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Pressemitteilung A und O jeder Forschungspartnerschaft sind Transparenz und Vertrauen

Transferverbünde auf regionaler Ebene stärken die Zusammenarbeit zwischen KMU und Hochschulen

Je mehr die Forschungs- und Transferaktivitäten von Hochschulen für Außenstehende transparent sind, desto leichter fällt es kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), wissenschaftliche Expertise für die gemeinsame Entwicklung von Innovationen zu finden. Schließlich können die Geschäftsführungen in den Unternehmen meist kaum einschätzen, welche Hochschule bzw. wissenschaftliche Einrichtung über das notwendige Fachwissen für ihr spezielles Innovationsvorhaben verfügt.

Aus diesem Grund empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IfM Bonn Transferverbünde auf regionaler Ebene. In diesen sollten sowohl die Technologietransferstellen an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen als auch die Industrie- und Handelskammern, Branchenverbände, Handwerkskammern, wirtschaftsnahe Netzwerke und Finanzintermediäre mitwirken. Gemeinsam sollten sie aber nicht nur technologische, sondern auch nicht-technologische Innovationskooperationen wie beispielsweise die Verbesserung von Unternehmensprozessen fördern.
"Um die Zusammenarbeit der einzelnen Partner zu stärken, Vernetzungsangebote zu bündeln und Good-Practice-Beispiele sichtbar zu machen, können zudem zentrale Transferstelle in den Regionen hilfreich sein", berichtet IfM-Wissenschaftler Dr. Sebastian Schneider. Zwar gäbe es in Deutschland Förderprogramme, die auf dem Vernetzungsgedanken zwischen KMU, Hochschulen und Intermediären beruhen. Tatsächlich gründen Innovationskooperationen jedoch häufig auf früheren Kontakten zu Hochschulen, wie beispielsweise in Folge von berufsbegleitenden Abschlussarbeiten oder Alumni-Netzwerken. Dies führt dazu, dass diejenigen Unternehmen, die bislang kaum Kontakte zu Hochschulen bzw. Zugang zu einschlägigen regionalen Netzwerken haben, seltener in Innovationskooperationen eingebunden sind.

Dabei profitieren sowohl Hochschulen als auch kleine und mittlere Unternehmen von einer Transferpartnerschaft: Die KMU können insbesondere die wissenschaftliche Expertise, die technische Ausstattung und die Erfahrung der Hochschulen bei der Beantragung von Fördermitteln nutzen. Im Gegenzug erhalten Hochschulen wertvolle Marktkenntnisse, praxisnahes Anwendungswissen und betriebswirtschaftliche Expertise aus den Unternehmen. Grundlegend für eine erfolgreiche Kooperation sind jedoch konkrete Ansprechpartner, Transparenz und Vertrauen. "Ein kontinuierlicher Austausch zwischen den Beteiligten in den Hochschulen und in den Wirtschaftsunternehmen ist wichtig, um das gegenseitige Verständnis hinsichtlich der unterschiedlichen Ziele und Vorgehensweisen zu stärken. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Während Hochschulen prinzipiell die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen anstreben, wollen die kleinen und mittleren Unternehmen innovationsrelevantes Wissen gegenüber ihren Wettbewerbern schützen. Je offener die Kommunikation zwischen KMU und Hochschule ist, desto weniger besteht Sorge, dass sensibles Wissen abfließt", so der IfM-Wissenschaftler.