Hohe Fluktuation im Handel und im Gastgewerbe
Im 1. Halbjahr dieses Jahres hat sich das Gründungsgeschehen in Deutschland belebt: Rund 143.000 gewerblichen Existenzgründungen standen im 1. Halbjahr 127.000 Unternehmensschließungen gegenüber. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IfM Bonn erstellen regelmäßig Statistiken zu den Existenzgründungen und Unternehmensaufgaben in Deutschland, die auf den Gewerbean- und -abmeldungsdaten des Statistischen Bundesamtes beruhen. Nicht gründungs- und schließungsrelevante Meldeanlässe wie beispielsweise Rechtsformänderungen und die Meldungen von Nebenerwerbstätigkeiten rechnen sie dabei aus den gemeldeten Daten heraus. Aus diesem Grund unterscheiden sich die Daten des IfM Bonn von denen des Statistischen Bundesamtes.
Deutliche Unterschiede in den Bundesländern
Zum positiven Trend in den ersten 6 Monaten trugen insbesondere die Gewerbeanmeldungen mit einem Handelsregister- bzw. Handwerksrolleneintrag oder mit mindestens einem abhängig Beschäftigten bei. Deutschlandweit starteten rund 53.600 dieser sogenannten "Betriebe einer Hauptniederlassung", rund 35.700 von ihnen wurden hingegen geschlossen.
Die meisten neuen Betriebe einer Hauptniederlassung starteten in Nordrhein-Westfalen (+230 gegenüber dem 1. Halbjahr 2025), Bayern (+1.120) und Baden-Württemberg (+430). Die wenigsten dieser volkswirtschaftlich bedeutsamen Betriebe wurden in den Bundesländern Bremen, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegründet.
Die meisten Schließungen erfolgten im Handel, Baugewerbe und Gastgewerbe
In den meisten Wirtschaftszweigen liegt die Zahl der Existenzgründungen – die Summe aus Betriebs- und Kleingewerbegründungen sowie Übernahmen aufgrund von Erbfolge, Kauf und Pacht – über der Zahl der Unternehmensschließungen. Nur in den Branchen Land-, Forstwirtschaft und Fischerei, Verarbeitendes Gewerbe/Bergbau, Baugewerbe und Handel zeigt sich ein gegenteiliges Bild. Gleichwohl bleibt die Zahl der Existenzgründungen im Handel (25.600) und im Baugewerbe (16.100) neben dem Gastgewerbe (18.900) und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (17.000) hoch.
zur Statistik