Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Beginnend mit Berichtsjahr 2012 wurden die einzelnen Gründungsstatistiken (Gewerbe, Freie Berufe, Land- und Forstwirtschaft) zu einer übergreifenden Gesamtstatistik Existenzgründungen insgesamt zusammengeführt. Damit wird die Anzahl aller Gründungen in Deutschland im Vollerwerb näherungsweise ausgewiesen.

Einen weiteren Teilbereich des Gesamtgründungsgeschehens stellen die Gründungen aus der Arbeitslosigkeit dar, die von der Bundesagentur für Arbeit gefördert wurden. Außerdem veröffentlicht das IfM Bonn jeweils im Herbst das NUI-Regionenranking. Dieses zeigt auf, wie viele Gewerbe im vorigen Jahr regional pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter angemeldet wurden (Neue Unternehmerische Initiative - NUI).

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

Akkordeon

  • Existenzgründungen insgesamt

    Existenzgründungen insgesamt

    Existenzgründungen insgesamt 2012 bis 2016 in DeutschlandDie Gesamtstatistik des IfM Bonn zu den Existenzgründungen umfasst alle steuerrechtlich getrennt behandelten selbstständigen Tätigkeiten von Personen. Neben gewerblichen Tätigkeiten gehören dazu die nichtgewerblichen Bereiche Freie Berufe, Land-/Forstwirte und weitere sog. sonstige selbstständige Tätigkeiten. Ausgewiesen wird näherungsweise die Anzahl der Personen, die im jeweiligen Kalenderjahr eine selbstständige Tätigkeit im Vollerwerb neu aufgenommen hat.

    Im Jahr 2016 sind in Deutschland insgesamt 378.000 Existenzgründungen zu verzeichnen. Dies waren erneut rund 10.000 weniger als im Vorjahr (-2,7%).  Für das Jahr 2017 erwartet das IfM Bonn eine abgeschwächte Fortsetzung der insgesamt rückläufigen Tendenz im Gründungsgeschehen. Während die Anzahl gewerblicher Gründungen erneut sinken könnte, dürften mehr Freiberufler sowie Land- und Forstwirte den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. 

    Struktur der Existenzgründungen 2012 bis 2016 in Deutschland nach TätigkeitsbereichenIm Jahr 2016 entfielen 282.400 Existenzgründungen auf den gewerblichen Sektor, 88.800 auf die Freien Berufe und knapp 7.000 auf Land- oder Forstwirte. Freiberufliche Gründungen haben einen Anteil von 23,5 % und Land- und Forstwirte von 1,8% an allen Existenzgründungen. Der Anteil gewerblicher Gründungen geht stetig zurück. (2012: 81,0%, 2016: 74,7%)

    Existenzgründungsintensität nach Tätigkeitsbereichen 2016 in DeutschlandBezogen auf 10.000 Personen im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahre) starten 73 Erwerbspersonen eine Existenzgründung. Die Existenzgründungsintensität des Jahres 2016 ist im Vergleich zum Vorjahr (75) leicht gesunken. Eine rückläufige Existenzgründungsintensität ist nicht in allen Bundesländern zu beobachten: In Nordrhein-Westfalen und Thüringen nahm die Existenzgründungintensität geringfügig zu.

    Existenzgründungen insgesamt - Kontext

    Existenzgründungen insgesamt - weitere Informationen

    Tabellen zu Existenzgründungen insgesamt

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Existenzgründungen nach TätigkeitsbereichenD BL
    Existenzgründungsintensität nach Tätigkeitsbereichen D BL

    D = Deutschland; BL = Bundesländer

    Aktualisierung

    Daten für das Jahr 2017 voraussichtlich im April 2018.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Existenzgründungen insgesamt - Ansprechpartner

  • Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen

    Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen

    Ergebnisse für das 1. Halbjahr 2017

    Gewerbliche Existenzgründungen, Liquidationen und deren Saldo im 1. Halbjahr 2013 bis 2. Halbjahr 2017 in DeutschlandDie Zahl der gewerblichen Existenzgründungen betrug im 1. Halbjahr 2017 rund 147.400. Sie lag damit um rund 2.200 bzw. 1,5 % niedriger als im Vorjahreszeitraum. Dies stellt zwar den siebten Rückgang in Folge seit dem 1. Halbjahr 2011 dar, aber in stark abgeschwächter Form (1. Halbjahr 2016 gegenüber 1. Halbjahr 2015: -9.100 bzw. -5,7%). Die Zahl der mit dem Gründungszuschuss geförderten Gründungen ist im 1. Halbjahr 2017 auch nur um rund 300 bzw. 2,3 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2016 zurückgegangen (1. Halbjahr 2016 gegenüber 1. Halbjahr 2015: -1.100 bzw. -7,0%).

    Bei den gewerblichen Liquidationen ist im 1. Halbjahr 2017 ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 151.100 zu verzeichnen (-4,6 %). Trotz dieser positiven Entwicklung lag der gewerbliche Existenzgründungssaldo (Differenz aus Existenzgründungen und Liquidationen) im 1. Halbjahr 2017 bei rund -3.700 (1. Halbjahr 2016: -8.700). Damit hat sich der Wert gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich verbessert.

    Der Negativsaldo resultiert aus der negativen Entwicklung der "Echten" Kleingewerbegründungen und Kleingewerbeaufgaben. Bei rund 83.000 "echten" Kleingewerbegründungen im 1. Halbjahr 2017 (-3,2% gegenüber 1. Halbjahr 2016) und rund 100.700 "echten" Kleingewerbeaufgaben (-6,0%) ergibt sich ein Saldo von rund -17.700. Positiv ist dagegen der Saldo der Betriebsgründungen und -aufgaben von Hauptniederlassungen.

    Mit rund 48.200 Anmeldungen haben Betriebsgründungen mit einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung (Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen) im 1. Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugenommen (+2,1 %). Die Betriebsaufgaben von Hauptniederlassungen sind im 1. Halbjahr 2017 um 1,0% auf 37.600 gesunken. Der Saldo lag bei rund +10.600 und ist damit um rund 1.400 gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.

    Auch der Saldo der Übernahmen und Übergaben durch Erbfolge, Kauf, Pacht ist mit rund +3.400 positiv. Die Zahl der Übernahmen durch Erbfolge, Kauf, Pacht lag im 1. Halbjahr 2017 bei rund 16.200 (-3,0%) und die der Übergaben bei rund 12.800 (-4,0%).

    Gewerbliche Nebenerwerbsgründungen, -aufgaben und deren Saldo im 1. Halbjahr 2013 bis 2. Halbjahr 2017 in DeutschlandDie Zahl der Nebenerwerbsgründungen war im 1. Halbjahr 2017 mit rund 130.100 um 1,3% niedriger als im 1. Halbjahr 2016. Zugleich ist die Zahl der Nebenerwerbsaufgaben mit rund 88.500 um 0,5% gestiegen, so dass der Saldo aus Nebenerwerbsgründungen und Nebenerwerbsaufgaben im 1. Halbjahr 2017 mit rund 41.600 um rund 2.200 niedriger war als im 1. Halbjahr 2016.

    Gewerbliche Existenzgründungsintensität in den Bundesländern im 1. Halbjahr 2017 (vorläufige Zahlen)Die gewerbliche Existenzgründungsintensität (Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen je 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahre) lag in Deutschland im 1. Halbjahr 2017 nach vorläufigen Berechnungen bei 28,6. In den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Die höchste gewerbliche Existenzgründungsintensität weisen die Stadtstaaten Berlin und Hamburg auf mit 56,3 bzw. 46,4. Bei den Flächenländern liegen Hessen und Nordrhein-Westfalen mit 35,0 bzw. 30,4 vorne.

    Weitere Ergebnisse für Deutschland

    • Weniger als die Hälfte (41,5%) der rund 355.500 Gewerbeanmeldungen galt im 1. Halbjahr 2017 als Existenzgründung entsprechend der Definition des IfM Bonn.
    • Fast jede dritte gewerbliche Existenzgründung (32,7%) stellte im 1. Halbjahr 2017 eine Betriebsgründung einer Hauptniederlassung dar. Im 1. Halbjahr 2013 ag deren Anteil bei 26,6% und zeigt seitdem eine steigende Tendenz.
    • Der Anteil der Kleingewerbegründungen an den gewerblichen Existenzgründungen lag im 1. Halbjahr 2017 bei 56,3% (1. Halbjahr 2013: 62,6%).
    • 72,9% der Existenzgründungen im gewerblichen Bereich erfolgten in Form eines Einzelunternehmens.
    • Der Anteil der Frauen unter den gewerblichen Existenzgründungen von Einzelunternehmen lag im 1. Halbjahr 2017 bei 28,9% – und hat sich damit gegenüber dem 1. Halbjahr 2016 geringfügig um 0,4 Prozentpunkte erhöht. Bei den gewerblichen Nebenerwerbsgründungen von Einzelunternehmen ist der Frauenanteil mit 41,4% um 0,8 Prozentpunkte gesunken.
    • 42,6% der gewerblichen Existenzgründungen von Einzelunternehmen wurden im 1. Halbjahr 2017 von Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit angemeldet, was nur geringfügig unter dem Niveau vom 1. Halbjahr 2016 liegt (42,8%). Bei den gewerblichen Nebenerwerbsgründungen von Einzelunternehmen lag der Ausländeranteil bei 12,7% (1. Halbjahr 2016: 12,0%).  Zahlenmäßig am stärksten sind die gewerblichen Existenzgründungen von Polen im 1. Halbjahr 2017 gegenüber dem 1. Halbjahr 2016 zurückgegangen (-1.100), gefolgt von denen der Bulgaren (-500) und Türken (-300).
    • Bei den gewerblichen Liquidationen von Einzelunternehmen lag der Ausländeranteil im 1. Halbjahr 2017 bei 33,4% und damit um fast einen Prozentpunkt unter dem Niveau des 1. Halbjahres 2016. Auch bei den gewerblichen Unternehmensaufgaben hatte das Abmeldeverhalten der Polen und Bulgaren einen großen Einfluss auf die Entwicklung: die Zahl ihrer Liquidationen ging um rund 1.400 bzw. rund 900 zurück.

    Schätzung für das Jahr 2017

    Das IfM Bonn geht davon aus, dass sich der zuletzt beobachtete Trend der gewerblichen Existenzgründungen und Liquidationen im 2. Halbjahr 2017 fortsetzen wird. Für das gesamte Jahr 2017 wird geschätzt, dass es einen Rückgang der Existenzgründungen auf rund 278.000 und einen Rückgang der Liquidationen auf rund 296.000 geben wird. Dies würde wiederum einen negativen Gründungssaldo zur Folge haben.

    Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen - Kontext

    Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen - weitere Informationen

    Tabellen zu gewerblichen Existenzgründungen und Liquidationen bis zum Jahr 2016

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Aktuelle Kennzahlen zu Gründungen,
    Liquidationen und
    Insolvenzen
    D NRW
    Zeitreihen
    Existenzgründungen, Liquidationen
    (Aufgaben)
    D BL WZ RF STR BL-STR M/F NAT BES-GRKL
    Nebenerwerbsgründungen und Nebenerwerbsaufgaben D BL WZ M/F
    Existenzgründungsintensität D BL
    Liquidationsquote D BL


    D = Deutschland; NRW = Nordrhein-Westfalen; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; RF = Rechtsform; STR = Struktur; BL-STR = Bundesländer Struktur; M/F = Geschlecht ; NAT = Staatsangehörigkeit; BES-GRKL = Beschäftigtengrößenklassen

    Aktualisierung

    Endgültige Daten für das Jahr 2017 voraussichtlich im April 2018.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern

    Kay, R.; Günterberg, B. (2015): Existenzgründungen von ausländischen Staatsbürgern, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 15, Bonn.

    Günterberg, B. (2011): Gründungen, Liquidationen, Insolvenzen 2010 in Deutschland, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 1, Bonn.

    Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Existenzgründungen in den Freien Berufen

    Existenzgründungen in den Freien Berufen

    Existenzgründungen in den Freien Berufen 2012 bis 2016 in DeutschlandIm Jahr 2016 stieg die Anzahl der freiberuflichen Existenzgründungen auf rund 88.800. Das Gründungsgeschehen in den Freien Berufen gewinnt weiter an Dynamik (+6,6 % gg. 2015). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der freiberuflichen Gründer um 5.500 Personen gestiegen.

    Existenzgründungen in den Freien Berufen 2016 nach BundesländernDie meisten Gründungen in Freien Berufen wurden im Bundesland Nordrhein-Westfalen realisiert – gefolgt von Bayern und Berlin. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl der Existenzgründungen in fast allen Bundesländern zu. Nur in Bremen und im Saarland sank die Anzahl geringfügig. 

    Existenzgründungsintensität in den Freien Berufen 2016 nach BundesländernBezogen auf die Personen im erwerbsfähigen Alter (18 bis unter 65 Jahre), wurden im Jahr 2016 rund 17 Existenzgründungen je 10.000 Erwerbspersonen realisiert. Die Gründungsintensität ist damit im Vorjahresvergleich gestiegen (2015: 16). Sie fällt im Bereich der Freien Berufe in den Stadtstaaten am höchsten aus. 

    Weitere Ergebnisse

    Freiberufliche Existenzgründungsintensitäten im Jahr 2014 nach RaumordnungsregionenFür das Jahr 2014 wurden erstmals Angaben zu Existenzgründungen für die 20 größten Städte Deutschlands und die 96 Raumordnungsregionen, die Wirtschaftsräume abgrenzen, berechnet. Die höchste Gründungsintensität ist in Berlin zu finden gefolgt von Hamburg, Bonn, Köln, München, Düsseldorf, Leipzig, Dresden und Frankfurt a.M.

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - Kontext

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - weitere Informationen

    Tabellen zu Existenzgründungen in den Freien Berufen

    Existenzgründungen in den Freien Berufen 2012 bis 2016 nach Bundesländern

    Existenzgründungsintensitäten für Freie Berufe 2012 bis 2016 nach Bundesländern

    Existenzgründungen in den Freien Berufen und Gründungsintensitäten 2014 nach Raumordnungsregionen, geordnet nach Bundesländern

    Aktualisierung

    Voraussichtlich im Mai 2018.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2015): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014, IfM Bonn: Daten und Fakten Nr. 14, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2013): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland im Jahr 2012, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 10, Bonn.

    Kranzusch, P. (2012): Freiberufliche Gründungen in Deutschland - Auswertung von Daten der Finanzverwaltung für die Jahre 2008 bis 2011, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Daten und Fakten Nr. 3, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O.; Haunschild, L. (2012): Freiberufliche Gründungen in Deutschland - Ergebnisse einer erstmaligen Auswertung von Daten der Finanzverwaltung, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 213, Bonn.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2012): Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland, in: PKM-Journal der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heft 2, S. 22-23.

    Kranzusch, P.; Suprinovič, O. (2011): Die Ergänzung der Gründungsstatistik des IfM Bonn durch freiberufliche Gründungen - Ergebnisse einer Pilotstudie am Beispiel Nordrhein-Westfalen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 211, Bonn.

    Suprinovič, O.; Kranzusch, P.; Haunschild, L. (2011): Einbeziehung freiberuflicher Gründungen in die Gründungsstatistik des IfM Bonn - Analyse möglicher Datenquellen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 210, Bonn.

    Existenzgründungen in den Freien Berufen - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Gründungen aus der Arbeitslosigkeit

    Gründungen aus der Arbeitslosigkeit

    In den Jahren 2003 bis 2011 war das Gründungsgeschehen in Deutschland stark durch Gründungen aus der Arbeitslosigkeit geprägt, die in der Regel in Form einer "kleinen Selbstständigkeit" ohne Beschäftigte umgesetzt wurden. Einen besonders hohen Zuwachs erlangten Gründungen aus der Arbeitslosigkeit mit der Einführung des sogenannten Existenzgründungszuschusses (Ich-AG) im Jahr 2003. Dieser ergänzte  das bereits seit 1986 existierende Überbrückungsgeld.

    Inzwischen sind die Hoch-Zeiten dieses Gründungstyps längst vorbei. Die strengeren Regelungen bei der  Förderungsvergabe (siehe Datenquelle) führten zu einer Verringerung der Begünstigtenzahl. Seit 2005 sind die Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG) II aus dem Kreis der Förderungsberechtigten ausgeschlossen – für sie wurde ersatzweise eine Existenzgründungshilfe in Form des sogenannten Einstiegsgeldes eingeführt. Im August 2006 sind  der Existenzgründungszuschuss und das Überbrückungsgeld zum Gründungszuschuss zusammengelegt worden. Zum 28.12.2011 wurde der Rechtsanspruch auf Gründungszuschuss in eine Ermessensleistung mit modifizierten Förderbedingungen umgestellt, was im Jahr 2012 starke Auswirkungen auf die Zugangszahlen von der Arbeitslosigkeit in die geförderte Selbstständigkeit hatte. Nachdem im Jahr 2012 die Zugangszahlen um 84,8% gegenüber dem Jahr 2011 zurückgegangen waren, stiegen sie in den Jahren 2013 und 2014  wieder an. 2015 gingen die Zugangszahlen allerdings wieder leicht zurück.

    Ergebnisse für das Jahr 2016

    Zugänge in die Förderung durch Einstiegsgeld und Gründungszuschuss 2012 bis 2016 in DeutschlandIm Jahr 2016 waren die Zugangszahlen beim Gründungszuschuss weiter leicht rückläufig auf 27.700 (-6,9%). Auch beim Einstiegsgeld sind die Zugangszahlen auf 2.800 (-18,2%) weiter gesunken. Insgesamt wurde rund 30.600 Personen im Jahr 2016 mit Hilfe der beiden Förderprogramme der Schritt in die Selbstständigkeit erleichtert (-8,1% gegenüber 2015).

    Gründungen aus der Arbeitslosigkeit - Kontext

    Gründungen aus der Arbeitslosigkeit - weitere Informationen

    Tabellen zu Gründungen aus der Arbeitslosigkeit

    Zugänge in die Förderung der Selbstständigkeit durch Überbrückungsgeld und Existenzgründungszuschuss bzw. Einstiegsgeld und Gründungszuschuss 2003 bis 2016 in Deutschland
    Zugänge in die Förderung durch Einstiegsgeld und Gründungszuschuss 2012 bis 2016 in den Bundesländern

    Aktualisierung

    Daten für 2017 voraussichtlich im Mai 2018.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Gründungen aus der Arbeitslosigkeit - Publikationen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Nachhaltigkeit und Erfolg von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit - Ergebnisse einer Nachbefragung bei aus den Gründungs- und Begleitzirkeln der G.I.B. hervorgegangenen Gründungen

    May-Strobl, E. (2010): Nachhaltigkeit und Erfolg von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit - Ergebnisse einer Nachbefragung bei aus den Gründungs- und Begleitzirkeln der G.I.B. hervorgegangenen Gründungen, Untersuchung im Auftrag der G.I.B. Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH Bottrop, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 196, Bonn.

    Bölke, G.; Kleinen, H.; May-Strobl, E. (2008): Evaluation der Gründungs- und Begleitzirkel, Kurzbericht, in: G.I.B. (Hrsg.): Arbeitspapiere 20, Materialien zur Gründung aus der Arbeitslosigkeit, Bottrop.

    May-Strobl, E. unter Mitarbeit von  Werner, A. (2008): Gründungen aus der Arbeitslosigkeit - Evaluation der Gründungs- und Begleitzirkel, Untersuchung im Auftrag der G.I.B. Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH Bottrop, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 179, Bonn.

    Suprinovič, O. (2005): Existenzgründungszuschuss und Überbrückungsgeld - Mobilisiert die Ich-AG-Förderung zusätzliche Gründungen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Jahrbuch zur Mittelstandsforschung 2/2004, Schriften zur Mittelstandsforschung Nr. 107 NF, Wiesbaden, S. 31-59.

    May-Strobl, E.; Suprinovič, O.; Wolter, H.-J. unter Mitarbeit von Kleinen, H. (2005): Die Ich-AG als neue Form der Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit - Eine empirische Analyse des Gründungserfolgs bei Inanspruchnahme des Existenzgründungszuschusses, in: G.I.B. (Hrsg.): Arbeitspapiere 13, Bottrop.

    Kleinen, H.; May-Strobl, E.; Suprinovič, O.; Wolter, H.-J. (2004): Ich-AG und Überbrückungsgeld - Eine empirische Analyse von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit, in: G.I.B. (Hrsg.): Arbeitspapiere 12, Bottrop.

    Gründungen aus der Arbeitslosigkeit - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • NUI-Indikator

    NUI - Tab-Modul

    • Regionenranking
    • Interaktive Deutschlandkarte
    • Bundesländer und NRW

    NUI-Indikator

    NUI-Regionenranking des IfM Bonn

    Gründungen und Neuansiedlungen verändern die Unternehmenslandschaft in einer Region und sind Ausdruck eines attraktiven Wirtschaftsumfelds, das Unternehmertum und Selbstständigkeit begünstigt. Zur Bestimmung der regionalen Gründungsneigung berechnet das IfM Bonn seit 1998 jährlich das so genannte NUI (Neue Unternehmerische Initiative) Regionenranking. Als neue unternehmerische Initiative in einer Region werden nicht nur Existenzgründungen, sondern auch Betriebsgründungen, Übernahmen und Zuzüge von Gewerbebetrieben sowie Aufnahmen einer gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit herangezogen. Der NUI-Indikator gibt an, wie viele Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter in einer Region im entsprechenden Jahr neu angemeldet wurden. Durch die Bildung einer Rangordnung vom höchsten NUI-Indikatorwert zum niedrigsten ergibt sich das NUI-Regionenranking.

    Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2015

    Die Gründungsneigung in Deutschland hat sich im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr leicht verringert. Der NUI-Indikator 2015 lag im Durchschnitt der 402 Landkreise, Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands um 2,8 Punkte niedriger als 2014, und zwar bei 130,6. Damit setzte sich der Abwärtstrend bei der Gründungsneigung im gewerblichen Bereich fort.

    Insgesamt betrachtet sanken in 265 Kreisen die Werte, womit i. d. R. auch eine Verschlechterung im Regionenranking verbunden war. In 248 Kreisen verminderte sich der NUI in Folge eines Rückgangs der Gewerbeanmeldungen. Allerdings kann sich der Indikatorwert auch durch die Entwicklung bei der Erwerbsbevölkerung verändern. Überwiegend ist eine zum Gewerbemeldegeschehen gegenläufige, positive Entwicklung bei der erwerbsfähigen Bevölkerung zu beobachten. Hierdurch wird der Abschwächungseffekt noch verstärkt. In gut einem Drittel aller Kreise konnte ein Anstieg des NUI-Indikators festgestellt werden, der regelmäßig auf eine Zunahme der gewerblichen Gründungen zurückgeführt werden kann.

    Die Spitzengruppe 2015

    Zum 10. Mal in Folge hat im vergangenen Jahr die kreisfreie Stadt Offenbach a. M. ihren Spitzenplatz im NUI-Regionenranking behauptet. Die Neigung, in der Stadt Offenbach ein Gewerbe zu gründen, zeigte sich dabei nahezu unverändert. Allerdings konnte auch der langjährige Zweitplatzierte, der Landkreis München (279,3), Boden gutmachen: Hier stieg die Gründungsneigung entgegen dem allgemeinen Trend. Auch unter den weiteren Top-Platzierten -  den 20 Regionen mit der höchsten Gründungsneigung -  gab es einige Veränderungen: So sind der Landkreis Harburg (196,7), der Landkreis Fürstenfeldbruck (183,7) und die kreisfreie Stadt Mainz (180,0) neu in die Spitzengruppe aufgerückt. Den größten Sprung nach vorne gelang jedoch der kreisfreien Stadt Zweibrücken  - von Rang 67 auf Platz 17. Insgesamt gab es in der Spitzengruppe sechs Positionsverbesserungen, die aber nur in zwei Fällen (Main-Taunus-Kreis und Düsseldorf) auf einer positiven Veränderung des NUI-Wertes beruhten.

    Im NUI-Regionenranking 2015 zählen nunmehr neun Kreise und kreisfreie Städte in Bayern (Großraum um die Landeshauptstadt München), fünf in Hessen (Großraum um die Stadt Frankfurt a. M. und die Landeshauptstadt Wiesbaden) sowie zwei in Rheinland-Pfalz (die Städte Zweibrücken und Mainz), die Bundeshauptstadt Berlin, je eine Stadt in Baden-Württemberg (Baden-Baden) und Nordrhein-Westfalen (Landeshauptstadt Düsseldorf) sowie in Niedersachsen der Landkreis Harburg zu den Top 20. Um Haaresbreite verfehlte hingegen der Landkreis Ebersberg den Einzug in die Spitzengruppe. Ebenso gehören der Landkreis Pinneberg sowie die Städte Passau und Aschaffenburg nicht mehr zu den Bestplatzierten.

    Während sich in 2015 der Spitzenwert beim NUI-Indikator (301,9) im Vergleich zum Vorjahr (302,9) kaum verändert hat, kam es zu einer moderaten Verschiebung im unteren Wertebereich: der geringste Wert (66,4) ist um 3,5 Punkte niedriger als zuvor.

    NUI-Indikator 2015

    NUI - Nordrhein-Westfalen

    Entwicklung der Gründungsneigung in den Bundesländern

    Der NUI-Indikator nach Bundesländern 20152015 hat in nahezu allen Bundesländern die regionale Gründungsneigung nachgelassen -  außer in Rheinland-Pfalz und Thüringen. Dabei verringerten sich die regionalen Gründungsunterschiede. Die Regionen, die bereits in den vergangenen Jahren im Mittelfeld platziert waren, rückten noch näher zusammen: Die NUI-Werte zwischen Rang 101 und Rang 302 (Plätze im oberen und unteren Mittelfeld) liegen jetzt nur noch um 38 Punkte auseinander. Dagegen hat sich sowohl in der Spitzengruppe die Spannweite der NUI-Werte auf 121,9 Punkte erhöht wie auch unter den 20 Letztplatzierten (18,2 Punkte).

    Besonders ausgeprägt bleibt der Gründungsunterschied in den Bundesländern Hessen und Bayern. Im Freistaat finden sich überdurchschnittlich viele Regionen mit hohem NUI-Indikator in der Spitzengruppe, vor allem im Ballungsgebiet um die Landeshauptstadt München. Zugleich gibt es aber auch relativ viele Regionen mit unteren Rangplätzen. Der große Unterschied zwischen den bayerischen Regionen führt dazu, dass Bayern trotz seiner zahlreichen Spitzenplätze lediglich Rang 6 im Bundesländerranking einnimmt. Deutlich erhöht haben sich unterdessen die Gründungsunterschiede in Sachsen: Hier ist Bewegung sowohl am oberen wie am unteren Rand zu beobachten. Bemerkenswert ist aber auch die unterschiedliche Gründungsneigung innerhalb des Bundeslandes Bremen: Während die Stadt Bremen beim NUI-Regionenranking deutlich verloren hat, stieg die Gründungsbereitschaft in Bremerhaven an.

    Unverändertes Ranking der Bundesländer

    Das Bundesländerranking hat sich gegenüber 2014 nicht verändert. Die höchsten NUI-Werte weisen  - wie in den Vorjahren -  die Stadtstaaten Berlin und Hamburg auf, gefolgt von Hessen. Rang 4 nimmt 2015 Schleswig-Holstein ein. Über dem Bundesdurchschnitt liegt außerdem die Gründungsneigung in den Bundesländern Bremen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Unterhalb des Bundesdurchschnitts finden sich Niedersachsen, Sachsen, Brandenburg, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

    Die Schlusslichter im NUI-Regionenranking (5 % der Kreise und kreisfreien Städte mit den niedrigsten NUI-Werten) sind in den Bundesländern Sachsen-Anhalt (9 Kreise), Thüringen (7) und Brandenburg (3) zu finden. Ebenso ist in Sachsen eine Region in die Gruppe mit den niedrigsten NUI-Indikatorwerten abgerutscht. Dagegen konnten die Stadt Wolfsburg (Niedersachsen) sowie die Landkreise Prignitz (Brandenburg), Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt), Unstrut-Hainich-Kreis und Gotha (Thüringen) Positionen gutmachen.

    Entwicklung der Gründungsneigung in Nordrhein-Westfalen

    In Nordrhein-Westfalen (NRW) liegt der NUI-Indikator mit einem Landesdurchschnitt von 133,3 knapp über dem Bundesdurchschnitt. Von den 53 nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten erreichten 22 einen höheren NUI-Wert als im Vorjahr. In 14 Kreisen war die Zunahme der Gründungszahlen sogar prozentual stärker als der Zuwachs der erwerbsfähigen Bevölkerung. Insgesamt erreichten 27 der in NRW gelegenen Kreise im bundesweiten Regionenranking höhere Platzierungen als im Vorjahr. 26 Kreise fielen hingegen auf einen etwas niedrigeren Rangplatz zurück. Auch zeigt sich, dass die NUI-Werte der einzelnen Kreise Nordrhein-Westfalens weniger stark als im Bundesgebiet differieren: Insgesamt sind die nordrhein-westfälischen Kreise und kreisfreien Städte häufiger im Mittelfeld und oberhalb des Mittelfelds platziert. Vergleichsweise selten finden sie sich sowohl auf den höchsten als auch auf den niedrigsten Rangplätzen. Gründungsstärkste Stadt in NRW war in 2015 wieder die Landeshauptstadt Düsseldorf: Obendrein ist sie mit einem NUI-Indikatorwert von 202,1 auf Platz 9 im bundesweiten Ranking aufgerückt. Zweitplatziert in Nordrhein-Westfalen ist die Stadt Mönchengladbach (177,0), gefolgt von Wuppertal (171,3) und dem Rhein-Erft-Kreis (167,3). Mit Ausnahme von Wuppertal haben sich diese Kreise sukzessive in den vergangenen drei Jahren in der Rangfolge vorgearbeitet. Die Entwicklung im Ruhrgebiet verlief hingegen 2015 im Vergleich zu den übrigen Landesteilen Nordrhein-Westfalens verhaltener: Nur 4 der 13 zum Ruhrgebiet zählenden Kreise konnten im Ranking Boden gutmachen. Im Durchschnitt kommen die Ruhrgebietskreise auf einen NUI-Indikatorwert von 124,9. Duisburg (153,2) verdrängte Essen (152,0) vom Spitzenplatz unter den Ruhrgebietskreisen.

    NUI-Indikator - Kontext

    NUI-Indikator - weitere Informationen

    Tabellen zum NUI-Regionenranking

    Das NUI-Regionenranking 2015

    Das NUI-Regionenranking 2015 nach amtlichem Gemeindeschlüssel

    Das NUI-Regionenranking 2015 nach Bundesländern

    Aktualisierung

    Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2016 voraussichtlich im Herbst 2017.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    NUI - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    NUI Regionenranking 2009  - Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands

    May-Strobl, E. (2011): NUI Regionenranking 2009 - Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 204, Bonn.

    May-Strobl, E. (2009): Regionales Gründungsgeschehen - das Regionenranking auf Basis des NUI-Indikators, in: George, W.; Bonow, M. (Hrsg.): Regionales Zukunftsmanagement Band 3: Regionales Bildungs- und Wissensmanagement, Lengerich, S. 124-136

    May-Strobl, E. (2005): Neue unternehmerische Initiative in den Regionen Deutschlands - Positionsbestimmung und Ursachenanalyse auf Basis des regionalstatistischen Datenkatalogs, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Jahrbuch zur Mittelstandsforschung 2/2004, Schriften zur Mittelstandsforschung Nr. 107 NF, Wiesbaden, S. 61-105.

    NUI-Indikator - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Insolvenzen

    Insolvenzen

    Insolvenzen und Quote der insolventen Unternehmen in Deutschland (2000-2016)Laut Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2016 in Deutschland 21.518 Unternehmen Insolvenz angemeldet - rund 1.600 (6,9%) weniger als in 2015. Wird die Zahl der Insolvenzen ins Verhältnis zum Unternehmensbestand gesetzt, ergibt sich für 2016 eine geschätzte Quote der insolventen Unternehmen von nur noch 6,6 je 1.000 Unternehmen.

    Insolvenzen von Unternehmen in Deutschland nach Beschäftigtengrößenklassen (2016)Detaillierte Aussagen über den Anteil der Unternehmensinsolvenzen im Mittelstand sind nicht möglich. Die amtliche Statistik weist zwar Unternehmensinsolvenzen nach Beschäftigtengrößenklassen aus, allerdings entsprechen die gewählten Größenklassen nicht den Schwellenwerten der KMU-Definitionen. Gleichwohl zeigt die Insolvenzstatistik, dass im Jahr 2016 lediglich 0,7% aller Insolvenzanträge von Unternehmen mit über 100 Beschäftigten gestellt wurden. Folglich entfällt das Gros der Unternehmensinsolvenzen auf kleine und mittlere Unternehmen. Nach Angaben vom Verband der Vereine Creditreform e.V. stammen nur 60 Insolvenzanmeldungen von Unternehmen mit über 50 Mio. € Jahresumsatz.

    Sanierungen: Insolvenzplan und Eigenverwaltung

    Unternehmen mit eröffnetem Insolvenzverfahren können seit 1999 zur Sanierung ihrer Unternehmen die beiden Fortführungsinstrumente "Insolvenzplan" oder "Eigenverwaltung" und seit dem Jahr 2012 auch das sogenannte Schutzschirmverfahren nutzen. Die Inanspruchnahme dieser Instrumente war bis dato sehr gering: Insolvenzplan- bzw. Eigenverwaltungsverfahren fanden im Zeitraum 1999 bis 2011 lediglich in 1 bis 2% aller Insolvenzverfahren Anwendung. Seit der Insolvenzrechtsreform von 2012 ist die Zahl der Eigenverwaltungen deutlich gestiegen, speziell bei Personen- und Kapitalgesellschaften.

    Insolvenzen - Kontext

    Insolvenzen - Weitere Informationen

    Tabellen zu Unternehmensinsolvenzen

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht Ihnen als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Insolvenzen D BL WZ RF ALT GrKl WZ/GrKl Besch/WZ
    Quote der insolventen Unternehmen D BL WZ
    Insolvenzplan D BL
    Eigenverwaltung D RF

    D = Deutschland; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; RF = Rechtsform; ALT = Alter der Unternehmen; GrKl = Größenklasse; Besch = Beschäftigte

    Aktualisierung

    Daten zum Insolvenzgeschehen (darunter Eigenverwaltungen) für 2016 voraussichtlich im April 2018; Daten zu Insolvenzplanverfahren beruhen auf nichtamtlichen Quellen und erscheinen nur unregelmäßig.

    Weitere Informationen

    Zur Datenquelle

    Zur IfM-Hintergrundinformation zum eigenverwalteten Insolvenzverfahren als Sanierungsweg

    Insolvenzen - Anprechpartner

    Ansprechpartner