56,8% (1. Halbjahr 2014: 61,4%).
    •  

    • 73,3% der Existenzgründungen im gewerblichen Bereich erfolgten in Form eines Einzelunternehmens.
    •  

    • Der Anteil der Frauen unter den gewerblichen Existenzgründungen von Einzelunternehmen lag im 1. Halbjahr 2018 bei 28,3% – und ist damit gegenüber dem 1. Halbjahr 2017 geringfügig um 0,6 Prozentpunkte niedriger. Bei den gewerblichen Nebenerwerbsgründungen von Einzelunternehmen ist der Frauenanteil mit 41,0% um 0,4 Prozentpunkte gesunken.
    •  

    • 43,7% der gewerblichen Existenzgründungen von Einzelunternehmen wurden im 1. Halbjahr 2018 von Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit angemeldet, was nur geringfügig über dem Niveau vom 1. Halbjahr 2017 liegt (42,6%). Bei den gewerblichen Nebenerwerbsgründungen von Einzelunternehmen lag der Ausländeranteil bei 13,2% (1. Halbjahr 2017: 12,7%). Zahlenmäßig am stärksten sind die gewerblichen Existenzgründungen von Polen im 1. Halbjahr 2018 gegenüber dem 1. Halbjahr 2017 zurückgegangen (-370), gefolgt von denen der Bulgaren (-170), während die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen von Türken leicht gestiegen ist (+80).
    •  

    • Bei den gewerblichen Liquidationen von Einzelunternehmen lag der Ausländeranteil im 1. Halbjahr 2018 bei 34,6% und damit um gut einen Prozentpunkt über dem Niveau des 1. Halbjahres 2017. Bei den gewerblichen Unternehmensaufgaben hatte das Abmeldeverhalten der Rumänen und der Polen einen negativen Einfluss auf die Entwicklung (+330 bzw. +150), während die Zahl der Liquidationen von Bulgaren und Türken um rund 100 bzw. 50 zurückging.
    •  

    Schätzung für das Jahr 2018

    Das IfM Bonn geht davon aus, dass sich der zuletzt beobachtete Trend der gewerblichen Existenzgründungen und Liquidationen im 2. Halbjahr 2018 fortsetzen wird. Für das gesamte Jahr 2018 wird geschätzt, dass es einen Rückgang der Existenzgründungen auf rund 272.000 und einen Rückgang der Liquidationen auf rund 293.000 geben wird. Dies würde wiederum einen negativen Gründungssaldo zur Folge haben.

    Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen - weitere Informationen

    Tabellen zu gewerblichen Existenzgründungen und Liquidationen bis zum Jahr 2017

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Aktuelle Kennzahlen zu Gründungen, Liquidationen
    und Insolvenzen
    D NRW                
    Zeitreihen                    
    Existenzgründungen, Liquidationen (Aufgaben) D BL WZ RF STR BL-STR M/F NAT BES-GRKL  
    Nebenerwerbsgründungen und Nebenerwerbsaufgaben D BL WZ       M/F      
    Existenzgründungsintensität D BL                
    Liquidationsquote D BL                


    D = Deutschland; NRW = Nordrhein-Westfalen; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; RF = Rechtsform; STR = Struktur; BL-STR = Bundesländer Struktur; M/F = Geschlecht ; NAT = Staatsangehörigkeit; BES-GRKL = Beschäftigtengrößenklassen

    Aktualisierung

    Endgültige Daten für das Jahr 2018 voraussichtlich im April 2019.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Gründungen und Unternehmensschließungen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern: Aktualisierung 2018

    Günterberg, B.; Kay, R. (2018): Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern: Aktualisierung 2018, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 20, Bonn.

    Kay, R.; Günterberg, B. (2015): Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 15, Bonn.

    Günterberg, B. (2011): Gründungen, Liquidationen, Insolvenzen 2010 in Deutschland, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 1, Bonn.

    Gründungen und Unternehmensschließungen - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Existenzgründungen in den Freien Berufen

    Im Jahr 2017 stieg die Anzahl der freiberuflichen Existenzgründungen auf rund 94.700. Das Gründungsgeschehen in den Freien Berufen unterliegt weiter großer Dynamik (+6,6% gg. 2016). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der freiberuflichen Gründer um 5.900 Personen gestiegen.

    Die meisten Gründungen in Freien Berufen wurden im Bundesland Nordrhein-Westfalen realisiert – gefolgt von Bayern und Berlin. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl der Existenzgründungen in 11 Bundesländern zu. Aufgrund von IT-Umstellungen in den Finanzverwaltungen, die noch nicht abgeschlossen sind, kann es zu Über- oder Untererfassungen kommen, so dass die Vergleichbarkeit mit Vorjahresangaben eingeschränkt ist.

    Weitere Ergebnisse

    Für das Jahr 2014 wurden erstmals Angaben zu Existenzgründungen für die 20 größten Städte Deutschlands und die 96 Raumordnungsregionen, die Wirtschaftsräume abgrenzen, berechnet. Die höchste Gründungsintensität ist in Berlin zu finden gefolgt von Hamburg, Bonn, Köln, München, Düsseldorf, Leipzig, Dresden und Frankfurt a.M.

    Tabellen zu Existenzgründungen in den Freien Berufen

    Existenzgründungen in den Freien Berufen 2013 bis 2017 nach Bundesländern

    Existenzgründungsintensitäten für Freie Berufe 2013 bis 2017 nach Bundesländern

    Existenzgründungen in den Freien Berufen und Gründungsintensitäten 2014 nach Raumordnungsregionen, geordnet nach Bundesländern

    Aktualisierung

    Voraussichtlich im April 2019.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2015): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 14, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2013): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland im Jahr 2012, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 10, Bonn.

    Kranzusch, P. (2012): Freiberufliche Gründungen in Deutschland - Auswertung von Daten der Finanzverwaltung für die Jahre 2008 bis 2011, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 3, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O.; Haunschild, L. (2012): Freiberufliche Gründungen in Deutschland - Ergebnisse einer erstmaligen Auswertung von Daten der Finanzverwaltung, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 213, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2012): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland, in: PKM-Journal der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heft 2, S. 22-23.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2011): Die Ergänzung der Gründungsstatistik des IfM Bonn durch freiberufliche Gründungen - Ergebnisse einer Pilotstudie am Beispiel Nordrhein-Westfalen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 211, Bonn.

    Suprinovič, O.; Kranzusch, P.; Haunschild, L. (2011): Einbeziehung freiberuflicher Gründungen in die Gründungsstatistik des IfM Bonn - Analyse möglicher Datenquellen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 210, Bonn.

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - Ansprechpartner

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  • NUI-Indikator

    • Regionenranking
    • Interaktive Deutschlandkarte
    • Bundesländer und NRW

    NUI-Regionenranking des IfM Bonn

    Gründungen und Neuansiedlungen verändern die Unternehmenslandschaft in einer Region und sind Ausdruck eines attraktiven Wirtschaftsumfelds, das Unternehmertum und Selbstständigkeit begünstigt. Zur Bestimmung der regionalen Gründungsneigung berechnet das IfM Bonn seit 1998 jährlich das so genannte NUI (Neue Unternehmerische Initiative) Regionenranking. Als neue unternehmerische Initiative in einer Region werden nicht nur Existenzgründungen, sondern auch Betriebsgründungen, Übernahmen und Zuzüge von Gewerbebetrieben sowie Aufnahmen einer gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit herangezogen. Der NUI-Indikator gibt an, wie viele Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter in einer Region im entsprechenden Jahr neu angemeldet wurden. Durch die Bildung einer Rangordnung vom höchsten NUI-Indikatorwert zum niedrigsten ergibt sich das NUI-Regionenranking.

    Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2016

    Die Gründungsneigung in Deutschland hat sich im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr leicht verringert. Der NUI-Indikator 2016 lag im Durchschnitt der 401 Landkreise, Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands um 5,2 Punkte niedriger als 2015, und zwar bei 125,4. Damit setzte sich der Abwärtstrend bei der Gründungsneigung im gewerblichen Bereich fort.

    Insgesamt betrachtet sanken in 284 Kreisen die Werte, womit i. d. R. auch eine Verschlechterung im Regionenranking verbunden war. In 259 Kreisen verminderte sich der NUI in Folge eines Rückgangs der Gewerbeanmeldungen. Allerdings kann sich der Indikatorwert auch durch die Entwicklung bei der Erwerbsbevölkerung verändern. Überwiegend ist eine zum Gewerbemeldegeschehen gegenläufige, positive Entwicklung bei der erwerbsfähigen Bevölkerung zu beobachten. Hierdurch wird der Abschwächungseffekt noch verstärkt. In 116 Kreisen konnte ein Anstieg des NUI-Indikators festgestellt werden, der regelmäßig auf eine Zunahme der gewerblichen Gründungen zurückgeführt werden kann.

    Die Spitzengruppe 2016

    Zum 11. Mal in Folge hat im vergangenen Jahr die kreisfreie Stadt Offenbach am Main ihren Spitzenplatz im NUI-Regionenranking behauptet (282,6). Die Neigung, in der Stadt Offenbach ein Gewerbe zu gründen, zeigte sich dabei nahezu unverändert. Der langjährige Zweitplatzierte, der Landkreis München (253,0), konnte sich ebenfalls auf dieser Position behaupten. Unter den weiteren Top-Platzierten gab es einzelne Veränderungen: So ist der Kreis Schwabach (Mittelfranken) in die Spitzengruppe aufgerückt. Auch sind die Landkreise Ebersberg und Passau (Bayern) in die Top-20 zurückgekehrt.  Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz sowie die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Fürstenfeldbruck befinden sich hingegen jetzt nicht mehr in der Spitzengruppe.

    Im NUI-Regionenranking 2016 zählen nunmehr zehn Kreise und kreisfreie Städte in Bayern (Großraum um die Landeshauptstadt München), fünf in Hessen (Großraum um die Stadt Frankfurt a. M. und die Landeshauptstadt Wiesbaden) die Bundeshauptstadt Berlin und je eine Stadt in Rheinland-Pfalz (Zweibrücken), Baden-Württemberg (Baden-Baden) und Nordrhein-Westfalen (Landeshauptstadt Düsseldorf) sowie in Niedersachsen der Landkreis Harburg zu den zwanzig Höchstplatzierten. Um Haaresbreite verfehlte hingegen ein Landkreis in Schleswig-Holstein (Stormarn) den Einzug in die Spitzengruppe.

    Tendenziell hat sich die Spannbreite der gemessenen NUI-Werte über die Jahre verringert. Der Abstand zwischen dem Spitzenwert (Offenbach am Main: 282,6) und dem Schlusslicht (Landkreis Elbe-Elster: 64,1) bleibt jedoch weiterhin groß.

    NUI-Indikator 2016

    Entwicklung der Gründungsneigung in den Bundesländern

    In 2016 hat in allen Bundesländern die Gründungsneigung nachgelassen. Nur in Berlin blieb sie nahezu stabil und auf hohem Niveau. Ansonsten fallen die Rückgänge unterschiedlich aus, was sich auch auf das Bundesländerranking gegenüber 2015 auswirkt.

    Die höchsten NUI-Werte weisen  – wie in den Vorjahren –  die Stadtstaaten Berlin und Hamburg auf, gefolgt von Hessen und Schleswig-Holstein. Bayern rückt um eine Position auf Rang 5 vor. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

    Auch innerhalb der Bundesländer sind regional unterschiedlich starke Entwicklungen auszumachen. Besonders ausgeprägt bleibt der regionale Gründungsunterschied in den Bundesländern Hessen und Bayern. Hier finden sich überdurchschnittlich viele Kreise mit hohem NUI-Indikator in der Spitzengruppe, vor allem in den Ballungsgebieten Rhein-Main sowie der Landeshauptstadt München. Andere Landesteile finden sich auf den mittleren Rangplätzen wieder.

    Entwicklung der Gründungsneigung in Nordrhein-Westfalen

    In Nordrhein-Westfalen (NRW) liegt der NUI-Indikator 2016 mit einem Landesdurchschnitt von 130,3 über dem Bundesdurchschnitt. Von den 53 nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten erreichten 20 einen höheren NUI-Wert als im Vorjahr. In allen diesen Kreisen war die Zunahme der Gründungszahlen sogar prozentual stärker als der Zuwachs der erwerbsfähigen Bevölkerung.

    Insgesamt erreichten 36 der in NRW gelegenen Kreise im bundesweiten Regionenranking höhere Platzierungen als im Vorjahr. 17 Kreise fielen hingegen auf einen etwas niedrigeren Rangplatz zurück. Auch zeigt sich, dass die NUI-Werte der einzelnen Kreise Nordrhein-Westfalens weniger stark als im Bundesgebiet differieren: Insgesamt sind die nordrhein-westfälischen Kreise und kreisfreien Städte häufiger im Mittelfeld und oberhalb des Mittelfelds platziert.

    Gründungsstärkste Stadt in NRW war in 2016 wieder die Landeshauptstadt Düsseldorf: Sie nimmt mit einem NUI-Indikatorwert von 186,1 den zwölften Platz im bundesweiten Ranking ein. Zweitplatziert in Nordrhein-Westfalen ist die Stadt Mönchengladbach (169,6), dicht gefolgt von dem Rhein-Erft-Kreis (169,1) und dem Kreis Viersen (169,0). An fünfter Position steht die Stadt Köln (163,8).

    Die Entwicklung im Ruhrgebiet verlief hingegen 2016 im Vergleich zu den übrigen Landesteilen Nordrhein-Westfalens verhaltener: Nur 5 der 15 zum Ruhrgebiet zählenden Kreise konnten im Ranking Plätze gutmachen. Im Durchschnitt kommen die Ruhrgebietskreise auf einen NUI-Indikatorwert von 120,2. Essen (150,8) hält wie schon im Vorjahr den Spitzenplatz unter den Ruhrgebietskreisen.

    NUI-Indikator - weitere Informationen

    Tabellen zum NUI-Regionenranking

    Das NUI-Regionenranking 2016

    Das NUI-Regionenranking 2016 nach amtlichem Gemeindeschlüssel

    Das NUI-Regionenranking 2016 nach Bundesländern

    Aktualisierung

    Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2017 voraussichtlich im Herbst 2018.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    NUI - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    NUI Regionenranking 2009  - Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands

    May-Strobl, E. (2011): NUI Regionenranking 2009 - Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 204, Bonn.

    May-Strobl, E. (2009): Regionales Gründungsgeschehen - das Regionenranking auf Basis des NUI-Indikators, in: George, W.; Bonow, M. (Hrsg.): Regionales Zukunftsmanagement Band 3: Regionales Bildungs- und Wissensmanagement, Lengerich, S. 124-136

    May-Strobl, E. (2005): Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands - Positionsbestimmung und Ursachenanalyse auf Basis des regionalstatistischen Datenkatalogs, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Jahrbuch zur Mittelstandsforschung 2/2004, Schriften zur Mittelstandsforschung Nr. 107 NF, Wiesbaden, S. 61-105.

    NUI-Indikator - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Insolvenzen

    Laut Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2016 in Deutschland 21.518 Unternehmen Insolvenz angemeldet - rund 1.600 (6,9%) weniger als in 2015. Wird die Zahl der Insolvenzen ins Verhältnis zum Unternehmensbestand gesetzt, ergibt sich für 2016 eine geschätzte Quote der insolventen Unternehmen von nur noch 6,6 je 1.000 Unternehmen.

    Detaillierte Aussagen über den Anteil der Unternehmensinsolvenzen im Mittelstand sind nicht möglich. Die amtliche Statistik weist zwar Unternehmensinsolvenzen nach Beschäftigtengrößenklassen aus, allerdings entsprechen die gewählten Größenklassen nicht den Schwellenwerten der KMU-Definitionen. Gleichwohl zeigt die Insolvenzstatistik, dass im Jahr 2016 lediglich 0,7% aller Insolvenzanträge von Unternehmen mit über 100 Beschäftigten gestellt wurden. Folglich entfällt das Gros der Unternehmensinsolvenzen auf kleine und mittlere Unternehmen. Nach Angaben vom Verband der Vereine Creditreform e.V. stammen nur 60 Insolvenzanmeldungen von Unternehmen mit über 50 Mio. € Jahresumsatz.

    Sanierungen: Insolvenzplan und Eigenverwaltung

    Unternehmen mit eröffnetem Insolvenzverfahren können seit 1999 zur Sanierung ihrer Unternehmen die beiden Fortführungsinstrumente "Insolvenzplan" oder "Eigenverwaltung" und seit dem Jahr 2012 auch das sogenannte Schutzschirmverfahren nutzen. Die Inanspruchnahme dieser Instrumente war bis dato sehr gering: Insolvenzplan- bzw. Eigenverwaltungsverfahren fanden im Zeitraum 1999 bis 2011 lediglich in 1 bis 2% aller Insolvenzverfahren Anwendung. Seit der Insolvenzrechtsreform von 2012 ist die Zahl der Eigenverwaltungen deutlich gestiegen, speziell bei Personen- und Kapitalgesellschaften.

    Insolvenzen - Weitere Informationen

    Tabellen zu Unternehmensinsolvenzen

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht Ihnen als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Insolvenzen D BL WZ RF ALT GrKl WZ/GrKl Besch/WZ
    Quote der insolventen Unternehmen D BL WZ          
    Insolvenzplan D BL            
    Eigenverwaltung D     RF        

    D = Deutschland; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; RF = Rechtsform; ALT = Alter der Unternehmen; GrKl = Größenklasse; Besch = Beschäftigte

    Aktualisierung

    Daten zum Insolvenzgeschehen werden nur unregelmäßig aktualisiert.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Zur IfM-Hintergrundinformation zum eigenverwalteten Insolvenzverfahren als Sanierungsweg

    Insolvenzen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    Die Nutzung insolvenzrechtlicher Sanierungswege durch kleine und mittlere Unternehmen - das Beispiel der Eigenverwaltung

    Kranzusch, P.; Icks, A. (2018): Die Nutzung insolvenzrechtlicher Sanierungswege durch kleine und mittlere Unternehmen - das Beispiel der Eigenverwaltung, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 19, Bonn.

    Insolvenzen - Anprechpartner

    Ansprechpartner