Selbstständige/Freie Berufe

Die statistischen Angaben zu den Selbstständigen in Deutschland weisen die IfM-Wissenschaftler mit Hilfe des Mikrozensus aus, der jährlich vom Statistischen Bundesamt erstellt wird. Zahlen der Selbstständigen in der Europäischen Union stammen aus den Erhebungsergebnissen über Arbeitskräfte (Labour Force Survey) von Eurostat.

Innerhalb der Selbstständigen stellen die Freien Berufe eine besondere Gruppe dar. In den amtlichen Statistiken werden diese jedoch nur sehr unzureichend abgebildet – was auch daran liegt, dass es verschiedene Definitionen von Freiberuflichkeit gibt. Die statistischen Daten des IfM Bonn beruhen daher auf den Berechnungen des Instituts für Freie Berufe.

  • Selbstständige

    Ergebnisse für 2018

    Laut Mikrozensus gab es im Jahr 2018 in Deutschland branchenübergreifend rund 4,0 Millionen Personen, die in ihrer (Haupt-)Erwerbstätigkeit einer selbstständigen Tätigkeit nachgingen. Die Zahl der Selbstständigen ist damit im Jahr 2018 das sechste Mal in Folge zurückgegangen und liegt nun um 286.000 (-6,7%) unter dem Niveau des Jahres 2011. 

    Unterschiedliche Entwicklung bei den Frauen und Männern

    Die Zahl der selbstständigen Männer ging um 247.000 und die der selbstständigen Frauen um 39.000 zurück. Somit war die Zahl der selbstständigen Männer (-8,4%) stärker rückläufig als die der selbstständigen Frauen (-2,8%). Infolge dessen ist der Frauenanteil unter den Selbstständigen von 31,9% im Jahr 2011 auf 33,2% im Jahr 2018 gestiegen.

    Am stärksten hat die Zahl der Selbstständigen ohne Beschäftigte, sogenannte Soloselbstständige, gegenüber 2011 abgenommen (Männer: -11,6%; Frauen: -4,0%; Insgesamt: -8,8%). Im Jahr 2018 gab es 2,2 Millionen Selbstständige ohne Beschäftigte in Deutschland. Am häufigsten waren diese Selbstständigen im Bereich freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, im Baugewerbe und im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen anzutreffen.

    Der Vergleich mit dem Zeitraum vor 2011 ist aufgrund von methodischen Änderungen im Mikrozensus nur eingeschränkt möglich. Nach Schätzungen des IfM Bonn dürfte die Zahl der Selbstständigen im Jahr 2018 etwa das Niveau des Jahres 2008, in dem die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise begann, erreicht haben. Die Zahl der selbstständigen Männer lag in 2018 schätzungsweise leicht unter dem Niveau von 2008 und die der selbstständigen Frauen hingegen darüber.

    In den Top-20 der Wirtschaftszweige von Soloselbstständigen sind mehr als die Hälfte (55,2%) aller Soloselbstständigen aktiv. Jeweils mehr als 100.000 Selbstständige ohne Mitarbeiter sind im Bereich von sonstigen selbstständigen Tätigkeiten im Gesundheitswesen, in kreativen, künstlerischen und unterhaltenden Tätigkeiten und bei der Erbringung von sonstigen überwiegend persönlichen Dienstleistungen tätig.

    Mit rund 2,2 Millionen Personen stellten die Soloselbstständigen im Jahr 2018 mehr als die Hälfte (55,6%) aller Selbstständigen in Deutschland nach Mikrozensus. Die Zahl der Selbstständigen mit Beschäftigten betrug 1,8 Millionen Personen (44,4% aller Selbstständigen). In 32,9% aller Betriebe von Selbstständigen waren – einschließlich Betriebsinhaber/Betriebsinhaberin – 2 bis 10 Mitarbeiter tätig und in 5,4% aller Betriebe 11 bis 19 Mitarbeiter. Größere Betriebe führten weniger als 5% aller Selbstständigen. Für 1,2% der Selbstständigen lagen keine Angaben zur Anzahl der Beschäftigten vor.

    Die Selbstständigenquote (Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen) lag im Jahr 2018 bei 9,6%. Bei Männern betrug diese 12,0% und bei Frauen 6,8%. Seit 2012 ist die Selbstständigenquote rückläufig – bei den Männern jedoch etwas stärker als bei den Frauen. Ursachen für den Rückgang der Selbstständigenquote liegen zum einen in einer Zunahme der abhängigen Erwerbstätigkeit infolge der guten konjunkturellen Lage. Zum anderen gingen die Zugänge in die Selbstständigkeit u. a. aufgrund der geänderten Regelungen der Förderungsvergabe für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit zurück.

    Selbstständige - Tabellen

    Tabellen mit weiteren Informationen zu Selbstständigen

    Wählen Sie ein Merkmal und die gewünschte Differenzierung aus! Die entsprechende Tabelle steht als pdf-Datei zur Verfügung.

    Merkmal Differenzierung
    Erwerbstätige EU D BL WZ     ALT AB NETTO LR
    Selbstständige EU D BL WZ WZ-3St WZ/BetrGr ALT AB NETTO LR
    Selbstständigenquote EU D BL WZ     ALT AB   LR

    EU = Europäische Union; D = Deutschland; BL = Bundesländer; WZ = Wirtschaftszweige; WZ-3St = Wirtschaftsgruppen (WZ-3Steller); WZ/BetrGr = Wirtschaftszweige - Betriebsgröße; ALT = Altersklassen; AB = Schul-/Berufsabschluss; NETTO = Nettoeinkommen; LR = Lange Reihe

    Selbstständige - Weitere Informationen

    Aktualisierung

    Daten für das Jahr 2019 voraussichtlich im August 2020.

    Weitere Informationen

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    Selbstständige - Veröffentlichungen

    • Aktuelle Veröffentlichung
    • Weitere Veröffentlichungen
    Selbstständigen-Monitor 2014

    Suprinovič, O.; Norkina, A. (2015): Selbstständigen-Monitor 2014: Selbstständige in Deutschland 2011 bis 2014, hrsg. Institut für Mittelstandsforschung Bonn, Statistisches Bundesamt, Bonn.
     

    May-Strobl, E.; Pahnke, A.; Schneck, S.; Wolter, H.-J. (2011): Selbstständige in der Grundsicherung, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Working Paper 02/11, Bonn.

    Gawlitta, L.; Kay, R. unter Mitarbeit von Boerger, S. (2010): Die Opportunitätskosten der sozialen Absicherung beim Wechsel aus dem Arbeitslosengeld I in die Selbstständigkeit: Simulationsrechnungen für ausgewählte Fallgruppen, in: Institut für Mittelstandsfoschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 197, Bonn.

    Faulenbach, N.; Kay, R.; Werner, A. (2007): Die Opportunitätskosten der sozialen Absicherung für Selbstständige in Deutschland: Simulationsrechnungen für ausgewählte Fallgruppen, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 177, Bonn.

    Selbstständige/Freie Berufe - Ansprechpartner

    Ansprechpartner

  • Freie Berufe

    Zu Beginn des Jahres 2019 gab es in Deutschland nach Berechnungen des Instituts für Freie Berufe (IFB) Nürnberg etwa 1.432.000 Selbstständige in den Freien Berufen in Deutschland. Bezogen auf den Bestand aller Selbstständigen laut Mikrozensus im Jahr 2018 – Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor – bedeutet dies, dass gut jeder dritte Selbstständige (34,0%) in den Freien Berufen tätig war. Insgesamt hat sich zwischen 2015 und 2019 die Zahl der Selbstständigen in den Freien Berufen um rund 125.000 (+9,4%) erhöht; seit 1999 hat sich die Zahl sogar mehr als verdoppelt (+114,4%).

    Die größte Gruppe bei den  Selbstständigen in den Freien Berufen bilden die Freien Heilberufe (29,4%), gefolgt von den Freien rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufen (27,9%) und den Freien Kulturberufen (23,2%). Der geringste Anteil entfällt auf die Freien technischen und naturwissenschaftlichen Berufe (19,5%).

    Der Frauenanteil unter den Selbstständigen in den Freien Berufen ist zwischen 2015 und 2019 in den meisten Berufsgruppen weitgehend stabil geblieben. In der Berufsgruppe der Tierärzte hat der Frauenanteil in diesem Zeitraum etwas kräftiger zugelegt (von 47,6% auf 51,9%. Besonders hoch ist er Anfang 2019 bei den Psychotherapeuten (71,4%), den Publizisten (54,1%) und den darstellenden Künstlern (51,0%).

    Freie Berufe - Tabellen

    Tabellen zu den Freien Berufen

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    Merkmal Differenzierung
    Selbstständige D BG FA
    Erwerbstätige D    

    D = Deutschland; BG = Berufsgruppen; FA = Frauenanteil.

    Freie Berufe - Weitere Informationen

    Aktualisierung

    Daten für den Stichtag 01.01.2020 voraussichtlich im September 2020.

    Weitere Informationen

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    Selbstständige/Freie Berufe - Ansprechpartner

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