Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Beginnend mit Berichtsjahr 2012 wurden die einzelnen Gründungsstatistiken (Gewerbe, Freie Berufe, Land- und Forstwirtschaft) zu einer übergreifenden Gesamtstatistik Existenzgründungen insgesamt zusammengeführt. Damit wird die Anzahl aller Gründungen in Deutschland im Vollerwerb näherungsweise ausgewiesen.

Außerdem veröffentlicht das IfM Bonn jeweils im Herbst das NUI-Regionenranking. Dieses zeigt auf, wie viele Gewerbe im vorigen Jahr regional pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter angemeldet wurden (Neue Unternehmerische Initiative - NUI).

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

  • Existenzgründungen insgesamt

    Die Gesamtstatistik des IfM Bonn zu den Existenzgründungen umfasst alle steuerrechtlich getrennt behandelten selbstständigen Tätigkeiten von Personen. Neben gewerblichen Tätigkeiten gehören dazu die nichtgewerblichen Bereiche Freie Berufe, Land-/Forstwirte und weitere sog. sonstige selbstständige Tätigkeiten. Ausgewiesen wird die Anzahl der Personen, die im jeweiligen Kalenderjahr eine selbstständige Tätigkeit im Vollerwerb neu aufgenommen hat.

    Im Jahr 2018 waren in Deutschland insgesamt 367.000 Existenzgründungen zu verzeichnen. Dies waren rund 14.000 weniger als im Vorjahr (-3,6 %). Zu berücksichtigen ist dabei, dass das Gründungsgeschehen im freiberuflichen Bereich in 2017 (aufgrund von Umstellungen bei den Finanzverwaltungen z.B. in Bayern und Nordrhein-Westfalen) überzeichnet war und damit ein Vergleich mit dem Vorjahr nur begrenzt möglich ist. Erstmals sank die Anzahl der Gründungen in allen drei Tätigkeitfeldern. Abgesehen von der Hauptstadtregion und einzelnen norddeutschen Ländern ist Gründungsgeschehen in allen Bundesländern rückläufig.

    Im Jahr 2018 entfielen rund 270.000 Existenzgründungen auf den gewerblichen Sektor, 90.000 auf die Freien Berufe und 6.700 auf Land- oder Forstwirte. Freiberufliche Gründungen haben einen Anteil von 24,6 % und Land- und Forstwirte von 1,8 % an allen Existenzgründungen. In den letzten Jahren sank der Anteil gewerblicher Gründungen an allen Gründungen stetig, während der Anteil der freiberuflichen Gründungen stieg. Diese Entwicklungstrends stoppten im Jahr 2018.

    Von 10.000 Personen im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahre) vollzogen im Jahr 2018 71 Erwerbspersonen in Deutschland eine Existenzgründung. Die Existenzgründungsintensität des Jahres 2018 ist damit im Vergleich zum Vorjahr (73,3 %) leicht gesunken. Die Existenzgründungsintensität hat sich regional unterschiedlich entwickelt: in 6 Bundesländern stieg sie (geringfügig) und in 10, darunter die großen Flächenländer Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, sank sie. Berlin liegt mit einer Existenzgründungsintensität von 161,0 nach wie vor weit vorne.

    Existenzgründungen insgesamt - weitere Informationen

    Tabellen zu Existenzgründungen insgesamt

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Existenzgründungen nach Tätigkeitsbereichen D BL
    Existenzgründungsintensität nach Tätigkeitsbereichen D BL

    D = Deutschland; BL = Bundesländer

    Aktualisierung

    Daten für das Jahr 2019 voraussichtlich im April 2020.

    Weitere Informationen

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    Existenzgründungen insgesamt - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    Regionale Analyse des Gründungsgeschehens in Nordrhein-Westfalen – 2015 bis 2017

    Günterberg, B.; Kay, R.; Kranzusch, P. (2018): Regionale Analyse des Gründungsgeschehens in Nordrhein-Westfalen – 2015 bis 2017, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 21, Bonn.

    Existenzgründungen insgesamt - Ansprechpartner

  • Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen

    Ergebnisse für das Jahr 2018

    Die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen betrug im Jahr 2018 rund 270.000. Sie liegt damit um rund 9.000 bzw. 3,2% unter der des Vorjahres. Dies stellt den achten Rückgang seit 2011 dar.

    Bei den gewerblichen Liquidationen ist im Jahr 2018 ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr auf rund 291.000 zu verzeichnen (-2,7 %). Der gewerbliche Existenzgründungssaldo (Differenz aus Existenzgründungen und Liquidationen) lag damit im Jahr 2018 bei rund -21.000 und hat sich gegenüber 2017 (rund -20.000) kaum verändert.

    Differenziert nach Meldeanlässen zeigt sich, dass der Negativsaldo alleine auf "Echte" Kleingewerbegründungen und Kleingewerbeaufgaben zurückgeht. Im Vergleich zum Vorjahr (-43.400) ist der Negativsaldo dort im Jahr 2018 (-43.500) minimal gestiegen.

    Positiv ist dagegen der Saldo aus Betriebsgründungen und -aufgaben von Hauptniederlassungen. Mit rund 87.100 Anmeldungen haben Betriebsgründungen mit einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung (Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen) im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht abgenommen (-3,4 %). Die Betriebsaufgaben von Hauptniederlassungen sind im Jahr 2018 jedoch stärker - um 3,8 % - auf rund 70.500 gesunken. Der Saldo lag bei rund +16.500 und damit auf dem Niveau des Vorjahres.

    Auch der Saldo der Übernahmen und Übergaben durch Erbfolge, Kauf, Pacht ist mit knapp +5.900 positiv. Die Zahl der Übernahmen durch Erbfolge, Kauf, Pacht lag im Jahr 2018 bei rund 30.700 (-2,1%) und die der Übergaben bei rund 24.800 (-1,1%).

    Die Zahl der Nebenerwerbsgründungen lag im Jahr 2018 bei 250.700 und ist damit gegenüber dem Vorjahr geringfügig gestiegen (+0,6 %). Zugleich ist die Zahl der Nebenerwerbsaufgaben (192.800) um 4,2% gestiegen. Der Saldo aus Nebenerwerbsgründungen und -aufgaben (57.900) ist damit um 6.300 gegenüber 2017 gesunken.

     

    Die Existenzgründungsintensität (Anzahl der Existenzgründungen je 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahren)) lag in Deutschland im Jahr 2018 bei 52,4. In den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Die höchste Existenzgründungsintensität weisen die Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit 109,7 bzw. 84,1 auf. Bei den Flächenländern liegt Hessen mit 63,7 vorne.

    Weitere Ergebnisse für Deutschland

       

    • 40,4% der rund 669.000 Gewerbeanmeldungen galten im Jahr 2018 als Existenzgründung entsprechend der Definition des IfM Bonn. Im Jahr 2008 lag der Anteil der Existenzgründungen bei 47,9%.
    •  

    • Knapp jede dritte gewerbliche Existenzgründung (32,3%) stellte im Jahr 2018 eine Betriebsgründung einer Hauptniederlassung dar. Deren Anteil lag im Jahr 2008 noch bei 24,2%. Bereits seit 2004 ist er nahezu kontinuierlich gestiegen.
    •  

    • Der Anteil der Kleingewerbegründungen an den gewerblichen Existenzgründungen lag im Jahr 2018 bei 56,4% (2008: 64,3%).
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    • 73,4% der Existenzgründungen im gewerblichen Bereich erfolgten in der Rechtsform eines Einzelunternehmens.
    •  

    • Der Anteil der Frauen an den gewerblichen Existenzgründungen von Einzelunternehmen lag im Jahr 2018 bei 28,8%. Er ist damit - ebenso wie der Frauenanteil an den gewerblichen Nebenerwerbsgründungen von Einzelunternehmen (2018: 41,2%) - gegenüber 2017 geringfügig gesunken.
    •  

    • 43,3% der gewerblichen Existenzgründungen von Einzelunternehmen wurden im Jahr 2018 von Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit angemeldet, bei den gewerblichen Nebenerwerbsgründungen von Einzelunternehmen lag der Ausländeranteil bei 13,1%. Damit ist der Anteil ausländischer Existenzgründer zwar geringfügig um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2017 gestiegen, liegt aber immer noch unter dem bisherigen Höchstwert von 46,5% im Jahr 2013.
    •  

    • Bei den gewerblichen Liquidationen von Einzelunternehmen lag der Ausländeranteil im Jahr 2018 bei 33,9% und damit nur geringfügig über dem Niveau von 2017 (33,3%).
    •  

    Schätzung für das Jahr 2019

    Das IfM Bonn geht davon aus, dass sich der zuletzt beobachtete Trend der Existenzgründungen und Liquidationen im Jahr 2019 fortsetzen wird.

    Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen - weitere Informationen

    Tabellen zu gewerblichen Existenzgründungen und Liquidationen bis zum Jahr 2018

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Aktuelle Kennzahlen zu gewerblichen Gründungen und Liquidationen D NRW                
    Zeitreihen                    
    Existenzgründungen, Liquidationen (Aufgaben) D BL WZ RF STR BL-STR M/F NAT BES-GRKL  
    Nebenerwerbsgründungen und Nebenerwerbsaufgaben D BL WZ       M/F      
    Existenzgründungsintensität D BL                
    Liquidationsquote D BL                


    D = Deutschland; NRW = Nordrhein-Westfalen; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; RF = Rechtsform; STR = Struktur; BL-STR = Bundesländer Struktur; M/F = Geschlecht ; NAT = Staatsangehörigkeit; BES-GRKL = Beschäftigtengrößenklassen

    Aktualisierung

    Endgültige Daten für das 1. Halbjahr 2019 voraussichtlich im September 2019.

    Weitere Informationen

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    Gründungen und Unternehmensschließungen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern: Aktualisierung 2018

    Günterberg, B.; Kay, R. (2018): Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern: Aktualisierung 2018, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 20, Bonn.

    Kay, R.; Günterberg, B. (2015): Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 15, Bonn.

    Günterberg, B. (2011): Gründungen, Liquidationen, Insolvenzen 2010 in Deutschland, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 1, Bonn.

    Gründungen und Unternehmensschließungen - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Existenzgründungen in den Freien Berufen

    Im Jahr 2018 sank die Anzahl der freiberuflichen Existenzgründungen - erstmals im betrachteten Zeitraum - auf rund 90.400 oder um -4,5% gegenüber 2017). Unklar ist, inwieweit dieser Rückgang auf Umstellungen bei der Datenermittlung seitens der Finanzverwaltung zurückgeht und inwieweit die anhaltend gute Arbeitsmarktlage nun auch im Bereich der Freien Berufe dämpfend auf die Gründungsaktivitäten wirkt.

    Die meisten Gründungen in Freien Berufen wurden 2018 erneut im Bundesland Nordrhein-Westfalen (21.300) registriert. Das waren zwar weniger als im Vorjahr. 2017 war jedoch durch eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Meldevorgängen gekennzeichnet. Aufgrund von IT-Umstellungen in den Finanzverwaltungen, die in einzelnen Bundesländern (darunter auch Nordrhein-Westfalen) noch nicht abgeschlossen sind, örtlichen Umstrukturierungen (wie in München) und geänderten Zuständigkeiten der Finanzämter (z.B. bei Unternehmen aus Polen) traten im Jahr 2017 Über- und Untererfassungen auf regionaler Ebene auf.

    So geht der Anstieg der Anzahl der Gründungen in Bayern im Jahr 2017 teils auf diese Umstellungen zurück. Der Abschluss der Umstellung der Datenstruktur wird für 2020 erwartet. Bis dahin ist ein Vergleich mit Vorjahresangaben nur eingeschränkt möglich.

    Fast 47.000 Frauen nahmen im Jahr 2018 eine selbstständige Erwerbsarbeit in Freien Berufen auf. Mehr als die Hälfte der freiberuflichen Gründungen entfallen somit auf Frauen. Alleine in Bremen liegt der Frauenanteil unter 50%. Den höchsten Anteil weist Sachsen aus. Der Frauenanteil an den Gründungen in Freien Berufen übersteigt den im Bereich Gewerbe (28,8%) erheblich.

    Weitere Ergebnisse

    Für das Jahr 2014 wurden erstmals Angaben zu Existenzgründungen für die 20 größten Städte Deutschlands und die 96 Raumordnungsregionen, die Wirtschaftsräume abgrenzen, berechnet. Die höchste Gründungsintensität ist in Berlin zu finden gefolgt von Hamburg, Bonn, Köln, München, Düsseldorf, Leipzig, Dresden und Frankfurt a.M.

    Tabellen zu Existenzgründungen in den Freien Berufen

    Existenzgründungen in den Freien Berufen 2014 bis 2018 nach Bundesländern

    Existenzgründungsintensitäten für Freie Berufe 2014 bis 2018 nach Bundesländern

    Existenzgründungen in den Freien Berufen und Gründungsintensitäten 2014 nach Raumordnungsregionen, geordnet nach Bundesländern

    Aktualisierung

    Voraussichtlich im April 2020.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2015): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 14, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2013): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland im Jahr 2012, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 10, Bonn.

    Kranzusch, P. (2012): Freiberufliche Gründungen in Deutschland - Auswertung von Daten der Finanzverwaltung für die Jahre 2008 bis 2011, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 3, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O.; Haunschild, L. (2012): Freiberufliche Gründungen in Deutschland - Ergebnisse einer erstmaligen Auswertung von Daten der Finanzverwaltung, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 213, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2012): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland, in: PKM-Journal der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heft 2, S. 22-23.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2011): Die Ergänzung der Gründungsstatistik des IfM Bonn durch freiberufliche Gründungen - Ergebnisse einer Pilotstudie am Beispiel Nordrhein-Westfalen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 211, Bonn.

    Suprinovič, O.; Kranzusch, P.; Haunschild, L. (2011): Einbeziehung freiberuflicher Gründungen in die Gründungsstatistik des IfM Bonn - Analyse möglicher Datenquellen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 210, Bonn.

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • NUI-Indikator

    • Regionenranking
    • Interaktive Deutschlandkarte
    • Bundesländer und NRW

    NUI-Regionenranking des IfM Bonn

    Gründungen und Neuansiedlungen verändern die Unternehmenslandschaft in einer Region und sind Ausdruck eines attraktiven Wirtschaftsumfelds, das Unternehmertum und Selbstständigkeit begünstigt. Zur Bestimmung der regionalen Gründungsneigung berechnet das IfM Bonn seit 1998 jährlich das so genannte NUI (Neue Unternehmerische Initiative) Regionenranking. Als neue unternehmerische Initiative in einer Region werden nicht nur Existenzgründungen, sondern auch Betriebsgründungen, Übernahmen und Zuzüge von Gewerbebetrieben sowie Aufnahmen einer gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit herangezogen. Der NUI-Indikator gibt an, wie viele Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter in einer Region im entsprechenden Jahr neu angemeldet wurden. Durch die Bildung einer Rangordnung vom höchsten NUI-Indikatorwert zum niedrigsten ergibt sich das NUI-Regionenranking.

    Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2017

    Die Gründungsneigung in Deutschland hat sich im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr leicht verringert. Der NUI-Indikator 2017 lag im Durchschnitt der 401 Landkreise, Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands um 1,5 Punkte niedriger als 2016, und zwar bei 123,9. Damit setzte sich der Abwärtstrend bei der Gründungsneigung im gewerblichen Bereich fort.
    In insgesamt 232 Kreisen sanken die NUI-Werte, womit in der Regel auch eine Verschlechterung im Regionenranking verbunden war. Der Rückgang der NUI-Werte ging in den meisten Kreisen mit rückläufigen Zahlen bei den Gewerbeanmeldungen einher. In etwa der Hälfte dieser Fälle wirkte sich zusätzlich ein Wachstum bei der erwerbsfähigen Bevölkerung negativ aus. In insgesamt 169 Kreisen stieg der NUI-Indikator, was in der Regel auf eine Zunahme der Gewerbeanmeldungen zurückzuführen ist.

    Die Spitzengruppe 2017  

    Zum 12. Mal in Folge hat im vergangenen Jahr die kreisfreie Stadt Offenbach am Main ihren Spitzenplatz im NUI-Regionalranking belegt (275,9). Der langjährige Zweitplatzierte, der Landkreis München (251,5), konnte sich ebenfalls auf seiner Position behaupten. Unter den weiteren Top-Platzierungen gab es einzelne Veränderungen: So konnten die grenznahen Landkreise Görlitz (Rang 22 auf  Rang 13) und Nordfriesland (Rang 49 auf Rang 20) in die Spitzengruppe aufrücken. Auch ist der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in die Top-20 zurückgekehrt (Rang 30 auf Rang 15). Die Landkreise Harburg (Rang 14 auf Rang 22) und Landsberg am Lech (Rang 20 auf Rang 23) sowie die kreisfreie Stadt Schwabach (Rang 18 auf Rang 46) befinden sich hingegen nicht mehr in der Spitzengruppe.

    Im NUI-Regionalranking 2017 zählen nunmehr 9 Kreise und kreisfreie Städte in Bayern (Großraum um die Landeshauptstadt München), 5 in Hessen (Großraum um die Stadt Frankfurt a.M. und die Landeshauptstadt Wiesbaden), die Bundeshauptstadt Berlin und je eine Stadt in Rheinland-Pfalz (Zweibrücken), Baden-Württemberg (Baden-Baden), Nordrhein-Westfalen (Landeshauptstadt Düsseldorf) sowie je ein Landkreis in Sachsen (Görlitz) und in Schleswig-Holstein (Nordfriesland) zu den 20 Höchstplatzierten. Um Haaresbreite verfehlt hingegen ein Landkreis in Nordrhein-Westfalen (Viersen) den Einzug in die Spitzengruppe.

    Tendenziell hat sich die Spannweite der gemessenen NUI-Werte über die Jahre weiterhin verringert. Der Abstand zwischen dem Spitzenwert (Offenbach am Main: 275,9) und dem Schlusslicht (Landkreis Oberspreewald-Lausitz: 64,5) bleibt jedoch weiterhin groß.

    NUI 2017

    Entwicklung der Gründungsneigung in den Bundesländern

    In 2017 hat die Gründungsneigung in den meisten Bundesländern abgenommen, allerdings konnten Berlin, Bremen, Niedersachen, Brandenburg und Hamburg einen Anstieg verzeichnen.

     

    Auch innerhalb der Bundesländer ist regional die neue unternehmerische Initiative unterschiedlich stark ausgeprägt. So finden sich beispielsweise in Bayern neun und in Hessen 5 Kreise in der NUI-Spitzengruppe, wobei diese vor allem in den Ballungsgebieten um die Landeshauptstadt München und im Rhein-Main-Gebiet liegen. Zugleich erreichen andere Kreise dieser Bundesländer nur das Mittelfeld oder sind im unteren Drittel des bundesweiten Rankings zu finden – was sich insgesamt auf den landesweiten Durchschnitt auswirkt.

    Entwicklung der Gründungsneigung in Nordrhein-Westfalen

    In Nordrhein-Westfalen (NRW) liegt der NUI-Indikator 2017 mit einem Landesdurchschnitt von 128,9 über dem Bundesdurchschnitt von 123,9. Von den 53 nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten erreichten 23 einen höheren NUI-Wert als im Vorjahr. Dabei haben sich Solingen (33,6 Punkte) und Leverkusen (25,7 Punkte) am meisten verbessert. Die positive Entwicklung in diesen 23 Kreisen geht meist auf eine angestiegene Anzahl der Gewerbemeldungen zurück, wobei die NUI-Werte zusätzlich durch einen Rückgang der Bevölkerungszahl begünstigt werden.

    Insgesamt erreichten 27 der nordrhein-westfälischen Kreise im bundesweiten Regionenranking höhere Platzierungen als im Vorjahr. 26 Kreise fielen hingegen auf einen niedrigeren Rangplatz zurück. Im bundesweiten Ranking liegen 19 nordrhein-westfälische Kreise im oberen Drittel, 23 Kreise im Mittelfeld und lediglich 11 Kreise unterhalb des Mittelfeldes.

    Gründungsstärkste Stadt in NRW war 2017 die Landeshauptstadt Düsseldorf: Sie nimmt mit einem NUI-Wert von 190,0 den zehnten Platz in der TOP-20-Gruppe ein. An zweiter Stelle folgt im landesweiten Vergleich der Landkreis Viersen (174,3) – dahinter Mönchengladbach (158,9), Leverkusen (158,7) und der Rhein-Erft-Kreis (158,1). Das Ruhrgebiet entwickelte sich 2017 ähnlich wie das Land Nordrhein-Westfalen insgesamt: 8 der 15 Kreise, die zum Ruhrgebiet zählen, konnten Plätze im Ranking verbessern. Allerdings erreichten nur 6 von 15 Kreisen eine Verbesserung. Im Durchschnitt kommen die Ruhrgebietskreise auf einen NUI-Wert von 119,7. Dabei hält Essen (149,0) – wie schon im Vorjahr – den Spitzenplatz unter den Ruhrgebietskreisen.

    NUI-Indikator - weitere Informationen

    Tabellen zum NUI-Regionenranking

    Das NUI-Regionenranking 2017

    Das NUI-Regionenranking 2017 nach amtlichem Gemeindeschlüssel

    Das NUI-Regionenranking 2017 nach Bundesländern

    Aktualisierung

    Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2018 voraussichtlich im Herbst 2019.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    NUI - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    NUI Regionenranking 2009  - Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands

    May-Strobl, E. (2011): NUI Regionenranking 2009 - Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 204, Bonn.

    May-Strobl, E. (2009): Regionales Gründungsgeschehen - das Regionenranking auf Basis des NUI-Indikators, in: George, W.; Bonow, M. (Hrsg.): Regionales Zukunftsmanagement Band 3: Regionales Bildungs- und Wissensmanagement, Lengerich, S. 124-136

    May-Strobl, E. (2005): Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands - Positionsbestimmung und Ursachenanalyse auf Basis des regionalstatistischen Datenkatalogs, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Jahrbuch zur Mittelstandsforschung 2/2004, Schriften zur Mittelstandsforschung Nr. 107 NF, Wiesbaden, S. 61-105.

    NUI-Indikator - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Insolvenzen

    Laut Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2017 in Deutschland 20.093 Unternehmen Insolvenz angemeldet - rund 1.400 (6,6%) weniger als in 2016. Wird die Zahl der Insolvenzen ins Verhältnis zum Unternehmensbestand gesetzt, ergibt sich für 2017 eine Quote der insolventen Unternehmen von nur noch 6,1 je 1.000 Unternehmen.

    Detaillierte Aussagen über den Anteil der Unternehmensinsolvenzen im Mittelstand oder unter den kleinen und mittleren Unternehmen sind nicht möglich. Die amtliche Statistik weist zwar Unternehmensinsolvenzen nach Beschäftigtengrößenklassen aus, allerdings entsprechen die gewählten Größenklassen nicht den Schwellenwerten der KMU-Definitionen. Gleichwohl zeigt die Insolvenzstatistik, dass im Jahr 2017 lediglich für 174 Unternehmen mit über 100 Beschäftigten ein Insolvenzantrag gestellt wurde (<1% aller Insolvenzanträge). Folglich entfällt das Gros der Unternehmensinsolvenzen auf kleine und mittlere Unternehmen. Nach Angaben vom Verband der Vereine Creditreform e.V. stammen nur 80 Insolvenzanmeldungen von Unternehmen mit über 50 Mio. € Jahresumsatz.

    Sanierungen: Seltene Nutzung von Insolvenzplan, Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren

    Unternehmen mit eröffnetem Insolvenzverfahren können seit 1999 zur Sanierung ihrer Unternehmen die beiden Fortführungsinstrumente "Insolvenzplan" oder "Eigenverwaltung" und seit dem Jahr 2012 auch das sogenannte "Schutzschirmverfahren" nutzen. Die Inanspruchnahme dieser Instrumente war bis dato sehr gering: Sie finden lediglich in 1 bis 2% aller Insolvenzverfahren Anwendung. Seit der Insolvenzrechtsreform von 2012 ist die Zahl der Eigenverwaltungen allerdings gestiegen, speziell bei Personen- und Kapitalgesellschaften.

    Insolvenzen - Weitere Informationen

    Tabellen zu Unternehmensinsolvenzen

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht Ihnen als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Insolvenzen D BL WZ RF ALT GrKl WZ/GrKl Besch/WZ
    Quote der insolventen Unternehmen D BL WZ          
    Eigenverwaltung D     RF        

    D = Deutschland; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; RF = Rechtsform; ALT = Alter der Unternehmen; GrKl = Größenklasse; Besch = Beschäftigte

    Aktualisierung

    Daten zum Insolvenzgeschehen werden nur unregelmäßig aktualisiert.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Zur IfM-Hintergrundinformation zum eigenverwalteten Insolvenzverfahren als Sanierungsweg

    Insolvenzen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    Die Nutzung insolvenzrechtlicher Sanierungswege durch kleine und mittlere Unternehmen - das Beispiel der Eigenverwaltung

    Kranzusch, P.; Icks, A. (2018): Die Nutzung insolvenzrechtlicher Sanierungswege durch kleine und mittlere Unternehmen - das Beispiel der Eigenverwaltung, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 19, Bonn.

    Insolvenzen - Anprechpartner

    Ansprechpartner