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Mittelstand, Gesellschaft und Staat | 2023 Frauen als Gründerinnen und Unternehmerinnen – Ursachen der andauernden Unterrepräsentanz

Laufendes Forschungsvorhaben

Ausgangslage/Problemstellung

Frauen sind seit jeher unter den Selbstständigen unterrepräsentiert. Zwar ist ihr Anteil parallel zu ihrer zunehmenden Erwerbsbeteiligung lange Zeit stetig gestiegen. Seit einigen Jahren verharrt er aber bei rund einem Drittel. Die Selbstständigenquote, die die Neigung der Erwerbsbevölkerung, selbstständig tätig zu sein, angibt, schwankt im Zeitverlauf. Der Abstand zwischen der Selbstständigenquote von Frauen und Männern verringert sich jedoch kaum. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für die anderen EU-Länder. Bei allen kulturellen, wirtschaftlichen und institutionellen Unterschieden zwischen den Ländern scheint es demnach gemeinsame Faktoren zu geben, die zu den beobachteten Unterschieden zwischen den Geschlechtern führen. Zu denken wäre hier vorrangig an informelle (normative) Institutionen wie beispielsweise zugeschriebene Geschlechterrollen und damit einhergehende Vorstellungen über den Geschlechtern angemessenes Verhalten, die weiterhin die Erwerbsentscheidungen von Frauen und Männern, aber auch das Verhalten weiterer in den Gründungsprozess eingebundener Akteure beeinflussen. Trotz der mittlerweile umfangreichen Forschung sind die Faktoren der persistenten Unterrepräsentanz von Frauen, gerade auch in ihrem Zusammenwirken und in ihrer historischen Bedingtheit, noch nicht vollständig verstanden.

Forschungsziele/Vorgehensweise

Ziel dieses Projekts ist es, zu einem besseren Verständnis der Ursachen des Gender Gaps im Unternehmertum zu gelangen, bisherige politische Interventionen auf den Prüfstand zu stellen und ggf. Anhaltspunkte für eine Stärkung des Unternehmertums von Frauen zu identifizieren. Wegen der komplexen Aufgabenstellung ist das Projekt mehrjährig angelegt. In der ersten Projektphase (2023) gilt es, den aktuellen Forschungsstand systematisch aufzuarbeiten, Hypothesen abzuleiten und ein Konzept für die empirische Überprüfung dieser Hypothesen zu entwickeln. Zur Validierung dieser Arbeitsschritte ist eine Diskussion innerhalb des internationalen Round Tables Mittelstand geplant. Diese Arbeiten bilden die Grundlage für empirische Untersuchungen in der nächsten Projektphase.

Ansprechpartner

Dr. Rosemarie Kay
Tel. +49 228 7299730
kay(at)ifm-bonn.org

Profil von Dr. Rosemarie Kay