Was sind aus Sicht des BDIs aktuell die größten Herausforderungen für den industriellen Mittelstand? Besteht die Gefahr, dass dieser im globalen Wettstreit zwischen China und den USA zerrieben wird? Welche Themen sollten noch stärker in der Forschung berücksichtigt werden?
Im Gespräch mit Prof. Dr. Dr. h.c. Friederike Welter legte Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Industrie dar, dass der industrielle Mittelstand sich der vielfältigen aktuellen Herausforderungen bewusst ist und sich bemühe, konkrete Antworten zu finden: "Wir sind mittendrin in der klimaneutralen Produktion. Wir sind mittendrin in den geopolitischen Risiken, wo wir akzeptieren müssen, dass das, worauf wir uns verlassen haben, freier Handel, partnerschaftliches Miteinander, dass das gerade im Moment nicht auf der Top-Agenda einer Vielzahl von Ländern steht. Das ist für den Mittelstand wirklich herausfordernd, weil das heißt, dass die Bewegungsfähigkeit in den Märkten nochmal deutlich anstrengender wird. Zugleich kann man an vielen Mittelständern sehen, wie sie sich immer gewandelt haben. Also, eigentlich ist die Fähigkeit vorhanden. Und trotzdem ist dieses Mal die Anzahl an Herausforderungen extrem groß."
Zugleich kritisierte die BDI-Hauptgeschäftsführerin aber auch, dass häufig ein sehr negatives Unternehmerbild vermittelt werde: "Es gibt so ein, zwei, drei Themen, über die in Deutschland diskutiert wird, wo Mittelständler sich persön-lich angegriffen fühlen, weil er in einer Weise dargestellt wird, die so gar nicht mit all' dem, was seine Werten ausmacht, was ihn in seinem täglichen Zusammenarbeiten mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausmacht."
Prof. Dr. Dr. h.c. Friederike Welter befragt zweimal pro Jahr für die Podcastreihe "Mittelstandsforschung trifft Praxis" namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis, wie sie die Ergebnisse der Mittelstandsforschung für ihre Arbeit nutzen – und welche Entwicklungen sie in ihrem Tätigkeitsbereich für den Mittelstand sehen.